Spanien: Standard & Poors straft Rajoy für Merkels Zwangsspar-Rezessions-Kurs!

27. April 2012

Nun war er doch so brav! Hat gnadenlos die neoliberalen Forderungen der Finanzmärkte, Brüssels und der EU-Domina in Berlin erfüllt, immer zu Lasten seiner eigenen, spanischen Bevölkerung und nun das: Die Rating-Knechte der Finanz-Vampire stufen die Iberer zum Dank in den Keller auf BBB+! Rajoy, der geborene Anpasser, Schleimer und Musterschüler wird von seinen Herren zum Dank in den Arsch getreten!

Es liegt in der Natur der literarischen Figur des Vampirs, dass er nicht aufhören, nicht genug bekommen kann. Er ist ein Süchtiger, er braucht Hilfe und muss therapiert werden…

Die vor wenigen Tagen von Goldman Sachs zusätzlich ins Spiel gebrachten weiteren 58 Milliarden Euro zum Bereinigen der überhöhten Bewertungen von Immobilien in den Büchern der spanischen Banken und Geldinstitute werden mit Sicherheit ihren Teil zu dieser Abstufung beigetragen haben?

Die Erkenntnis für Spanien und andere Schuldner dieser Welt kann folglich nur lauten: Spielt nicht mit! Verweigert euch dem Diktat! Macht es wie einst Argentinien und schmeisst die Kerle aus dem Land! Gebt eurer nationalen Wirtschaft einen menschlichen sozialen Rahmen als Spielregel vor und schlagt den Zockern die Tür vor der Nase zu! Sollen sie in New York, In London, in Frankfurt, Berlin oder Brüssel weiterzocken…

Es kann doch nicht sein, dass eine Regierung sehenden Auges die Zukunft der eigenen Bevölkerung derart vor die Wand fährt, wie es das Rajoy-Regime offenbar zu tun bereit ist?


Wem gehören die Rate-Agenturen?

18. Januar 2012

Als Investoren, die nach verschiedenen Finanzpleiten auf Nummer sicher gehen wollten, haben auch wir sie in eine Lage gebracht, wo das Heben oder Senken ihres Daumens über Wohl und Wehe von ganzen Staaten entscheiden kann. Wir haben ihnen letztlich die Macht gegeben, über die wir uns jetzt schwarz ärgern. Ihre Bewertungen, die Ratings, die einem allerdings gelegentlich wie Raten vorkommen, sollen uns bei Investitionen vor Verlusten schützen. Dagegen kann man eigentlich nichts haben, oder? Meist bekommen wir es gar nicht mit, wenn Rentenversicherungsträger, Versicherungen oder Banken mit unserem Geld „zocken“ um Renditen einzufahren, über die wir uns nur dann beschweren, wenn sie zu niedrig ausfallen.

Die drei größten S & P, Moody’s und Fitch kontrollieren 90 Prozent des Marktes.

Wem gehören eigentlich die Agenturen, denen oft mangelnde Objektivität, zu große Nähe zu Wall Street oder der City, oder gar zur US-Regierung vorgeworfen wird?

Standard & Poor’s, die Nummer eins, sitzt physisch tatsächlich „um die Ecke“ von Wall Street in der Water Street 55, NY. Sie gehört zu 100 Prozent dem Verlag Mc Graw Hill, der ebenfalls in Manhattan sitzt. Der Verlag McGH wiederum gehört

Capital Group = 12,3%
State Street = 4,3%
Vanguard Group = 3,8%
BlackRock (Goldman Sachs) = 3,8 %
Oppenheimer Funds = 3,4 %
T.Row Price = 3,3%
Dodge Cox = 2,4%
Fiduciary Management = 2,05%
Independent Franchise Partners = 1,37%
Lehrerpensionsfond Ontario, Canada = 1,94%

Alle hier Genannten zusammen machen keine 40 % aus. Wem die restlichen 60% gehören, das wird hier nicht genannt. Vermutlich sind es die Gründerfamilien?

Mc Graw Hill verkündet auf seiner Website die Trennung ihres Geschäftes in die zwei neuen Bereiche Education und Financial. Bei Erziehung gibt es Sparprogramme und Entlassungen, bei Finanzen fliessen die fetten Gewinne:

Auszug einer Mitteilung:
„…Harold (Terry) McGraw III, Chairman, President and Chief Executive Officer of McGraw-Hill, said, „We believe the substantial actions we are taking to create two powerful new companies, McGraw-Hill Financial and McGraw-Hill Education, will increase their growth prospects and deliver superior shareholder value.  McGraw-Hill Financial will comprise fast-growing and highly profitable global brands such as S&P Ratings, S&P Indices, Platts and S&P Capital IQ, creating the potential for double-digit growth, strong cash flow and profit margins in excess of 30%.

„At the same time, we are returning immediate value to shareholders.  We are building on the successful $1 billion 2011 share repurchase program by launching today a new $500 million Accelerated Share Repurchase Transaction. We also have taken substantial actions to achieve cost reductions of approximately $50 million in annualized savings, making us highly confident that we will exceed our initial target of $100 million.

„Taken together, the increased share repurchases, substantial cost-cutting initiatives and creation of two powerful new companies position us to deliver increased value for our shareholders.  Looking forward, 2012 could be the most exciting year in our history as we establish two dynamic and focused industry leaders positioned for superior growth and value.“

Increased Cost Reductions

McGraw-Hill announced today significant progress towards its cost reduction goals, which includes initiatives across the Corporation, as it ensures that the two new companies will have appropriate cost structures to drive margin expansion and invest selectively in attractive growth opportunities.

McGraw-Hill Education is reducing its executive ranks by approximately 20% and its workforce by approximately 10%, or about 550 positions, to create a flatter and more agile organization…“

Moody’s sitzt ebenfalls in Manhattan, NY, in der Greenich Street 250, im WTC-Komplex. Hier finden wir u.a. „alte Bekannte“ von S & P:

Capital Group = 12,38%
State Street = 3,36%
Vanguard Group = 3,36%
BlackRock (Goldman Sachs) = 3,28 %
T.Row Price = 5,95%

Des weiteren gehört Moody’s:

(Warren Buffets) Berkshire Hathaway Inc = 12,47%
Capital Research Global Investors (Teil von Capital Group) = 3,66%
Value Act Capital Managment = 3,63%
Neuberguer Berman = 2,86%
Invesco Advisers = 2,55%

Hier bleiben gar 75% des Besitzes ungenannt?

Fitch:
Mit Sitzen in New York und London gehört die Agentur zu 60% der französischen Firma Fimalac (Financière Marc de Lacharrière) mit Sitz in Paris. Die restlichen 40% gehören der Hearst Corporation, einem Großverlag von Publikumszeitschriften wie Cosmopolitan, Elle o Marie Claire. Das macht zusammen 100 %, das nenne ich Klarheit!

Die Ratingagenturen können Kapitalströme lenken, da gewisse Anleger vorliegende Ratings einer gewissen Güte verpflichtend für ihre Anlagen gemacht haben. Der Rest könnte sich erlauben, diese Ratings einfach zu ignorieren…

http://www.lavanguardia.com/economia/20120117/54245015487/quien-esta-detras-agencias-calificacion.html

http://www.standardandpoors.com/home/en/eu

http://www.moodys.com/

http://www.fitchratings.com/web/en/dynamic/fitch-home.jsp


Währungskrieg USA/UK gegen EU: Warum wir und nicht die?

17. Dezember 2011

Jetzt fetzen sich schon Briten und Franzosen im Währungskrieg des Pfund- und Dollar-Raumes gegen den Euro. Der britische Vize-Premierminister Nick Clegg, der von Cameron so bitter enttäuschte, forderte Frankreich auf den Ton zu ändern, sich zu mäßigen! Was war geschehen?

Der französische Wirtschaftsminister François Baroin hatte laut und öffentlich darüber nachgedacht, wie es denn sein könne, dass Frankreich von den Ratingagenturen mit Abstufung bedroht werde und das Vereinigte Königreich nicht, obwohl Frankreich weniger Defizit, die gleiche Verschuldung, mehr Wachstum und weniger Inflation als das Inselreich habe, dessen Kreditwürdigkeit sinke?

http://www.abc.es/20111217/internacional/abcp-guerra-nervios-entre-paris-20111217.html

Dies halte er, Baroin, für ungerecht und er könne nicht verstehen warum Paris Konsequenzen angedroht würden, London aber nicht?

Nun, selbst ich kann das verstehen und deshalb werte ich Baroins Frage als scheinheilige Schlitzohrigkeit!

Die Britische Regierung, vertreten durch David Cameron, die sich ja vorige Woche ausser Stande sah, die Änderung der EU-Verträge mitzutragen, hat heute übrigens „angedroht“ an den Verhandlungen über diese Änderungen „technisch“ mitzuarbeiten auch wenn das Vereinigte Königreich nicht mit darüber abstimmen dürfe!

Na Bitte, auch ohne Änderungen mitzutragen, auch ohne britische Zahlungen zur Euro-Rettung an den IWF zu leisten, können die Bedürfnisse der Finanzpiraten der City of London in Vertragsänderungen mit eingearbeitet werden! Wo, ausser in der EU geht so etwas?

http://www.lavanguardia.com/economia/20111216/54242174625/reino-unido-pide-francia-baje-tono-comentarios-economia.html


Die 15,15 Milliarden Euro Mogelpackung der Banco de España!

11. März 2011

Analysten sehen mit (mindestens!) 50 Milliarden Euro mehr als den doppelten Finanzbedarf und bezweifeln die Kalkulation der Banco de España. Warum?

12 Milliarden seien ja bereits verteilt worden, die seien schließlich auch zu berücksichtigen!
Nur Standard & Poor’s geht mit diesen „offiziellen“ Zahlen konform. Fitch sieht einen Bedarf von 40 Milliarden. Moody’s glaubt an 40 bis 50 Milliarden. Goldmann Sachs will 22 bis 59 Milliarden sehen. Morgan Stanley will 40 Milliarden. Unterschiedliche Zahlen, aber das ist auf jeden Fall eine ganze Menge Holz!

Allgemein werden die offiziellen Zahlen als viel zu niedrig eingeschätzt! Dadurch wachsen eher die Zweifel als das Vertrauen in die Maßnahmen, denn man muss grundsätzlich Bedenken: Allen genannten Zahlen liegen drei theoretische Modelle (Basis / Krise / schwere Krise) zu Grunde, von denen die Banco de España mit „Basis“ das politisch Günstigste, weil Billigste verwendet hat! Sie hat relativ kurze Zeitdauern für die Immobilien-Krise und die Massenarbeitslosigkeit angenommen. Dauern die Krisen jedoch länger, dann wird’s erheblich teurer!

Dieses Zahlenwerk der politischen Täuschung könnte schon in einem halben Jahr wieder überholt sein!
Moody’s kalkuliert für den ungünstigsten Fall einen Finanzbedarf von 125 Milliarden, Fitch von 90 Milliarden Euro!

Dabei seien diese Mindestreserven für Banken und Sparkassen strenger als das berüchtigte Basel III Abkommen! In Spanien müssten Banken 8 Prozent und Sparkassen 10 Prozent Mindesteinlage ab September 2011 aufweisen. Basel III sehe dagegen lediglich eine 2013 beginnende Steigerung von 2 auf 7 Prozent vor.

Es wurden insgesamt 12 Finanzinstitute und deren Geldbedarf genannt. Darunter befindet sich auch die spanische Tochter der Deutschen Bank, die mit 182 Millionen Euro ihre Reserven nur um „Peanuts“ erhöhen muss.
Die Hauptschuldner sitzen in Madrid, Galizien und Katalonien. Ihnen droht im September die (Teil-)Verstaatlichung!


Spielverderber! Wie gierige Kapitalgeber Märkte schaffen.

17. Dezember 2010

Eigentlich hätte man von selbst drauf kommen können. Es ist so offensichtlich, es lag direkt vor unserer Nase, aber wir wollten es nicht sehen! Den Automatismus, dass die Kreditzinsen unten bleiben, wenn nur die EU Irland mit Milliarden aus dem Rettungspaket zuschüttet, der war nur ein frommer Wunsch, den gibt es so nicht:

Zitat NZZ:
„…Trotz den Milliarden aus dem EU-Rettungsfonds bewertete Moody’s das hochverschuldete Land nur noch mit Baa1, fünf Stufen unter der bisherigen Note Aa2. Die Agentur kündigte sogar an, dass die Bonitätsnote noch weiter sinken könnte…“

Das ist ein starkes Stück! Gerade gab der IMF den Iren 22 Milliarden frei. Zusammen mit dem drakonischen Sparpaket sollte der Kapitalmarkt wieder Vertrauen fassen in das Land der Iren. Aber das Gegenteil geschieht!
Offenkundig konnte da die Gier nach höheren Zinsen trotz reduzierten Risikos nicht gezügelt werden. Wer spricht hier eigentlich noch von Markt?

Praktisch bedeutet dies, dass die ganze Rettungsschirm-Arie aus Milliarden Steuergeldern womöglich wirkungslos bleiben könnte. Wozu machen wir das dann eigentlich?


Bald zahlen wir für die PIGS!

11. Februar 2010

Mit flächendeckenden Lohn- und Gehaltssenkungen wollte die deutsche Wirtschaft ihre Wettbewerbsfähigkeit gewährleisten und den Status des Exportweltmeisters zementieren. Die Zeche zahlten die Arbeitnehmer und auch der Staat durch geringere Steuereinnahmen. Jetzt hat man es geschafft, die ersten EU-Staaten in die Knie zu zwingen:
Griechenland ist praktisch pleite. Portugal, Italien und Spanien sind auf dem Weg dahin. Diese Länder werden in Fachkreisen zynisch und absichtsvoll PIGS genannt, was auf Englisch Schweine heisst…
Auch Österreich wird teilweise schon dazu gezählt!

Die ganze Südschiene der EU krankt an uralten Krankheiten, die durch den Euro und die deutsche Exportoffenive noch verstärkt wurden. Schon bei der Erfüllung der Aufnahmekriterien für die Gemeinschaftswährung wurden die Bilanzen und Statistiken aus politischen Gründen wohlwollend geschönt. Als sie den Euro erst einmal hatten, konnte der alte Schlendrian munter noch ein paar Jahre weitergehen. Nur mit dem entscheidenden Nachteil, dass diesen klassischen Abwertungsländern nun auf einmal dieser Weg verschlossen war.

Diese unterschiedliche Wirtschaftspolitik und die unterschiedlichen Voraussetzungen der Teilnahmeländer sind die angeborenen Schwächen des Euro. Dazu kommen ärgerliche und unverständliche Außeneinflüsse: Dubiose Ratingagenturen, die in alle Skandale und Krisen der letzten Jahre verwickelt waren, bewerten von außen die Bonität der Euro-Länder und diese lassen sich das gefallen! Dies gibt faktisch den USA die Möglichkeit die Wirtschaft der EU-Länder von außen zu beeinflussen. Die USA selbst werden selbstverständlich von diesen Ratingagenturen trotz ihrer Verschuldung, ihrer Wirtschaftsschwäche und dem hemmungslosen Einsatz der Notenpresse, stets mit den höchsten Bewertungen eingestuft. Jetzt sind Banker und Spekulanten längst dabei gegen den Euro zu wetten. Das Zockerspiel der enthemmten Gierlappen zwingt den Wechselkurs des Euro zum Dollar auf die abschüssige Bahn.

Wir, die deutschen Steuerzahler, werden nicht nur die PIGS retten müssen, sondern auch die höhere Inflation des Euro schlucken müssen. Unsere Unternehmen, die uns dies ganz wesentlich mit eingebrockt haben, müssen dagegen steuerlich entlastet werden, um wettbewerbsfähig… aber das kennen wir ja schon!

PS: Unsere Löhne dürfen natürlich bei solch schwierigen Rahmenbedingungen auf keinen Fall steigen!
Soviel zum Thema Binnenkonjunktur…