Ölpest im Golf von Mexico: BP gesteht 14 Verbrechen und zahlt 4,6 Milliarden Dollar!

15. November 2012

Zwei Jahre nach der verheerenden Ölpest im Golf von Mexico ist zwischen BP und der US-Regierung anscheinend eine finanzielle Vereinbarung zur Schadensregulierung in naher Sicht.

Der NEW YORK TIMES zufolge zahlt BP über die nächsten fünf Jahre insgesamt 4 Milliarden Dollar Strafe an die US-Regierung, von denen das Meiste an Umwelt-Organisationen ginge. Das Unternehmen erklärt sich in insgesamt 14 Punkten schuldig, u.a. für den Tod von 11 Menschen auf der Bohrplattform Deepwater Horizon. In diesem Zusammenhang müssen sich zwei BP-Angestellte vor Gericht verantworten.

Der US-Generalstaatsanwalt Eric H. Holder, wird dazu heute Nachmittag Ortszeit in New Orleans eine Pressekonferenz abhalten.

Diese Regelung würde aber nur die kriminellen, strafrechtlich relevanten Anklagepunkte abdecken. Eine ganze Reihe weiterer Klagen stehen an, darunter Zivilklagen und Klagen wegen Umweltschäden.

Die möglicherweise „teuerste“ Strafe,  wegen Verstosses gegen den „Clean Water Act“, ist ebenfalls durch die geplante Übereinkunft mit der US-Regierung nicht abgedeckt. Hier sind Strafen zwischen 1.100 und 4.300 Dollar pro Barrel Öl vorgesehen. Das alleine könnte Strafen von bis zu 21 Milliarden Dollar bedeuten!

Seit März laufen Verhandlungen zu außergerichtlichen Übereinkünften mit der betroffenen Fischereiindustrie und wegen gesundheitlicher Probleme von Anwohnern. Für diese rechnet BP mit einer zusätzlichen Belastung von ca. 7,8 Milliarden Dollar.

Trotz dieser enormen Summen scheint BP bemüht, dieses Thema endgültig zu schließen, da der Firmenwert und das Ansehen des Unternehmens beeinträchtigt seien.

BP hat Teile des Unternehmens veräussert um Rücklagen für die Entschädigungen und Strafen zu schaffen und macht seit dem dritten Quartal wieder Gewinne.

Der reale Schaden an Flora und Fauna im Golf, besonders evtl. Spätfolgen, kann durch diese finanziellen Regelungen natürlich nicht behoben werden…

 

NACHTRAG, AKTUALISIERUNG: 16.11.2012
Erneut ist eine Ölbohrplattform im Golf von Mexico explodiert, in Brand geraten und mittlerweile gesunken. Es gab Tote und Verletzte und durch die Anwesenheit eines Versorgungsschiffes auch viele, die sich glücklich an Bord retten konnten. Diese Plattform soll im Flachwasser gestanden haben und nicht von den Vorschriften, die nach dem PB-Desaster erlassen worden waren, betroffen gewesen sein! Siehe Kommentare!


Zypern-Krise weitet sich aus!

19. September 2011

Die Türkei sei bereit eine Bohrinsel für Probebohrungen und ein Kriegsschiff in das Seegebiet um Zypern zu senden um ihre Ansprüche um Zypern zu sichern. Die Spannung zwischen EU-Zypern, Griechenland, Israel(?) und der Türkei im östlichen Mittelmeer würden sich zur Krise auswachsen. Dies erzählte ein Offizieller des türkischen Aussenministeriums am Sonntag der Hürriyet Daily News:

http://www.hurriyetdailynews.com/n.php?n=cyprus-drilling-rig-to-be-blocked-2011-09-18

Diese Ankündigung folgte der Nachricht, dass die Texas-basierte NOBLE ENERGY und wohl auch israelische Firmen(?) unter einer Lizenz der Griechisch-Zypriotischen Regierung über das Wochenende eine Bohrinsel südöstlich der Insel in Position brachten und Bohrungen vorbereiteten.
(Die Türkei scheint diese Aktivitäten irgendwie verschlafen zu haben und jetzt hastig zu improvisieren?)

Jetzt soll die Türkische Petroleum Corporation TPAO, mit einer Lizenz der Zypern-Türken ausgestattet, im selben Seegebiet bohren.  (Diese Maßnahme scheint jedoch zunächst hauptsächlich als Drohkulisse für Verhandlungen gedacht zu sein?)

Dieses Problem vermischt sich mit dem grundsätzlichen Problem des Status der getrennten Insel.
Sollte EU-Zypern im nächsten Jahr Routinemässig die rotierende EU-Präsidentschaft übernehmen, droht die Türkei alle Kontakte mit der EU abzubrechen!

(Im Prinzip will damit das Nichtmitglied Türkei der EU vorschreiben, wie deren internen Abläufe zu regeln sind und wer deren Präsidentschaft antreten darf und wer nicht!)

Nun wird in diesem Konflikt auch von den Zypern-Griechen erheblich mitgemischt. Mit der EU im Rücken haben sie alle Änderungen am Status quo der Insel blockiert.