USA hören alle ab: Obamas Kasperle-Theater für die Welt.

1. November 2013

Jetzt als auch der IWF und die Weltbank, überrascht? Nicht wirklich, vermutlich? Stellen wir uns einfach mal folgendes Szenario vor:

Welchen Raum, welchen Stellenwert nahmen Europa und die Wirtschaftskrise/n seit 2008 in unseren letzten fünf Merkeljahren in Deutschlands Politik ein? Es war viel Raum, er forderte viel zeitliche Kapazität unserer Politik und noch mehr deutsches Geld ein!

Jetzt stellen wir uns einfach vor, wir säßen anstatt vor dem abendlichen Fernseher, vor einem dieser hinten offenen Kasperletheater unserer Jugend. Je nachdem wo wir uns als Zuschauer geographisch befinden, werden durch die Regie das Drehbuch und die Rollen neu vergeben.

Wir sitzen also hier in Deutschland:
Das Stück, „unser Stück“ heisst Merkel, die heilige Johanna und Mutter Courage in Person*, rettet unseren Euro vor den finsteren, bösen, korrupten, unsoliden Südländern der EU-Südschiene. *(BB möge mir verzeihen!)

Merkel sieht aus und handelt wie das Kasperle. Man erkennt sie aber an der Frisur, der Fingerraute vor dem Bauch und ihrer Rastlosigkeit, einen festen Standpunkt einzunehmen. So stolpert sie, so hastet sie von Gefahr zu Gefahr und wir kommen nicht hinterher sie durch unsere besorgten Schreie vor der nächsten, drohenden, noch größeren Gefahr zu warnen.

Die Schurken heissen Griechenland, Italien, Spanien und Portugal. Dazu stolpert als unglücklich in den Kasper Verliebter Frankreich durch die Handlung, die in regelmäßigen Abständen durch den Quartals-Irren vom Dienst, von England aufgemischt wird. Er wird benutzt, die Gedanken des Regiseurs durch eine Spielfigur in die Handlung einzubringen.  Bedroht werden all die putzigen Figuren von den gefährlichen, abgrundbösen Krokodilen Inflation, Währungsreform, Russland, China und dem Islam. Die Krokodile sieht man meistens nicht, weiss also nicht einmal ob sie eine reale Gefahr bedeuten, redet aber die ganze Zeit aufgeregt über sie.

In Südeuropa wird das Stück von seinem US-Regiseur etwas anders aufgeführt. Die Krokodile heissen Angela, Merkel, Kanzlerin und Deutschland. Inflation und Währungsreform sind dort nahezu unbekannt, hingegen gibt es zusätzlich ein Roma- und ein Asylanten-Krokodil.

Für den US-Regiseur ist das recht bequem. Er kann mit diesen minimalen Änderungen Tag für Tag das gleiche Stück spielen lassen. Er braucht dazu nicht einmal Handpuppen, denn er kann ihre Gedanken (mit-)lesen, Dank der NSA. Diese Letztere ist nicht Teil des Stücks, nirgendwo, aber eigentlich das größte und gefährlichste Krokodil, denn diese böse Echse kann nicht nur die Gedanken der Schauspielpuppen lesen, sondern auch die der Zuschauer, unsere Gedanken also…

Er kann problemlos unser Geld fließen lassen, denn er kann es für Spenden, für Freikäufe, gute Taten wie Bankenrettungen aktivieren und er weiss dabei praktischerweise stets, wieviel wir davon noch in der Tasche haben, das er uns also noch abjagen könnte.

Jeder somalische Pirat, als ehemaliger Fischer, würde sofort erkennen, dieser Regiseur ist auch nur ein Geld-Abfischer, er stellt sich nur klüger an…


Bald zahlen wir für die PIGS!

11. Februar 2010

Mit flächendeckenden Lohn- und Gehaltssenkungen wollte die deutsche Wirtschaft ihre Wettbewerbsfähigkeit gewährleisten und den Status des Exportweltmeisters zementieren. Die Zeche zahlten die Arbeitnehmer und auch der Staat durch geringere Steuereinnahmen. Jetzt hat man es geschafft, die ersten EU-Staaten in die Knie zu zwingen:
Griechenland ist praktisch pleite. Portugal, Italien und Spanien sind auf dem Weg dahin. Diese Länder werden in Fachkreisen zynisch und absichtsvoll PIGS genannt, was auf Englisch Schweine heisst…
Auch Österreich wird teilweise schon dazu gezählt!

Die ganze Südschiene der EU krankt an uralten Krankheiten, die durch den Euro und die deutsche Exportoffenive noch verstärkt wurden. Schon bei der Erfüllung der Aufnahmekriterien für die Gemeinschaftswährung wurden die Bilanzen und Statistiken aus politischen Gründen wohlwollend geschönt. Als sie den Euro erst einmal hatten, konnte der alte Schlendrian munter noch ein paar Jahre weitergehen. Nur mit dem entscheidenden Nachteil, dass diesen klassischen Abwertungsländern nun auf einmal dieser Weg verschlossen war.

Diese unterschiedliche Wirtschaftspolitik und die unterschiedlichen Voraussetzungen der Teilnahmeländer sind die angeborenen Schwächen des Euro. Dazu kommen ärgerliche und unverständliche Außeneinflüsse: Dubiose Ratingagenturen, die in alle Skandale und Krisen der letzten Jahre verwickelt waren, bewerten von außen die Bonität der Euro-Länder und diese lassen sich das gefallen! Dies gibt faktisch den USA die Möglichkeit die Wirtschaft der EU-Länder von außen zu beeinflussen. Die USA selbst werden selbstverständlich von diesen Ratingagenturen trotz ihrer Verschuldung, ihrer Wirtschaftsschwäche und dem hemmungslosen Einsatz der Notenpresse, stets mit den höchsten Bewertungen eingestuft. Jetzt sind Banker und Spekulanten längst dabei gegen den Euro zu wetten. Das Zockerspiel der enthemmten Gierlappen zwingt den Wechselkurs des Euro zum Dollar auf die abschüssige Bahn.

Wir, die deutschen Steuerzahler, werden nicht nur die PIGS retten müssen, sondern auch die höhere Inflation des Euro schlucken müssen. Unsere Unternehmen, die uns dies ganz wesentlich mit eingebrockt haben, müssen dagegen steuerlich entlastet werden, um wettbewerbsfähig… aber das kennen wir ja schon!

PS: Unsere Löhne dürfen natürlich bei solch schwierigen Rahmenbedingungen auf keinen Fall steigen!
Soviel zum Thema Binnenkonjunktur…


Stirbt der Euro an seinem Geburtsfehler?

4. Februar 2010

Die monetäre Stabilität der Südschiene der EU krankt. Griechenland hat es nun als erstes Land erwischt. Die Griechen wurden unter Kuratel der EU gestellt!

Aber auch in Italien, Spanien und Portugal sieht es nicht viel besser aus. Der Geburtsfehler des Euro war es, dass die Wirtschaften der Beitrittsländer nur auf dem Papier im Gleichtakt waren und nicht realiter! Auch die Steuerung der Europäischen Zentralbank funktioniert nur zum Teil. Diese klassischen Abwertungsländer wurden mit viel Taschenspielertricks und Schönrechnerei dazu gebracht, die Aufnahmekriterien für die gemeinsame Währungsunion, das Luftschloss der Herren Mitterand und Kohl, offiziell zu erfüllen. Dann kriegten sie den Euro und glaubten sich im Paradies: Eine harte Währung und jeden Menge Konsumwünsche!

Das ging eine Weile scheinbar ganz gut, aber irgendwann erkannten diese Länder, dass ihre Wirtschaftsleistung, speziell die Produktivität, weit hinter derjenigen der Mitteleuropäer, besonders der Deutschen zurück geblieben war. Die Deutschen lieferten was das Zeug hielt und steigerten ihre Exporte in die EU-Märkte ganz erheblich. Trotz zunächst noch höherer Löhne erzielten sie Dank ihrer höheren Produktivität geringere Stückkosten. Der früher übliche Ausweg, die Abwertung, blieb den Südeuropäern verwehrt. Sie mussten ihre Währungen in einem engen Zielkorridor bewegen. Dazu wurde konsequent auf Pump gelebt und die Schattenwirtschaft spielte dort sei jeher eine wichtige Rolle. Dazu kam, dass die deutsche Wirtschaft in den letzten zehn Jahren gewaltig auf die Löhne drückte. Dies sollte Arbeitsplätze in Deutschland sichern, verschlechterte die Produktivität der Südeuropäischen Wirtschaften aber zusätzlich. Aus der Sicht der Zielländer der deutschen Exporte eine geradezu aggressive deutsche Wirtschaftspolitik.

Irgendwann lief die Wirtschaft dann aus der Spur und spätestens hier begann die „kreative Buchführung“. Die Dinge wurden „schön gerechnet“ und die EU drückte aus politischen Gründen beide Augen zu. Man konnte nicht genug kriegen an Wachstum und Ausdehnung und nahm Länder wie Rumänien und Bulgarien in die EU auf. Die Ukraine lauerte dahinter und irgendwo ganz weit hinten, soll auf Druck der USA auch die dort schon eine ganze Generation lang wartende Türkei in die EU aufgenommen werden. Mit einigem zeitlichen Versatz bedeutet das in den meisten Fällen auch Aufnahme in die Währungsunion, die Neulinge sollten dann auch baldmöglichst den Euro bekommen.

Es gibt in einer solchen Situation nur wenig Lösungswege. Am einfachsten scheint es, die betroffenen Länder würden die gemeinsame Währung verlassen und zu ihren alten Währungen zurückkehren. Sie könnten abwerten und damit den deutschen Exportdruck abmildern. Das würde ihre Heimatmärkte zuverlässig schützen. Das dumme ist, ein Austritt aus der Währungsunion ist genauso wie ein Austritt aus der EU in dem gewaltigen Vertragswerk nicht einmal vorgesehen! Was nicht sein kann, das darf eben auch nicht sein!

So müssen sie also „drin bleiben“! In diesem Fall gibt es zwei Möglichkeiten: Die EU, sprich Deutschland kommt für die Verschuldung der Südschiene auf. Das würde den Euro schwächen, ihn weich machen und natürlich inflationsbedingt die Vermögen der Deutschen, ob Wirtschaft oder Privat, einschmelzen lassen! Es würde auch den Druck vom US-Dollar nehmen und die US-Wirtschaft schützen. Dann, spätestens dann würde der deutsche Michel, dem man sehr lange etwas erzählen kann, aufwachen und vermutlich recht ungemütlich werden?

Was bleibt also als Lösung: Man stellt Länder wie Griechenland unter Kuratel und verordnet ihnen einen harten Crash-Kurs in Haushalts-Sanierung! Schließlich sollen die Versäumnisse des letzten Jahrzehnts korrigiert werden. Das wird empfindliche soziale Einschnitte mit sich bringen und die Griechen haben sofort gemeldet, dass dies für sie überhaupt nicht in Frage käme!

Der Charme dieser Lösung bestünde aber zweifellos darin, dass die Vorgaben und die Erfolgsmessung durch die EU erfolgen würden und Brüssel könnte hier wieder „politisch“ agieren. Man könnte den Deutschen nur ein bisschen Inflation unterjubeln und den Griechen kreativ unter die Arme greifen. Nebenbei wären sie entmündigt und der erste EU-Staat, der zentral aus Brüssel zwangsverwaltet würde. Ein wichtiger erster Schritt auf dem Weg zu einem Europäischen Zentralstaat, einem undemokratischen Moloch, den kein Volk in der EU so wollte, zu dem aber auch viele gar nicht erst gefragt wurden. Dass die Deutschen zu den Fragen EU und Euro nicht gefragt wurden, das brauche ich hier gar nicht erst erwähnen, das ist Allgemeinwissen.

So geht die EU auf ungewisse Zeiten mit starken sozialen und wirtschaftlichen Verwerfungen und Ungleichgewichten zu. Da Brüssel außer Zentralismus keine Lösungen anbietet und die nationalen und lokalen Politiker naturgemäß opportunistisch agieren, sind auch Konflikte denkbar, die regional oder national in bewaffnete Konflikte führen könnten. Dann hätten wir den Ersten Europäischen Bürgerkrieg, der in bewährter Manier von außen unterstützt und am kochen gehalten werden würde. Deja vu?

PS: Angela Merkel sicherte Kroatien (dem alten faschistischen Waffenbruder des Deutschen Reiches) Deutschlands volle Unterstützung zum Beitritt in die EU zu. Er wird wohl noch in diesem Jahr erfolgen. Ein weiteres, weiches, kreatives Südschienen-Land!