Das Chevaline-Massaker, der perfekte Mord?

25. Februar 2015

Im September 2012, vor zweieinhalb Jahren ging ein Verbrechen, festgemacht am Namen eines kleinen französischen Alpendorfes in den Savoyen, um die Welt. Ein einzelner Irrer soll es gewesen sein, andere Möglichkeiten wurden nur höchst unwillig in Betracht gezogen, aber schließlich immerhin untersucht. Die Europäische Justizeinheit, die zur Aufklärung gebildet wurde, die Sonderkommissionen in Frankreich und England, vermutlich alle inzwischen in aller Ruhe und ohne Ergebnis aufgelöst?

Der letzte Verdächtige Zaid al-Hilli, der Bruder des ermordeten Saad al-Hilli, inzwischen von der britischen Polizei* offiziell rein gewaschen vom Verdacht an dem vierfach-Mord beteiligt gewesen zu sein, klagt nun seinerseits die französische Polizei an:

Die französische Polizei habe den Tatort nicht gesichert, so dass mögliche Spuren von den zahlreichen Rettungsfahrzeugen vernichtet worden seien.

Einer der auffälligen offenen Punkte war das Fehlen der Pässe der Opfer, die schließlich mit Pässen per Fähre über den Ärmelkanal nach Frankreich gekommen seien und sich auch mit Pässen auf dem Camping-Platz angemeldet hätten. Bei den Leichen aber habe man keine Pässe gefunden, so hieß es damals.

Jetzt wurde bekannt, dass der/die vermisste/n Pässe sich in einer Jacke Saad al-Hillis befunden hätten, die seit über zwei Jahren in einem französischen Polizei-Labor läge und anscheinend nie richtig durch- bzw. untersucht worden sei! Ein veritabler Skandal…
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*(Zaid al-Hilli wirft der französischen Polizei Rassismus vor, weil sie ihn immer noch als „interessante Spur“ bezeichne und fordert eine öffentliche Untersuchung!)

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Es gibt auf meinem Blog ca. 20 Artikel zum Thema, über die Suchfunktion zu finden, die aktuell jeweils den bekannten Ermittlungsstand beschrieben. Eine gute Zusammenfassung hat wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Annecy_shootings


Lac d’Annecy Massaker: Noch einer starb an jenem Tag!

9. Juli 2014

Im September werden zwei Jahre vergangen sein, ohne daß der rätselhafte Massenmord bei Chevaline, Haute Savoie, aufgeklärt werden konnte. Es gab stets nur Spuren, Theorien, die im Nichts verliefen…

Bei den Tätertheorien und  Tatmotiven gab es den lokalen, irren Waffennarren aus ddem Wald, die alte Saddam Hussein Connection aus dem Irak, den Erbschaftsstreit zwischen den beiden al-Hilli-Brüdern, die geheimnisvolle Industriespionage wegen französischem Kernkraft-knowhow zu Gunsten des Iran, die radikalislamischen Web-Aktivitäten von Saad al Hilli und den gewalttätigen Sohn der ebenfalls getöteten Schwiegermutter aus Schweden mit irakischen Wurzeln. Dazu die Alternative, dass der ermordete Radfahrer Sylvain Mollier das eigentliche Ziel des Anschlags gewesen sei und die al-Hilli-Familie nur „Kollateralschäden“.Alles Nieten gewesen seien?

Doch jetzt kommt ein neues und wie es scheint privates Detail ans Tageslicht: Iqbal al-Hilli, die ermordetet Ehefrau und Zahnärztin aus Schweden, hatte eine private Vorgeschichte in den USA!

Die schwedische Frau mit irakischen Wurzeln war mit einem „nicht standesgemäßen“ Öl-Arbeiter in den USA, dem mehr als zehn Jahre älteren Jim Thompson, verheiratet, als sie vor ihrer Ehe mit Saad al-Hilli in den USA lebte.

Dies soll eine Scheinehe gewesen sein, mit dem Ziel eine Aufenthaltsgenehmigung, eine Green-Card für die Frau zu bekommen. Dieser Mann war mehrmals zuvor verheiratet, hatte drei Kinder und passte so gar nicht zu ihr. Seiner Tochter zufolge hatten die beiden keine eheliche Beziehung, aber er bekam von ihr ein Motorrad für seine Dienste.

Vor ihrer Familie in Schweden hätte Iqbal die Ehe geheim gehalten und die beiden hätten sich im folgenden Jahr getrennt.

Bis hierher nur eine private Episode, aber jetzt kommt’s:

Iqbal ging aus den USA nach den Vereinigten Arabischen Emiraten, traf dort Saad al-Hilli und die beiden heirateten im Folgejahr in Großbritannien.

Jetzts kommt’s aber noch ärger:
Ihr verschwiegener Ex- Jim Thompson starb am selben Tag des Lac-d’Annecy-Massakers in den USA angeblich an einem Herzinfarkt?

Dessen Kinder glauben jedoch eher an einen Giftmord…

Nebenbei wurde bekannt, dass die Franzosen einen angeblichen Irakischen Killer verhaftet hatten, der herum tönte, daß ihm 100.000 Euros dafür angeboten worden seien, eine durch Frankreich reisende irakische Familie zu töten.

Der Mann wurde nach drei Tagen Mangels Beweisen frei gelassen…


Lac d’Annecy Massaker: Keine Beweise gegen Zaid al-Hilli!

15. Januar 2014

Siebzehn Monate nach dem Verbrechen bei Chevaline in Hoch-Savoyen in den französischen Alpen stecken die Ermittlungen in einer Sackgasse. Die Ermittler glauben, dass ein Bruderzwist, ein Streit um das Erbe ihres Vaters und letztlich um Geld das wahrscheinlichste Tatmotiv sei. Nur, sie können dies nicht beweisen! Zaid al-Hilli bleibt deshalb also vorerst vollkommen unbehelligt und auf freiem Fuß.

Die Ermittler legen Wert darauf daß der Franzose Sylvain Mollier, der (anscheinend zufällig?) mit dem Rad zum Tatort kam und dort auch getötet wurde, nichts mit dem eigentlichen Geschehen zu tun hatte, er sei halt schlicht „the wrong man, at the wrong time, at the wrong place“ gewesen…

Der rechtsgesteuerte Luxus-Geländewagen, den Zeugen zur Tatzeit in der Nähe des Tatortes gesehen haben wollen und nach dem noch immer gefahndet wird, tauchte bisher nirgendwo auf. Er war der einzige Hinweis, der sich auf das UK bezog.

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Durch die Nutzung der Suchfunktion in der rechten Seitenleiste können alle Artikel dieses Blogs zu diesem Thema aufgerufen werden. Es sind mittlerweile einige…


Lac d’Annecy-Massaker: UK-Pässe des Ehepaares Al-Hilli fehlen!

24. Oktober 2013

Es dauerte über 13 Monate, bis erst jetzt eine bemerkenswerte Einzelheit dieses mysteriösen Kriminalfalles bekannt wurde:

Die Reisepässe des getöteten Ehepaares al-Hilli konnten bisher nirgendwo gefunden werden!

Nicht am Tatort, nicht im Fahrzeug, nicht auf dem Campingplatz, nicht bei der Genfer Bank, nicht bei einem Zwischenstopp in Rouen und natürlich auch nicht in ihrem Haus in Claygate in Sussex, England.

Sie müssen sie aber für die Reise nach Frankreich benutzt haben, denn das UK ist nicht Mitglied des Schengener Abkommens und folglich finden zwischen England und Frankreich Grenz- und Passkontrollen statt, die in ihrer Gründlichkeit teilweise an die DDR erinnern.

Auch für die Reise von Annecy ins nahe Genf zur Bank wo das umstrittene Erbe von al-Hillis Vaters liegt – eine knappe Million Euro – wurde von Frankreich in die Schweiz sogar eine EU-Aussengrenze mit den entsprechenden Kontrollen überschritten.

Saad al-Hilli musste sich bei der Bank mit Sicherheit ausweisen und die Reisedokumente wurden bei den Grenzübertritten vermutlich gescannt? Die Ermittler werden also wissen, ob, wann und welche Dokumente wie verwendet worden sind, indess, sie schweigen sich aus!

So wird inzwischen sogar nicht mehr für unmöglich gehalten, dass der „wahnsinnige Einzeltäter“, wie eine der ersten Hypothesen lautete, die Pässe als Beweis für die Erfüllung (s)eines Auftrages(?) an sich genommen habe, obwohl er dabei in extremer Zeitnot gehandelt haben müsste…


Lac d’Annecy-Massaker: Ein Jahr danach, alles beim Alten…

30. September 2013

AUS PROTEST GEGEN DIE (VERS)CHLEPPENDEN ERMITTLUNGEN IN DIESEM FALL DIE KOPIE EINES ALTEN BEITRAGES ZUM 1. JAHRESTAG DES MASSAKERS!
Sie ist noch immer aktuell, oder auch nicht, wie es dem Staatsanwalt gerade beliebt. So ein bisschen hat er sogar die Einzeltätertheorie in Frage gestellt, aber so richtig festgelegt hat er sich nicht. Na ja, irgendwann werden sie die 25 Geschosshülsen ja mal untersucht haben, sollte man meinen? Es kann der einzelne Irre, ein einsamer Profi-Killer, auch mehrere Killer gewesen sein. Sie können wegen al-Hillis Job, wegen seines Erbes, wegen seines Bruders gemordet haben. Nur eine Spur ist kalt, ganz, ganz kalt! Der getötete französische Radfahrer aus dem Nuklearindustrie war zufällig am Tatort und wurde leider, leider zufällig getötet. Nein, es gibt keinen Kontakt aus der französischen Nuklearindustrie zum Irak, nach Syrien oder in den Iran. Das ist so ziemlich das Einzige worauf Maillaud sich festlegt. Vielleicht sollte man deshalb genau dieser Spur nachgehen?

Es ist offensichtlich, dass der ermittelnde französische Staatsanwalt Eric Maillaud bemüht ist, so wenig Fakten wie möglich zu diesem geheimnisvollen Massaker zu veröffentlichen. Er ist ein Meister der Kunst, mit vielen Worten wenig zu sagen. Er sollte in die Politik gehen! Oder deckt er staatliche Organe? Dann könnte sein Verhalten vielleicht Sinn machen?

Die Ermittler sind bezüglich des Motivs und des/der Täter keinen entscheidenden Schritt weitergekommen. Nur die versuchte Entlastung Frankreichs ist auffällig: Familie, Beruf, irakische Herkunft. Das wären alles Tatgründe, deren Ursache außerhalb Frankreichs lägen!

Zu den Tatwerkzeugen, der Waffe und der Munition, wird ebenfalls durch die Medien spekuliert. Es sollen 25 gleichartige Hülsen des Kalibers 7,65mm am Tatort gefunden worden sein. Aus den Spuren an den Hülsen sollte sich eindeutig feststellen lassen, ob alle Schüsse aus einer einzigen Waffe abgegeben worden sind.

Beim 7,65mm Kaliber gibt es zwei Hauptgruppen, die sich gleich vor Ort von jedem Laien auf einen Blick hätten unterscheiden lassen:

Die 7,65 x 21mm Parabellum, (in den USA .30 Luger genannt), mit ihrer charakteristischen, sich oben verjüngenden Flaschenhals-Hülse. Diese leistungsfähige, präzise Patrone ( Vo = 370 m/s, Eo = 410 J) wurde vor rund hundert Jahren aus militärischen Vorläufern für die berühmte Pistole 08 entwickelt. Es gibt aber daneben eine ganze Reihe von Waffen, darunter die Zivil- und Sportversion der für ihre Präzision bekannten Schweizer Dienstpistole P 210, für dieses Kaliber! Munition dieses Typs wird von mehreren Herstellern angeboten und es dürften auch noch Behördenbestände vorhanden sein.

Die andere Patrone ist der Typ 7,65 x 17mm Browning, (oder .32 ACP in den USA), erkennbar an der geraden Hülse. Sie ist 4mm kürzer, enthält weniger Treibladung und ist weniger leistungsfähig (Vo = 310 m/s, Eo = 220 J). Im konkreten Mordfall spielt dies wegen der geringen Distanz zwischen Täter und Opfer keine Rolle. Immerhin ist selbst dieses Kaliber stark genug um in der Veterinärmedizin in Schussapparaten zur Tötung von Bullen und Pferden eingesetzt zu werden! Für diesen Munitionstyp existieren noch mehr Waffentypen zahlreicher Hersteller, darunter die tschechische Maschinenpistole VZ 61 „Scorpion“ mit einem 20-Schuss-Magazin. Eine Waffe diesen Kalibers, eine Česká 83, setzte die NSU-Mordbande bei ihrer Mordserie in Deutschland ein.

Die Fragen „welcher Patronentyp“, „welche Waffe“ sind bis heute, fast acht Wochen nach der Tat, nicht offiziell beantwortet, nur das allgemeine Kaliber 7,65 mm wurde bestätigt!

Fakten, die Spekulationen für einen geheimdienstlichen Hintergrund der Tat erlaubten, sind bisher nicht bekannt. Sie werden höchsten durch die „vernebelnde“ Informationsstrategie des französischen Staatsanwaltes indirekt befördert. Dafür sprächen auch die beruflichen Hintergründe der beiden ermordeten Männer sowie ihr konspiratives Zusammentreffen im Wald bei Chevaline in Haute Savoie, das sonst ein Riesenzufall wäre!

Sowohl die familiäre, als auch die irakische Spur ließen sich mit dem Tatort schlecht in Verbindung bringen. Da wäre Saad al Hilli wohl eher in England oder im Irak getötet worden und Sylvain Mollier noch am Leben?

DIES IST DIE KOPIE MEINES TEXTES VOM LETZTEN JAHR. Ich lasse sie so stehen, denn es hat sich nichts Wesentliches geändert in diesem Jahr. Der ermittelnde französische Staatsanwalt denkt laut in alle Richtungen ohne sich festzulegen. Das dient der Verwirrung. Der britische Polizeichef, der die Ermittlungen auf der Insel leitet, spricht vom mysteriösesten Fall der letzten zwanzig Jahre. Die Europäische Justiz-Koordinierungsstelle schweigt.

Warum waren al Hilli und seine Tochter Zaynab nicht im BMW als zuerst auf Mollier geschossen wurde? Warum wurden nach der ersten, nicht tötlichen Save auf Mollier, zunächst die Wageninsassen ermordet um den BMW am wegfahren zu hindern und erst dann Mollier durch zwei zusätzliche Kopfschüsse exekutiert? Warum wurde der Tote Mollier durchsucht und sein Körper zum BMW hin bewegt? Ist das nicht koordiniertes Handeln? Der Täter muss auf jeden Fall drei volle Magazine und eine Kugel im Lauf gehabt haben um 25 Schüsse abgeben zu können und dabei zweimal das Magazin gewechselt haben. Ist das unkoordiniert?

Staatsanwalt Eric Maillaud hat diesen Tatablauf inzwischen als reine Spekulation und Erfindung bezeichnet. Ist er nur ungeheuer objektiv oder vernebelt er systematisch das Geschehen?

Keine plausible Erklärung gibt es bisher für die Emotionen, den Hass, die Brutalität, die der Täter mit seinen 25 Schüssen an den Tag legte. Oder sollte hier eine falsche Spur gelegt werden? Dagegen spricht das Überleben der älteren Tochter Zaynab, die er (aus Munitionsmangel?) zu erschlagen suchte.

Die Franzosen streuen statt dessen die These vom wirren, konfusen Einzeltäter, einem paranoiden Spinner ohne zu sagen, worauf diese Annahme genau gründet und suchen andererseits die Tatgründe in England. Wie sollen diese beiden Hypothesen zusammen passen?

Wenn man sich das finale Ergebnis dieses Massakers ansieht, muss man sich allerdings fragen, was ein „Profi“ anders getan hätte, außer vielleicht 17 Schüsse weniger abzugeben?


UK, Surrey: Festnahme im Lac d’Annecy-Massaker!

24. Juni 2013

Ein 54-jähriger Mann wurde  heute Morgen um 7:30 Uhr Ortszeit im Zusammenhang mit der Ermordung einer britischen Urlauberfamilie in Chevaline, Hoch-Savoyen, vor einem dreiviertel Jahr festgenommen. Ihm wird vorgeworfen Teil einer Verschwörung zur Ermordung der Al Hilli-Familie (und des französischen Radfahrers Sylvain Mollier, als Zufallsopfer) zu sein.

Weitere Einzelheiten sind derzeit noch nicht bekannt.

Vor etwa einer Woche war gemeldet worden, dass verdächtigte Telefonate des Bruders des ermordeten Saad al Hilli nach Rumänien untersucht würden. Ob es einen Zusammenhang zwischen diesen Telefonaten und der Festnahme gibt, oder ob es sich bei dem Festgenommenen gar um den Bruder selbst handelt, das ist derzeit unbekannt.

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NACHTRAG:

Es soll sich bei dem Verhafteten tatsächlich um Saad al Hillis Bruder Zaid handeln. Das Alter und der Vorwurf passen. Er galt bisher lediglich als Zeuge. Nach englischem Recht darf er erst als Verdächtiger, bzw. Beschuldigter zur Tat befragt werden.

Tatmotiv wird vermutlich ein Streit um das Erbe des gemeinsamen Vaters gewesen sein. Es handelt sich um Immobilien in England, Frankreich und Spanien, sowie rund eine Million Euro auf einem Schweizer Konto bei einer Bank in Genf.


Sieben Monate danach: Eurojust und das Lac d’Annecy Massaker.

31. März 2013

Am 19. und 20. März fand bei EUROJUST in Den Haag eine Tagung über den Ermittlungsstand in der Mordsache Al Hilli und Andere in Chevaline, Haute Savoie, Frankreich statt, die am 5. September 2012 geschehen war.

EUROJUST gab dazu eine Pressemitteilung heraus, die diplomatisch neutral, technisch sauber und brillant die Ermittlungsabläufe und Koordinierung zwischen den Ermittlern aus den beteiligten Ländern Frankreich, UK, Schweden, Spanien und der Schweiz beschrieb. (Italien wird nicht erwähnt, obwohl sich der Tatort nahe an der italienischen Grenze befindet und andernorts seinerzeit über Ermittlungen in Italien berichtet wurde?)

http://eurojust.europa.eu/press/PressReleases/Pages/2013/2013-03-20.aspx

Zur Sache selbst, dem Stand der Ermittlungen im Falle der Al Hillis und Sylvain Molliers, stand darin kein einziges Wort!

Was aber ist der letzte bekannte Stand der Ermittlungen in diesem Rätsel?

In Genf war ein Schweizer festgenommen und wochenlang verhört, dann aber als entlastet wieder freigelassen worden! Man hatte über die am Tatort in Chevaline vorgefundenen leeren Geschosshülsen der 7,65mm Parabellum Munition deren genaue Produktionscharge und in der Folge deren Verbleib bis zu dem Schweizer ermitteln können. Der Vorwurf an ihn lautete zunächst, die Tatwaffe beschafft zu haben.

Seine Freilassung wurde mit fehlerhaften Analysen begründet und der Mann als vollkommen entlastet bezeichnet!

Dann wurde erneut Zaid, der Bruder Saad Al Hillis in Surrey vernommen. Seine Arbeit, bzw. Tätigkeit zum Tatzeitraum wird erneut minutiös untersucht. Auch für die Details des Millionen Erbes der Al Hilli Brüder, bestehend aus Bargeld in einer Genfer Bank und der Immobilie in England, interessieren sich die Ermittler noch immer sehr.

Aber hätte Zaid als Täter, seine beiden Nichten, die ihn kannten und ihn jederzeit hätten identifizieren können, am Leben gelassen? Er hätte auch sofort gewusst, dass die Kleine fehlt und irgendwo im oder am Fahrzeug versteckt sein musste!

Ein merkwürdiges Detail am Rande: RTL-France behauptet als einziges Medium in einer grafischen Tatortskizze, dass Iqbal Al Hilli, die hinter ihm auf der rechten Fahrzeugseite sitzende Ehefrau des Saad Al Hilli, am ganzen Körper keine Schussverletzung aufgewiesen habe? Woran starb sie dann? Sie hatte ja die ganze Zeit ihre kleine Tochter zwischen den Beinen und im Fußraum des BMW platziertem Gepäck versteckt.

Die entscheidende Frage nach dem Tatmotiv bleibt weiter offen!
War es Hass und wenn ja, aus welchem Grund? Familiär, ideologisch, materiell?
War es Angst vor Identifizierung? Wer durfte am Tatort nicht erkannt werden und warum?
War es der durchgeknallte Irre, der Waffennarr aus der Gegend, der am Ende seine Tat doch höchst  erfolgreich durchführte?
Ein ähnlicher Fall in der Schweiz wurde geprüft und als nicht zusammenhängend mit der Untat von Chevaline eingestuft…


Lac d’Annecy-Massaker: Was die irakische Verwandtschaft glaubt.

2. Januar 2013

Eine der ungeklärten Spuren dieses Verbrechens führt in den Irak. In der Irak der Vergangenheit, das Land seines Vaters und in den Irak der Gegenwart, das Land das Saad al Hilli 2003 selbst besuchte, angeblich um Immobilien der Familien zurück zu erlangen. Das Land wo er sich damals aber nur eine blutige Nase holte…

In der vergangenen Woche reisten Reportes des The Sunday Telegraph in das Zweistromland. Sie erwarteten, die französische Hypothese klären zu können, dass al Hillis Vater im Auftrage Saddam Husseins in Europa Gelder des Regimes wusch, gegen das allerlei Wirtschaftssanktionen bestanden.

Hussain al-Hilli, 59, ein in Baghdad lebender Cousin von Saad al Hilli, berichtete den Reportern über Facebook-Chats, die beide zwischen Surrey und Baghdad gelegentlich geführt hätten.

Saad al Hilli habe über irgend etwas besorgt gewirkt.  Er  habe gesagt, dass er sich nicht gut fühlte und dass er in den Irak zurückkehren wolle um dort zu leben.

Er glaube nicht, dass es Probleme um Grundbesitz im Irak gegeben habe, den Saad al Hilli in 2003, nach dem Sturz Saddams, unangekündigt besucht habe.

Er glaube auch nicht, dass es einen Streit der Brüder al Hilli um das Erbe des Vaters gegeben habe, denn der in England lebende Bruder sei der Sanfte und Saad al Hilli eher das Rauhbein gewesen.

Die Version des irakischen Zweiges der al Hilli Familie lautet in ungefähr so:

Saad habe für ein Projekt gearbeitet, dass über den Rüstungs-Multi EADS, European Aeronautic Defence and Space, Verträge mit Russland, China und dem Britischen Außenministerium gehabt habe.

Der genaue Inhalt seiner Arbeit sei nicht bekannt und keiner seiner Kollegen habe einen Kommentar zum Schicksal al Hillis und seiner Familie abgegeben, nicht einmal auf einer Facebook-Seite, die extra zu seinem Gedenken eingerichtet worden war.

Nach dieser Hypothese war Saad al Hilli ein Schiitischer Muslim, militant Anti-Israelisch und ein starker Unterstützer des Iran und der Hizbollah im Libanon. Er könnte in Besitz von geheimer Technologie gelangt sein, die den Feinden Israels von Nutzen sein konnte.

„Wir haben uns Online über Politik unterhalten und ich war überrascht, wie radikal er war. Er war ein starker Unterstützer Palästinas, der Hizbollah und des Irans“, meinte sein Cousin.

Er habe zwar keine Beweise für seine Theorie, aber wenn Saad al Hilli mit seiner geheimen Technologie „zwischen die Fronten“ geraten sei, dann könnte dies fatale Konsequenzen für ihn gehabt haben.

Hussain hält den Mossad der Tat für fähig, wenn es darum ginge jemanden auszuschalten der Teheran helfen wollte. Aber auch die iranische oder palästinensische Seite käme dafür in Frage, wenn sie sich betrogen fühlte, oder auch nur um die Spuren eines Deals zu verwischen.

Er habe alle Facebook-Chats mit Saad al Hilli gesichert* und würde sie den Behörden zur Verfügung stellen, bisher habe sich aber niemand bei ihm gemeldet.

In einem befreiten, demokratischen Irak, in dem die Mordrate etwa bei hundert pro Woche liegt, würde sich wegen 4 Toten im 3000 Meilen entfernten Frankreich wohl keiner ein Bein ausreissen, meinte er lakonisch.

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/middleeast/iraq/9762604/Alps-murder-Truth-about-Saad-al-Hillisfamily-feud.html

http://www.boomantribune.com/story/2012/12/24/11346/542

*(Vermutlich brauchen Ermittler nicht in den Irak zu reisen um an Facebook-Dateien zu gelangen?)


Lac d’Annecy-Massaker: Erneute Wendung und Untersuchungen im Irak und den USA!

23. November 2012

Eric Maillaud, der ermittelnde Staatsanwalt, kündigte für irgendwann in den nächsten Tagen ein Rechtshilfeersuchen an den Irak an. Bravo, die Fakten liegen ja auch erst zweieinhalb Monate auf dem Tisch! Da kann man schon mal langsam den Arsch bewegen…

Man will das familiäre Umfeld der Al-Hillis, speziell des Vaters, klären und die Gründe und Umstände seiner Emigration nach Großbritannien, seine Kontakte und die Quelle seines Vermögens erkunden.

Dann rutscht Maillaud etwas heraus, das so gar nicht zu seiner noch vorgestern publizierten Theorie vom „lokalen-Irren-Einzeltäter“ mit der prähistorischen P08 passt:

„Können wir eine Verbindung herstellen, zwischen DEN MÖRDERN (!) und der irakischen Herkunft der Opfer?“

Nanu, hat sich da etwa einer verplappert?

Anfragen auf Rechtshilfe habe es auch an die Schweiz und Italien als nahe Nachbarländer der Region Haute Savoie, sowie an Spanien, wo Al-Hillis Vater zuletzt lebte und starb, an Schweden, die Wahlheimat der Ehefrau und Schwiegermutter, sowie an die USA gegeben. Dort soll der email-Verkehr der Al-Hillis überprüft werden, denn „Big-Brother“ speichert bekanntlich alles penibel ab.

Über ein Ersuchen an Deutschland, dessen BND die Saddam-Hussein-Spur ins Spiel brachte, ist nichts bekannt. Kann ja noch kommen…

http://fr.news.yahoo.com/tuerie-chevaline-point-lenqu%C3%AAte-5-questions-152657906.html

http://www.20minutes.fr/ledirect/1048928/tuerie-chevaline-commission-rogatoire-bientot-envoyee-irak

http://www.leparisien.fr/faits-divers/tuerie-de-chevaline-une-commission-rogatoire-envoyee-a-l-irak-23-11-2012-2349005.php

http://www.lemonde.fr/societe/article/2012/11/23/tuerie-de-chevaline-une-commission-rogatoire-bientot-envoyee-en-irak_1795331_3224.html


Neues zum Lac d’Annecy-Massaker: Al-Hilli überfuhr Mollier mit dem BMW!

28. Oktober 2012

LE MONDE will Ermittlungsergebnisse der Generaldirektion der Gendarmerie Nationale gesehen haben, die einen partiell neuen Einblick in das Tatgeschehen erlaubten.

Die kürzlich von mir geforderten Angaben zur Munition und Waffe sind gemacht: Es handelt sich um eine 7,65mm Parabellum oder Luger Patrone der Dimension 7,65 x 21mm, abgefeuert aus einer hundertjährigen Waffe, vom Typ P 06, dem Vorläufer der berühmten P 08! Sie dürfte noch seltener und damit in Waffen-Sammlerkreisen hochbegehrt  sein. Dies sollte die Ermittlungen eigentlich vereinfachen?

Die Tatwaffe von Chevaline!

Zum Tatablauf darf man wohl annehmen, dass die al-Hillis niemals diesen Parkplatz aufgesucht hätten, wenn die Leiche Sylvain Molliers dort gelegen hätte?

Sie waren also zuerst da, Vater und ältere Tochter, außerhalb des Autos, der Rest der Familie im BMW, als Sylvain Mollier auftauchte.

Dieser Mollier fuhr ein Mountain-Bike der 5.000+Euro-Klasse, soll zuvor noch nie in der Gegend gefahren sein, die ihm von seinem Schwiegervater empfohlen worden war.

Die Waffe konnte identifiziert werden, weil Fragmente(?) der Waffe am Tatort auf dem Boden gefunden worden seien. Hatte der Täter die Waffe also fallen lassen oder fand gar ein Kampf am Tatort statt? Oder handelt es sich um die leeren Magazine? Dann hätte man aber die „Fragmente“ wohl auch als solche bezeichnet?

Al-Hilli soll versucht haben mit seiner Tochter schnellstens das Auto zu erreichen. Ihm gelang dies, seiner Tochter nicht. Warum die Eile? Weil Sylvain Mollier niedergeschossen worden war?

Al-Hilli soll rückwärts gefahren sein, dabei den liegenden Mollier angefahren haben, dessen Körper entsprechende Spuren zeigte. Der Mörder sei dem Fahrzeug dabei schiessend schiessend gefolgt. Dann habe al-Hilli sich beim Versuch zu wenden festgefahren. Jetzt, immobil geworden, konnten die Insassen ihrem Mörder nicht mehr entkommen, der sie mit Kopfschüssen tötete.

Dann schoss der Täter erneut auf den am Boden liegenden Mollier. Die Munition ging ihm aus und er versuchte die ältere Tochter Zaynab, die bereits eine Schussverletzung erlitten hatte, mit der Waffe zu erschlagen.

Dann hörte er plötzlich auf und floh vom Tatort. Ob er selbst etwas gehört hat, oder von einem „Schmiere stehenden“ Komplizen gewarnt wurde ist noch unklar.

Zeugen wollen einen Mann auf einem Motorrad gesehen haben, der, mit den Beinen auf der Erde das Gleichgewicht zu halten suchend, den Eindruck eines ungeübten Fahrers machte. Da von unten bereits der Ex-RAF-Brite William Brett Martin mit dem Fahrrad nahte und hinter ihm der französische Walker/Wanderer mit seinen beiden Begleiterinnen bergauf kamen, ohne diesen Motorradfahrer zu erwähnen, müsste der bergauf oder seitlich geflüchtet sein. Interessant wäre, ob er den Zeugen passend gekleidet erschien, also z.B. auch als Biker zum Tatort gekommen sein könnte oder woher sonst das Motorrad stammte?

Der Täter muss bei diesem Waffentyp eine Kugel im Lauf und insgesamt drei volle Magazine mit sich geführt und bei der Tat zwei Magazinwechsel durchgeführt haben um auf 25 abgegebene Schüsse zu kommen. Die leeren Magazine hat er dabei nicht weggeworfen sondern eingesteckt. Das lässt trotz aller Emotionalität und Brutalität der Tatausführung auf rationales Handeln schließen und einen vertrauten Umgang mit der Oldtimer-Waffe. Ein Schütze mit einer solchen, seltenen Waffe sollte in Schützen- und Sammlerkreisen Spuren hinterlassen?

Deutsche Geheimdienste(!) hätten von einer Spur des Vaters von Saad al-Hilli zum Vermögen Saddam Husseins gesprochen. Der verstorbene Vater besass ein Konto mit einem Millionenbetrag im nahen Genf. Dieses Konto soll aus einer Zeit stammen als Saddam Hussein mit der Aktion Embargo-Waren gegen Öl einen regen Tauschhandel führte. Der Streit der al-Hilli-Brüder sei um dieses Konto und nicht um das eigentliche väterliche Erbe geführt worden.

http://www.lemonde.fr/societe/article/2012/10/27/tuerie-de-chevaline-les-secrets-d-une-scene-de-crime_1782012_3224.html