Vater des Toulouse-Attentäters Mohamed Merah erstattet Anzeige „gegen Unbekannt“ wegen Mord unter besonders schweren Umständen.

11. Juni 2012

Die Pariser Anwältin Isabelle Coutant-Peyre, die mit der algerischen Anwältin des Vaters zusammenarbeitet, erstattete heute eine entsprechende Anzeige vor dem Tribunal de Paris.

Gegen Merah, einen einzelnen Mann eingeschlossen in seinem Appartement, seien zwischen 300 bis 400 bewaffnete Personen eingesetzt worden, ein Umstand der schon für sich Fragen aufwerfe.

Es habe keinen Grund dafür gegeben ihn umzubringen. Sie habe Beweise, dass der 23-jährige von den Elite-Agenten des RAID-Kommandos gezielt liquidiert worden sei.

Es gäbe zwei Videos, aufgenommen von Merah selbst kurz vor seinem Tod und mit seinem Mobiltelefon versandt. Darin gestand er seine Terroranschläge im Namen von Al Kaida, versicherte allein gehandelt zu haben und weitere Anschläge zu planen.

http://www.lavanguardia.com/internacional/20120611/54310605875/padre-asesino-toulouse-denuncia-muerte-hijo.html

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Einige frühere Beiträge zum Thema:

http://www.leparisien.fr/faits-divers/affaire-merah-me-coutant-peyre-confirme-une-plainte-contre-le-raid-09-05-2012-1992240.php#reactions-article

http://www.lavanguardia.com/internacional/20120328/54278201499/exjefe-contraespionaje-frances-merah-confidente.html

http://www.lefigaro.fr/actualite-france/2012/03/26/01016-20120326ARTFIG00709-un-montage-des-videos-prises-par-merah-envoye-a-al-jazeera.php


Polizeichaos in Toulouse. RAID-Kommandos blamiert!

22. März 2012

Ministerielle, offiziell bekundete Ratlosigkeit beherrscht das Bild um den mutmaßlichen Serienkiller von Toulouse und Montauban. Innenminister Guéant: „Wir wissen nicht, ob er tot ist, oder ob er noch lebt!“

Die Polizei zündete des Nachts Granaten vor dem Haus, vermutlich aber nur um die Nachbarn zu nerven und am Schlafen zu hindern?

Journalisten wollen zwei Schüsse in/aus der Wohnung gehört haben. Seitdem herrscht die große Stille und Ratlosigkeit. Die Wohnung wird mit Sicherheit mit Richtmikrophonen abgehört und womöglich auch mit Wärmebildkameras untersucht, offenbar ohne verwertbare Erkenntnisse?

Der französische Innenminister und seine tausenden CRS-Polizisten strahlen ein Bild der Hilflosigkeit aus. Das Bild, das Ansehen des mutmaßlichen Attentäters hingegen, wächst bei seinen Anhängern und Gesinnungsgenossen mit jeder Stunde, die er die Staatsmacht länger hinhält.

Der (unzuständige) französische Außenminister Alain Juppé, verlangt Klarheit über eventuelle Fehler bei der Aufklärung.

Ein Ex-Kommando, ein Profi, kommentierte die Aktion bereits gestern lakonisch mit „wir haben es verschissen!“

NACHTRAG: Donnerstag, 22. März, 12:45 Uhr:

Jetzt, Donnerstag, den 22. März gegen 11:30 Uhr, wird der Tod des Verdächtigen gemeldet.

Nach weiteren heftigen Explosionen und Schiessereien, sei er im Bad seiner Wohnung entdeckt worden und habe sich durch einen Sprung aus dem Fenster der dritten Etage selbst getötet.

Zuvor habe er von außerhalb der Wohnung, vom Balkon auf die angreifenden RAID-Kommandos geschossen, ohne dass er gestoppt werden konnte. Es gab drei weitere angeschossene Polizisten, davon einer ziemlich schwer…

Die Islamisten-Szene hat einen neuen Helden und die französischen Spezialeinheiten haben sich gründlich blamiert. Sollte mich wundern, wenn das innerhalb der Polizei und des Innenministeriums kein “Köpferollen” verursachen wird?

Sarkozy wird diese zeitlich und thematisch “genau passend passierte Geschichte” vermutlich die Wahl retten, die er schon verloren zu haben schien, merde!