Gesetzesentwurf: Spanische Pässe für sephardische Juden!

16. Februar 2014

Die Vertreibung der spanischen Juden, der Sepharden aus Spanien im Jahr 1492 war ein historisches Verbrechen. Heute sind ihre Nachkommen, es ist von 3,5 Millionen die Rede, in der ganzen Welt verteilt, davon alleine 500.000 in Israel.

Ihnen soll künftig der Zugang zur spanischen Staatsangehörigkeit erleichtert werden in einem späten, symbolischen Akt der Wiedergutmachung.

Heute leben wohl die meisten Juden außerhalb Israels in den USA? Spanien könnte da in Zukunft wieder aufholen. Das Interesse an den spanischen Pässen soll groß sein, so wird berichtet.

Was der Staat Israel davon hält, dass da eventuell Spanien seine Doktrin von der alleinigen Heimstatt der Juden unterlaufen und konterkarieren könnte, das ist nicht bekannt und wie Eingangs schon erwähnt, es ist ja bisher nur ein Gesetzesentwurf des spanischen Justizministers Alberto Ruiz Gallardón.


Ende einer Franco-Spanischen Lebenslüge!

20. Juni 2010

Die Tageszeitung EL PAÍS veröffentlichte am 20.06.2010 in ihrer Sonntagsbeilage eine Reportage von Jorge M. Reverte, die mit einer der Lebenslügen des Francismus aufräumt, sie zumindest in Frage stellt.

Der Autor Jacobo Israel Garzón hat durch Recherche in Archiven herausgefunden, dass die Falangisten über die Zivilgouverneure der spanischen Provinzen detaillierte Listen der Sephardischen Juden Spaniens erarbeiten liessen, die neben Namen und Anschrift auch den Familienstand, ihre wirtschaftliche und politische Lage, kommerzielle Aktivitäten, ihren Gefährlichkeitsgrad (!) und ihr Strafregister beinhalteten.

Dies geschah mit Schreiben vom 13.05.1941 auf schriftliche Anweisung an die Zivilgouverneure, sozusagen als letzte Amtshandlung von José Finat Escrivá de Romaní, Conde de Mayalde der wenig später als Botschafter Spaniens nach Berlin wechselte. Die Ausführung erfolgte durch ein mehrere tausend Personen umfassendes Spitzelnetzwerk der Falangisten, das sich über das ganze Land flächendeckend ausbreitete. Die etwa sechstausend Personen umfassende Liste wollte er seinem Freund Himmler zum Amtsantritt als Morgengabe übergeben zu einem Zeitpunkt, wo in Spanien über einen Kriegseintritt an der Seite Deutschlands diskutiert wurde. Zu diesem Kriegseintritt Spaniens kam es aus verschiedenen Gründen dann nicht, aber die Liste der sechstausend sephardischer Juden in Spanien gelangte zumindest als Zahl in die grauenhafte Buchhaltung der Wannsee-Konferenz Heydrichs!

Nach dem Krieg brüstete sich Francos Spanien mit der Rettung tausender Juden vor der Vernichtung durch die Nazis und das war auch nicht falsch. Zahllose jüdische Flüchtlinge wurden in der Tat direkt nach Portugal durchgeleitet, von wo aus sie sich hauptsächlich nach Amerika retten konnten. Zahllose andere wurden in einem Internierungslager in Miranda del Ebro fixiert und harrten dort einem ungewissen Schicksal.
Schließlich genossen ihre Häscher von SD und Gestapo in Franco-Spanien diplomatischen Status und konnten sich im Land frei bewegen!

Die Francisten legten bei ihrer Liste, die eigentlich mehr eine ausgewachsene Datenbank war, besonderen Schwerpunkt auf die Sephardischen Juden, wegen ihres hohen Grades an Integration, die es ihnen schließlich ermöglichen würden unerkannt im spanischen Volk unterzutauchen und weil Juden und Freimaurer zu den Hauptfeinden des Franco-Staates gehörten! Man müsse den neuen Staat vor diesen gefährlichen Individuen schützen.

Dieser Vorgang zeigt auch einen Wandel in der Betrachtung des Status der Juden innerhalb des katholischen Staates Spanien. Galt zunächst der Terminus Jude nur für die Religion einer Person, die durch Taufe und Annahme des Katholischen Glaubens ihren Status also ändern konnte, so setzte sich schließlich zunehmend die Auffassung der Nazis durch, dass die Juden eine den Einheimischen fremde Rasse seien.