Entfremdung zwischen Briten und Kontinental-Europäern nimmt zu!

1. Dezember 2013

Eine Umfrage zwischen Polen, Franzosen, Deutschen und Briten gibt zu der Sorge Anlass, dass der Kontinent und die Insel auseinander driften!

26% der Briten finden die EU gut, 42% finden sie nicht gut.
62% der Polen finden die EU gut, 13% finden sie nicht gut.
55% der Deutschen finden die EU gut, 17% finden sie nicht gut.
36% der Franzosen finden die EU gut, 34% finden sie nicht gut.

Hier gibt es anscheinend ein Ost-West-Gefälle der Zustimmung?

Für Europäer halten sich 14% der Briten, 34% der Franzosen, 39% der Deutschen und 48% der Polen.

Die Mehrzahl der Europäer gibt einen europäischen Nachbarn als nahestehendstes Land an. Die Briten geben zu 33% die USA, zu 31% Australien und zu 23% Kanada als ihnen nächstes Land an.

Dass die Briten einen positiven Einfluss auf die EU hätten, glauben 33% der Polen, 15% der Franzosen und 9% der Deutschen.

Die Deutschen sehen die Briten offenbar mehr als Konkurrenten als dies die anderen Länder tun?

Dass man den Briten, wie von Cameron gefordert, Extra-Würste gewähren sollte, glauben zwar 38% der Polen, aber nur 26% der Franzosen und 16% der Deutschen.

Siehe oben, sie sind unsere Konkurrenten um die Führungsrolle in der EU?

Dass ein britischer EU-Austritt negative Folgen für die EU hätte, das glauben 51% der Polen, 36% der Deutschen und 24% der Franzosen.

Im Grunde wissen wir alle, dass wir auf die Briten nicht verzichten können. Ein britischer EU-Austritt wäre der Anfang vom Ende…

Jetzt wird im UK von den Ersten eine ernsthafte Debatte gefordert, über den wahren Nutzen der EU für das Land. Man fürchtet, unversehens und ungewollt in ein Austritts-Szenario zu gelangen und so den britischen Interessen ernsthaft zu schaden!

Die Notwendigkeit von Reformen in der EU sei unumstritten, aber man könne hier nicht führend tätig sein, wenn man gleichzeitig mit Austritt drohe. Es könne also nicht heissen, wir führen oder wir treten aus, sondern die Briten müssten aus wohlverstandenem eigenem Interesse eine Führungsrolle übernehmen bei den Reformen.

Diese sogenannten Reformen haben leider das Ziel, die Sozialkomponente Europas zu schleifen und die EU im Sinne des geplanten TTIP-Abkommens neoliberal zu schminken.

Ängste wegen der Migration sind an beiden Ufern des Kanals nahezu gleich ausgeprägt. 64% der Briten, 59% der Franzosen und 42% der Deutschen glauben, dass die EU-Einwanderungspolitik einen negativen Einfluss habe.

In Frankreich und im UK läuft seit Monaten eine eine migrationsfeindliche politische und mediale Kampagne mit den Roma als Sündenböcken. Sie zeigt Wirkung!

37% der Briten neigen in wichtigen Fragen dazu, die Position der USA zu teilen, während nur 10% die Position der EU vertreten.

Seit dem Zweiten Weltkrieg verstehen sich die Briten selbst als Flugzeugträger der USA in der Nordsee. Sie vertreten US-Interessen, gerade auch in Brüssel, deshalb glaube ich nicht, dass die USA die Briten aus der EU austreten sehen wollen.

Jeweils gut die Hälfte der Briten glauben dass Reisefreiheit für den Tourismus und dass ein gemeinsamer Wirtschaftsraum eine gute Sache seien und jeweils 6%, bzw. 10 % denken das nicht.

Die ganze politische EU auflösen in einem „gemeinsamen“, entfesselten Wirtschaftsraum geprägt und dominiert von den USA. Das ist offenkundig das Ziel des David Camerons?  Für uns bedeutet dies, erst wenn die EU so umgestaltet worden ist dass wir sie nicht mehr erkennen, erst dann haben die Briten keinen Grund mehr zum Austritt…


Roma in Sheffield, UK: Wie eine Atombombe?

16. November 2013

Der TELEGRAPH fragt sich, ob der Norden Englands vor neuen Rassen-Unruhen stünde? Die Beziehungen zwischen Roma-Migranten und den britischen „Ureinwohnern“ seien vergiftet und würden sich von Tag zu Tag verschlechtern!

Im Artikel werden letztlich unüberprüfbare Aussagen, Vorwürfe von beiden Seiten aneinander gereiht. Schon dadurch allein entsteht der Eindruck eines Countdowns, einer Zuspitzung, die sich irgendwann in Zusammenstössen und Krawallen lösen muss.

Zusammengefasst wird den Roma, anscheinend alle aus vier, fünf ostslowakischen Dörfern stammend, nächtlicher Lärm, Schmutz, Unangepassheit an die britischen Formen des Zusammenlebens, Einbrüche und – es fehlte gerade noch – der Versuch des Verkaufs von Säuglingen unterstellt. Dazu Drogen, Prostitution und Gewalt. Sie sässen faul den ganzen Tag zuhause herum und kassierten die üppigen britischen Sozialleistungen von bis zu 500 Pfund pro Woche fürs Nichtstun. Anscheinend wird hier  kein Stereotyp ausgelassen?  Die Kinder gingen nicht zur Schule sondern lärmten Nachts in Horden auf den Straßen herum, obwohl die Polizei eine Sperrstunde in der Öffentlichkeit für unter 16-jährige um 21 Uhr verhängte. Die Kids nähmen die Polizisten aber nicht ernst. Nur die Kälte des Winters brächte sie von den nächtlichen Straßen. In Sommernächten würde in den schmalen Straßen vor den Häusern der arbeitenden Bevölkerung lautstark durchgefeiert…

Dies alles sind Behauptungen von Dritten, letztlich ohne Beweise. Die Roma kamen ab 2004 und sind jetzt also bald zehn Jahre im UK. Jetzt, vor der gefürchteten Freizügigkeit in der EU von Rumänen und Bulgaren zum 1. Januar 2014, wird die Sache hochgezogen. Dieser Eindruck entsteht zumindest, denn die Roma werden sich nicht nach zehn Jahren in England negativ verändert haben und die Behörden hatten zehn Jahre Zeit eventuell erforderliche Integrationsmaßnahmen einzuleiten. Ich kann die Richtigkeit und Berechtigung der Vorwürfe natürlich nicht bestreiten. Trotzdem wären quantifizierbare offizielle Zahlen und Fakten der Aneinanderreihung von Erzählungen aus zweiter und dritter Hand vor zu ziehen.

Viele der „britischen Ureinwohner“ im Stadtbezirk Page Hall von Sheffield sind seit den 50er Jahren aus Pakistan eingewandert und leben in der zweiten Generation hier. Sie sollten also selbst sensibel für Migranten sein. Ihre Einwände und Klagen sind besonders ernst zu nehmen. Die genaue Anzahl der Roma in Sheffield scheint nicht bekannt zu sein. Man spricht von 1.500 Kindern. Die Zahl der Erwachsenen sei nicht bekannt.

http://www.telegraph.co.uk/news/uknews/immigration/10452130/Roma-in-Sheffield-When-it-goes-off-it-will-be-like-an-atom-bomb-here.html

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https://almabu.wordpress.com/2013/11/12/uk-ex-innenminister-blunkett-unruhen-wegen-roma-moglich/


UK Ex-Innenminister Blunkett: Unruhen wegen Roma möglich!

12. November 2013

Wegen des „asozialen Verhaltens“ der wachsenden Anzahl von Roma im UK könne es zu Rassenunruhen mit der ansäßigen Bevölkerung kommen, wie dies bereits einmal im Sommer 2001 zwischen Asiaten und Weissen geschehen sei.

Aus der Slowakei ins UK migrierte Roma müssten ihre Kultur ändern, ihre Kinder zur Schule schicken und  aufhören die Straßen zu „vermüllen“.

Seit 2004 sei eine schnell anwachsende Anzahl von Roma ins UK gekommen. Heute lebten 200.000 Roma im UK, das sei eine der größten Roma-Gruppen in Europa. Im Page Hall district von Sheffield lebten mehrere hundert Roma-Familien. Anwohner hätten Straßenpatrouillen eingerichtet als Antwort auf asoziales Verhalten der Migranten.

Der Führer der rechtslastigen UKIP, Nigel Farage zeigte sich geradezu entzückt von den drastischen Worten David Blunketts…

http://www.telegraph.co.uk/news/uknews/immigration/10442352/Roma-migrants-could-cause-riots-in-cities-warns-Blunkett.html

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Hier geht es vermutlich vordergründig um die Aussetzung der Freizügigkeit  in Europa von Rumänen und Bulgaren ab dem 1. Januar 2014.
Die Roma werden seit Monaten systematisch in mehreren europäischen Ländern gezielt thematisiert und zu Sündenböcken gemacht. Hier in diesem Fall soll die Einwanderung seit 2004 erfolgt sein. Ihre angeblich „asoziale Verhaltenskultur“ werden sie aber nicht erst kurz vor dem wichtigen Stichtag angenommen haben? Entweder wurde das bisher als tragbar beurteilt oder es wird jetzt aus besagtem Grund hochgezogen!

http://en.wikipedia.org/wiki/David_Blunkett


Der Élysée-Palast: Ruhe im Zentrum des Hurrikans?

21. Oktober 2013

François Hollande hat das Kunststück fertig gebracht, buchstäblich alle Parteien, alle politischen und gesellschaftlichen Gruppen Frankreichs gegen sich aufzubringen! Seine vermeintlich großzügige Entscheidung nach Gutsherrenart im Falle der Schülerin Leonarda Dibrani hat einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

Eine interne Untersuchung der Verwaltung hatte die Rechtmäßigkeit der Ausweisung der Familie Dibrani festgestellt, jedoch die ungeschickte Form der Durchführung durch die Polizei gerügt und Schulen und Bildungseinrichtungen künftig unter einen besonderen Schutz, ähnlich dem von Kirchen gestellt. Damit hatte er seinen populären Innenminister Manuel Valls entlastet und dessen Polizei als Tölpel dargestellt. Die wird sich riesig gefreut haben!

Es gab Besprechungen im Élysée-Palast an denen neben Valls, der Bildungsminister Vincent Peillon (wegen der Schüler auf den Straßen von Paris) und zeitweilig auch der Premierminister Ayrault teilnahmen, der eigentlich die Regierung führt, in der Hollande offensichtlich alles selbst machen muss und will! Das war ein alter Vorwurf der Linken gegen seinen Vorgänger Sarkozy. Valls hatte sich nach seiner Rückkehr von den Antillen am Place Beauvau (im Innenministerium) bestätigen lassen, dass alles formal korrekt abgelaufen sei mit der Ausweisung der Dibranis.

Offenbar weil man den Vorfall rein technisch sah, hauptsächlich die Schüler von den Straßen haben wollte, kam man im Élysée auf die unsägliche Idee Leonarda eine Rückkehr OHNE ihre Familie anzubieten?

Jetzt brach der Sturm los! Den einen ging Hollandes „Großzügigkeit“ nicht weit genug, die anderen störte sein „Umfaller“ vor den Schülern und dem Gesetz. Selbst die eigene Sozialistische Partei, PS forderte die Rückkehr ALLER Kinder UND ihrer Mutter, nicht jedoch die des Vaters nach Frankreich. Hollande sprangen eigentlich nur seine Lebengefährtin und seine Ex-Lebensgefährtin bei und, ach ja, sein Innenminister Valls natürlich!

Französische Medien sorgten für zeitnahe Kommentare der Dibranis aus Mitrovica in Nord-Kosovo wo, sich der Vater über die französische Politik, die Behörden und den Präsidenten Hollande vor den Kameras lustig machte!

Diese Tragikkommödie hat womöglich das Zeug die Politik Frankreichs gegen die Roma auszuhebeln? Sie hat andererseits Manuel Valls zum mit Abstand populärsten französischen Politiker gemacht mit Zustimmungsraten von 74% ALLER Franzosen. Sie hat auch den glücklosen, unsicheren Zauderer im Élysée François Hollande zum Gefangenen seines Innenministers gemacht.

Aus heutiger Sicht zumindest werden 2017, bei den nächsten Präsidentschaftswahlen in Frankreich, vermutlich Manuel Valls, PS gegen Nicolás Sarkozy, UMP und Marine Le Pen, FN antreten und die Franzosen werden mit Sicherheit eine Regierung der Rechten bekommen, merde!


Frankreich blockiert Eintritt von Bulgarien und Rumänien in Schengener Abkommen!

30. September 2013

Manuel Valls und die Roma waren anscheinend nur das Vorspiel! Das Roma-Thema beherrschte die französische Politik der vergangenen Woche und es wird wohl auch noch bis zur Kommunalwahl in einem halben Jahr am köcheln gehalten werden.

Heute verkündete die französische Regierung durch Außenminister Laurent Fabius, dass sie den Beitritt von Rumänien und Bulgarien zum Schengener Abkommen blockieren werde, wenn diese beiden Staaten ihre EU-Außengrenzen nicht besser kontrollieren würden. Dieser muss bis zum Jahresende einstimmig verabschiedet werden.

Fabius versuchte aber klar zu stellen, dass es zwischen dem Thema der Grenzkontrollen und den Roma aus diesen Ländern keinen Zusammenhang gäbe.
Die EU-Außengrenzen von Bulgarien und Rumänien seien faktisch unkontrolliert. Er nannte speziell die Türkei, die Ukraine und die Schwarzmeer-Küste. Das mache die Aufnahme dieser Länder in den Schengen Raum sehr schwierig. Die große Mehrheit der Schengen Mitglieder teile diese Auffassung, sagte Fabius.

Nebenbei erwähnte er, dass Bukarest mehr Polizei* nach Frankreich schicken wolle und dass jugendliche Diebe nicht sofort wieder freigelassen werden sollten.

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*(Es scheint also rumänische Polizei in Frankreich zu geben, die sich um die Roma „kümmert“?)


EU: Romas abschieben, oder die Reise nach Jerusalem?

22. August 2010

Immer wenn es gilt – irgendwo in Europa – mit populistischen Maßnahmen von den echten Problemen der Menschen abzulenken, greifen die Herrschenden zu Sündenböcken. Früher waren es wohl meist die Juden, die an allem schuld waren? Diese Entwicklungsstufe dürfte nach den entsetzlichen Erfahrungen in der Nazi-Zeit hoffentlich endgültig überwunden sein?

Heute trifft es eine Gruppe, die auch damals schon mit verfolgt und ermordet wurde, die aber bis heute keinen wirksamen Schutz oder auch nur eine Lobby hätte. Immer mehr europäische Potentaten greifen zum Mittel der Abschiebung der Roma aus ihren Ländern. Dabei gäbe es mehrere Herkunftsländer, die diesen Menschen Rechtsschutz geben könnten und sollten. Als Europäer genießen sie theoretisch die gleiche Freizügigkeit wie Du und ich. Aber was nützt ihnen das, wenn sie ohne große Gegenwehr der Medien und Öffentlichkeit abgeschoben werden können? Sarkozy hat in Frankreich angefangen. Berlusconi zieht in Italien nach und auch in Deutschland sollen Medienberichten zufolge tausende Roma von der Abschiebung bedroht sein…

Wenn es nur das eigentliche Ziel der Abschiebung sein sollte, ein Ablenkungsmanöver vor Wahlen für die krisengeplagten Bevölkerungen zu inzenieren, dann könnten sich die Cäsaren ja darauf einigen, ein paar Flugzeugladungen Roma zwischen Berlin, Paris und Rom im Kreis herum fliegen zu lassen und den jeweiligen Abflug in den TV-Hauptnachrichten zu senden. Der Rest könnte dann unbehelligt seinen Wohnort als europäische Bürger frei und unbehindert wählen, oder?