Frankreich: Ein Jahr nach Toulouse und Montauban, Gedenkroutine?

11. März 2013

Heute jährt sich der Beginn der Mordserie des Mohamed Merah in Montauban und Toulouse. Es gibt offizielle Ermittlungen. Es gibt TV-Dokus. Es gibt Gedenkfeiern, Gedenktafeln an den Tatorten und einen „Weissen Marsch“. Es gibt wieder viele Worte, aber gibt es auch konkrete Ergebnisse?

Ausser unerklärlichen Pannen und Koordinationsproblemen zwischen den Französischen Sicherheitsbehörden ist nicht wirklich viel heraus gekommen. Sein Bruder Abdelkader Merah sitzt in Untersuchungshaft. Im Vorfeld des Jahrestages gab es einige Aktivität vortäuschende vorläufige Festnahmen von der Beihilfe Verdächtigen. Sie alle mussten nach Ablauf der maximalen Arrestzeit wieder entlassen werden, weil die Beweise nicht reichten. Die Suche nach dem ominösen „Dritten Mann“ geht weiter.

Es bleibt weiterhin unklar, wie ein junger Mann unter den Augen der Geheimdienste  und vermutlich von ihnen geführt, derart aus dem Ruder laufen konnte, ohne dass die Profis dies bemerkten?

Merah jedoch ist in seinen Kreisen und seiner Familie längst zum Helden verklärt worden. Die Angehörigen der Opfer beklagten, dass seiner Mutter und Schwester in einer auf France 3 ausgestrahlten Doku zum Jahrestag zu viel Raum zur Selbstdarstellung eingeräumt worden sei. Es kann leider nicht ausgeschlossen werden, dass es irgendwo Nachahmer gibt, die den Jahrestag zu Aktionen nutzen wollen? Vermutlich werden die französischen Behörden in diesen Tagen stillen Alarm ausgelöst haben? Denn in Mali sterben Muslime durch französische Truppen, wie damals in Lybien.

Eines von Merahs Opfern lebt noch. Ein schwerstverletzter junger Soldat, Loïc Liber, der vermutlich Zeitlebens unter den Folgen des Attentats leiden wird. Er ist in der Öffentlichkeit fast vergessen…

http://www.lemonde.fr/societe/article/2013/03/11/debut-des-hommages-aux-victimes-de-mohamed-merah_1845876_3224.html


Drei US-Special-Forces-Soldaten von afghanischer Polizei ermordet.

10. August 2012

Der Vorfall ereignete sich am bereits am Donnerstag, den 9. August in der südlichen Provinz Helmand. Die Special Forces seien von den Afghanen zu einem Dinner eingeladen worden um Sicherheitsfragen zu besprechen. Während des Essens wurden sie vom Polizeikommandeur des Distriktes Sangrin und einigen seiner Soldaten erschossen. Diese flohen nach der Tat.

Laut NATO sind seit Januar in 25 Zwischenfällen mit eigentlich Verbündeten afghanischen Sicherheitskräften 31 Soldaten getötet worden. Im Vorjahr wurden in 21 Zwischenfällen 35 NATO-Soldaten getötet.

Drei weitere US-Soldaten und ein US-Helfer wurden früher am Donnerstag in der östlichen Provinz Kunar durch einen Selbstmordattentäter getötet.

Nichts wie raus da! Deutschland wird nicht am Hindukusch verteidigt und die USA auch nicht. Die Leute, die man offiziell für den 11. September 2001 verantwortlich macht, kamen überwiegend aus Saudi Arabien. Jenem Saudi Arabien, dem George W. Bush großzügig erlaubte mit Sonderflügen seine Leute aus den USA zu holen, als dort für den Rest der Welt ein Flugverbot herrschte…

http://www.huffingtonpost.com/2012/08/10/afghanistan-police-kill-us-troops_n_1763135.html?utm_source=DailyBrief&utm_campaign=081012&utm_medium=email&utm_content=FeatureTitle&utm_term=Daily%20Brief


Verzögert, verleugnet, vertuscht und vernichtet.

3. August 2012

Was geht in unseren Sicherheitsbehörden, in unserer Polizei vor? Das fragt sich wohl nicht nur der – allerdings unsägliche – Bundesinnenminister aus Franken.

Das Nazi-Terrortrio hat mit seinem zweidrittel Selbstmord nach zehn Jahren der vergeblichen(?) Fahndung und einer beispiellosen Mordserie in unseren Sicherheitsbehörden ein Erdbeben ausgelöst, dessen Ende noch nicht absehbar ist. Pleiten, Pech und Pannen sollen es nur gewesen sein, die einen Fahndungserfolg verhindert haben, aber wer glaubt das denn eigentlich noch? Zu viele dumme Zufälle reihen sich aneinander…

Polizisten und Verfassungsschützer, die auf dem rechten Auge blind, oder gar gleich selbst im Klu-Klux-Clan sind.

Mit öffentlichen Geldern geförderte Sportler, die bei der Polizei sind, bzw. waren und deren private Kontakte tief ins Rechte Milieu reichen.

Unerklärliche Nachsicht bei Demos der Rechten, alles unabhängige Einzelfälle oder ein ganz allmählich auftauchendes Netzwerk der Rechten in die Sicherheitsbehörden hinein?

Angenommen, die beiden Wohnmobil-Selbstmörder, wären gar keine gewesen, sondern von einem ausländischen Dienst beseitigt worden, dem diese wuchernd wachsende Symbiose auf der Rechten zu weit gegangen wäre, dann hätte eine solche Aktion zumindest eine maximale Wirkung erzielt, denn seit mehr als über einem Jahr wird jetzt amtlich und politisch verzögert, verleugnet, vertuscht und vernichtet…

Mahntafel gegen den Nazi-Gestapo-Terror in Salzburg.

Mahntafel gegen den Nazi-Gestapo-Terror in Salzburg.


Ach Gott, was wird bloß das Ausland von uns denken?

14. November 2011

Legt der braune Sumpf sich selbst trocken? Werden mutmaßliche Serienmörder – von womöglich rund zehn Immigranten und Polizisten – plötzlich ihres Nomadenlebens im Untergrund überdrüssig und geben sich selbst die Kugel? Sie tun dies schön ordentlich unter Hinterlassung einer Bekenner-DVD und seit Jahren fieberhaft gesuchten Tatwaffen aus der Döner-Mordserie und dem Polizistinnenmord in Baden-Württemberg? Da hat wohl einer reinen Tisch gemacht, wie es scheint, aber waren es die Männer aus dem verbrannten Wohnwagen? Das scheint mir ziemlich unwahrscheinlich…

Die unheilvolle Verbindung von Verfassungsschutz, Teilen der Polizei und der Geheimdienste mit dem braunen Sumpf, die seit Jahren immer wieder gut dokumentiert wird, aber offenbar unlösbar weiter andauert, hat offenbar eine reale braune Terrorszene geschaffen, der in Deutschland mehr Menschen zum Opfer fielen als dem vielbeschworenen Islamistischen und Links-Terror, dessen angebliche Existenz als Begründung der Existenzberechtigung und Finanzierung dieser Organisationen dient.

Nun läuft wieder die übliche „Das müssen wir erst gründlich ermitteln und aufklären und wollen deshalb kein vorschnelles Urteil abgeben!“-Arie ab. Wer erwartet eigentlich von Sympathisanten, Mitwissern und möglichen Tatbeteiligten Aufklärung? Da ist wohl eher Vertuschung angesagt?

Nehmen wir einmal an, ein ausländischer Geheimdienst, der einigermaßen Zugang zu unseren Diensten und deren Wissen hat, hat die Schnauze voll von der braunen halbstaatlichen Symbiose in Deutschland und der Engelsgeduld unserer Dienste mit der rechten Terrorszene? Er unterwandert die Szene und macht auf eine Art und Weise „reinen Tisch“ – garniert mit Doku und Beweisen – die es den üblichen Verdächtigen sehr schwer, wenn nicht unmöglich macht, die Dinge in bewährter Form zu vertuschen.

Könnte dies so gewesen sein? Womöglich nur eine neue VT, aber sie erscheint mir wahrscheinlicher als der Doppelselbstmord von ihres Lebens überdrüssigen mutmaßlichen Massenmördern!

Einstweilen dürfen wir uns selbst bemitleiden und uns um unser Ansehen im Ausland sorgen, wie immer halt!


Was ist eigentlich das Skandalöse am UK-Hacking- und Abhörskandal, NoW?

20. Juli 2011

Diese Frage wird man – je nach Standpunkt – unterschiedlich beantworten müssen!

Ein Konsument dieser Medien, ob Zeitungsleser oder TV-Seher, kann sich eigentlich nicht empören. Es wäre scheinheilig, denn offenbar will er es nicht anders. Der kommerzielle Erfolg gibt den Skandalmedien ja scheinbar recht?
Keiner wird gezwungen, die Murdoch-Presse zu kaufen. Das gilt übrigens weltweit. Viele tun es trotzdem!

Die Wettbewerber sind abgetaucht! Sie wollen so den Eindruck vermitteln, dass der NoW-Skandal ein singulärer Ausrutscher dieses ungehobelten Australo-Amerikaners und seiner Leute sei. Das wird ihnen wohl nicht gelingen!

Nicht nur suchte Rebekah Brooks, Murdochs rote Boulevard-Hexe, seit Monaten und wissend was auf sie zukommt, nach Beweisen, dass auch die anderen Verlage Detektive beschäftigt und Telefone abgehört haben. Diese Vermutung entspricht auch dem gesunden Menschenverstand, denn erstens hat es immer Fluktuation von Personal zwischen den Verlagen gegeben und dann könnte wohl auch kein Wettbewerber auf die Dauer gegen diesen „Wettbewerbsvorteil“ mit sauberer Weste bestehen?

Was will der Boulevard-Leser eigentlich? Die neuesten, die unglaublichsten, die geilsten Nachrichten, die Demaskierung der unerreichbaren Promis als Menschen „wie du und ich“, oder will er ein fades, nach hochmoralischen Maßstäben entstandenes Käse- oder Kirchenblatt?

Die Politik ist zumindest vordergründig empört! In Wirklichkeit sind Politik und Medien wie voneinander Abhängige, wie Junkie und Dealer und dies mit manchmal wechselnden Rollen. Murdoch hat Blair gemacht, Brown verhindert und Cameron gemacht und alle vier wissen das. Cameron hat sich nicht umsonst alle vierzehn Tage mit Murdoch bzw. dessen Topmanagement getroffen und diese durch die Hintertür von Downing Street Nr. 10 ein- und ausgeschleust. Er wusste was er tat und wie dies wirken musste. Brooks zählte als Nachbarin sogar zum Freundeskreis von Cameron. Da wirkten welche abgestimmt zusammen wie altgediente Synchronschwimmerinnen. Und dann die Querverbindungen: Der Einstieg von NoW- und anderen Murdoch-Leuten in Camerons Mannschaft.

Die Opposition um Milliband ist merkwürdig gedämpft in ihrem Protest? Sicher haben auch deren Politiker ihre Kontakte, Zugänge, „enchufes“ zu den Medien?

Politik und Medien: Man säuft, kokst, hurt und kotzt zwar allabendlich zusammen, aber man spricht natürlich nicht über die Arbeit? Alles klar, wer’s glaubt…

Die Polizei sitzt zwischen Politik, Medien und Konsumenten und weiss sehr viel über alle Beteiligten, denn sie verfügt über die notwendige Hard-, Soft- und „Humanware“ zur Informationsgewinnung und sie agiert an den Schnittstellen der genannten Gruppen. Sie wollen ihren Teil vom Kuchen abhaben, deren Verzehr sie täglich und nächtlich dokumentieren. Einige lassen sich deshalb für Informationen und womöglich für andere Gefälligkeiten bezahlen. Sie stellen hochbezahlte Berater aus der Medienbranche ein, ein „Kickback“ ist dabei nicht auszuschließen…

Was wollen die Beteiligten eigentlich?

Die Leser wollen nicht gelangweilt werden. Sie wollen Unterhaltung die sie darin bestärkt, dass die Welt schlecht sei und die anderen, besonders die Promis, noch viel schlechter als man selbst. Sie wollen die „Vermenschlichung“ auf niedrigem Niveau. Vermutlich akzeptieren sie dabei auch Lügen, wenn die Geschichte nur gut ist? Dafür bezahlen sie…

Die Medien wollen Gewinn machen. Sie bieten dem Konsumenten das, wofür er zu zahlen bereit ist. Grundsätzliche moralische Aspekte leiten sie vermutlich nicht. Sie ergreifen aber als Interessenwahrer des lokalen und globalen Kapitalismus durchaus die Partei einer politischen Richtung, bzw. sie versuchen sich die Partei mit den günstigsten Gewinnaussichten gewogen zu stimmen. Das bedeutet, sie müssen es prinzipiell mit allen Parteien treiben, trotz aller klar ersichtlichen Präferenzen!

Die Politik möchte ungestört agieren! Das bedeutet ihre Botschaft möglichst positiv ans Volk gebracht – eben gut verkauft – sehen. Politiker sehen die Medien entweder als PR-Agenturen oder als Feinde, die üble Propaganda verbreiten. Die Medien können es aber nicht jedem Politiker immer recht machen, daraus entsteht zwangsläufig Reibung. Mit Geld, Information und schmutzigen Geheimnissen entstehen wechselseitige Abhängigkeiten voneinander.

Was wird nun in England geschehen?
Es wird ritualisierte Anhörungen geben. Es werden Untersuchungen gestartet, die eine lange Laufzeit haben. Alle Beteiligten werden versuchen Druck aus dem Kessel, Dampf abzulassen. Es wird ein paar Bauernopfer geben (müssen).
Die Beteiligten werden sich keinen Spiegel vorhalten lassen wollen, in dem sie ihr hässliches Gesicht sehen würden. Das muss nun wirklich nicht sein!

Und David Cameron? Der macht farblos weiter wie bisher, mit hohlem Pathos…

PS: Theoretisch ist Murdochs BSkyB Geschäft noch immer möglich, auch wenn es momentan natürlich nicht so aussieht. Wer sollte denn dessen Geschäfte in UK künftig betreiben? Wieder so ein Ausländer?


UK-Abhörskandal: Rebekah Brooks Verhaftung Teil der Vertuschung?

17. Juli 2011

Rupert Murdochs „rechte Hand“ Rebekah Brooks, die mit der wunderbaren feuerroten Wischmop-Frisur, ist mit Ankündigung verhaftet worden. Ihr Status ist offenbar der, eines Untersuchungshäftlings?

Kommt damit schneller Licht in den Abhör-Sumpf des Murdoch-Teams? Nicht unbedingt, eigentlich könnte sogar das genaue Gegenteil von Aufklärung geschehen!

Vor ihrer Verhaftung hatte Rebekah Brooks zugesagt, am kommenden Dienstag, den 19. Juli vor einem Ausschuss des britischen Unterhauses auszusagen über die Abhör- und Telefonhacking-Praxis in Printmedien für die sie veranntwortlich war. Ihre Festnahme hat dieses Auspacken praktisch gestoppt!

Es ist fraglich, ob sie als Untersuchungshäftling überhaupt dort aussagen könnte/dürfte. Ganz sicher aber braucht sie sich als Beschuldigte nicht selbst belasten. Ihre Anwälte müssten ihr sogar fürsorglich von einer Aussage abraten!

Dann befindet sich Rebekah Brooks derzeit unter der Obhut der Polizei. Genau der Polizei, der man im Zusammenhang mit diesem Skandal Bestechlichkeit und Korruption vorwirft. Diese Herren können vermutlich auch kein gesteigertes Interesse an ihrem Auspacken haben. So könnte ihre Festnahme letztlich ein Teil des Versuches sein, den Skandal zu begrenzen, weitere Info-Lecks zu schliessen und einen Deal zu finden, mit dem alle Seiten leben können?

Rebekah Brooks war gesellschaftlich und politisch dem britischen Premier David Cameron recht nahe, zu nahe?

Dazu schreibt die NZZ vom 18.07.2011: Premierminister David Cameron musste sich verteidigen, weil er sich in nur 15 Monaten Amtszeit 26 Mal offiziell mit Murdoch oder dessen Top-Managern getroffen hatte. (Nachträgliche Ergänzung!)

Auch von dieser politischen Seite kann es also kein allzu großes Interesse an Aufklärung geben…

Ein Deal könnte etwa so aussehen: Wenn sie mit ihrem Insider-Wissen Murdoch ans Messer liefert, um dessen Macht auf der britischen Insel definitiv zu brechen, könnte sie mit einem blauen Auge davon kommen. Über das Verhalten von Politik und Polizei würde dann ein Mantel der Kumpanei und des Schweigens gelegt…

http://www.guardian.co.uk/media/2011/jul/17/rebekah-brooks-arrested-phone-hacking-allegations