Siehst du den Balken in deinem Auge nicht?

26. September 2012

Es läuft ohne Zweifel ein Wirtschafts- und Währungskrieg der USA und Großbritanniens, oder besser gesagt der Wall Street und der City of London, gegen Europa und den Euro. Ihre höchst selektive Berichterstattung begrenzt sich nicht auf Asien, Südamerika und Afrika. Nein, sie umfasst „natürlich“ auch Europa!

Bei dem finalkapitalistischen Wettlauf „Wer geht als erster Pleite, der Dollar, das Pfund oder der Euro?“ möchte halt keiner als erster über die Ziellinie kriechen…

So schreibt die NYT, mit grausig-künstlerischen Schwarz-weiss-Bildern unterlegt, über den Hunger in Spanien genau dann, wenn zufällig gerade der „oberste iberische Elefantenjäger“ in der Stadt ist, seinen Kumpel Bill Clinton zu besuchen. Dabei müssten die Reporter in NY nur gerade aus dem Haus und ein paar Straßen weiter gehen, wenn sie über Hunger und Elend in NY, USA berichten wollten!

Die FINANCIAL TIMES in London schreibt jetzt seit dem 11. September zum Dritten Mal mit wohligem Schaudern über Katalonien, den neuen Staat Europas, dessen Chancen, Risiken und Geburtswehen!

Klar, die können ja auch nicht die ganze Zeit über die schottischen Sezessionsbestrebungen des Alex Salmond schreiben, das will doch in London keiner mehr lesen!

Übrigens, bevor es in der Londoner Klatschpresse steht, der spanische König war diese Woche zwar zwei Tage offiziell in Barcelona. Nein, die Lage zwischen ihm und Artur Mas habe sich nicht entspannt wegen seines ir-realen Blog-Beitrages, obwohl man bei der CiU einem unbestätigten Gerüchte zufolge, kurzzeitig erwogen habe, ihm eine kleine, private  Elefantenjagd im Zoo von Barcelona anzubieten, der ja räumlich nicht weit von seinen offiziellen Terminen entfernt war!

http://www.abc.es/20120926/espana/abci-newyorktimes-imagen-eeuu-201209261023.html

PP-Rajoy will unterdessen bei der UNO die Ernte der Zapatero-Jahre einfahren und beansprucht einen Sitz im Weltsicherheitsrat. Damit er überhaupt wahrgenommen wird, verlangt er von den Engländern die Rückgabe von Gibraltar. Cameron soll wohl schon ein, zwei U-Boote in Marsch gesetzt haben? Auch ihm käme ein bisschen nationalistische Ablenkung gelegen, ob des Schlamassels seiner Regierung.


Die Gase der toten Kuh weckten Kirchners Begehren, meint REPSOL!

17. April 2012

Der Präsident von REPSOL Antonio Brufau schrieb, sozusagen als letzten Versuch die Enteignung von REPSOL bei der Tochterfirma YPF zu verhindern, einen Brief an die argentinische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner, den diese als Unverschämtheit und Affront wertete und der schließlich die Dinge in Bewegung brachte, aber anders als Brufau sich dies vermutlich beim Schreiben vorgestellt hatte.

Kirchner veröffentlichte den Inhalt des Briefes und bewertete ihn sehr freimütig:
Anstatt zu investieren sei es die Politik von REPSOL gewesen, maximalen Profit aus dem Unternehmen zu ziehen. Seit der Übernahme von YPF seien 13,423 Milliarden Dollar an Dividenden ausgeschüttet aber zu wenig investiert worden!

Der Brief des REPSOL-Präsidenten Antonio Brufau belege ausserdem, dass YPF und REPSOL aktuell überhaupt nicht in der Lage seien, die Suche und Förderung zu steigern und zu diesem Zweck den argentinischen Staat sowie Dritte Unternehmen als Subunternehmer ins Spiel brächten. REPSOL selbst wolle lediglich als eine Art Zwischenhändler, als Agent eingeschaltet sein und mitverdienen.

Das Problem sei nur, dass REPSOL dabei etwas anbieten wolle, das der Firma gar nicht gehöre, sondern Argentinien und seinen Provinzen! Eine schamlose Unverfrorenheit und ein Offenbarungseid sei das, wertete die argentinische Regierung das REPSOL-Schreiben, dass dem Parlament vorgetragen wurde.

REPSOL und die Spanier sehen die Dinge naturgemäß anders! Der Kauf im Jahre 1999, in einem günstigen Moment zum Schnäppchenpreis von 13,4 Milliarden Euro, habe aus dem regionalen Anbieter REPSOL einen Global Player gemacht und ihn innerhalb eines Jahres auf Platz 8 der Ölproduzenten und auf Platz 15 der weltweiten Energieanbieter katapultiert. Die FINANCIAL TIMES zeichnete den damaligen REPSOL-Präsidenten Cortina sogar für die Fusion des Jahres aus!

An den Schwierigkeiten und atmosphärischen Störungen sei der argentinische 25,46% Minderheitspartner mit Veto-Recht, die GRUPO PETERSEN-ESKENAZI schuld, die von der argentinischen Regierung zur „Nationalisierung“ YPFs in Spiel gebracht worden sei. REPSOL habe mit allen politischen Mitteln, bis hin zum Einsatz des berüchtigten Elefantentöters Juan Carlos, versucht das Klima zu verbessern.

Das war auch angebracht, denn die YPF sei für REPSOL von entscheidender Bedeutung: YPF steuert rund die Hälfte der Tagesproduktion von REPSOL (472.000 Barrel/Tag) bei und etwas weniger als die Hälfte der bekannten Reserven (1.000 / 2.180 Millionen Barrel) sowie ein Drittel des Bruttogewinnes (1.23 Milliarden Euros).

Ausserdem habe YPF insgesamt 8,33 Milliarden Euro in Argentinien investiert und 2,6 Milliarden Euro an Dividenden an die verschiedenen Aktionäre ausgeschüttet. (Dies steht im klaren Widerspruch zu Kirchners Aussagen!)

Die falsche Wirtschaftspolitik der argentinischen Regierung habe zu den aktuellen Schwierigkeiten geführt und die Entdeckung eines riesigen, nicht konventionellen Öl- und Gasvorkommens in einer toten Kuh* auf dem Gebiet der Provinzen Neuquén und Mendoza habe Begehrlichkeiten geweckt, die zu den aktuellen Entwicklungen beigetragen hätten!

http://economia.elpais.com/economia/2012/04/12/actualidad/1334265948_064598.html

*(Das Fundgebiet wird Vaca Muerta, tote Kuh genannt!)