Spinnen die Gallier? Asterix, Obelix und Troubadix sind weg, Hollandix tobt!

16. Dezember 2012

Reiche, zumindest sehr wohlhabende Gallier, fliehen vor der aus Lutetia angekündigten höheren Besteuerung aus dem Land. So mancher reiche Gallier schleppte sich und sein Geld mit letzter Kraft¹ bei Insulis Flandorum ein paar Meter über die Grenze nach Gallia Belgica, wo kleine Jungen in Bruxellae in Brunnen pissen.

„Asterix“, Christian Clavier², hat sich gar entschlossen zu Ende 2013 nach Londinium in Britannia zu ziehen, wegen seiner künstlerischen Arbeit und der Diskrimination  seiner Freundschaft zum alten Chef-Gallier Sarkozix. (Nein, nicht wegen der Steuern! Das ist gewiss ein netter Nebeneffekt, nicht mehr…) „Idefix“ wird dann vermutlich eingeschläfert, denn in Britannia herrscht strenge Quarantaenum wegen Rabies.

Mehr Aufmerksamkeit, weil einfach unübersehbarer, erregte zweifellos die Absicht von „Obelix“, Gérard Depardieu³, künftig nicht mehr in Lutetia, sondern in dem kleinen Dorf Néchin, direkt hinter der Grenze von Gallia Belgica, trunken von Zaubertrank mit seinem Scooter Wildschweine zu jagen.

Sein luxuriöses 1.800m2 Stadtschloss, das „Hotel de Chambon“ in der Rue du Cherche-Midi (VIe), mitten in Saint-Germain-des-Prés, Lutetia gelegen steht zum Verkauf. Es soll und könnte um die 50 Millionen Euros bringen. Soviel legt irgend ein Chef einer Drittwelt-Diktatur immer gerne auf den Tisch des Hauses. So sind halt die Preise in Lutetia!

Auch „Obelix“ flieht Gallien nicht etwa wegen der Steuern, weit gefehlt! Auch er geht aus Treue zu seinem alten Chef Sarkosix und wegen gewisser Scooter-Probleme in Lutetia unter dem Einfluss von Zaubertrank.

Der neue Chef der Gallier, Hollandix, hat seinem kleinen nördlichen Nachbarn Belgica bereits Verhandlungen über gerechte Besteuerung angekündigt. Im Fall von Britannia hat er dies nicht gewagt, weil dessen Chef Cameron schon einen Rabies-Anfall bekommt wenn er das Wort Steuern nur hört.

Schneller als die beiden tapferen Gallier war sogar „Troubadix“, Johnny Hallyday, der in einem ungefesselten Moment aus Gallien nach Helvetia flüchtete und von da aus in damals völlig unbekannte, Lärm-unempfindlichere Länder (USA) und Kontinente (Amerika, Karibik) vorstiess.

1)  http://www.leparisien.fr/actualite-people-medias/exil-fiscal-nkm-regrette-les-departs-d-asterix-et-obelix-11-12-2012-2399339.php 

2) http://www.leparisien.fr/laparisienne/actu-people/christian-clavier-se-delocalise-06-10-2012-2209795.php

3) http://www.leparisien.fr/loisirs-et-spectacles/gerard-depardieu-s-intalle-en-belgique-a-1-km-de-la-frontiere-09-12-2012-2392953.php

http://www.leparisien.fr/actualite-people-medias/en-images-visitez-l-hotel-particulier-de-gerard-depardieu-13-12-2012-2404227.php?pic=2#infoBulles1

http://www.leparisien.fr/politique/depardieu-en-belgique-hollande-veut-renegocier-les-conventions-fiscales-14-12-2012-2407239.php

Ergänzung:

Der französische Premierminister beleidigt Depardieu öffentlich im TV, ein Wadenbeisser der Sozialisten fordert im TV dazu auf, Depardieu die französische Staatsangehörigkeit abzuerkennen und der keilt mit einem Offenen Brief zurück und schickt seinen französischen Pass zurück!

http://www.leparisien.fr/actualite-people-medias/s-estimant-injurie-gerard-depardieu-rend-son-passeport-francais-16-12-2012-2410525.php#xtor=EREC-109—-2078198@1

http://www.leparisien.fr/actualite-people-medias/s-estimant-injurie-gerard-depardieu-rend-son-passeport-francais-16-12-2012-2410525.php


Frankreich: Sarkozy will nicht zum zweiten Mal verlieren!

6. Juni 2012

Aus dem Urlaub aus Marrokko kommend, wo er sich mit dem dortigen Königshaus schwimmend, joggend und lesend informierte und entspannte und sich so(?) wieder an das Leben als Normalfranzose gewöhnte, gab er erstmals Bewertungen über das Programm seines Nachfolgers ab, das er für viel zu teuer und undurchführbar halte!

Anscheinend telefoniert er aus alter Gewohnheit ständig mit seinen ehemaligen Ministern und Mitarbeitern herum und nervt diese damit die ersten Schritte des neuen Präsidenten zu kommentieren?

Trotzdem will er seiner Partei UMP für die anstehenden Parlamentswahlen nicht beispringen sondern ein „low profile“ beibehalten, wie der Normalfranzose zu sagen pflegt…

Sarkozy sieht er seine Ex-Kumpane auf der Verliererstraße, denn die Logik der Institutionen gebiete es, dass das Volk dem Präsidenten eine Mehrheit gebe.

http://elections.lefigaro.fr/flash-presidentielle/2012/06/02/97006-20120602FILWWW00364-sarkozy-rentre-ce-week-end-et-va-se-faire-discret.php


Attentate von Toulouse und Montauban: Sarkozy und Geheimdienstchef von Opfer-Vater angezeigt!

10. Mai 2012

Neues im Fall des Attentäters von Montauban und Toulouse, Mohamed Merah!
Eine bekannte Pariser Anwältin, Me Isabelle Coutant-Peyre, wird der im Auftrag der algerischen Familie Merahs agierenden algerischen Anwältin, Me Zahia Mokhtari, assistieren. Diese wird in Paris die Akten der Belagerung und Erstürmung der Wohnung Merahs untersuchen, mit dem Ziel Anzeige, gegen das beteiligte RAID-Kommando zu erstatten. Sie wird dieses Wochenende in Paris erwartet.

Mokhtari will Beweise für die Liquidierung Merahs durch die RAID-Kommandos haben. Es gäbe zwei identische Videos von zwanzig Minuten Dauer, gefilmt vermutlich von Merah selbst, die seine beabsichtigte Liquidierung bewiesen! (Wie kamen diese Videos aus der Wohnung und nach Algerien?)

Sie habe noch keine genauen Details gesehen, aber es sei doch im höchsten Maße obskur, dass es hochqualifizierten Spezialisten mit all ihrer Hightec-Ausrüstung nicht möglich gewesen sei, einen einzelnen Mann während einer 32-stündigen Belagerung lebend festzunehmen, wenn sie das wollten?

Das wird aber vermutlich nicht das einzige Verfahren in dieser Angelegenheit werden, denn die Eltern eines der von Merah getöteten Fallschirmjägers haben Anzeige gegen den (Noch-)Präsidenten Nicolas Sarkozy und den Leiter des Geheimdienstes Bernard Squarcini erstattet. Sie werfen ihnen, vor die Taten nicht verhindert zu haben, trotz all des vorhandenen Wissens über den Informanten des Geheimdienstes Mohamed Merah….

Vermutlich ist in dieser Sache noch lange nicht das letzte Wort gesprochen?

http://www.leparisien.fr/faits-divers/affaire-merah-me-coutant-peyre-confirme-une-plainte-contre-le-raid-09-05-2012-1992240.php#reactions-article


Hardcore: Über Zwei Millionen Wähler wollten weder Sarkozy noch Hollande!

7. Mai 2012

Zur Nachbetrachtung, Analyse und Einordnung des französischen Wahlergebnisses fand ich einen bemerkenswerten Text auf Slate.fr
Hollande hat klar, aber nicht erdrutschartig gewonnen. Es stehen sich zwei annähernd gleich große Blöcke des Linken- und des Mitte-Rechts-Lagers gegenüber.
Eine sehr bemerkenswerte Änderung hat trotzdem stattgefunden: Vom Ersten zum Zweiten Wahlgang hat sich die Zahl der Blanko- und Ungültig-Wähler von 701.190 auf 2.147.173, das sind 5,8% der Wahlberechtigten, mehr als verdreifacht!

„…Trois fois plus de votes blancs ou nuls au second tour
Ce sont les votes blancs et nuls qui attirent davantage l’attention, leur nombre ayant fait un bond impressionnant entre les deux tours: de 701.190 le 22 avril (1,92% du nombre des votants) à 2.147.173 le 6 mai (5,80%). En valeur absolue, la barre du million de votes blancs et nuls supplémentaires en quinze jours, qui avait été dépassée de justesse en 1969, 1995 et 2007, est explosée…

Die nach dem Ersten Wahlgang ausgeschiedenen Kandidaten Le Pen, Bayrou, Dupont-Aignan und Arthaud, die zusammen fast 30 Prozent der abgegebenen Stimmen repräsentieren , haben keine Wahlempfehlung abgegeben für ihre Anhänger. Entweder haben sie die Abgabe weisser Blanko-Blätter angekündigt oder „für sich persönlich“ die Wahl Hollandes angekündigt.

….On peut cependant supposer que le positionnement de Marine Le Pen, François Bayrou, Nicolas Dupont-Aignan et Nathalie Arthaud a joué un rôle important. Ces quatre candidats, qui représentaient près de 30% des voix au premier tour, avaient en effet décidé de ne pas donner de consignes de vote claires à leurs électeurs. Et le fait que le leader du Modem ait voté pour François Hollande à titre personnel n’y a rien changé. …

Diese Blanko-Wahlscheine werden ebenso wie die Ungültigen nicht mitgezählt. Täte man dies, dann sänken die Wahlergebnisse von Hollande von 51,62% auf 48,62% und bei Sarkozy von 48,62% auf 45,57%.

Das bedeutet, die Zunahme der Blanko- oder Ungültig-Wahlscheine um 1,4 Millionen Wähler in den zwei Wochen zwischen dem Ersten und dem Zweiten Wahlgang, drücken ein bewusstes Protestpotential Frankreichs aus, einen harten Kern, der weder Sarkozy noch Hollande zu wählen bereit war und der noch genauer zu analysieren wäre. Vermutlich wird man diese Protestwähler an den äußeren Flanken, ganz Links und Rechts, verorten können?

Si l’on rapporte les scores des deux finalistes au nombre de votants plutôt qu’à celui des suffrages exprimés (en prenant donc officiellement en compte les votes blancs ou nuls, ce qui n’est pas le cas aujourd’hui), François Hollande descendrait de 51,62% des voix à 48,62%, Nicolas Sarkozy à 45,57% et les blancs ou nuls à 5,80%. Par comparaison, en 2007, le candidat UMP conservait la majorité avec 50,80% du nombre de votants (53% des suffrages exprimés).

http://www.slate.fr/france/54615/votes-blancs-nuls-second-tour


Warum Sarkozy wirklich verlor: „Casse-toi, pauv’con!“

7. Mai 2012

a)“Hau doch ab, du Dummkopf!»
b)“Verzieh dich doch, du blödes Arschloch!“
c)“Verpiss dich bloß, armer Idiot!“
d)“Verschwinde doch, du Blödmann“

So redete Präsident Sarkozy in der Öffentlichkeit mit seinen Bürgern. Ein entsprechendes youtube-video von 2008 war hundertausende Mal angeklickt worden und ist inzwischen anscheinend nicht mehr online?

Die obigen Übersetzungsvorschläge der LA GAZETTE DE BERLIN zeigen klar, „wess’ Geistes Kind“ dieser Sarkozy war. Das waren keine Einzelfälle. Seine Kontrollverluste und Wutausbrüche zu und vor Bürgern und Mitarbeitern waren gefürchtet und berüchtigt. Dies war mit Sicherheit ein entscheidender emotionaler Hintergrund für seine Abwahl.

Andere Präsidenten vor ihm sind auch provoziert, angepöbelt, beschimpft worden und haben mit Geistesgegenwart, Witz und Intelligenz gekontert. Das war Sarkozy offenbar nicht gegeben?

(Zitat: LA GAZETTE DE BERLIN)
„…Immerhin hat sich der daueraktive Sarkozy in der Art seiner Antwort von seinen Amtsvorgängern erneut unterschieden. Als er nach dem Gottesdienst aus einer Kirche heraus kam wurde der ehemalige Elysée Bewohner draußen mit „connard“ (also Dummkopf, Blödmann oder Vollidiot) empfangen. Seine Antwort lautete „hocherfreut, ich bin Jacques Chirac“. Zu einem „Mitterrand, fous le camp“ (Mitterrand, hau ab), machte der Literat-Präsident die Randbemerkung: „zu einfache Reime“ (rime pauvre). De Gaulle, als jemand zu ihm geschrieen hatte „Nieder mit Arschlöchern“ (mort aux cons) hatte genickt und beurteilt „umfangreiches Programm“ (vaste programme)…“

Warum ich diesen Schnee von Gestern hier nochmals aufrühre? Weil Sarkozy mit seiner Abschiedsrede bis zum letzten Moment Geschichtsklitterung betrieb und (s)ein geschöntes Bild von sich hinterlassen wollte.

Er war aber eben genau nicht der präsidiale Versöhner, sondern der parteiische Spalter und dies haben ihm die Franzosen verübelt. Mit seinen eigenen, wie immer beschönigenden Worten, wenn es um ihn selbst geht: „Ich habe regiert wie ein Minister und nicht wie ein Präsident. Das war ein Fehler!“


Frankreich: Vorsprung von Hollande zu Sarkozy schrumpft auf 5 Prozent!

4. Mai 2012

Das war aber zu erwarten! Zwei Tage vor dem Wahlsonntag, dem 6. Mai 2012 liegt der Herausforderer mit 52,5 Prozent vor dem noch amtierenden Präsidenten mit 47,5 Prozent. Die Tage von Merkels zappeligem Assistenten im Elyssée-Palast sind gezählt…

Das Wahlergebnis dürfte sogar noch enger werden, ich schätze Hollande gewinnt mit etwas unter drei Prozent Vorsprung die Wahlen und wird neuer Präsident Frankreichs, während Sarkozy sein Bling-Bling-Leben in der Regenbogenpresse und den Teilen der dankbaren Wirtschaft fortsetzen wird, denen er in den letzten fünf Jahren außerordentlich beträchtliche Gewinne verschafft hat.

Unter normalen Bedingungen ist die Wahl also gelaufen, wenn nicht noch etwas Unvorhersehbares geschieht. Fünf Prozent in zwei Tagen sind nicht zu drehen…

Das fast dreistündige TV-Duell, übertragen von sieben TV-Sendern und gesehen von fast 18 Millionen Franzosen, hat für Sarkozy nicht den erhofften Erfolg gebracht. Dies zeigt folgende Analyse:

Als Sieger sahen von den Anhängern:

…………………Sarkozy……………….Hollande

Hollande…..   5%…………………. 78%
Sarkozy……. 70%…………………..  6%
Mélenchon..12%……………………68%
Bayrou……… 30%…………………..32%
Le Pen……… 45%…………………..23%

Das bedeutet, Hollande hat nicht nur die eigenen Anhänger besser überzeugt als Sarkozy, sondern auch bei allen anderen Parteien höhere Zustimmungsraten erzielt als dieser, außer bei den extremen Rechten der Front National der Marine Le Pen, von denen er aber immerhin noch 23% davon überzeugen konnte, der Bessere zu sein!

Dies könnte am Sonntag der Schlüssel zum Sieg sein, für François Hollande!


Ukraine-Skandal: JanukoWitz boykottiert Fußball-EM!

3. Mai 2012

Nach Angela Merkel, Nicolas Sarkozy, dem EU-Barolo hat nun auch die gesamte EU-Kommission ihre teuren Freikarten zurückgegeben. Der Schwarzmarkt tobt über den jähen Preisverfall!

Da drehte Präsident JanukoWitz den Spieß einfach um. Er ließ verlautbaren, er habe ebenfalls keine Lust mehr alleine auf der Promi-Tribüne herumzulümmeln und sagte kurzerhand die Beteiligung der Ukraine als Gastgeber ab! Jetzt rotiert die Fußball-Welt.

Deutschland bot sich an, die in der Ukraine geplanten Spiele der EM in Deutschland auszutragen. Diesem Vorschlag werden wenig Chancen eingeräumt wegen der Vorfälle von unzureichender Versorgung von Bandscheibengeplagten Milliardären in deutschen Gefängnissen…

Was nun, Michel Platini?


François Hollande: Fessenheim Adieu!

3. Mai 2012

Das hochbetagte AKW Fessenheim, das älteste Frankreichs, am Oberrhein, im Erdbebengebiet, unweit der deutschen Grenze nahe Freiburg und Basel gelegen, geht wohl endlich seinem Ende entgegen, jedenfalls falls am kommenden Sonntag François Hollande zum Französischen Präsidenten gewählt wird.

Ansonsten sollt bis 2025, also in den kommenden 13 Jahren, der Anteil der Atomenergie am französischen Strom von 75 auf 50 Prozent reduziert werden.

Das sind die Atom-Meiler in Frankreich:

Anzahl und Verteilung der Atomkraftwerke in Frankreich1


Beweise für die Bestechung Sarkozys durch Gaddhafi?

29. April 2012

Das kostenpflichtige französische Online-Portal Mediapart behauptet Beweise dafür zu haben, dass Sarkozys 2007er Wahlkampf mit 50 Millionen Euro Schwarzgeld von Gaddhafi finanziert worden sei.

Untergetauchte Altkader Gaddhafis hätten dies mit einem Dokument vom 10.12.2006 belegt! Der damalige libysche Geheimdienstchef Moussa Koussa habe darin den Kabinettschef Gaddhafis Bachir Saleh autorisiert, die Zahlung vorzunehmen.

Im Text wird auf vorbereitende Gespräche mit Brice Hortefeux Bezug genommen, damals Staatssekretär, enger Vertrauter Sarkozys und Direktor von Sarkozys Wahlkampagne 2007!

Auch ein französisch-libanesischer Geschäftsmann Namens Ziad Takieddine, der in Frankreich in Fälle der illegalen Parteienfinanzierung verwickelt ist, sei als Beteiligter erwähnt worden. In dem Dokument würde – unter Bezug auf ein vorangegangenes Treffen vom 06.10.2006 – die Höhe des Betrages und der Zahlungsmodus festgehalten.

Einer der Gaddhafi-Söhne hatte diesen Sachverhalt. der illegalen Parteien- und Wahlkampffinanzierung zu Gunsten Sarkozys durch Libyen, bereits während des Aggressionskrieges der NATO gegen das nordafrikanische Land öffentlich gemacht. Da er die Beweise schuldig blieb und Sarkozy den Vorwurf als grotesk abgetan hatte, versandete der Vorwurf buchstäblich in der Wüste und taucht jetzt, passend zum Wahlkampf-Endspurt in Frankreich, wie eine Fata Morgana wieder auf!

Nathalie Kosciusko-Morizet, die Sprecherin Sarkozys aktueller Wahlkampagne 2012, weist diese Meldung in einem verbalen Rundumschlag als falsche Anschuldigungen des Teams des Sozialisten Francois Hollande um die mediale Rückkehr von Dominique Strauss-Kahn* zu überlagern, mit einer interessanten Begründung zurück:

Es wäre nicht vorstellbar, eine auf 22 Millionen begrenzte Wahlkampagne mit 50 Millionen zu unterstützen! Diese Konten seien schließlich vom Verfassungsrat geprüft und von niemanden beanstandet worden.

Es ist aber doch genau das Wesen einer illegalen Finanzierung, dass sie ganz oder in Teilen zweckentfremdet werden kann, denn die Existenz dieses Geldes ist nur wenigen bekannt. Eine doppelte Buchführung in diesen Fällen wäre schließlich nicht zum ersten Mal passiert. Wenn Personen des nahen Umfeldes Sarkozys sich persönlich bereichert hätten, wären Sarkozys und sein Team trotzdem bestechlich und erpressbar gewesen. Die Frage ist, ob er dieses Risiko eingegangen wäre? Gaddhafi kann dazu nichts mehr sagen…

http://www.lavanguardia.com/internacional/20120428/54286898841/gadafi-pago-campana-sarkozy.html

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Wer bereit ist, dafür zu bezahlen findet den Mediapart-Artikel (wahlweise in Französisch oder Englisch) hier:

http://www.mediapart.fr/en/journal/international/280412/gaddafi-funding-sarkozy-election-campaign-proof

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* Dass in diesen entscheidenden Tagen vor der Wahl die Franzosen von Strauss-Kahn selbst daran erinnert werden, dass ER eigentlich der sichere Kandidat der Sozialisten gewesen sei, wenn man(?) ihm nicht diese „üble Falle“ mit dem blasenden Zimmermädchen in New York gestellt hätte, das kann Francois Hollande nicht Recht sein, denn er wird so vom eigenen Parteifeind zum „zufällig auserkorenen Verlegenheitskandidaten“ degradiert!


Was beschäftigte die Franzosen, die am 22. April gewählt haben?

24. April 2012

Am Montag, den 23. April wurden von CSA über das Internet 5.969 in die Wählerlisten eingetragene Franzosen befragt. Dabei wurde ein Wählerprofil erstellt der typischen Wähler der einzelnen Präsidentschaftskandidaten:

Sarkozy holte die größte Zustimmung unter den Alten und den Leistungsträgern wie, Unternehmern, Managern, Selbständigen und den Medienleuten.

Le Pen wurde überdurchschnittlich von Arbeitern, Angestellten und Bauern gewählt.

Mélenchon wurde  hauptsächlich von jungen Leuten gewählt.

Das ausgeglichenste Wählerpotential, quer durch alle gesellschaftlichen Gruppen hatte jedoch Francois Hollande, der Sieger des Ersten Wahlganges!

Was aber waren die Themen, die die Wähler beschäftigten? Können sie das Wahlergebnis erklären? Unterscheiden sich die Franzosen hier von den Deutschen?

  1. 45 %       Die Kaufkraft
  2. 38%        Die Arbeitsplätze
  3. 30%        Die Staatsverschuldung
  4. 29%        Die soziale Ungerechtigkeit
  5. 20%        Die Einwanderung
  6. 19%        Die Renten
  7. 17%        Die Innere Sicherheit
  8. 13%        Die Bildung und Forschung
  9. 12%        Die Zukunft des Euro(!)
  10. 10%        Das Gesundheitssystem
  11. 05%        Der Umweltschutz
  12. 02%        Die Kernenergie

An dieser Prioritätenliste der Franzosen kann man das Dilemma Sarkozys erkennen. Er wollte zunächst einen Wahlkampf um die Wirtschaftsthemen führen, konnte hier aber nur Blut, Schweiss und Tränen versprechen, sowie das Eingeständnis des Versagens nach fünf Jahren Präsidentschaft anbieten.

Der Killer von Toulouse und Montauban, Mohamed Merah, gab ihm die Chance auf die Einwanderung, Innere Sicherheit, Fremdenfeindlichkeit „umzuswitchen“.

Diese Themen rangierten aber weiter unten als erwartet. Er konnte hier nur bedingt punkten! Erstaunlich auch, dass die Zukunft des Euro die Franzosen erst an 9. Stelle interessierte! An den letzten beiden Stellen rangierten die „Grünen Themen“ Umweltschutz und Kernenergie, was sich ebenfalls im Wahlergebnis ausdrückte…

http://www.elmundo.es/elmundo/2012/04/24/internacional/1335226692.html