Heute wählt Nord-Zypern!

11. Oktober 2020

In einem (gerade noch rechtzeitigen?) einseitigen Wahlkampf-Gag, anscheinend ohne Wissen der nordzypriotischen, von Erdogan und Ankara abhängigen Inselregierung des Mustafa Akinci, hat der mit diesem konkurrierende Wahlkandidat Ersin Tatar den seit 46 Jahre gesperrten Inselort Varosha oder Maras aus der Grünen Zone geöffnet und damit Wirbel in Nordzypern, Zypern, der EU und der UNO ausgelöst.

Tatar tat dies am 6. Oktober, bei einem Besuch in Ankara, in Gegenwart von Erdogan, praktischerweise im bis heute einzigen Staat dieser Welt, der Türkei, der Nordzypern als eigenständigen Staat anerkennt!

Der amitierende Nordzyprische Präsident Mustafa Akinci, der manchmal mit Ankara „über Kreuz liegt“, war wie schon gesagt, nicht eingeweiht!

So könnte diese einseitige Aktion Erdogans am Ende ein „zweischneidiges Schwert“* für den Großen Meister aller Türken werden? Denn die nordzypriotischen Wähler werden mit der Nase auf den Umstand gestoßen, daß die Türkei und Nordzypern bezüglich der Grünen Zone seit 46 Jahren nichts erreicht haben…
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*(Hier zum Verständnis für kulturell, historisch und sozialisierte Türken: Das ist so eine Art von einem geraden Säbel, der dafür aber auf beiden Seiten scharf ist und somit auch seinen Benutzer verletzen könnte:-) )

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https://www.al-monitor.com/pulse/originals/2020/10/northern-cyprus-elections-open-ghost-town-ankara-support.html


Obama nennt NATO-Libyenmassaker Modell für das 21. Jahrhundert!

20. September 2011

„Die Befreiung Libyens repräsentiere ein Modell wie die internationale Gemeinschaft im 21. Jahrhundert agieren solle.“

http://www.lavanguardia.com/internacional/20110920/54218939390/obama-dice-que-la-liberacion-de-libia-es-un-modelo-para-el-siglo-xxi.html

„Es öffne sich eine neues Kapitel in der Geschichte dieses Landes“, fügte er hinzu. In einem vom Weissen Haus vorveröffentlichten Redetext, den Obama heute bei einem hochrangigen Treffen zu Libyen am Sitz der UNO in New York halten soll, heisst es weiter „die Befreiung Libyens zeige was wir erreichen können, wenn wir gemeinsam handeln“.

So solle die internationale Gemeinschaft im 21. Jahrhundert funktionieren: „Mehr Länder, die Verantwortung und Kosten übernehmen den globalen Bedrohungen zu begegnen.“

Die UN-Resolution 1973, die so formuliert war, dass sie zum Schutze der Zivilisten  einen Militäreinsatz erlaubte, sei richtig gewesen.

Obama traf sich heute mit dem Marionettenführer des Nationalen Übergangsrates (CNT) und sagte, dass es abgesehen vom „militärischen Triumpf der Rebellen“ noch viel zu tun gäbe und dass Gaddhafis Regime – obwohl gestürzt – sich noch in einigen Exklaven halte.

Die Arbeitsteilung der internationalen Gemeinschaft beschrieb Obama wie folgt:
Die NATO für die andauernde Bedrohung des libyschen Volkes.
Die UNO für die humanitäre Hilfe für das libysche Volk.
Die USA für die wirtschaftliche Ausbeutung Libyens.
(Ich gebe zu, ich beschrieb es hier mit meinen Worten)

Obama drohte Libyen weitere „Unterstützung“ der USA an! Ausserdem sei ein neuer US-Botschafter auf dem Weg in das nordafrikanische Land mit dem die USA neue Allianzen bilden wolle um dessen „wirtschaftliches Potential“ zu entwickeln.

(Wie es den Libyern, denen es vor der NATO-Aggression besser ging als vielen Millionen US-Bürgern, jetzt in einem Land mit zerstörter Infrastruktur  künftig noch besser gehen soll, Dank Obamas und der USA Hilfe, die das nicht einmal im eigenen Land geregelt kriegen, das bleibt allerdings Obamas Geheimnis!)


Wikileaks zieht Spuren in der Diplomatie!

9. Dezember 2010

Die spanische Zeitung EL PAÍS aus Madrid zum Thema wikileaks:

Der scheidende brasilianische Präsident Lula, der russische Premierminister Putin und die UNO sorgen sich um den Umgang des Westens, speziell der USA mit dem Fall wikileaks und Julian Assange.

„Anstatt denjenigen zu beschuldigen, der diese Dokumente veröffentlicht hat, sollte man diejenigen verfolgen, die diese Dokumente geschrieben haben“, so Lula.

Er wundere sich darüber, dass es noch nicht zu Kundgebungen und Demonstrationen für Assange gekommen sei.

Putin nutzte die Gelegenheit um dem Westen zu erklären, dass er kein Recht hätte Russland über Demokratie aufzuklären. Was für eine Demokratie das sei, fragte er.

Aus dem Umfeld von Medvedew, der in Brüssel war, kam gar der Vorschlag Julian Assange für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen!

Bei der UNO zeigte sich die Hochkommissarin für Menschenrechte, Naiv Pillay besorgt über den Druck, der aufgebaut worden war um wikileaks zum Schweigen zu bringen. Die Maßnahmen könnten als Versuch einer Internet-Zensur verstanden werden.