Noch-Nordost-Spanien: XC und die Russen-Mafia von Lloret de Mar.

18. März 2013

Wir haben schon über den Bürgermeister XC berichtet, der kurz vor der Wahl in einem „Hauruck“-Verfahren ohne jegliche Transparenz bei Formulierung, Ausschreibung, Auswertung und Vergabe einer nachweislich nicht gut arbeitenden Firma einen Zehnjahresvertrag im Wert von schlappen 80 Mio Euros zuschanzte.

Heute reden wir über XCs Kontakte zur Russen-Mafia an der Costa-Brava. Da gab es den vermutlichen, lokalen Chef der Russen, den AP. Der hatte um das Rathaus seinen Wünschen gefällig zu stimmen jahrelang den lokalen Fussball- und Hockey-Club mit 230.000 Euro gesponsert. Ob von diesen Geldern etwas an das Ratshaus oder einzelne Personen darin floss, das konnte AP natürlich nicht sagen, das wusste er nicht.

Die Guardia Civil hatte ihn am 25. Januar 2013 in seinem Haus verhaftet wegen des Vorwurfs, 56 Millionen Euro mit der Hilfe von öffentlichen Amtspersonen der Stadt Lloret de Mar gewaschen zu haben und anderer schlimmer Dinge.

Bei seinem Verhör vor dem Gericht für die ganz bösen Jungs und ihr Vergehen, der Audiencia Nacional in Madrid, erzählte der mutmaßliche Pate der Russen-Mafia an der Costa-Brava AP folgende Geschichte:

Bei seiner Verlegung nach Madrid per Auto, habe man vor der Ankunft an einem Ort, den er nicht kenne, halt gemacht, einem Haus mit normalen Holztüren. Dort sei er mit seinen Begleitern der Guardia Civil zwei Tage verblieben. Am Sonntag, vor der Abfahrt habe sich ihm ein Polizist genähert und ihm einen Deal angeboten:

Die Polizei interessiere nicht seine Geschäfte, die Geldwäsche und all das, sondern nur der Bürgermeister XC!

Der Pate machte eine 47-minütige Aussage. Die Polizei (Guardia Civil) wollte nur belastendes über XC wissen und bot ihm im Tausch für Informationen die Freilassung seines ebenfalls verhafteten Vaters an. Er habe getan, was von ihm verlangt worden sei und zehn Minuten später sei sein Vater wieder frei gewesen!

Der Russe wollte nicht mehr genau sagen können, was er den Polizisten erzählt habe, nur dass das Einzige was sie interessierte, das Rathaus von Lloret der Mar und sein Bürgermeister, der Senyor XC gewesen sei.

Erkennen habe er die Polizisten leider auch nicht können, da diese (die ganzen zwei Tage?) ihre Gesichter maskiert (bedeckt) hatten.

Bei seinem zweiten Verhör vor der Audiencia Nacional bestritt er, der Hauptverdächtige der Geldwäsche, der Bildung einer kriminellen Vereinigung, der Fälschung von Wirtschaftsdokumenten, im Fall „Clotilde“, dass  es von ihm an die Stadtverwaltung Bargeldkuverts gegeben habe, für großzügiges Wegsehen bei seinen Geschäften.

Wenigstens räumte er ein zwei „Geschäftsreisen nach Russland“ mit dem Bürgermeister, dessen Ehefrau, sein jüngster Sohn, und anderen Mitgliedern der Stadtverwaltung von Lloret de Mar unternommen zu haben. Die erste habe sein Chef und Obermafiosi VK bezahlt. Nein, er könne sich nicht vorstellen, woher das Geld dazu gekommen sei, vielleicht habe VK es unter der Matraze hervor geholt? Sie dauerte drei Tage und schloss Hubschrauber-Rundflüge, Gelage und Unterhaltungsprogramme ein.

AP wurde ausgesprochen wortkarg und unwissend als er über Art und Umfang der Geschäfte seines Bosses VK befragt wurde. Nein, er könne wirklich nicht sagen, ob das Geld aus Drogen und Prostitution stamme!

Was, 2,6 Millionen Euro seien auf einem Konto im nahen Steuerparadies Andorra?
Das sei doch nicht sein Geld, meinte da der Mafiosi knapp.

http://www.poderjudicial.es/cgpj/es/Poder_Judicial/Audiencia_Nacional/Informacion_institucional/Que_es_la_AN


Senyor XC, ein exemplarisches Beispiel der spanischen Krankheit?

14. März 2013

Der CiU-Abgeordnete des katalanischen Parlamentes war vor kurzem als Bürgermeister des Küstenortes Lloret de Mar (Selva) zurückgetreten, weil er mit der Russen-Mafia paktierte, die dort einen festen Stützpunkt hat(te?).

Jetzt untersuchen die Anti-Korruptionsbehörden einen neuen Fall aus seiner Amtszeit als Bürgermeister. Da gibt es die Firma GBI-Service. Die wird geleitet von Senyor GB, der als CiU-nah bezeichnet wird und der berufliche Kontakte zu führenden CiU-Politikern unterhielt.

Bei seinem Verhör durch die Behörden gab C zu, B schon seit vielen Jahren zu kennen, schon lange bevor er Bürgermeister wurde.

In einem Eilverfahren mittels Sondersitzung des Stadtrates, hat der Bürgermeister seinem „Bekannten“ einen Zehnjahresvertrag für die Stadt- und Strandreinigung sowie die Müllabfuhr und -entsorgung in Lloret de Mar „verschafft“, obwohl der alte Vertrag noch um zwei Jahre hätte verlängert werden können. Es standen aber in einem Monat Gemeinderatswahlen an und man kann bekanntlich ja nie wissen…

Der Gesamtwert über zehn Jahre wird mit 80 Millionen Euro veranschlagt. Einer der Söhne des Bürgermeisters hat sich in der Firma GBI-Service im Ferienjob 4.694 Euro dazu verdient. Der Rechnungsprüfer der Stadt Lloret de Mar, Senyor CA, zuständig für die Rechtmäßigkeit der Verträge zwischen Stadt und GBI-Service, hat gleich mehrere Kinder bei GBI-Service angestellt.

Der Vertrag wurde also ratzfatz und ohne öffentliche Auschreibung und jeglichen Wettbewerb mit den Stimmen von CiU, PSC und PP verlängert, obwohl der Service der GBI  gravierende und bekannte Mängel aufwies. ERC und ICV stimmten dagegen.

Das Ergebnis:
Eine Überprüfung von Kosten und Leistungen vergleichbarer Städte ergab, dass Lloret de Mar pro Kopf 458% des Durchschnitts bezahlte, also das Viereinhalbfache! Pro Tonne Müll bezahlte Lloret de Mar sogar 900% des Durchschnittes, also das Neunfache!

Nebenbei bemerkt: Die Antikorruptionsbehörde fragte diesen Ex-Bürgermeister einer mittleren katalanischen Stadt auch, woher tausende von Euros stammten, die dieser im Jahr 2002, schon vor seiner Zeit als Bürgermeister, im karibischen Steuerparadies Cayman Islands an der Steuer vorbei bunkerte. Im Moment will sich die Behörde, das Oberste Katalanische Gericht (TSJC) mit diesem Schwarzgeld nicht einmal beschäftigen…

Das meine ich mit exemplarische Folge der allgegenwärtigen Korruption in Spanien: Die Leistung ist minderwertig bis schlecht und die Kosten sind exorbitant hoch!

Fälle wie dieser in Lloret de Mar gibt es viel zu viele in Spanien. Die Bekämpfung diese weitverbreitete Pest der aktiven und passiven Bestechung, also der Korruption schlechthin, zählt zu den wichtigsten Aufgaben jeder Regierung, die das Vertrauen der Spanier (und Katalanen!) in die politischen Organe des Landes wieder herstellen wollen!