Polizeichaos in Toulouse. RAID-Kommandos blamiert!

22. März 2012

Ministerielle, offiziell bekundete Ratlosigkeit beherrscht das Bild um den mutmaßlichen Serienkiller von Toulouse und Montauban. Innenminister Guéant: „Wir wissen nicht, ob er tot ist, oder ob er noch lebt!“

Die Polizei zündete des Nachts Granaten vor dem Haus, vermutlich aber nur um die Nachbarn zu nerven und am Schlafen zu hindern?

Journalisten wollen zwei Schüsse in/aus der Wohnung gehört haben. Seitdem herrscht die große Stille und Ratlosigkeit. Die Wohnung wird mit Sicherheit mit Richtmikrophonen abgehört und womöglich auch mit Wärmebildkameras untersucht, offenbar ohne verwertbare Erkenntnisse?

Der französische Innenminister und seine tausenden CRS-Polizisten strahlen ein Bild der Hilflosigkeit aus. Das Bild, das Ansehen des mutmaßlichen Attentäters hingegen, wächst bei seinen Anhängern und Gesinnungsgenossen mit jeder Stunde, die er die Staatsmacht länger hinhält.

Der (unzuständige) französische Außenminister Alain Juppé, verlangt Klarheit über eventuelle Fehler bei der Aufklärung.

Ein Ex-Kommando, ein Profi, kommentierte die Aktion bereits gestern lakonisch mit „wir haben es verschissen!“

NACHTRAG: Donnerstag, 22. März, 12:45 Uhr:

Jetzt, Donnerstag, den 22. März gegen 11:30 Uhr, wird der Tod des Verdächtigen gemeldet.

Nach weiteren heftigen Explosionen und Schiessereien, sei er im Bad seiner Wohnung entdeckt worden und habe sich durch einen Sprung aus dem Fenster der dritten Etage selbst getötet.

Zuvor habe er von außerhalb der Wohnung, vom Balkon auf die angreifenden RAID-Kommandos geschossen, ohne dass er gestoppt werden konnte. Es gab drei weitere angeschossene Polizisten, davon einer ziemlich schwer…

Die Islamisten-Szene hat einen neuen Helden und die französischen Spezialeinheiten haben sich gründlich blamiert. Sollte mich wundern, wenn das innerhalb der Polizei und des Innenministeriums kein “Köpferollen” verursachen wird?

Sarkozy wird diese zeitlich und thematisch “genau passend passierte Geschichte” vermutlich die Wahl retten, die er schon verloren zu haben schien, merde!


Toulouse: Kommandoaktions seit 3:15 Uhr. Zwei verletzte Polizisten.

21. März 2012

Laut französischen Medien läuft derzeit in Toulouse eine Kommandoaktion der französischen Polizei im Stadtteil Croix-Daurade. Sie gilt einem 24-jährigen mit algerischen Wurzeln, der sich (mehrfach?) im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet aufgehalten und sich zu Al-Kaida bekannt haben soll. Der Gesuchte soll sich in einem Pavillon verschanzt haben. Dieser liegt nur rund fünf Kilometer südlich der Jüdischen Schule, dem Ort des letzten Anschlages. Bei einem Schusswechsel seien zwei Polizisten leicht verletzt worden.

Ob es sich um den Täter der Anschlagserie handelt, ist nicht bekannt*. Im Moment verhandelt die Polizei mit ihm. Die ermordeten Israelis sind inzwischen zu ihrer Beisetzung in Israel eingetroffen. Sie wurden vom französischen Außenminister begleitet.

*Die Kommandoaktion in Toulouse soll gestern Abend um 22:00 Uhr von Sarkozy persönlich (ist das Wahlkampf, oder üblich?) genehmigt worden sein. Auf die Spur des Verdächtigen sei man durch dessen Bruder gekommen, der sich anscheinend über email bei einem YAMAHA-Konzessionär darüber erkundigt habe, wie man das in die Motorroller des in Frage kommenden Typs eingebaute Trackingsystem zur Verfolgung des Rollers im Falle des Diebstahls, auschalten, bzw. „customisieren“ könne. Über die IP-Adresse dieses Bruders, der ebenfalls festgenommen worden sei, sei man dann auf die Spur des Verdächtigen gekommen.

Die Polizei verhandelt mit dem Verdächtigung und hat auch dessen Mutter darin einbezogen.

 

 


Frankreich geschockt: Vier französische Fallschirmjäger innerhalb einer Woche mit der selben Waffe (vom selben Täter?) ermordet!

17. März 2012

Frankreichs Elitemilitärs sind auf den Straßen des eigenen Landes ihres Lebens nicht mehr sicher. Ist das ein Resultat der aggressiven Rolle die Sarkozy seit Jahren in bewaffneten Konflikten in aller Welt spielt?

Frankreich mischt in den diversen Arabischen-Frühlings-Revolutionen mit, in Afghanistan und in West- und Zentralafrika und natürlich auch in Syrien. Die Bekämpfung der Piraterie im Indischen Ozean vor Ostafrika lasse ich hier mal unberücksichtigt, weil darin keine Fallschirmjäger zum Einsatz kommen.

Es sei eine sehr ernste Lage, es habe sich um regelrechte Exekutionen gehandelt, sagte der Innenminister Claude Guéant. Über den oder die Täter kann bisher nur spekuliert werden. Tatsache ist, dass er mit einer Waffe des Kalibers .45 (11,3mm) getötet hat, die nicht den gängigen 9mm NATO-Kalibern entspricht und in beiden Fällen einen Motorroller bei den Taten und zur Flucht benutzte.

Elitesoldaten eines NATO-Staates in ihrer Freizeit, in ihrem eigenen Land und nur ein paar Schritte von ihren Stützpunkten entfernt in aller Öffentlichkeit zu ermorden,  das scheint zumindest ein starkes politisches Signal zu sein. Andere Zusammenhänge zwischen dem Getöteten des 1. RTP Regiment in Toulouse und den drei Getöteten des 17. RGP in Montauban sind bisher nicht öffentlich bekannt geworden. Sie sind vermutlich zufällig, wegen ihrer Uniform, ermordet worden?

Angeblich hat man als eine erste Maßnahme den Soldaten das Verlassen der Kasernen in der Freizeit bis auf Weiteres nur in Zivilkleidung erlaubt!

Es ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt sicher zu früh, Aussagen zum Täter und seinem Motiv zu machen, aber ganz unabhängig davon kann man als weltweit in militärische Aggressionen verwickeltes NATO-Land nicht erwarten, dass einem die Konflikte nicht irgendwann auch zuhause einholen. Wenn die NATO die territoriale Unantastbarkeit weltweit nicht mehr respektiert, dann tun dies ihre Feinde sicher auch nicht? Genau dies könnte jetzt in Frankreich geschehen sein?

http://www.lefigaro.fr/actualite-france/2012/03/16/01016-20120316ARTFIG00473-militairesassassines-la-piste-du-loup-solitaire.php