Nur eine Nicht-Kandidatur kann Sarkozy vor Merkel retten!

6. Februar 2012

Der Posten des französischen Präsidenten, einst ‚qua Amt‘ einer der einflussreichsten und stärksten Männer des Westens, ist unter Merkel und Sarkozy zu einer Art Hausmeister, einem Lakaien des geplanten und immer mehr vollzogenen deutschen Wirtschaftsprotektorates über Frankreich verkommen. Im Duo Merkozy stellt Merkel den Kopf, der sagt wo’s lang geht und Sarkozy den herumzappelnden Hintern!

Auf Frankreich, der ‚grande nation‘ ruhte einst die Hoffnung der kleineren europäischen Länder auf ein ausgewogenes Gleichgewicht, eine Balance der Kräfte in Europa.

Sarkozy hat das nun gründlich vermasselt. Würde er mit Merkels Hilfe wiedergewählt, wäre er nur eine weitere Pappnase der Kanzlerin, eine Art gallischer Peter Hinze auf Abruf!

Schwer zu sagen, wie sich diese Aussicht mit dem Selbstbild Sarkozys vereinbaren ließe? Aber es gäbe für ihn noch einen Weg, sich nicht zu Merkels Trottel machen zu lassen:

Nicolas Sarkozy bräuchte nur zu erklären, dass er nicht als Kandidat der UMP für die Wahl zum Präsidenten zur Verfügung stehe, Frau und Kind/er unter den Arm zu klemmen und sich ab in die Wirtschaft zu verziehen, zum ‚richtig Kohle‘ machen!

Auf der Münchener Sicherheitskonferenz legte der Oxford-Historiker Timothy Garton Ash unter der Überschrift „Die Rolle Deutschlands in Europa und der Welt“ seine Sicht der Dinge klar:

  1. Deutschland verfolge kurzsichtige, nationale Interessen anstatt Europäische!
  2. Deutschland wolle ein Europa nach deutschem Vorbild formen!
  3. Deutschland sehe sich fälschlicherweise als Dauerzahler Europas!
  4. Deutschland dürfe Europa nicht teilen, sondern müsse es zusammenführen. Dies, nicht die Eingliederung der DDR, sei seine eigentliche Reifeprüfung!

Nun würde mich in diesem Zusammenhang auch Garton Ashs Ansichten über Großbritanniens und Frankreichs Rollen und Haltungen zu Europa brennend interessieren, aber man kann halt nicht alles haben!

Hier macht ein kluger Mann, deshalb vermutlich nicht zufällig, den Versuch Fragen zu Kosten und Nutzen Europas, die klar Klassenspezifisch zu beantworten sind, national zu beantworten und damit faktisch bewusst Fälschung zu betreiben:

Die Geringverdiener und das Prekariat in Deutschland sind eben nicht Nutzniesser des Euros und Europas! Sie sind nur die nützlichen Idioten, die vom Kapital als Modell für Resteuropas Arbeitnehmer auserkoren worden sind! Was hier geschehen ist und überall geschehen soll, ist die Optimierung der Renditen für das internationale Kapital. Selbst die Politik mit ihren nationalen Spielchen sind letztlich nur Getriebene von Banken, Versicherungen und Hedgefonds…


Merkozy finden, es sei an der Zeit für ein Vichy 2.0!

6. Februar 2012

Heute Abend wird erstmals ein gemeinsames TV-Interview von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy zeitgleich in France 2 und im ZDF ausgestrahlt.

Diese nie dagewesene Einmischung in die inneren Angelegenheiten Frankreichs, nämlich in den Präsidentschaftswahlkampf unserer Nachbarn im Westen,  verbunden mit der Blockierung eines Besuchs von Sarkozys Hauptgegner Francois Hollande durch Merkel in Berlin, stellt zwar eine neue Qualitätsabsenkung der demokratischen Sitten in Europa dar, scheint aber für Merkozy kalkulierbar und vertretbar zu sein! Hoffen wir, dass sie sich irren! Es wäre das Ende von freien Wahlen, wie wir sie bisher kannten, auf nationaler Ebene. Die jeweiligen Apparate würden gegenüber den eigenen Bürgern die Abschottung versuchen und den Gegenkandidaten Unerfahrenheit und Unfähigkeit bescheinigen. Eine geradezu groteske Situation, die nichts mehr mit freien, demokratischen Wahlen zu tun hätte!

Die deutsche Botschaft in Paris hat im Vorfeld eine Meinungsumfrage in Frankreich
in Auftrag gegeben und deren Ergebnisse heute, im Vorfeld des Merkozy-Interviews veröffentlicht. Demnach haben die befragten Franzosen folgendes Bild von den Deutschen:

82% haben ein positives Bild von Deutschland, besonders wegen seiner Rolle in der Wirtschaftskrise und der Euro-Rettung.

87% befürworten die starken Bindungen beider Länder bei allen Gegensätzen.

43% glauben, dass man diese Zusammenarbeit noch verstärken müsse! (57% tun dies offensichtlich nicht!)

43% glauben, dass Deutschland ein privilegiertes Partner Frankreichs in der EU sein solle. (57% tun dies offensichtlich nicht!)

Aber genausoviele glauben, dass man alle Partner in der EU gleich behandeln müsse!

Als Deutschlands Stärken sehen die Franzosen zu 82% die Agenda 2010 und Hartz IV (sie nennen es natürlich die Reformen des Arbeitsmarktes).

60% sorgen sich gleichzeitig um wachsende Armut und Ungerechtigkeit.

(Diese Umfrage des IFOP-Institutes wurde vom 4.-6. Januar 2012 erstellt.)

Diese Umfrageergebnisse lassen Merkozy glauben, dass sie den gemeinsamen Auftritt nicht nur riskieren können, sondern auch beide davon profitieren könnten!

Ich denke das nicht, nebenbei gesagt, denn 43% sind keine Mehrheit, hingegen 57% die anderer Meinung sind, aber schon!

Sollten Merkozy sich auf diese Weise tatsächlich einen Vorsprung verschaffen können, wäre dies zum Schaden der Demokratie in beiden Ländern. Die Konservativen beherrschen Europa momentan beinahe flächendeckend und das soll ihrer Meinung nach auch unbedingt so bleiben. Da lässt man dann halt das demokratische Mäntelchen schon mal im rauhen Wind des Neoliberalismus flattern…

Die Franzosen wollen keinen Sozialabbau. Die bittere Medizin des Duos Schröder und Steinmeier, verabreicht von Frau Doktor Merkel, die schmeckt ihnen nicht!

Francois Hollande hat noch immer ALLE Chancen zu gewinnen, obwohl er anscheinend „zum Jagen getragen“ werden muss? Sarkozys Schicksal wird wohl durch die Nicht- / Zulassung der Nationalen Front der Marine Le Pen mehr entschieden als durch Madame Merkel!

Sollte aber der „Sozialist“ Hollande die Präsidentenwahl 2012 gewinnen, dann hätte Merkel den deutsch-französischen Beziehungen schwer geschadet. Wenn sie sich dann 2013 selbst wieder zur Wahl stellen muss, dann könnte Nicolas Sarkozy höchstens als Komiker, als Louis-de-Funés-Kopie, im Wahlkampf mit ihr auftreten.


Kandidiert Merkel in Frankreich? Merkozy auf allen TV-Kanälen!

4. Februar 2012

Angela Merkel tritt gemeinsam mit Nicolas Sarkozy länderübergreifend vor die TV-Kameras. Am kommenden Montag wird es in Paris eine simultan übersetzte Premiere von etwa 20 Minuten geben, die am Nachmittag im Salon Murat aufgezeichnet werden wird und am Abend von France 2 und dem ZDF parallel ausgestrahlt werden soll.

Themen sollen die Eurokrise, die geplante Mehrwertsteuererhöhung in Frankreich und die Präsidentschaftswahlen sein. Sarkozy will sich, so ist aus dem Elysée-Palast zu hören, dabei noch nicht erklären bezüglich (s)einer Kandidatur! (So langsam wird es einfach lächerlich!).

Sarkozy tritt damit zum zweiten Mal in 8 Tagen exklusiv vor die Franzosen.  Seit September 2011 ist es sogar das 5. Mal.

Am 4. November trat Sarkozy mit seinem „Kumpel“ Obama vor die TV-Kameras und der Ami lobt die ausserordentliche Führungsstärke seines französischen Kollegen. Das ging dem Kleinen wie Honig runter…

Vielleicht spricht Merkel ihn ja auf die Witze an, die er hinter ihrem Rücken über sie macht? „Merkel ist immer meiner Meinung“, lästert er in privatem Rahmen. „mit drei Monaten Verzögerung!“

Dass Merkel „Zurückgeblieben“ sein könnte, dieser Gedanke drängte sich schon nach ihrem jüngsten China-Fauxpas irgendwie auf?

http://www.leparisien.fr/election-presidentielle-2012/candidats/apres-obama-merkel-sarkozy-enrole-ses-copains-du-g20-dans-la-campagne-03-02-2012-1844038.php


Franzosen empört: Wer Sarkozy wählt, kriegt Merkel dazu! CDU mischt sich dreist in Frankreichs innere Angelegenheiten!

29. Januar 2012

Sarkozy ist bei den Franzosen ziemlich unten durch! Selten verwandelte ein Präsident seinen Amtsbonus so in einen Malus. Er droht nicht nur abgewählt zu werden, sondern sogar den zweiten Wahlgang zu verpassen und den ‚längeren Beinen‘ von Marine Le Pen hinterher zu dackeln. Die Chance, die er durch die Ankündigung des sofortigen Abzuges des Französischen Kontingentes aus Afghanistan gehabt hätte, die hat er verpasst mit der Entscheidung die Truppen 2012 nur um 400 Mann zu reduzieren.

Er droht nur noch als der kleinere, schlankere Teil von Merkozy wahrgenommen zu werden! Was tut dieses Polit-Genie in dieser Lage: Er lässt zu, dass Merkel aktiv in den französischen Wahlkampf eingreift um ihm unter die Arme zu greifen. Wie ich die Franzosen einschätze, werden sie sich für diese deutsche Einmischung herzlich bedanken! Merkels Sparorgien würden in Frankreich zu grundlegenden Veränderungen führen. Es wäre der drastischste Einschnitt in die französische Wirtschaft seit der Nachkriegszeit, sie müsste nahezu komplett umgebaut werden! Zunehmend mehr Länder und Menschen in Europa halten den ‚deutschen Weg‘ für falsch. Sie werden darin natürlich neben den Betroffenen besonders auch von den USA und UK bestärkt!

Vielleicht hat Sarkozy es deshalb bisher vermieden seinen Hut in den Ring zu werfen und seine offizielle Kandidatur zu verkünden: Er will die Franzosen und seinen Gegner Hollande mit dem neuen Namen auf dem Wahlschein überraschen, der da lautet Nicolas Merkozy?


Merkozy: „Friss Europa, oder stirb!“

6. Dezember 2011

Merkel und ihre Geisel Sarkozy streiten sich wie die Kesselflicker hinter den Kulissen, vor denen sie dann den staunenden Medien die Turteltäubchen geben.

Jetzt schlagen sie der EU öffentlich, über die Medien, ein Paket von Rettungsmaßnahmen zur Lösung der Banken-, Schulden-, Euro- und Vertrauenskrise vor, dass vor allem durch Abwesenheit von zusammenführenden EU-Gedanken glänzt und statt dessen eine „Jeder-ist-sich-selbst-der-Nächste:-Rette-sich-wer-kann!“ Haltung institutionieren will, in der dann Rest- oder Rumpf-EU, in die dieser Weg zweifellos führen wird! Eine Ohrfeige für die europäischen Institutionen…

Merkel will die Verträge aller 27 EU-Mitglieder ändern. Sollte es da Schwierigkeiten geben, zum Beispiel mit irgendwelchen Briten oder Tschechen, dann soll die Änderung sich halt nur auf die 17 Staaten der Euro-Währungs-Zone beschränken.

Diese müssten sich vertraglich zur Haushaltssolidität verpflichten mit automatischen Strafen beim Verstoss gegen die 3 Prozent Neuverschuldungsgrenze.

Diese Haushalte sollten vom Europäischen Gerichtshof automatisch geprüft werden, der allerdings keine Sanktionierungsmacht über die die nationalen Budgets erhalten soll.

Der ESM, die geplante institutionelle Rettungsmaßnahme, soll von 2013 um ein Jahr auf 2012 vorgezogen werden.

Und die von den Finanzmärkten erzwungene Kapitulation und 180 Grad-Kursänderung und das späte Eingeständnis von Merkels Mitschuld an den Schwierigkeiten Spaniens und Italiens, durch Falschbehandlung der Griechenland-Krise:

KÜNFTIG WERDE VOM PRIVATEN BANKSEKTOR KEINE SELBSTBETEILIGUNG ODER HAIRCUT MEHR VERLANGT WERDEN!

Griechenland soll hier ein Ausnahmefall bleiben!

Fazit:

Noch ist die Woche zwar nicht vorüber, aber es zeichnet sich eine völlige Kapitulation Merkozys vor den Finanzmärkten ab!
Es gibt über die bedingungslose Anpassung und Unterwerfung unter deren Diktat hinaus keine positiv besetzten Europagedanken, keine europäische Identifikation. Merkozy leisten den Offenbarungseid, werden mutmaßlich zum Spalter und damit letztlich zum Totengräber Europas.

Die USA wollen primär europäisches Geld in die Märkte gepumpt sehen! An einem geeinten, starken Europa haben sie kein Interesse.
Angeblich sei sogar schon durchgespielt worden in einem aus der EU ausgetretenen Griechenland den US-Dollar einzuführen. Das wäre dann die Gegenwährung zum Euro in Europa und sicher auch für andere EU-Länder interessant, die von Merkozy abgekoppelt zu werden drohen. Wenn zum Beispiel eine Mittelmeerunion auf Dollar-Basis zustande käme, dann wäre die Rumpf-EU nicht nur eingedämmt, sondern auch ihrer Märkte beschnitten und Deutschland bliebe wenig mehr als ein Anhängsel an russischen Gasleitungen und ein feuchter Traum von Macht und Stärke eines Volker Kauders…