LAC D’ANNECY MASSAKER, Das perfekte Verbrechen?

17. September 2015

Es ist jetzt drei Jahre her und die Ermittler tappen nach wie vor im Dunkeln. Der Vierfach-Mord von Chevaline, Haute-Savoie, ist noch immer weit davon entfernt aufgeklärt zu werden!

Alle möglichen und denkbaren Tatmotive wurden erdacht, durchgespielt, penibel untersucht und führten letztlich ins Nichts.

Die irakisch-stämmigen, im Großraum London lebenden Eltern der Al-Hilli-Familie, die in Schweden lebende Schwiegermutter und der „zufällig vorbei kommende“ Radfahrer Mollier kamen durch 24 Schüsse ums Leben, die beiden Töchter der Al-Hillis überlebten, eine davon sogar unverletzt am Körper.

Die große Politik, der Irak, Israel, Spionage, Geldwäsche, alles wurde aufs Tablett gebracht und wieder aussortiert. Die Tat und die Waffe, eine historische Luger P08 der Schweizer Armee deuteten eher auf eine Affekthandlung eines Einzeltäters als auf Profi-Killer hin. Diese Waffen sind heute begehrte Sammlerstücke, waren jedoch zur Zeit ihrer Ausmusterung aus der Armee im französisch-schweizerischen Grenzgebiet relativ günstig und relativ problemlos zu bekommen, z.B. in Schützenvereinen.

Der Bruder Al-Hillis und Erbstreitigkeiten wurden genannt und verworfen. Ihm war nichts nachzuweisen. Ebensowenig wie dem durchgeknallten und gewalttätigen Sohn der Schwiegermutter, der zur Tatzeit in einer geschlossenen Psychiatrie in Schweden saß.

Dann wurde erfolglos ein BMW-Geländewagen mit Rechtssteuerung und britischer Nummer gesucht. Danach ein Motorradfahrer mit seltenem Helm und Vollbart. Er wurde nach längerem Suchen gefunden und sogleich wieder entlastet, ohne jedoch den Grund für diese Eile zu nennen, außer vielleicht, daß er ein in der Gegend renommierter Unternehmer sei?
Weiterhin nicht bekannt sind der Mann, mit dem sich Saad Al-Hilli auf seinem Campingplatz erregt unterhalten haben soll und die Person, die nur eine halbe Stunde vor der Tat ein „schönes Urlaubsfoto von der lächelnden, ahnungslosen Al-Hilli-Familie machte…

Der britische Journalist Tom Parry schrieb über das Massaker das Buch „The Perfect Crime“. Er brachte eine neue Variante ins Spiel. Ziel des Verbrechens sei der „zufällig vorbei kommende“ Radfahrer Sylvain Mollier gewesen. Der mögliche Täter ein 50-jähriger Ex-Legionär, der in der Gegend lebt(e). Schnittpunkt beider Personen sei die Lebensgefährtin des Radfahrers Mollier, Claire Schutz gewesen, die beide „kannten“.

Das war die „lokale Tatvariante“, die auf Grund der vermutlichen Affekthandlung und der alten Waffe früh als Möglichkeit ins Spiel gekommen war. Die Al-Hillis, in ihrem BMW-Kombi, seien demnach die „zufällig vorbei kommenden“ in diesem Plot gewesen und als Tatzeugen kaltblütig dahin gemetzelt worden!

Der „Charme“ dieser Variante liegt für die Ermittler in dem Umstand, dass der Ex-Legionär nicht mehr lebt. Kurz nach einer Routine-Vernehmung und noch nicht als Hauptverdächtiger, habe er Selbstmord begangen. Er habe psychologische Probleme gehabt, vielleicht unter der Tat gelitten? Es gäbe sonst keine andere Erklärung, kein überzeugendes Motiv für den Selbstmord. Seine Schwester meint hingegen, dass sich ihr Bruder mit Mollier gut verstanden hätte und in seinen zwei(!) Abschiedsbriefen geschrieben habe, mit den Taten nichts zu tun zu haben.

Die Ermittlungen wurden nach drei Jahren zwar stark reduziert, die dauern aber noch immer an. Der tote Ex-Legionär Patrice Menegaldo steht für die Ermittler derzeit auf der Liste der Verdächtigen ganz weit oben. Na, denn…


Das Chevaline-Massaker, der perfekte Mord?

25. Februar 2015

Im September 2012, vor zweieinhalb Jahren ging ein Verbrechen, festgemacht am Namen eines kleinen französischen Alpendorfes in den Savoyen, um die Welt. Ein einzelner Irrer soll es gewesen sein, andere Möglichkeiten wurden nur höchst unwillig in Betracht gezogen, aber schließlich immerhin untersucht. Die Europäische Justizeinheit, die zur Aufklärung gebildet wurde, die Sonderkommissionen in Frankreich und England, vermutlich alle inzwischen in aller Ruhe und ohne Ergebnis aufgelöst?

Der letzte Verdächtige Zaid al-Hilli, der Bruder des ermordeten Saad al-Hilli, inzwischen von der britischen Polizei* offiziell rein gewaschen vom Verdacht an dem vierfach-Mord beteiligt gewesen zu sein, klagt nun seinerseits die französische Polizei an:

Die französische Polizei habe den Tatort nicht gesichert, so dass mögliche Spuren von den zahlreichen Rettungsfahrzeugen vernichtet worden seien.

Einer der auffälligen offenen Punkte war das Fehlen der Pässe der Opfer, die schließlich mit Pässen per Fähre über den Ärmelkanal nach Frankreich gekommen seien und sich auch mit Pässen auf dem Camping-Platz angemeldet hätten. Bei den Leichen aber habe man keine Pässe gefunden, so hieß es damals.

Jetzt wurde bekannt, dass der/die vermisste/n Pässe sich in einer Jacke Saad al-Hillis befunden hätten, die seit über zwei Jahren in einem französischen Polizei-Labor läge und anscheinend nie richtig durch- bzw. untersucht worden sei! Ein veritabler Skandal…
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*(Zaid al-Hilli wirft der französischen Polizei Rassismus vor, weil sie ihn immer noch als „interessante Spur“ bezeichne und fordert eine öffentliche Untersuchung!)

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Es gibt auf meinem Blog ca. 20 Artikel zum Thema, über die Suchfunktion zu finden, die aktuell jeweils den bekannten Ermittlungsstand beschrieben. Eine gute Zusammenfassung hat wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Annecy_shootings


Lac d’Annecy Massaker: Noch einer starb an jenem Tag!

9. Juli 2014

Im September werden zwei Jahre vergangen sein, ohne daß der rätselhafte Massenmord bei Chevaline, Haute Savoie, aufgeklärt werden konnte. Es gab stets nur Spuren, Theorien, die im Nichts verliefen…

Bei den Tätertheorien und  Tatmotiven gab es den lokalen, irren Waffennarren aus ddem Wald, die alte Saddam Hussein Connection aus dem Irak, den Erbschaftsstreit zwischen den beiden al-Hilli-Brüdern, die geheimnisvolle Industriespionage wegen französischem Kernkraft-knowhow zu Gunsten des Iran, die radikalislamischen Web-Aktivitäten von Saad al Hilli und den gewalttätigen Sohn der ebenfalls getöteten Schwiegermutter aus Schweden mit irakischen Wurzeln. Dazu die Alternative, dass der ermordete Radfahrer Sylvain Mollier das eigentliche Ziel des Anschlags gewesen sei und die al-Hilli-Familie nur „Kollateralschäden“.Alles Nieten gewesen seien?

Doch jetzt kommt ein neues und wie es scheint privates Detail ans Tageslicht: Iqbal al-Hilli, die ermordetet Ehefrau und Zahnärztin aus Schweden, hatte eine private Vorgeschichte in den USA!

Die schwedische Frau mit irakischen Wurzeln war mit einem „nicht standesgemäßen“ Öl-Arbeiter in den USA, dem mehr als zehn Jahre älteren Jim Thompson, verheiratet, als sie vor ihrer Ehe mit Saad al-Hilli in den USA lebte.

Dies soll eine Scheinehe gewesen sein, mit dem Ziel eine Aufenthaltsgenehmigung, eine Green-Card für die Frau zu bekommen. Dieser Mann war mehrmals zuvor verheiratet, hatte drei Kinder und passte so gar nicht zu ihr. Seiner Tochter zufolge hatten die beiden keine eheliche Beziehung, aber er bekam von ihr ein Motorrad für seine Dienste.

Vor ihrer Familie in Schweden hätte Iqbal die Ehe geheim gehalten und die beiden hätten sich im folgenden Jahr getrennt.

Bis hierher nur eine private Episode, aber jetzt kommt’s:

Iqbal ging aus den USA nach den Vereinigten Arabischen Emiraten, traf dort Saad al-Hilli und die beiden heirateten im Folgejahr in Großbritannien.

Jetzts kommt’s aber noch ärger:
Ihr verschwiegener Ex- Jim Thompson starb am selben Tag des Lac-d’Annecy-Massakers in den USA angeblich an einem Herzinfarkt?

Dessen Kinder glauben jedoch eher an einen Giftmord…

Nebenbei wurde bekannt, dass die Franzosen einen angeblichen Irakischen Killer verhaftet hatten, der herum tönte, daß ihm 100.000 Euros dafür angeboten worden seien, eine durch Frankreich reisende irakische Familie zu töten.

Der Mann wurde nach drei Tagen Mangels Beweisen frei gelassen…


Lac d’Annecy-Massaker: Erneut Mann erschossen!

4. Juni 2014

Ein 50-jähriger Ex-Fallschirmjäger, Legionär, Waffen-Narr und Sammler von WW2-Waffen, der im Zusammenhang mit dem ungeklärten Vierfach-Mord von Chevaline im April des vorigen Jahres von der Staatsanwaltschaft in Annecy verhört worden war, wurde gestern Nachmittag in seinem Haus in Ugine, Savoie erschossen aufgefunden.

Die Umstände und ein Abschiedsbrief deuten auf Selbstmord hin. In dem mehrseitigen Schreiben erklärte er unter anderem, dass er sich durch das zweistündige Verhör beschuldigt und gestört gefühlt habe. Der Vorfall habe seine Familie und sein Leben zerstört. Er war mit der Familie des getöteten Radfahrers Sylvain Mollier bekannt. Laut Staatsanwalt Éric Maillaud sei er zwar überhaupt nicht im Zusammenhang mit dem Massaker verdächtig gewesen, jedoch wurde wegen der großen Mengen an Waffen und Munition, die bei ihm gefunden worden waren, wegen illegalem Waffenhandel gegen ihn ermittelt.

http://www.ledauphine.com/haute-savoie/2014/06/03/tuerie-de-chevaline-un-homme-entendu-par-les-enqueteurs-retrouve-mort-a-ugine
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Chronologische Zusammenfassung der Ereignisse:

http://en.wikipedia.org/wiki/Annecy_shootings


Lac d’Annecy Massaker: Verdächtiger Zeuge ein Ex-Polizist!

19. Februar 2014

Heute um 14 Uhr wird die Staatsanwaltschaft eine Pressekonferenz zur neuesten Entwicklung geben. Sie ließ aber schon durchsickern, dass der verdächtige Zeuge keine direkte Verbindung zu den Opfern des Falles gehabt haben müsste!

Vielmehr geht die Ermittlung jetzt mehr in die Richtung, die der ebenfalls Verdächtigte Bruder von Saad al-Hilli schon vor langem äußerte, nämlich, das die Wurzeln dieser Tat in Frankreich liegen müssten. Es wird jetzt geprüft, ob der (offenbar zuerst!) angeschossene französische Radfahrer Sylvain Mollier und der verhaftete verdächtige Zeuge sich vor der Tat kannten! Dann wären die britisch-schwedisch-irakischen al-Hillis und die Schwiegermutter Kollateralschäden, da „zur falschen Zeit am falschen Ort“ gewesen, ein saudummer Zufall nur?

Jetzt werden die Familie und Freunde des verdächtigen Zeugen verhört. Der 48-jährige ist Vater dreier Kinder und Ex-Dorfpolizist. Er weist eine so starke Ähnlichkeit mit dem Fahndungsbild, einer Computersimulation, auf, dass er schon zum Gespött in den Cafés und Bistros der umliegenden Orte geworden sei.

Die Positionsdaten seines Mobiltelefones zeigen, dass das Gerät zum Zeitpunkt der Tat in dem entsprechenden Gebiet war, was sich mit den Aussagen der Waldarbeiter deckt!

In seiner Wohnung wurden gesammelte Waffen entdeckt, darunter sogar eine 9mm Pistole Luger P08, die der Tatwaffe 7,65mm P06 entspricht, bis auf deren kleineres Kaliber.

Sein Grundstück wird mit einer Metallsonde abgesucht. Es gibt zwei Leichtmotorräder des Typs, den die Zeugen beschrieben haben. Er soll passionierter Jäger sein. Dass sein Telefon in Tatortnähe lokalisiert wurde, erklärt er damit, dass seine Schwiegereltern in Chevaline, also gleich um die Ecke vom Tatort wohnten!

Das Rathaus des Ortes, wo er als Polizist gearbeitet habe, gibt an, es habe über ihn mehr als zwanzig Beschwerden wegen seines Benehmens gegeben. Er habe aufbrausend und brutal sein können und undiszipliniert Regeln gebrochen, aber davon abgesehen, sei er ein offener und netter Kerl gewesen…

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NACHTRAG:

im PARISIEN wird Eric D. zusätzlich als extrem fremdenfeindlich und als fixiert auf den Zweiten Weltkrieg beschrieben. Nach seiner Entlassung bei der Polizei habe er in der Schweiz, u.a. auf dem Gipfel von Davos(!) gearbeitet. Er soll sechs Kurzwaffen und mehrere Langwaffen, alle in perfektem Zustand, besitzen. Das Gebiet um den Tatort habe er als Jäger bestens gekannt…


Lac d’Annecy-Massaker: Gesuchter Motorradfahrer festgenommen!

18. Februar 2014

Eric Maillaud, der ermittelnde Staatsanwalt im Vierfachmord von Chevaline, teilte dies heute in Annecy (Haute-Savoie) der Presse mit.

„Es wird möglicherweise nicht die einzige Festnahme bleiben“, fügte er sybillinisch hinzu.

Sie wurde in Folge der am vergangenen 4. November erfolgten Veröffentlichung eines am Computer erstellten Fahndungsbildes möglich.
Dieser zunächst nur als möglicher Tatzeuge gesuchte Motorradfahrer mit dem sehr seltenen Integralhelm, war den Ermittlern schon seit Beginn der Ermittlungen bekannt und früh von Waldarbeitern beschrieben worden. Warum die Veröffentlichung seines Fotos über ein Jahr dauerte bleibt aber weiterhin unbeantwortet!

Weiterhin keine Erklärung gibt es zu den fehlenden Pässen der ermordeten Familie Al Hilli.

(Über die Suchfunktion dieses Blogs lassen sich durch die Eingabe Lac d’Annecy-Massaker eine ganze Anzahl von Artikeln zu diesem rätselhaften Verbrechen aufrufen!)

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https://almabu.wordpress.com/?s=Lac+d%27Annecy-Massaker


Lac d’Annecy Massaker: Keine Beweise gegen Zaid al-Hilli!

15. Januar 2014

Siebzehn Monate nach dem Verbrechen bei Chevaline in Hoch-Savoyen in den französischen Alpen stecken die Ermittlungen in einer Sackgasse. Die Ermittler glauben, dass ein Bruderzwist, ein Streit um das Erbe ihres Vaters und letztlich um Geld das wahrscheinlichste Tatmotiv sei. Nur, sie können dies nicht beweisen! Zaid al-Hilli bleibt deshalb also vorerst vollkommen unbehelligt und auf freiem Fuß.

Die Ermittler legen Wert darauf daß der Franzose Sylvain Mollier, der (anscheinend zufällig?) mit dem Rad zum Tatort kam und dort auch getötet wurde, nichts mit dem eigentlichen Geschehen zu tun hatte, er sei halt schlicht „the wrong man, at the wrong time, at the wrong place“ gewesen…

Der rechtsgesteuerte Luxus-Geländewagen, den Zeugen zur Tatzeit in der Nähe des Tatortes gesehen haben wollen und nach dem noch immer gefahndet wird, tauchte bisher nirgendwo auf. Er war der einzige Hinweis, der sich auf das UK bezog.

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Durch die Nutzung der Suchfunktion in der rechten Seitenleiste können alle Artikel dieses Blogs zu diesem Thema aufgerufen werden. Es sind mittlerweile einige…


Lac d’Annecy-Massaker: Phantombild schon nach 14 Monaten!

5. November 2013

Nur schlappe 14 Monate dauerte es, bis die Ermittler in diesem rätselhaften Kriminalfall ein Phantombild vorlegen konnten!

Französische Forstarbeiter hatten früh entsprechende Zeugenaussagen gemacht.

Demnach hatte der „durchgeknallte Einzeltäter“* ein Schwarz-Weisses-Gelände-Motorrad, eine Enduro genutzt, einen sehr seltenen, am Mund offenen Integralhelm, sowie einen Vollbart getragen. Im Gefolge hatte er einen Komplizen, in einem sauberen, neu wirkenden BMW X3 in Antrazith-Metallic und „englischer“ Rechtssteuerung, der von einem Fahrer mit dunklem Teint gefahren wurde. Die beiden bretterten zur Tatzeit in der Nähe des Tatortes durch den Wald und wurden von verschiedenen Zeugen gesehen.

Die Ermittler hatten aber in den letzten 14 Monaten wohl Wichtigeres zu tun, als „verrückten Hinweisen“ zu folgen…

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*(upps, da ist mir doch glatt ein Fehler unterlaufen! Der Enduro- und der BMW-Fahrer werden nicht als Tatverdächtige, sondern nur als mögliche Zeugen gesucht, mit denen die Ermittler sich zu gerne einmal unterhalten möchten, sorry!)

http://www.theguardian.com/world/2013/nov/04/alps-murders-french-police-photofit-motorcyclist

http://www.theguardian.com/world/2013/nov/04/alps-murders-french-police-photofit-motorcyclist

http://www.telegraph.co.uk/news/uknews/law-and-order/10392078/Brother-of-French-Alps-murder-victim-denies-involvement.html

http://www.leparisien.fr/faits-divers/chevaline-le-portrait-robot-du-mysterieux-motard-diffuse-04-11-2013-3285707.php


Lac d’Annecy-Massaker: UK-Pässe des Ehepaares Al-Hilli fehlen!

24. Oktober 2013

Es dauerte über 13 Monate, bis erst jetzt eine bemerkenswerte Einzelheit dieses mysteriösen Kriminalfalles bekannt wurde:

Die Reisepässe des getöteten Ehepaares al-Hilli konnten bisher nirgendwo gefunden werden!

Nicht am Tatort, nicht im Fahrzeug, nicht auf dem Campingplatz, nicht bei der Genfer Bank, nicht bei einem Zwischenstopp in Rouen und natürlich auch nicht in ihrem Haus in Claygate in Sussex, England.

Sie müssen sie aber für die Reise nach Frankreich benutzt haben, denn das UK ist nicht Mitglied des Schengener Abkommens und folglich finden zwischen England und Frankreich Grenz- und Passkontrollen statt, die in ihrer Gründlichkeit teilweise an die DDR erinnern.

Auch für die Reise von Annecy ins nahe Genf zur Bank wo das umstrittene Erbe von al-Hillis Vaters liegt – eine knappe Million Euro – wurde von Frankreich in die Schweiz sogar eine EU-Aussengrenze mit den entsprechenden Kontrollen überschritten.

Saad al-Hilli musste sich bei der Bank mit Sicherheit ausweisen und die Reisedokumente wurden bei den Grenzübertritten vermutlich gescannt? Die Ermittler werden also wissen, ob, wann und welche Dokumente wie verwendet worden sind, indess, sie schweigen sich aus!

So wird inzwischen sogar nicht mehr für unmöglich gehalten, dass der „wahnsinnige Einzeltäter“, wie eine der ersten Hypothesen lautete, die Pässe als Beweis für die Erfüllung (s)eines Auftrages(?) an sich genommen habe, obwohl er dabei in extremer Zeitnot gehandelt haben müsste…


Lac d’Annecy-Massaker: Ein Jahr danach, alles beim Alten…

30. September 2013

AUS PROTEST GEGEN DIE (VERS)CHLEPPENDEN ERMITTLUNGEN IN DIESEM FALL DIE KOPIE EINES ALTEN BEITRAGES ZUM 1. JAHRESTAG DES MASSAKERS!
Sie ist noch immer aktuell, oder auch nicht, wie es dem Staatsanwalt gerade beliebt. So ein bisschen hat er sogar die Einzeltätertheorie in Frage gestellt, aber so richtig festgelegt hat er sich nicht. Na ja, irgendwann werden sie die 25 Geschosshülsen ja mal untersucht haben, sollte man meinen? Es kann der einzelne Irre, ein einsamer Profi-Killer, auch mehrere Killer gewesen sein. Sie können wegen al-Hillis Job, wegen seines Erbes, wegen seines Bruders gemordet haben. Nur eine Spur ist kalt, ganz, ganz kalt! Der getötete französische Radfahrer aus dem Nuklearindustrie war zufällig am Tatort und wurde leider, leider zufällig getötet. Nein, es gibt keinen Kontakt aus der französischen Nuklearindustrie zum Irak, nach Syrien oder in den Iran. Das ist so ziemlich das Einzige worauf Maillaud sich festlegt. Vielleicht sollte man deshalb genau dieser Spur nachgehen?

Es ist offensichtlich, dass der ermittelnde französische Staatsanwalt Eric Maillaud bemüht ist, so wenig Fakten wie möglich zu diesem geheimnisvollen Massaker zu veröffentlichen. Er ist ein Meister der Kunst, mit vielen Worten wenig zu sagen. Er sollte in die Politik gehen! Oder deckt er staatliche Organe? Dann könnte sein Verhalten vielleicht Sinn machen?

Die Ermittler sind bezüglich des Motivs und des/der Täter keinen entscheidenden Schritt weitergekommen. Nur die versuchte Entlastung Frankreichs ist auffällig: Familie, Beruf, irakische Herkunft. Das wären alles Tatgründe, deren Ursache außerhalb Frankreichs lägen!

Zu den Tatwerkzeugen, der Waffe und der Munition, wird ebenfalls durch die Medien spekuliert. Es sollen 25 gleichartige Hülsen des Kalibers 7,65mm am Tatort gefunden worden sein. Aus den Spuren an den Hülsen sollte sich eindeutig feststellen lassen, ob alle Schüsse aus einer einzigen Waffe abgegeben worden sind.

Beim 7,65mm Kaliber gibt es zwei Hauptgruppen, die sich gleich vor Ort von jedem Laien auf einen Blick hätten unterscheiden lassen:

Die 7,65 x 21mm Parabellum, (in den USA .30 Luger genannt), mit ihrer charakteristischen, sich oben verjüngenden Flaschenhals-Hülse. Diese leistungsfähige, präzise Patrone ( Vo = 370 m/s, Eo = 410 J) wurde vor rund hundert Jahren aus militärischen Vorläufern für die berühmte Pistole 08 entwickelt. Es gibt aber daneben eine ganze Reihe von Waffen, darunter die Zivil- und Sportversion der für ihre Präzision bekannten Schweizer Dienstpistole P 210, für dieses Kaliber! Munition dieses Typs wird von mehreren Herstellern angeboten und es dürften auch noch Behördenbestände vorhanden sein.

Die andere Patrone ist der Typ 7,65 x 17mm Browning, (oder .32 ACP in den USA), erkennbar an der geraden Hülse. Sie ist 4mm kürzer, enthält weniger Treibladung und ist weniger leistungsfähig (Vo = 310 m/s, Eo = 220 J). Im konkreten Mordfall spielt dies wegen der geringen Distanz zwischen Täter und Opfer keine Rolle. Immerhin ist selbst dieses Kaliber stark genug um in der Veterinärmedizin in Schussapparaten zur Tötung von Bullen und Pferden eingesetzt zu werden! Für diesen Munitionstyp existieren noch mehr Waffentypen zahlreicher Hersteller, darunter die tschechische Maschinenpistole VZ 61 „Scorpion“ mit einem 20-Schuss-Magazin. Eine Waffe diesen Kalibers, eine Česká 83, setzte die NSU-Mordbande bei ihrer Mordserie in Deutschland ein.

Die Fragen „welcher Patronentyp“, „welche Waffe“ sind bis heute, fast acht Wochen nach der Tat, nicht offiziell beantwortet, nur das allgemeine Kaliber 7,65 mm wurde bestätigt!

Fakten, die Spekulationen für einen geheimdienstlichen Hintergrund der Tat erlaubten, sind bisher nicht bekannt. Sie werden höchsten durch die „vernebelnde“ Informationsstrategie des französischen Staatsanwaltes indirekt befördert. Dafür sprächen auch die beruflichen Hintergründe der beiden ermordeten Männer sowie ihr konspiratives Zusammentreffen im Wald bei Chevaline in Haute Savoie, das sonst ein Riesenzufall wäre!

Sowohl die familiäre, als auch die irakische Spur ließen sich mit dem Tatort schlecht in Verbindung bringen. Da wäre Saad al Hilli wohl eher in England oder im Irak getötet worden und Sylvain Mollier noch am Leben?

DIES IST DIE KOPIE MEINES TEXTES VOM LETZTEN JAHR. Ich lasse sie so stehen, denn es hat sich nichts Wesentliches geändert in diesem Jahr. Der ermittelnde französische Staatsanwalt denkt laut in alle Richtungen ohne sich festzulegen. Das dient der Verwirrung. Der britische Polizeichef, der die Ermittlungen auf der Insel leitet, spricht vom mysteriösesten Fall der letzten zwanzig Jahre. Die Europäische Justiz-Koordinierungsstelle schweigt.

Warum waren al Hilli und seine Tochter Zaynab nicht im BMW als zuerst auf Mollier geschossen wurde? Warum wurden nach der ersten, nicht tötlichen Save auf Mollier, zunächst die Wageninsassen ermordet um den BMW am wegfahren zu hindern und erst dann Mollier durch zwei zusätzliche Kopfschüsse exekutiert? Warum wurde der Tote Mollier durchsucht und sein Körper zum BMW hin bewegt? Ist das nicht koordiniertes Handeln? Der Täter muss auf jeden Fall drei volle Magazine und eine Kugel im Lauf gehabt haben um 25 Schüsse abgeben zu können und dabei zweimal das Magazin gewechselt haben. Ist das unkoordiniert?

Staatsanwalt Eric Maillaud hat diesen Tatablauf inzwischen als reine Spekulation und Erfindung bezeichnet. Ist er nur ungeheuer objektiv oder vernebelt er systematisch das Geschehen?

Keine plausible Erklärung gibt es bisher für die Emotionen, den Hass, die Brutalität, die der Täter mit seinen 25 Schüssen an den Tag legte. Oder sollte hier eine falsche Spur gelegt werden? Dagegen spricht das Überleben der älteren Tochter Zaynab, die er (aus Munitionsmangel?) zu erschlagen suchte.

Die Franzosen streuen statt dessen die These vom wirren, konfusen Einzeltäter, einem paranoiden Spinner ohne zu sagen, worauf diese Annahme genau gründet und suchen andererseits die Tatgründe in England. Wie sollen diese beiden Hypothesen zusammen passen?

Wenn man sich das finale Ergebnis dieses Massakers ansieht, muss man sich allerdings fragen, was ein „Profi“ anders getan hätte, außer vielleicht 17 Schüsse weniger abzugeben?