Frankreich: Schlichtungs-Affäre Tapie / Crédit Lyonnais, Ex-Kabinettschef von Ex-Wirtschaftsministerin Christine Lagarde festgenommen!

10. Juni 2013

Stéphane Richard, Vorsitzender des Vorstandes des Telekommunikationsunternehmens Orange, muss heute der Untersuchungskommission Rede und Antwort stehen zu seiner Rolle in diesem Schlichtungsverfahren, das die Staatskasse mit über 403 Millionen Euro belastete und in dem heute wegen bandenmäßigem Betrug ermittelt wird. Er wird besonders zur Rolle des Wirtschaftsministeriums (Bercy) und des Präsidentenstabes (Elysée) gefragt werden.

Mit Jean-François Rocchi, dem Ex-Präsidenten des staatlichen Nachfolgeunternehmens CDR, das die in Zahlungschwierigkeiten steckende Crédit Lyonnais damals abwickelte, ist ein weiteres Schwergewicht vorläufig festgenommen worden. Er wird zur Auswahl der Schlichter und des Schlichtungsgremiums gefragt werden.

Behauptet Richard heute es habe Seitens des Präsidentenstabes keinen Befehl, keine Instruktion und keinen „Speziellen“ Druck gegeben für das Schlichtungsverfahren, so hatte er früher gegenteiliges behauptet: Es habe ein Meeting mit Claude Guéant, Sarkozys Generalsekretär im Elysée, gegeben, bei dem unter anderem auch Rocci, CDR teilgenommen habe und sie klare Handlungsanweisungen erhalten hätten!

Alle Hinweise scheinen auf Sarkozy zu deuten, mit dem sich Tapie vor und nach der Präsidentenwahl über ein Dutzend Mal getroffen hat und dessen Wahlkampf er, der ehemalige Günstling des Sozialisten Mitterand, finanziell und öffentlich unterstützt hat. Sein Seitenwechsel sollte sich für ihn lohnen!
Sarkozy genießt für alle Handlungen als Präsident völlige Immunität. Er ist fein raus…

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https://almabu.wordpress.com/2013/05/28/frankreich-richter-in-u-haft-im-403-millionen-e-skandal-tapieadidascredit-lyonnaissarkozylagarde/

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https://almabu.wordpress.com/2013/05/23/christine-lagarde-sagt-in-paris-vor-gericht-aus/


Toulouse: Zwei Festnahmen im Fall des Motorroller-Mörders Mohamed Merah!

31. Januar 2013

Die Ermittlungen im Terrorfall des Mohamed Merah, der zwischen dem 11. und 19. März 2012 in den Städten Toulouse und Montauban insgesamt 7 Menschen, darunter drei Kinder kaltblütig erschossen hat, bevor er am 22. März praktisch vor den Augen des in der Stadt anwesenden Staatspräsidenten Sarkozy von einer gewaltigen Übermacht des Staates gestellt, belagert und schließlich erschossen wurde, verlaufen schleppend.

Dazu trägt sicher der Regierungswechsel von Sarkozy zu Hollande ebenso bei, wie der Versuch der Behörden die unrühmliche Rolle des französischen Inlandsgeheimdienstes DCRI, der Zentraldirektion für Innere Sicherheit, zu verschleiern.

Die Angehörigen der Opfer, die kürzlich vom neuen Innenminister Manuel Valls empfangen wurden, beschwerten sich über zahlreiche Fälle von Verschleppung und forderten erneut die volle Aktenfreigabe, die Valls erneut aus Sicherheitsgründen verweigerte.

Statt dessen gab es zwei erneute Festnahmen in Toulouse. Zwei junge Männer von 28 und 30 Jahren, einer davon ein Jugendfreund der Merah Brüder Mohamed und Abdelkader, werden verdächtigt Informationen zu den Anschlägen besessen zu haben, oder gar zur Ausführung geholfen zu haben. Sie stammen aus dem Wohnviertel der Brüder und sollen zu derem ständigen sozialen Netzwerk gehört haben. Diese Männer waren aber schon länger der Polizei bekannt und es ist nicht klar warum sie gerade jetzt festgenommen worden sind, ausser vielleicht den Grund, den Opferangehörigen und der Öffentlichkeit Aktivitäten zu demonstrieren.

Ausserdem verwarf Minister Valls die These vom „einsamen Wolf“ Merah und wies auf die Unterschiede zum Fall des Norwegers Anders Breivik hin. Merahs Taten hätten der sorgfältigen, minutiösen Planung, der Hilfe bei der Vorbereitung und womöglich auch bei der Tatausführung bedurft.

Bereits am 4. Dezember 2012 war der 38-jährige Charles Mencorelli, ein zum Islam konvertierter Sinti oder Roma, für vier Tage festgenommen worden. Diese 96 Stunden sind in Terrorismusfällen die längste legale Frist der Verwahrung durch die Polizei, bevor der Verdächtige einem Haftrichter vorgeführt werden muss. Dieser ließ den Sinti damals umgehend wieder frei.

Mit den beiden jetzt Festgenommenen wird es wohl ähnlich kommen, denn beide werden bereits seit längerem von der Polizei beobachtet und neue Erkenntnisse sind nicht bekannt.

Zu Mohamed Merah selbst gibt es auch ein neues Detail: Sein „eigentlich echter“ Pass, mit dem er nach Pakistan gereist war, war auf rafinierte Art gefälscht, manipuliert worden. Lediglich durch die Fälschung des Geburtsmonates  von Oktober zu Februar, verwandelte sich der Polizeibekannte Islamist in einen gleichnamigen und gleichaltrigen, wegen relativ harmlosen Prügeleien ebenfalls polizeibekannten aufstrebenden französischen Amateurboxer!

Da es diesen Mann wirklich gibt und er im Sinne der Geheimdienste harmlos ist, eine ebenso simple wie perfekte Tarnung! Da stellt sich natürlich automatisch die Frage, wer Mohamed Merah hier „beim Fälschen zur Hand ging“?


Libyen befreit, Gaddafi ermordet, Sarkozy Geschichte, Schwamm drüber?

3. Januar 2013

Wir erinnern uns: Der kleine Franzose stürmte und drängte in erster Reihe als es gegen Gaddafi ging. Er war mit Sicherheit eine der treibenden Kräfte bei diesem Angriffskrieg der NATO. Hatte er persönliche Gründe für sein Handeln? Hatte er dem Lybier nicht erst vor Kurzem einen prächtigen, rauschenden Empfang in Paris bereitet? Woher der Gesinnungswandel? War Sarkozy gar erpressbar?

Viele hatten zunächst geglaubt, dass der kleine Präsidialhektiker als starker Mann und erfolgreicher Kriegsherr vor den Wahlen in Frankreich aus einem Mariannen-Graben-tiefen-Umfragetief herauskommen wollte. Das war bestimmt auch so, aber womöglich nicht sein einziger Grund?

Was könnten solche Gründe gewesen sein? Um Sarkozy ranken sich Gerüchte und Erzählungen um sein Bemühen um das und seine Nähe zum „Grossen Geld“. Vor kurzem erst endete eine jahrelange Untersuchung die ihm nachweisen sollte, als Jungpolitiker von der reichsten Französin bei Bettel-Haus-Besuchen Bargeld-Spenden im Briefumschlag angenommen zu haben. Die Ermittlung endete mit dem kabarettreifen Beschluss, es habe sich um eine Namensverwechslung gehandelt, in seinem Terminkalender, welche die Ermittler leider auf eine falsche Fährte gebracht habe, et voila!

Zurück zu Lybien: Einer der Gaddafi-Söhne hatte noch während der laufenden Auseinandersetzung vor Kameras behauptet, sein Vater habe den ersten Präsidentschaftswahlkampf des Franzosen finanziert mit illegalem Geld in Millionenhöhe. Sarkozy tobte. Der Gaddafi-Sohn blieb den Beweis schuldig und die peinliche Sache „Frankreich, die große Nation, käuflich wie eine Hure für einen Kameltreiber und Zeltbewohner aus der nordafrikanischen Wüste“ wurde still „ad acta“ gelegt.

Kurz vor Weihnachten 2012 wurden einem französischen Richter offenbar Dokumente vorgelegt, die beweisen sollen, dass Sarkozy sehr wohl seinen Wahlkampf von Gaddafi mit über 50 Millionen Euro finanzieren liess!

Ziad Takieddine, ein französischer Geschäftsmann mit libanesischen Wurzeln, der seit über zwanzig Jahren sein Geld mit der Anbahnung von legalen und illegalen Geschäften zwischen Frankreich und dem Nahen Osten macht, steht selbst im Zentrum von Ermittlungen der französischen Justiz.

Dieser Ziad Takieddine sagte nun dem Richter, er verfüge über schriftliche Beweise, dass Sarkozys Wahlkampf 2006-7 weitgehend von Gaddafis Tripolis finanziert worden sei und dass diese Zahlungen auch nach dem Wahlsieg weiter gegangen seien!

Das Sarkozy-Lager zeigte sich sofort empört und entrüstet! Der Ex-Präsident selbst hatte ähnliche Vorwürfe einer investigativen Website „Mediapart“ im vorigen Jahr zwar als grotesk bezeichnet, aber nichts in der Sache gegen „Mediapart“ unternommen.

Takieddine räumt ganz offen ein, dass er die Beweise gegen Sarkozy als Verhandlungsmasse für einen Deal mit der französischen Justiz auf den Tisch gebracht habe. Ihm werden unter anderem Bestechung und Bestechlichkeit bei Rüstungsgeschäften vorgeworfen, über einen Zeitraum von zwanzig Jahren hinweg.

So offensichtlich seine Beweggründe sein mögen, er hat offenbar konkrete, belegbare Beweise gegen Sarkozy in der Hand. Am 19. Dezember bot er dem gegen ihm ermittelnden Richter Renaud van Ruymbeke schriftliche Beweise an. Zur Vorbereitung der „Wahlkampfspende“ habe es eine Reihe von Treffen  zwischen Monsieur Gueant, Sarkozys Stabschef und Gaddafis Privatsekretär Bashir Saleh gegeben. Schriftliche Aufzeichnungen darüber  seien dem früheren lybischen Premierminister Al Baghdadi al-Mahmoudhi ausgehändigt worden. Diesem war nach dem Fall Gaddafis „inoffizielles Asyl“ in Frankreich angeboten worden. Nach der Abwahl Sarkozys habe er Frankreich in Richtung Tunesien verlassen, das ihn vor kurzem nach Lybien auslieferte. Holt die Geschichte etwa am Ende Sarkozy ein? Lebt Takieddine gefährlich? Lässt La France seinen Ruf beschmutzen? Wir werden sehen…

http://www.independent.co.uk/news/world/europe/nicolas-sarkozy-did-take-50-million-of-muammar-gaddafis-cash-french-judge-is-told-8435872.html


Spinnen die Gallier? Asterix, Obelix und Troubadix sind weg, Hollandix tobt!

16. Dezember 2012

Reiche, zumindest sehr wohlhabende Gallier, fliehen vor der aus Lutetia angekündigten höheren Besteuerung aus dem Land. So mancher reiche Gallier schleppte sich und sein Geld mit letzter Kraft¹ bei Insulis Flandorum ein paar Meter über die Grenze nach Gallia Belgica, wo kleine Jungen in Bruxellae in Brunnen pissen.

„Asterix“, Christian Clavier², hat sich gar entschlossen zu Ende 2013 nach Londinium in Britannia zu ziehen, wegen seiner künstlerischen Arbeit und der Diskrimination  seiner Freundschaft zum alten Chef-Gallier Sarkozix. (Nein, nicht wegen der Steuern! Das ist gewiss ein netter Nebeneffekt, nicht mehr…) „Idefix“ wird dann vermutlich eingeschläfert, denn in Britannia herrscht strenge Quarantaenum wegen Rabies.

Mehr Aufmerksamkeit, weil einfach unübersehbarer, erregte zweifellos die Absicht von „Obelix“, Gérard Depardieu³, künftig nicht mehr in Lutetia, sondern in dem kleinen Dorf Néchin, direkt hinter der Grenze von Gallia Belgica, trunken von Zaubertrank mit seinem Scooter Wildschweine zu jagen.

Sein luxuriöses 1.800m2 Stadtschloss, das „Hotel de Chambon“ in der Rue du Cherche-Midi (VIe), mitten in Saint-Germain-des-Prés, Lutetia gelegen steht zum Verkauf. Es soll und könnte um die 50 Millionen Euros bringen. Soviel legt irgend ein Chef einer Drittwelt-Diktatur immer gerne auf den Tisch des Hauses. So sind halt die Preise in Lutetia!

Auch „Obelix“ flieht Gallien nicht etwa wegen der Steuern, weit gefehlt! Auch er geht aus Treue zu seinem alten Chef Sarkosix und wegen gewisser Scooter-Probleme in Lutetia unter dem Einfluss von Zaubertrank.

Der neue Chef der Gallier, Hollandix, hat seinem kleinen nördlichen Nachbarn Belgica bereits Verhandlungen über gerechte Besteuerung angekündigt. Im Fall von Britannia hat er dies nicht gewagt, weil dessen Chef Cameron schon einen Rabies-Anfall bekommt wenn er das Wort Steuern nur hört.

Schneller als die beiden tapferen Gallier war sogar „Troubadix“, Johnny Hallyday, der in einem ungefesselten Moment aus Gallien nach Helvetia flüchtete und von da aus in damals völlig unbekannte, Lärm-unempfindlichere Länder (USA) und Kontinente (Amerika, Karibik) vorstiess.

1)  http://www.leparisien.fr/actualite-people-medias/exil-fiscal-nkm-regrette-les-departs-d-asterix-et-obelix-11-12-2012-2399339.php 

2) http://www.leparisien.fr/laparisienne/actu-people/christian-clavier-se-delocalise-06-10-2012-2209795.php

3) http://www.leparisien.fr/loisirs-et-spectacles/gerard-depardieu-s-intalle-en-belgique-a-1-km-de-la-frontiere-09-12-2012-2392953.php

http://www.leparisien.fr/actualite-people-medias/en-images-visitez-l-hotel-particulier-de-gerard-depardieu-13-12-2012-2404227.php?pic=2#infoBulles1

http://www.leparisien.fr/politique/depardieu-en-belgique-hollande-veut-renegocier-les-conventions-fiscales-14-12-2012-2407239.php

Ergänzung:

Der französische Premierminister beleidigt Depardieu öffentlich im TV, ein Wadenbeisser der Sozialisten fordert im TV dazu auf, Depardieu die französische Staatsangehörigkeit abzuerkennen und der keilt mit einem Offenen Brief zurück und schickt seinen französischen Pass zurück!

http://www.leparisien.fr/actualite-people-medias/s-estimant-injurie-gerard-depardieu-rend-son-passeport-francais-16-12-2012-2410525.php#xtor=EREC-109—-2078198@1

http://www.leparisien.fr/actualite-people-medias/s-estimant-injurie-gerard-depardieu-rend-son-passeport-francais-16-12-2012-2410525.php


Frankreich: Sarkozy will nicht zum zweiten Mal verlieren!

6. Juni 2012

Aus dem Urlaub aus Marrokko kommend, wo er sich mit dem dortigen Königshaus schwimmend, joggend und lesend informierte und entspannte und sich so(?) wieder an das Leben als Normalfranzose gewöhnte, gab er erstmals Bewertungen über das Programm seines Nachfolgers ab, das er für viel zu teuer und undurchführbar halte!

Anscheinend telefoniert er aus alter Gewohnheit ständig mit seinen ehemaligen Ministern und Mitarbeitern herum und nervt diese damit die ersten Schritte des neuen Präsidenten zu kommentieren?

Trotzdem will er seiner Partei UMP für die anstehenden Parlamentswahlen nicht beispringen sondern ein „low profile“ beibehalten, wie der Normalfranzose zu sagen pflegt…

Sarkozy sieht er seine Ex-Kumpane auf der Verliererstraße, denn die Logik der Institutionen gebiete es, dass das Volk dem Präsidenten eine Mehrheit gebe.

http://elections.lefigaro.fr/flash-presidentielle/2012/06/02/97006-20120602FILWWW00364-sarkozy-rentre-ce-week-end-et-va-se-faire-discret.php


Attentate von Toulouse und Montauban: Sarkozy und Geheimdienstchef von Opfer-Vater angezeigt!

10. Mai 2012

Neues im Fall des Attentäters von Montauban und Toulouse, Mohamed Merah!
Eine bekannte Pariser Anwältin, Me Isabelle Coutant-Peyre, wird der im Auftrag der algerischen Familie Merahs agierenden algerischen Anwältin, Me Zahia Mokhtari, assistieren. Diese wird in Paris die Akten der Belagerung und Erstürmung der Wohnung Merahs untersuchen, mit dem Ziel Anzeige, gegen das beteiligte RAID-Kommando zu erstatten. Sie wird dieses Wochenende in Paris erwartet.

Mokhtari will Beweise für die Liquidierung Merahs durch die RAID-Kommandos haben. Es gäbe zwei identische Videos von zwanzig Minuten Dauer, gefilmt vermutlich von Merah selbst, die seine beabsichtigte Liquidierung bewiesen! (Wie kamen diese Videos aus der Wohnung und nach Algerien?)

Sie habe noch keine genauen Details gesehen, aber es sei doch im höchsten Maße obskur, dass es hochqualifizierten Spezialisten mit all ihrer Hightec-Ausrüstung nicht möglich gewesen sei, einen einzelnen Mann während einer 32-stündigen Belagerung lebend festzunehmen, wenn sie das wollten?

Das wird aber vermutlich nicht das einzige Verfahren in dieser Angelegenheit werden, denn die Eltern eines der von Merah getöteten Fallschirmjägers haben Anzeige gegen den (Noch-)Präsidenten Nicolas Sarkozy und den Leiter des Geheimdienstes Bernard Squarcini erstattet. Sie werfen ihnen, vor die Taten nicht verhindert zu haben, trotz all des vorhandenen Wissens über den Informanten des Geheimdienstes Mohamed Merah….

Vermutlich ist in dieser Sache noch lange nicht das letzte Wort gesprochen?

http://www.leparisien.fr/faits-divers/affaire-merah-me-coutant-peyre-confirme-une-plainte-contre-le-raid-09-05-2012-1992240.php#reactions-article


Hardcore: Über Zwei Millionen Wähler wollten weder Sarkozy noch Hollande!

7. Mai 2012

Zur Nachbetrachtung, Analyse und Einordnung des französischen Wahlergebnisses fand ich einen bemerkenswerten Text auf Slate.fr
Hollande hat klar, aber nicht erdrutschartig gewonnen. Es stehen sich zwei annähernd gleich große Blöcke des Linken- und des Mitte-Rechts-Lagers gegenüber.
Eine sehr bemerkenswerte Änderung hat trotzdem stattgefunden: Vom Ersten zum Zweiten Wahlgang hat sich die Zahl der Blanko- und Ungültig-Wähler von 701.190 auf 2.147.173, das sind 5,8% der Wahlberechtigten, mehr als verdreifacht!

„…Trois fois plus de votes blancs ou nuls au second tour
Ce sont les votes blancs et nuls qui attirent davantage l’attention, leur nombre ayant fait un bond impressionnant entre les deux tours: de 701.190 le 22 avril (1,92% du nombre des votants) à 2.147.173 le 6 mai (5,80%). En valeur absolue, la barre du million de votes blancs et nuls supplémentaires en quinze jours, qui avait été dépassée de justesse en 1969, 1995 et 2007, est explosée…

Die nach dem Ersten Wahlgang ausgeschiedenen Kandidaten Le Pen, Bayrou, Dupont-Aignan und Arthaud, die zusammen fast 30 Prozent der abgegebenen Stimmen repräsentieren , haben keine Wahlempfehlung abgegeben für ihre Anhänger. Entweder haben sie die Abgabe weisser Blanko-Blätter angekündigt oder „für sich persönlich“ die Wahl Hollandes angekündigt.

….On peut cependant supposer que le positionnement de Marine Le Pen, François Bayrou, Nicolas Dupont-Aignan et Nathalie Arthaud a joué un rôle important. Ces quatre candidats, qui représentaient près de 30% des voix au premier tour, avaient en effet décidé de ne pas donner de consignes de vote claires à leurs électeurs. Et le fait que le leader du Modem ait voté pour François Hollande à titre personnel n’y a rien changé. …

Diese Blanko-Wahlscheine werden ebenso wie die Ungültigen nicht mitgezählt. Täte man dies, dann sänken die Wahlergebnisse von Hollande von 51,62% auf 48,62% und bei Sarkozy von 48,62% auf 45,57%.

Das bedeutet, die Zunahme der Blanko- oder Ungültig-Wahlscheine um 1,4 Millionen Wähler in den zwei Wochen zwischen dem Ersten und dem Zweiten Wahlgang, drücken ein bewusstes Protestpotential Frankreichs aus, einen harten Kern, der weder Sarkozy noch Hollande zu wählen bereit war und der noch genauer zu analysieren wäre. Vermutlich wird man diese Protestwähler an den äußeren Flanken, ganz Links und Rechts, verorten können?

Si l’on rapporte les scores des deux finalistes au nombre de votants plutôt qu’à celui des suffrages exprimés (en prenant donc officiellement en compte les votes blancs ou nuls, ce qui n’est pas le cas aujourd’hui), François Hollande descendrait de 51,62% des voix à 48,62%, Nicolas Sarkozy à 45,57% et les blancs ou nuls à 5,80%. Par comparaison, en 2007, le candidat UMP conservait la majorité avec 50,80% du nombre de votants (53% des suffrages exprimés).

http://www.slate.fr/france/54615/votes-blancs-nuls-second-tour