Attentate von Toulouse und Montauban: Sarkozy und Geheimdienstchef von Opfer-Vater angezeigt!

10. Mai 2012

Neues im Fall des Attentäters von Montauban und Toulouse, Mohamed Merah!
Eine bekannte Pariser Anwältin, Me Isabelle Coutant-Peyre, wird der im Auftrag der algerischen Familie Merahs agierenden algerischen Anwältin, Me Zahia Mokhtari, assistieren. Diese wird in Paris die Akten der Belagerung und Erstürmung der Wohnung Merahs untersuchen, mit dem Ziel Anzeige, gegen das beteiligte RAID-Kommando zu erstatten. Sie wird dieses Wochenende in Paris erwartet.

Mokhtari will Beweise für die Liquidierung Merahs durch die RAID-Kommandos haben. Es gäbe zwei identische Videos von zwanzig Minuten Dauer, gefilmt vermutlich von Merah selbst, die seine beabsichtigte Liquidierung bewiesen! (Wie kamen diese Videos aus der Wohnung und nach Algerien?)

Sie habe noch keine genauen Details gesehen, aber es sei doch im höchsten Maße obskur, dass es hochqualifizierten Spezialisten mit all ihrer Hightec-Ausrüstung nicht möglich gewesen sei, einen einzelnen Mann während einer 32-stündigen Belagerung lebend festzunehmen, wenn sie das wollten?

Das wird aber vermutlich nicht das einzige Verfahren in dieser Angelegenheit werden, denn die Eltern eines der von Merah getöteten Fallschirmjägers haben Anzeige gegen den (Noch-)Präsidenten Nicolas Sarkozy und den Leiter des Geheimdienstes Bernard Squarcini erstattet. Sie werfen ihnen, vor die Taten nicht verhindert zu haben, trotz all des vorhandenen Wissens über den Informanten des Geheimdienstes Mohamed Merah….

Vermutlich ist in dieser Sache noch lange nicht das letzte Wort gesprochen?

http://www.leparisien.fr/faits-divers/affaire-merah-me-coutant-peyre-confirme-une-plainte-contre-le-raid-09-05-2012-1992240.php#reactions-article


Wessen Mann war, wem diente Mohamed Merah wozu?

28. März 2012

Yves Bonnet, in den 80er Jahren Ex-Direktor der französischen Gegenspionage DST, die heute in der DCRI aufgegangen ist, schrieb gestern in der  La Dépêche du Midi, dass Mohamed Mehra in der DCRI einen festen Ansprechpartner gehabt hätte. Er hätte nicht als Islamist, sondern eher als Informant, als Spitzel gegolten.

Merah habe sich bei einem Treffen mit zwei Agenten der DCRI im November 2011, die sich für seine Reisen nach Afghanistan und dem Mittleren Osten interessierten, extrem kooperativ verhalten. Das sagt der amtierende Chef der DCRI, Bernard Squarcini in der LE MONDE.
Er habe sogar aus Pakistan angerufen, gesagt dass er nicht im Lande sei und einen neuen Termin vereinbart.

Identifiziert und von der RAID in seiner Wohnung umstellt, habe Merah darum gebeten, mit dem regionalen Vertreter der DCRI für Toulouse, einer Frau mit arabischen Wurzeln, sprechen zu dürfen, zu der er – laut Squarcini – eine Vertrauensbeziehung unterhielt!

Der simple Umstand, dass ein Ex-Sträfling ohne finanzielle Mittel sich touristische Reisen nach Afghanistan, Pakistan, Ägypten, die Türkei, Syrien und Israel (mit bekanntlich sehr strengen Einreisekontrollen!) erlauben konnte, ohne den geringsten Verdacht zu erregen, wirft Fragen auf!

Die italienische Zeitung IL FOGLIO versicherte, Merah sei unter dem Schutz der französischen Auslandsspionage DGSE nach Israel gereist, was seine problemlose Einreise und die kryptische israelische Antwort darauf erklären würde.

Squarcini streitet alles ab: „Merah war kein Vertrauter des DCRI und keines anderen französischen oder ausländischen* Dienstes!“ Im NOUVEL OBSERVATEUR sagt dazu der ehemalige französische Innenminister Daniel Vaillant lakonisch: „Wenn es anders wäre, würde der DCRI es niemals zugeben. Merah kann es nicht mehr bestätigen. Aber es ist eine plausible Hypothese!

Man könnte nun zwar argumentieren, dass da alte Männer ihren Namen nochmals in der Zeitung lesen wollen, aber die Kompetenz und der Sachverstand ist diesen ehemaligen Fachleuten wohl kaum abzusprechen?

Zum Thema Mohamed Merah, seiner illustren Vergangenheit, seinem Timing passend zum Wahlkampf und seinen erstaunlichen Killerqualitäten dürfte das letzte Wort noch nicht gesprochen sein…

http://www.lavanguardia.com/internacional/20120328/54278201499/exjefe-contraespionaje-frances-merah-confidente.html

*(Wie kann Squarcini ausländische Dienste explizit ausschließen, eine Freud’sche Fehlleistung?