Hardcore: Über Zwei Millionen Wähler wollten weder Sarkozy noch Hollande!

7. Mai 2012

Zur Nachbetrachtung, Analyse und Einordnung des französischen Wahlergebnisses fand ich einen bemerkenswerten Text auf Slate.fr
Hollande hat klar, aber nicht erdrutschartig gewonnen. Es stehen sich zwei annähernd gleich große Blöcke des Linken- und des Mitte-Rechts-Lagers gegenüber.
Eine sehr bemerkenswerte Änderung hat trotzdem stattgefunden: Vom Ersten zum Zweiten Wahlgang hat sich die Zahl der Blanko- und Ungültig-Wähler von 701.190 auf 2.147.173, das sind 5,8% der Wahlberechtigten, mehr als verdreifacht!

„…Trois fois plus de votes blancs ou nuls au second tour
Ce sont les votes blancs et nuls qui attirent davantage l’attention, leur nombre ayant fait un bond impressionnant entre les deux tours: de 701.190 le 22 avril (1,92% du nombre des votants) à 2.147.173 le 6 mai (5,80%). En valeur absolue, la barre du million de votes blancs et nuls supplémentaires en quinze jours, qui avait été dépassée de justesse en 1969, 1995 et 2007, est explosée…

Die nach dem Ersten Wahlgang ausgeschiedenen Kandidaten Le Pen, Bayrou, Dupont-Aignan und Arthaud, die zusammen fast 30 Prozent der abgegebenen Stimmen repräsentieren , haben keine Wahlempfehlung abgegeben für ihre Anhänger. Entweder haben sie die Abgabe weisser Blanko-Blätter angekündigt oder „für sich persönlich“ die Wahl Hollandes angekündigt.

….On peut cependant supposer que le positionnement de Marine Le Pen, François Bayrou, Nicolas Dupont-Aignan et Nathalie Arthaud a joué un rôle important. Ces quatre candidats, qui représentaient près de 30% des voix au premier tour, avaient en effet décidé de ne pas donner de consignes de vote claires à leurs électeurs. Et le fait que le leader du Modem ait voté pour François Hollande à titre personnel n’y a rien changé. …

Diese Blanko-Wahlscheine werden ebenso wie die Ungültigen nicht mitgezählt. Täte man dies, dann sänken die Wahlergebnisse von Hollande von 51,62% auf 48,62% und bei Sarkozy von 48,62% auf 45,57%.

Das bedeutet, die Zunahme der Blanko- oder Ungültig-Wahlscheine um 1,4 Millionen Wähler in den zwei Wochen zwischen dem Ersten und dem Zweiten Wahlgang, drücken ein bewusstes Protestpotential Frankreichs aus, einen harten Kern, der weder Sarkozy noch Hollande zu wählen bereit war und der noch genauer zu analysieren wäre. Vermutlich wird man diese Protestwähler an den äußeren Flanken, ganz Links und Rechts, verorten können?

Si l’on rapporte les scores des deux finalistes au nombre de votants plutôt qu’à celui des suffrages exprimés (en prenant donc officiellement en compte les votes blancs ou nuls, ce qui n’est pas le cas aujourd’hui), François Hollande descendrait de 51,62% des voix à 48,62%, Nicolas Sarkozy à 45,57% et les blancs ou nuls à 5,80%. Par comparaison, en 2007, le candidat UMP conservait la majorité avec 50,80% du nombre de votants (53% des suffrages exprimés).

http://www.slate.fr/france/54615/votes-blancs-nuls-second-tour


François Hollande: Fessenheim Adieu!

3. Mai 2012

Das hochbetagte AKW Fessenheim, das älteste Frankreichs, am Oberrhein, im Erdbebengebiet, unweit der deutschen Grenze nahe Freiburg und Basel gelegen, geht wohl endlich seinem Ende entgegen, jedenfalls falls am kommenden Sonntag François Hollande zum Französischen Präsidenten gewählt wird.

Ansonsten sollt bis 2025, also in den kommenden 13 Jahren, der Anteil der Atomenergie am französischen Strom von 75 auf 50 Prozent reduziert werden.

Das sind die Atom-Meiler in Frankreich:

Anzahl und Verteilung der Atomkraftwerke in Frankreich1