Neues vom Lac d’Annecy-Massaker: Radfahrer zuerst beschossen!

21. Oktober 2012

Einem an den LE PARISIEN durchgesickerten ballistischen Untersuchungsbericht zu Folge soll/en der/die Mörder zuerst eine nicht tötliche, fünfschüssige Salve auf dem Radfahrer Sylvain Mollier abgefeuert haben.

Saad Al-Hilli und seine große Tochter Zainab sollen sich zu diesem Zeitpunkt außerhalb des BMWs der Familie befunden haben. Beide wiesen Blutspritzer Molliers an den Beinen und Erdspuren an den Schuhen auf.

Dann seien Al-Hilli und seine Tochter beschossen worden. Dieser habe sich in den Wagen geflüchtet und zu fliehen versucht, sei dabei aber mit der Hinterachse auf einem Erdhaufen aufgesetzt und habe sich festgefahren.

Dann seien die Insassen des BMWs erschossen worden. Dann sei/en der/die Täter zu Mollier zurückgekehrt und hätten diesen mit zwei Kopfschüssen hingerichtet. Molliers Leiche wies sieben Einschüsse (davon zwei in den Kopf) auf, die aus zwei unterschiedlichen Winkeln abgegeben worden seien. Danach sei sein Körper vermutlich durchsucht und neben den BMW Al-Hillis gezogen worden.

Dieser Tatablauf stünde nicht im Widerspruch zu der Theorie, dass sich Al-Hilli und Mollier hier verabredet Treffen wollten, sie untermauert sie sogar eher!

Einige Medien berichten inzwischen, dass der Französische Staatsanwalt gesagt habe, dass sich die Reihenfolge der Tötung nicht sicher nachvollziehen ließe.

Trotzdem werteten die französischen Behörden diesen Tat-Hergang offenbar als Hinweis auf einen hektischen aber unprofessionellen Täter, der somit durchaus ein lokaler Psychopath sein könnte.

Die naheliegende Frage nach der Tatwaffe, dem genauen Kaliber und dem exakten Pistolenmodell blieb jedoch unbeantwortet.  Ein Psychopath als Einzeltäter hätte im Falle der oft kolportierten Luger P 08 eine durchgeladene Waffe und drei volle Ersatzmagazine mit sich führen müssen und während der Tat dreimal nachladen müssen. Er hätte dann aber auch über genügend Munition verfügt um auch das angeschossene Mädchen Zaynab zu erschiessen, die er hingegen zu erschlagen suchte?

http://www.lexpress.fr/actualite/societe/fait-divers/tuerie-de-chevaline-les-enqueteurs-sur-la-piste-d-une-moto_1176073.html

http://www.leparisien.fr/actualite/tuerie-de-chevaline-saad-al-hilli-est-sorti-de-sa-voiture-avant-d-etre-abattu-19-10-2012-2247667.php

http://www.bbc.co.uk/news/uk-20009542

http://www.thedailybeast.com/articles/2012/10/20/french-alps-murder-mystery-s-forensic-breakthrough.html

http://www.france24.com/en/20121020-french-cyclist-may-first-shot-not-last-hilli-mollier-alps-murder-ballistics-test

http://www.independent.co.uk/news/world/europe/french-alps-killings-not-a-professional-hit-say-police-8219523.htm


Lac d’Annecy-Massaker: Nach sechs Wochen nichts als Spekulationen!

15. Oktober 2012

Es ist ziemlich ruhig geworden um diesen rätselhaften Fall. Dies ist womöglich der gemeinsamen Ermittlungskommission geschuldet, die eine wirksame Kontrolle des Informationsflusses erleichtert.

Es kann aber wohl eher darauf zurück geführt werden, dass die Ermittler nach wie vor keine belastbaren Beweise für eine der zahlreichen Hypothesen befunden haben.

So möge man die folgenden „Fakten“ einfach als Info-Splitter verstehen und sich eine eigene Meinung über das Geschehen bilden. Die Reihenfolge, in der sie hier aufgeführt werden, spielt insofern also keine „wertende“ Rolle:

Saad al-Hilli betrieb von seinem Haus in Claygate, Surrey mit 4 Workstation PCs und einem Laptop ausgedehnte antizionistische, antisemitische Aktivitäten in islamistischen Internet-Foren.

In diesem Haus wurde auch eine eine Hochspannungs-Taser-Pistole gefunden.

Es hatte den Anschein, als habe er diesen Camping-Urlaub in Frankreich sehr kurzfristig angetreten, zu einem Zeitpunkt, da seine Töchter bereits wieder in der Schule hätten sein müssen. Ein entsprechender Anruf der Schule wurde auf seinem Handy gefunden.

Kurz vor dem Urlaub hatte er alle Türschlösser seines Hauses auswechseln lassen.

Einen Tag vor der Mordtat in Chevaline besuchte Saad al-Hilli das nur rund 60km entfernte schweizerische Genf, wo er ein Bankkonto* mit einem Millionenbetrag unterhielt. *(Andere sagen, das Konto gehörte seinem verstorbenen Vater und soll Teil des unter den al-Hilli-Brüdern umstrittenen Erbes gewesen sein! Dieser soll ein Millionenvermögen und Grundbesitz in mehreren Ländern der EU und im Irak hinterlassen haben. Trotzdem seien Saad al-Hillis Eltern in England in geradezu ärmlichen Verhältnissen beigesetzt worden?)

Rund  dreissig Minuten vor der Tat machte al Hilli mit einer von den französischen Ermittlern im BMW gefundenen Digitalkamera Urlaubsbilder in einem Nachbardorf, die seine Familie als entspannte, lachende Urlauber vor malerischen Bauernhäusern zeigten.

Auf Grund der Entfernung zum Tatort muss er dann praktisch auf direktem Weg dorthin gefahren sein.

Dies wird als mögliches Anzeichen für ein von Saad al-Hilli geplantes Treffen mit einem Unbekannten gewertet, von dem seine Familie möglicherweise nichts wusste und die ihm dabei praktisch als Tarnung dienen sollte?

Bei diesem Unbekannten könnte es sich auch um den französischen Radfahrer Sylvain Mollier gehandelt haben, der ebenfalls ermordet wurde?

Saad al-Hilli war selbständiger Ingenieur und Informatiker und hatte zumindest familiäre Kontakte in den Irak. Seine politischen Ansichten verbreitete der schiitische Muslim freizügig in entsprechenden Foren. Vielleicht wollte er auch in einem Sektor „dealen“, der Embargos unterliegt und deshalb gute Gewinnspannen versprach?

Sylvain Mollier arbeitete in einem speziellen Sektor von Behältersystemen für Zirkonium. Seine Firma CEZUS, die zu AREVA gehört, hatte vor Jahren mit dem Iran Geschäfte im Umfeld dessen nuklearen Aktivitäten gemacht.

War es wirklich ein Zufall, der diese beiden Männer an diesem abgelegenen Ort zusammenführte? Wenn es kein Zufall war, dann muss der/die Mörder Saad al-Hilli zum Waldparkplatz-Treffpunkt in Chevaline gefolgt sein oder – in Kenntnis des geplanten Treffens – bereits dort auf die Opfer gewartet haben?

Die Polizei notierte den Notruf des Ex-RAF-Briten Brett Martin um 15:48 Uhr, also noch vor 16 Uhr!

Dieser gab aber bei seiner Vernehmung an, am Tatort keine Verbindung gehabt zu haben und deshalb wieder in Richtung Chevaline bergab gefahren zu sein, wo er auf den Franzosen mit seinen beiden Begleiterinnen traf.

Nach mühsamer Verständigung wegen Sprachproblemen und Aufregung seien beide Männer zurück an den Tatort hinauf gegangen. Dann will der Franzose den Notruf getätig haben. Das sei etwa um 16:10 Uhr gewesen.

Diese Zeitdifferenz und die Frage WER den nun die Polizei verständigt hat, sind meines Wissens nie befriedigend erklärt worden, aber vielleicht habe ich das auch nur irgendwo übersehen?

Bei einem grünen Geländewagen, den Zeugen mit hoher Geschwindigkeit in der Nähe gesehen haben, könnte es sich um ein Fahrzeug der Forstbehörde ONF gehandelt haben, sagt die Polizei lakonisch…

Im Prinzip könnte es so gewesen sein, aber es könnte auch vollkommen anders gewesen sein. Die Ermittlungen treten anscheinend auf der Stelle oder man will niemand auf die Füsse treten, bei der französischen Staatsanwaltschaft?

Über einen Monat(!) nach der Tat, hat die französische Polizei eine „grüne Telefonnummer“ unter 0800 002 950 eingerichtet und veröffentlicht, unter der mögliche Zeugen ihre Beobachtungen melden können. Das war wirklich schnell gehandelt!


Lac d’Annecy-Massaker: Bombe? Umgebung des Hauses der al Hilli-Familie evakuiert.

10. September 2012

NEUES zum Lac d’Annecy-Massaker:
Haus der al Hillis in Claygate, Surrey und die Zufahrt teilweise geräumt. Unmittelbare Nachbarn (der Telegraph spricht von zwei Strassen!) wurden vorübergehend evakuiert. Auch die Presseleute wurden um ca. 200m zurückverlegt. Bombenentschärfer bzw. Sprengstoffspezialisten des Royal Logistic Corps vor Ort. Sichtblenden wurden errichtet. Es seien potentiell explosive Substanzen gefunden worden. Offiziere erhielten ein erstes Briefing in einem Nachbarhaus. Das Interesse konzentriere sich auf einen Schuppen oder eine Werkstatt am hinteren Ende des langezogenen Grundstückes.

Die getötete ältere Schwedin als Großmutter der Kinder mütterlicherseits identifiziert.

Ein Handwerker in Chevaline, Haute Savoie, Frankreich, möglicherweise der letzte Zeuge der die al Hilli-Familie lebend gesehen hat, sagte aus, dass der rote BMW der Familie mindestens eine Stunde vor der Tat den einsamen Waldparkplatz erreicht habe und es kein Anzeichen dafür gegeben habe, dass ein anderes Fahrzeug der Familie gefolgt sei. Er habe keine Schüsse gehört, obwohl man die Schüsse von Jägern in der Gegend sonst hören würde, was auf einen möglichen Schalldämpfereinsatz hinweisen könnte. Er meinte, dieser Parkplatz sein kein Ort, wohin Familien mit kleinen Kindern normalerweise gehen würden (was immer er damit auch sagen wollte?).

Alle 25 gefundenen Geschosshülsen sind vom Kaliber 7,65mm. Die Rekonstruktion der Tat lässt auf mehr als einen Schützen schließen.

http://www.leparisien.fr/faits-divers/chevaline-la-femme-agee-tuee-est-la-grand-mere-maternelle-10-09-2012-2158266.php

http://www.guardian.co.uk/world/2012/sep/10/french-alps-shootings-evacuate-neighbours

http://www.independent.co.uk/news/uk/crime/alps-shooting-police-evacuate-homes-as-bomb-squad-arrives-8121433.html

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/france/9532922/France-shooting-al-Hilli-family-neighbours-evacuated-amid-bomb-fears.html


Lac d’Annecy-Massaker: Überfall, Familiendrama oder Hinrichtung mit politischem Hintergrund?

6. September 2012

Die Identität des Besitzers des BMWs ist geklärt. Es soll sich um einen etwa 50-jährigen in Bagdad gebürtigen Iraker mit Namen Saad al Hilli handeln, der in Claygate, Surrey, dem südlichen Umfeld von London lebte. Nicht sicher ist im Moment, dass es sich bei den Ermordeten um diesen Mann und seine Familie handelt. Sie müssen noch identifiziert werden.

Vermutlich handelt es sich bei den Mordopfern im Auto um ein Ehepaar und eine ältere Tante oder die Großmutter der überlebenden Kinder? Bei der älteren Frau seien schwedische und irakische Pässe gefunden worden. Schweden hat inzwischen die Staatsangehörigkeit der Frau bestätigt.

Drei der Toten seien mit jeweils einem Kopfschuss hingerichtet worden, darunter der Fahrer, eine der Frauen auf der Rückbank, sowie der Radfahrer, Sylvain Mollier, der vermutlich zufällig zum Tatzeugen wurde und deshalb sterben musste.

Die Todesursache der anderen Frau muss morgen in Grenoble durch eine Autopsie geklärt werden. Auch fehlt zur Zeit eine Erklärung dafür, warum am Tatort fünfzehn Geschosshülsen einer Automatik-Pistole gefunden worden sind, was etwa einem vollen Magazin entspricht, wenn drei der Ermordeten mit drei Kopfschüssen getötet worden sind. Wozu, warum und auf wen sind die anderen zwölf Schüsse abgegeben worden?

Gefunden worden sind die Opfer von einem Radfahrer, einem ehemaligen Mitglieder der Royal Airforce. Als er den Tatort erreichte, sah er zunächst den ganz offensichtlich toten Radfahrer um den er sich nicht weiter kümmerte. Dann fand er die noch atmende Achtjährige in einer Blutlache liegen. Sie war durch einen Schuss in die Schulter und durch heftige Schläge gegen den Kopf, die zu Schädelbrüchen geführt hatten, kritisch verletzt. Er brachte sie in stabile Seitenlage und näherte sich dann dem BMW-Geländewagen dessen Motor lief. Weil die Türen verriegelt waren, schlug er auf der rechten Fahrerseite die Scheibe ein und stellte den Motor ab. Dann alarmierte er die Polizei. Zwar stand er unter Schock, konnte jedoch der Polizei Fragen beantworten. Das verletzte Mädchen, dessen Tod zwischenzeitlich offiziell gemeldet worden war, befindet sich in einem künstlichen Koma. Sie ist ausser Lebensgefahr muss aber nochmals operiert werden.

Die Polizei ermittelt zwar in alle Richtungen, betont aber dass der Täter töten wollte und die Tat mit äusserster Brutalität ausgeführt worden sei. Ein einfacher Raubüberfall scheint also eher unwahrscheinlich.

http://www.lefigaro.fr/actualite-france/2012/09/05/01016-20120905ARTFIG00589-haute-savoie-quatre-personnes-tuees-par-balles.php