Geheimtreffen: „Katalanische Bilderberger“ wollen Artur Mas retten!

27. Januar 2014

In seinem abgelegenen Landgut in der Comarca Empordá der Provinz Girona bat der Kopfgeldjäger* Luis Conde ausgesuchte spanische und katalanische Politiker und Größen der Wirtschaft zu Tisch, zum Edelfressen und Wohltätigkeitssaufen zugunsten einer Stiftung für Geistig-Behinderte.

Ihm gelang es dabei 260 Leute zusammen an die Tische zu bringen, die sich seit Jahren und noch bis wenige Stunden zuvor öffentlich auf das Übelste bekämpft hatten. Darunter gewiss auch einige der üblichen Verdächtigen, die in Katalonien Rang, Namen und Einfluss haben, gerne als „die Oase“ bezeichnet werden, die es sich auf Kosten der Steuerzahler gut gehen lässt, sich dabei hemmungslos die Taschen füllend…

Unter dem Motto „Der Geist von Fonteta“ sollten sie ohne weitere konkrete Vorgaben ein paar Stunden miteinander verbringen ohne sich gegenseitig an den Hals zu gehen. Dies scheint gelungen zu sein, denn von Verletzten wurde nichts bekannt.

Artur Mas war wie üblich der Allerletzte! Er ließ die anderen warten, weil er sich zuvor in einer Fabrik ausgiebig mit Korken beschäftigte, mit dem man gemeinhin Flaschen den Hals stopft. Vielleicht sinnierte er ja darüber, wie man den Geist der Unabhängigkeit wieder in die Flasche zurück bekommen könnte?

Am Tisch des Gastgeberpaares saß er dann einträchtig mit drei PP-Ministern der Rajoy-Regierung zusammen, die sich noch zwei Stunden zuvor auf ihrem Parteitag in Barcelona über den Unabhängigkeits-Phantasten Mas echauffiert hatten. Darunter die Präsidentin der PP in Madrid, Esperanza Aguirre, der Innenminister, Jorge Fernández Díaz, der Minister für Industrie, Energie und Tourismus, José Manuel Soria, und die Ministerin für Infrastruktur, Ana Pastor, der Kabinettschef des Premierministers, Jorge Moragas und last not least, „der Ewige“, der leibhaftige Meister Yoda des Katalanismus, der molt honorable Senyor Jordi Pujol und so Extrem-Pole wie der Vorsitzende der PSC, Pere Navarro, die Vorsitzende der PPC, Alicia Sánchez-Camacho.

Es gab Wildschwein und eigenen Wein und siehe da, die Damen und Herren verstanden sich als „reunió secreta: els quadres muntanyes de Catalunya busquen salvar Artur Mas del ridiculo!“

Es soll dabei zu Annäherungen gekommen sein, denn Mas sei ja kein Dummkopf…

Ministerpräsident Rajoy, der ganz in der Nähe in Barcelona ebenfalls am PP-Parteitag teilgenommen hatte, soll im Gegensatz zu seinen Ministern nicht eingeladen worden sein um dem katalanischen Präsidenten in Katalonien nicht durch Rangordnungsfragen die Schau zu stehlen!

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*Headhunter, Talentsucher, Partner von Seeliger y Conde.


Nach der Katalonienwahl: Wer mit wem, oder nicht und warum nicht und überhaupt!

28. November 2012

CiU ist geteilter Meinung:
Das „C“, sprich Artur Mas, etwa auf FDP-Linie liegend, will mit der ERC in eine Koalition sonst nix mit Unabhängigkeit, droht er!

Das „U“, sprich Josep Antoni Duran i Lleida, ein CDU-Klon, sieht weder die PSC, die Sozis, noch die ERC, die Republikanische Linke Catalunyas, Regierungsverantwortung in Katalonien übernehmen. Eigentlich würde es ihm aber gefallen, wenn beide mit CiU in die Regierung einträten, denn es stehen zahlreiche, konfliktbeladene, weitere Kürzungen an.

Oriol Junqueras von ERC, will eigentlich nicht in die Regierung, kann sich aber eine Tolerierung von Artur Mas aus der Opposition heraus vorstellen. Er will die Unabhängigkeit, aber keine weiteren sozialen Kürzungen mehr. Er kann sich eine Koalition von CiU und den Sozialisten der PSC vorstellen, die eine föderale Autonomie Kataloniens in einem spanischen Staat anstreben. Das Thema Unabhängigkeit könnte so blockiert, zumindest gebremst werden, meint er.

Pere Navarro, PSC, weist das Angebot der CiU zwar zunächst zurück, als guter Sozi ist er aber grundsätzlich immer zu Gesprächen bereit. Es fehlten die Bedingungen um mit Mas zu einer Übereinkunft zu kommen, sagte er.  Schließlich habe Mas in der zurückliegenden Legislaturperiode mehrere Gesprächsangebote der PSC zurückgewiesen. Und mit sozialen Kürzungen und der Unabhängigkeit verfolge CiU diametral entgegengesetzte politische Ziele, fügte er hinzu.

Die PPC von Alicia Sánchez-Camacho, hatte die politisch durchaus sehr ähnliche CiU in den letzten zwei Jahren durch Tolerierung an der Macht und den Sauereien gehalten. Das könne durchaus so weitergehen meint sie, nur bei dem Unsinn mit der Unabhängigkeit forderte sie einen radikalen Kurswechsel.

Dies wären die primär-möglichen Koalitionspartner von CiU. Weitere, zusätzliche Partner wären natürlich möglich, sind jedoch nicht zwingend nötig.

http://www.elmundo.es/elmundo/2012/11/27/barcelona/1354038404.html