Die Gase der toten Kuh weckten Kirchners Begehren, meint REPSOL!

17. April 2012

Der Präsident von REPSOL Antonio Brufau schrieb, sozusagen als letzten Versuch die Enteignung von REPSOL bei der Tochterfirma YPF zu verhindern, einen Brief an die argentinische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner, den diese als Unverschämtheit und Affront wertete und der schließlich die Dinge in Bewegung brachte, aber anders als Brufau sich dies vermutlich beim Schreiben vorgestellt hatte.

Kirchner veröffentlichte den Inhalt des Briefes und bewertete ihn sehr freimütig:
Anstatt zu investieren sei es die Politik von REPSOL gewesen, maximalen Profit aus dem Unternehmen zu ziehen. Seit der Übernahme von YPF seien 13,423 Milliarden Dollar an Dividenden ausgeschüttet aber zu wenig investiert worden!

Der Brief des REPSOL-Präsidenten Antonio Brufau belege ausserdem, dass YPF und REPSOL aktuell überhaupt nicht in der Lage seien, die Suche und Förderung zu steigern und zu diesem Zweck den argentinischen Staat sowie Dritte Unternehmen als Subunternehmer ins Spiel brächten. REPSOL selbst wolle lediglich als eine Art Zwischenhändler, als Agent eingeschaltet sein und mitverdienen.

Das Problem sei nur, dass REPSOL dabei etwas anbieten wolle, das der Firma gar nicht gehöre, sondern Argentinien und seinen Provinzen! Eine schamlose Unverfrorenheit und ein Offenbarungseid sei das, wertete die argentinische Regierung das REPSOL-Schreiben, dass dem Parlament vorgetragen wurde.

REPSOL und die Spanier sehen die Dinge naturgemäß anders! Der Kauf im Jahre 1999, in einem günstigen Moment zum Schnäppchenpreis von 13,4 Milliarden Euro, habe aus dem regionalen Anbieter REPSOL einen Global Player gemacht und ihn innerhalb eines Jahres auf Platz 8 der Ölproduzenten und auf Platz 15 der weltweiten Energieanbieter katapultiert. Die FINANCIAL TIMES zeichnete den damaligen REPSOL-Präsidenten Cortina sogar für die Fusion des Jahres aus!

An den Schwierigkeiten und atmosphärischen Störungen sei der argentinische 25,46% Minderheitspartner mit Veto-Recht, die GRUPO PETERSEN-ESKENAZI schuld, die von der argentinischen Regierung zur „Nationalisierung“ YPFs in Spiel gebracht worden sei. REPSOL habe mit allen politischen Mitteln, bis hin zum Einsatz des berüchtigten Elefantentöters Juan Carlos, versucht das Klima zu verbessern.

Das war auch angebracht, denn die YPF sei für REPSOL von entscheidender Bedeutung: YPF steuert rund die Hälfte der Tagesproduktion von REPSOL (472.000 Barrel/Tag) bei und etwas weniger als die Hälfte der bekannten Reserven (1.000 / 2.180 Millionen Barrel) sowie ein Drittel des Bruttogewinnes (1.23 Milliarden Euros).

Ausserdem habe YPF insgesamt 8,33 Milliarden Euro in Argentinien investiert und 2,6 Milliarden Euro an Dividenden an die verschiedenen Aktionäre ausgeschüttet. (Dies steht im klaren Widerspruch zu Kirchners Aussagen!)

Die falsche Wirtschaftspolitik der argentinischen Regierung habe zu den aktuellen Schwierigkeiten geführt und die Entdeckung eines riesigen, nicht konventionellen Öl- und Gasvorkommens in einer toten Kuh* auf dem Gebiet der Provinzen Neuquén und Mendoza habe Begehrlichkeiten geweckt, die zu den aktuellen Entwicklungen beigetragen hätten!

http://economia.elpais.com/economia/2012/04/12/actualidad/1334265948_064598.html

*(Das Fundgebiet wird Vaca Muerta, tote Kuh genannt!)


Sheldon Adelson schnurrt wie ein Kätzchen: EuroVegas rückt greifbar näher!

12. April 2012

Auf einmal rückt der Zocker-Magnat von einem Teil seiner Maximalforderungen ab. Letztlich ist ER es, der etwas will: Sonderrechte, Land, Kredite, Steuervergünstigungen…

Sein Projekt EuroVegas soll in drei Etappen ablaufen. Je vier Hotels und zwei Casinos sollen alle zwei Jahre in Betrieb gehen. Mit den steuerfreien Einnahmen soll dann die jeweils nächste Etappe finanziert werden. Da bedeutet, Adelson braucht zu Beginn und danach alle zwei Jahre „nur“ maximal 6 Milliarden aufzubringen und hat zweimal die Möglichkeit die Notbremse zu ziehen und auf das nächste Drittel zu verzichten. Dann würde die Spielhölle halt etwas kleiner ausfallen. Das könnte ihm egal sein, denn Spanien wäre bereits vor Beginn der ersten Etappe in die entscheidenden Vorleistung gegangen!

Interessant ist sein Hinweis auf die Steuerfreiheit, die er fordert. Er will nur mit Apple & Co, gleichbehandelt werden! Wie das? Die zahlen auch keine Steuern in Spanien!

» Los impuestos, como Apple. “La reforma laboral ha sido decisiva. Con eso les vale. En temas fiscales no piden nada especial, solo que se les trate como al resto de empresas extranjeras en España” (EL PAÍS)

Apple (USA) fakturiert 99 Prozent seiner Verkäufe in Spanien aus Irland!
Google (USA) macht es genauso und schreibt angeblich sogar Verluste in Spanien!
Amazon (USA) schreibt seine Rechnungen aus Luxemburg!

Steuern zahlen in Spanien? Wir doch nicht!

http://ccaa.elpais.com/ccaa/2012/04/12/madrid/1334184015_725015.html


Wenigstens Einer: Norman Finkelstein kritisiert Israel nicht mehr!

5. April 2012

Norman Finkelstein bringt ein neues Buch heraus: „Knowing Too Much: Why the American Jewish Romance with Israel Is Coming to an End“. Nach dreissig Jahren der Kritik an Israel und dem Verlust seiner Professur an der DePaul University im Jahre 2007 sieht er sich nicht mehr als Israel-Basher, denn dies sei heute zu einfach geworden, denn jeder tue es!

„Niemand  verteidige Israel mehr“, meint Finkelstein, „an Universitäten schleppten heute nur noch ein paar 150-prozentige Hillel Gläubige einen IDF-Soldaten an, um zu beweisen, dass nicht alle IDF-Soldaten Kriegsverbrecher seien! Von den 60 bis 100 Anwesenden seien ein Teil Palästina-Unterstützer, die sich den Mund mit Klebeband zugeklebt hätten und die aufstünden und gingen, wenn der Soldat zu sprechen begänne!“

„Sie haben die Schlacht um die öffentliche Meinung verloren“, sagt er, „und sie sagen, es sei, weil amerikanische Juden zu wenig wüssten!“

„Ich behaupte, sie wissen zu viel über den Konflikt und junge, liberale Juden haben Schwierigkeiten damit, den Gebrauch von (illegalen!) Streubomben im Libanon zu erklären oder die (illegalen!) Siedlungen zu verteidigen!“ Er habe Israel in der Vergangenheit kritisiert, weil sonst niemand dessen traurigen Rekord herausstellte. Heute täten dies jedoch Viele und deshalb setze er sich heute nicht den Hut eines Kritikers, sondern den eines Diplomaten auf, der eine Konfliktlösung suche. „Ich habe mich nicht geändert“,meint er, “ aber ich denke, das politische Spektrum hat sich geändert?“

http://www.haaretz.com/blogs/focus-u-s-a/norman-finkelstein-bids-farewell-to-israel-bashing-1.422684


Das klägliche Scheitern der Killery Clinton.

5. April 2012

Sie war mit ganz erheblichen Vorschusslorbeeren angetreten. Sie hatte ihren Schwanzfixierten Bill politisiert. Sie hatte seine Monica-Levinski-Bläsereien souverän durchgestanden. Sie galt eigentlich aus eigener Kraft als präsidiabel. Als erste Frau der US-Geschichte, zumindest seit Eleanor Roosevelt vielleicht?

Dann war sie im Vorfeld gegen Obama unterlegen und aussortiert worden. Bis heute ist ungeklärt, wie sie sich als Präsidentschaftskandidatin geschlagen hätte? Ich denke, nicht schlecht! Ihr größter Fehler war es, sich Obama unterzuordnen, dem sie intellektuell vermutlich zumindest ebenbürtig ist, und das Amt der US-Außenministerin in diesen Zeiten zu akzeptieren.Neben einem mörderischen Stressprogramm im Dauereinsatz vertritt man heuchlerisch mörderische Positionen. Das hält auf die Dauer kein Schwein durch und so wurde aus der Hillary die Killery…

Sie hätte gewarnt sein müssen! So wurde sie zu einem blonden Collin Powell mit Rock. So wurde sie zum hässlichen Gesicht der US-Außenpolitik in allen Konflikten dieser Welt und es ist erschreckend, wie die eigentlich nicht unsympathische Physiognomie sich in den Jahren des Amtes veränderte. Möglicherweise wurde sie von Obama gemobbt, der gerne spontan Dinge an sich zieht oder seinen Vize Joe Biden damit betraut. Killery wirkt inzwischen hart, sehr hart. Sie log, ohne mit der Wimper zu zucken. Sie schien ihren sicheren Stil zu verlieren und experimentierte mit ihrem Äußeren. Sie fühlte sich erkennbar unwohl in ihrer Rolle. Sie war erkennbar erfolglos in ihrer Rolle. Sie verkündigte, wie nebenbei, nach den Wahle im November kein Amt mehr anstreben zu wollen. Sie machte sich so selbst zur „lame duck“!

Keine Ahnung, wie sie ihre Zukunft geplant hat. Manche sehen sie 2016 für die Präsidentschaft kandidieren? Leider muss man als Fazit sagen, gut dass sie bald weg sein wird! Da ist eine intelligente und talentierte Frau an ihrem Ehrgeiz und sehr wahrscheinlich auch an mangelnder Empathie gescheitert, schade!

http://derstandard.at/1333528403627/Hillary-Clinton-Ich-muss-einmal-herunter-von-der-Ueberholspur


Werden die Falklands mit Hilfe der USA unabhängig vom UK und Cameron?

3. April 2012

Heute, am 30. Jahrestag des Falkland-Krieges, wird wieder von beiden damals beteiligten Seiten mit dem Säbel gerasselt und wieder aus denselben Gründen wie damals. David Cameron könnte es zum größten Flop der Nachkriegszeit in UK bringen und mit dem Krieg meine ich natürlich den WW2! Der argentinischen Präsidentin Christina Fernández de Kirchner steht das Wasser des Rio de la Plata auch schon symbolisch bis zum Halse. Beide stecken in einem Umfragetief und in noch viel tieferen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Da bietet sich irrationales Kriegsgetrommel natürlich an. Das funktioniert schließlich in den allermeisten Fällen!

Ein paar gravierende Unterschiede gibt es diesmal aber schon: Die UN hat beide Seiten zu Gesprächen über die Falkland Islands / Las Islas Malvinas aufgerufen. Und – vielleicht noch viel wichtiger – die USA haben sich nicht bedingungslos hinter das UK gestellt sondern sich der UN-Forderung angeschlossen.

Cameron tönt herum, nur die Falkländer könnten über ihre Zukunft entscheiden! Da hat er zwar recht, aber die könnten durchaus anders entscheiden als der kleine David sich das so vorstellt! Wegen des ausserordentlichen Fischreichtum und großer ihrer Ausbeutung harrenden Offshore-Energieressourcen wären die Falklands eine potentiell sehr reiche Inselgruppe mit nur wenig Einwohnern. Sie könnten die Ölscheichs des Südatlantiks werden.

Die Briten brauchen sie eigentlich nur solange, wie ihre Sicherheit durch Argentinien bedroht ist. Käme es also hier zu einer Einigung auf dem Verhandlungswege, dann tschüss Tommies!

Eventuell könnten aber auch die USA bei unabhängigen Falklands für Großbritannien einspringen, denn die Inselgruppe ist von strategischer Bedeutung für die Kontrolle der Antarktis. Es wäre im Lauf der Geschichte nicht die erste Kolonie, die die USA den Briten abgenommen hätten…

https://almabu.wordpress.com/2012/03/02/telenovela-uk-argentina-jetzt-wochentlich-the-falklands-vs-las-malvinas/

https://almabu.wordpress.com/2012/02/15/briten-drehen-die-spannungs-spirale-um-die-malvinasfalkland-inseln-hoch/

https://almabu.wordpress.com/2012/02/11/argentinien-bringt-den-streit-um-die-malvinas-vor-den-weltsicherheitsrat/

https://almabu.wordpress.com/2012/02/01/1982-2012-dreissig-jahre-spater-falkland-krieg-reloaded/

https://almabu.wordpress.com/2012/01/22/uk-cameron-prinz-william-soll-die-falklands-retten/

https://almabu.wordpress.com/2012/01/21/gibraltar-und-falkland-zweifrontenkrieg-fur-cameron/


Barcelona: Katalanen bieten Zockerkönig Adelson neuen Standort für seine Spielhöllen an!

3. April 2012

Wie ich Vorgestern berichtete, kommen die von Sheldon Adelson verlangten gigantomanischen Hochhaus- und Prachtstraßenkomplexe, ein absolutes Killer-Kriterium, am Flughafen El Prat de Llobregat südwestlich von Barcelona aus Flugsicherheitsgründen nicht in Frage. Dieser Standort scheidet also definitiv aus.
Die Generalitat zieht für diesen Fall ihren Joker, „den Plan B“ aus der Tasche, denn sie denkt natürlich nicht daran, Madrid das Feld kampflos zu überlassen!

Jetzt soll ein eigentlich wenig attraktives Gelände in Montcada i Reixac, nördlich von Barcelona, wo es bezüglich der Bauhöhe keine Einschränkungen gäbe, als Standort für das EuroVegas-Projekt angeboten werden. Dort, am Durchbruch des Rio Besós durch die Kette des Küstengebirges führt auch die nördliche Autobahn und die Bahnlinie in Richtung Girona und Frankreich aus der Katalanenmetropole heraus. Ein eher hässliches Gewirr von Industriegebieten und Autobahnkreuzen…

http://maps.google.de/maps?q=montcada+i+reixac&ll=41.48029,2.187309&spn=0.192394,0.32341&oe=utf-8&client=firefox-a&fb=1&gl=de&hq=montcada+i+reixac&cid=0,0,9281213309401733966&t=h&z=12

Offenbar stellt der von Adelson bezüglich der Konditionen und Bedingungen geforderte ordnungspolitische Offenbarungseid für die Generalitat d‘ Catalunya kein Problem dar, das hier gesondert erwähnt werden müsste. Man ist offenbar zu jeder Schandtat bereit?

Frühere Beiträge zum Thema:

https://almabu.wordpress.com/2012/04/01/eurovegas-katalanen-betteln-in-las-vegas-um-sheldon-adelsons-spielholle/

https://almabu.wordpress.com/2012/03/06/katalanische-regierung-verhandelt-uber-3-casino-projekte/

https://almabu.wordpress.com/2012/02/22/will-obamas-groster-feind-eine-spielholle-ein-puff-aus-katalonien-machen/

https://almabu.wordpress.com/2011/11/05/katalonien-ein-einziger-riesiger-freizeitpark/


EuroVegas: Katalanen betteln in Las Vegas um Sheldon Adelsons Spielhölle!

1. April 2012

Das für das Projekt vorgesehene, ökologisch wertvolle Gelände, direkt westlich an den Flughafen „El Prat de Llobregat“ angrenzend, müsste wegen der Sicherheit des Flugverkehrs mit flachen Gebäuden bebaut werden. Das sehen die Gesetze und die Vernunft vor.

Adelson will aber hohe Gebäude und rechtwinklige Prachtstraßen!

Dieser – auf den ersten Blick scheinbar unlösbare – Punkt, soll im Moment die grösste Hürde des Projektes sein, meint der katalanische Emissionär, der Conseller de Territori i Sostenibilitat, Lluís Recoder, dem in Las Vegas eine zweistündige Audienz bei seiner Eminenz gewährt wurde.

Interessant: Die geforderte Steuerfreiheit, die gravierenden Gesetzesänderungen, alles kein Thema für die Generalitat?

Gestern waren also die Katalanen dran, heute folgen Ihnen die Madrilenen. Sie müssen nur der katalanischen Schleimspur folgen. Deren Chancen werden als weitaus besser beurteilt…

Interessant trotzdem, dass die spanische Regierung offenbar bereit ist, nach dem Kniefall vor der EU und Merkel nun auch für einen US-Glückspielmagnaten, der von US-Stellen wegen seiner Geschäfte in Macao der möglichen Nähe zum chinesischen, organisierten Verbrechen verdächtigt wird, sinnvolle spanische Gesetze zu streichen oder zu verändern!

http://www.lavanguardia.com/vida/20120401/54279531763/adelson-se-resiste-propuesta-catalana-construir-eurovegas-cerca-el-prat.html