Tränengas und Gummigeschosse: Ein Dutzend illegale Migranten aus Zentralafrika in Ceuta zu Tode zerquetscht oder ertrunken!

7. Februar 2014

400 Illegale Migranten aus Zentralafrika versuchten in der vergangenen Nacht von Marokko über die Grenzbefestigungen in die spanische Exklave Ceuta zu gelangen.  Marokkanische Polizei und die Guardia Civil verhinderten diese Verzweiflungstat. Die Halbinsel Ceuta ist mit einem 8,2km langen Doppelzaun von Marokko abgetrennt. Durchschnittlich versuchen täglich ein halbes Dutzend Migranten ihr Glück. Bisher soll es aber angeblich noch keinem gelungen sein auf diesem Weg nach Ceuta zu gelangen?  Das CETI, das provisorische Sammelzentrum für Migranten auf Ceuta, ausgelegt für 512 Plätze ist dennoch mit 615 Plätzen um 20% überbelegt.

Inzwischen spricht man von mindestens einem Dutzend Toten. Einige sollen noch im Meer vermisst sein. Das Bild aus EL PAÍS zeigt den Ablauf der Tragödie. Die Gruppe, die es über den Strand und den Grenzzaun versuchte, hatte die Opfer zu beklagen.
http://elpais.com/elpais/2014/02/06/media/1391695125_194215.html

Die Tragödie con Ceuta, bei der vermutlich ein Dutzend Menschen ihr Leben gelassen haben, ist womöglich durch die Abwehrmaßnahmen der spanischen Guardia Civil ausgelöst worden. Augenzeugen berichten, dass die Polizei in der Minderheit, die Migranten im Wasser aus Booten und vom Strand her mit Gummigeschossen und Tränengas beschoss. Darauf sei eine Panik ausgebrochen. Diese Schilderung könnte erklären, warum es Ertrunkene und Zerquetschte gegeben hat an jenem „relativ harmlos“ erscheinenden Zaun, der bei Ebbe nur einige Meter ins Meer hineinreicht? Über die Wetterbedingungen und den Seegang zum Zeitpunkt der Ereignisse ist mir nichts bekannt.


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In der gleichen Nacht, weiter östlich, im Mittelmeer:

Die italienische Marine entdeckte am Mittwoch, den 5. Februar im Mittelmeer südlich von Sizilien neun große Floße mit insgesamt 1.100(!) illegalen Migranten aus Afrika.
Mit vier Schiffen wurden diese bis heute, Donnerstag, den 6. Februar gerettet. Ob es dabei Verluste gab, ist derzeit noch nicht bekannt.
Die Zahl der sogenannten Bootsflüchtlinge hat sich im Jahr 2013 verdreifacht!