Pujol: Haltet den Dieb, oder Victimismus, die alte Strategie katalanischer Separatisten!

20. August 2014

Der Ex-Präsident der Autonomie Katalonien, Jordi Pujol i Soley, gegen den wegen Steuerhinterziehung und anderer damit zusammenhängender Delikte wie Korruption und Geldwäsche ermittelt wird, hat wie angekündigt den Spieß umgedreht und seinerseits die Bank(en) bzw. Unbekannte in Andorra angezeigt, die seine Bankdaten illegal an den spanischen Staat weitergeleitet hätten.

Was zunächst absurd erscheint, könnte ihm jedoch wertvolle Zeit verschaffen, denn womöglich dürfen unrechtmäßig erlangte Daten nicht gegen Pujol verwendet werden? Bis zur Klärung dieses Sachverhaltes kann die ganze Untersuchung gegen Pujol womöglich gestoppt werden? Das soll dann gleich auch für die Ermittlungen gegen seinen Sohn gelten, der im September vom Untersuchungsrichter gehört werden soll. Ausserdem reklamieren sie das Recht für sich ein über den kompletten Datenaustausch zwischen Andorra und Spanien zu ihrem Fall informiert zu werden.

Die Zeitung LA RAZON titelt den Pujols gar die Aussage zu, „dass in ihrer Partei CDC die Verräter rebellierten, aber diese dafür bezahlen würden!“

Seine Partei CDC appelliert an alte, tiefsitzende Instinkte der Katalanen, den „Victimismus“, die Überzeugung stets Opfer der Verschwörung finsterer Mächte zu sein, wie es der spanische Staat, seine Justiz und seine Steuerbehörden für sie nun mal sind! Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die zunächst von Pujols Geständnis heftig geschockten Katalanen erneut darauf anspringen. Der besaß sogar die Frechheit, an einen anderen Ermittlungsfall gegen ihn aus seinen politischen Anfängen, den Fall „Banca Catalana“ zu erinnern, aus dem er einst auf geradezu wundersame Weise ungeschoren entkam. Da sieht er eine nahtlose Verschwörung des spanischen Staates gegen die Katalanen. Von diesem Punkt ist es nur noch ein kleiner Schritt seine mutmaßlichen, langjährigen Steuerhinterziehungen als politische Heldentat eines katalanischen Robin Hood zu bewerten!

„Die Spanier berauben die Katalanen“, so lautet der Slogan der Separatisten und „Pujol beraubt die spanischen Räuber“ wollen sie ihn jetzt als listigen Helden des Unabhängigkeitskampfes darstellen, wobei Pujol Zeit seines politischen Wirkens auf das Engste mit Madrid zusammenarbeitete, sich dies gewiss auch entsprechend honorieren ließ und erst in jüngerer Zeit auf den scheinbar unaufhaltsamen Zug der Separatisten aufsprang!

Vermutlich wird man es in Spanien irgendwie schaffen, den Mantel des Vergessens über diese Geschichte zu ziehen, wie beim Zaubertrick eines Magiers und am Ende wird NICHTS geschehen, denn eine ernsthafte Aufarbeitung der grassierenden Korruption liegt im Interesse KEINER Partei, da alle irgendwo, irgendwann, irgendwie betroffen sind oder waren…


Erdoğan beim Aushandeln von Schmiergeldern abgehört?

1. Februar 2014

In sozialen Medien sollen Tonaufnahmen kursieren die Premierminister Erdoğan, seinen Sohn Bilal, einige Minister und Geschäftsleute beim Aushandeln von Schmiergeldern beim Verkauf der TURKUVAZ Medien Gruppe darstellen sollen? Die ziemlich gleichgeschalteten Medien der Türkei dürfen über diesen zweiten Fall von Korruptionsermittlungen vom 25. Dezember 2013 nicht berichten. Die beteiligten Ermittler und Polizisten wurden versetzt*.

Die Republikanische Volkspartei CHP hat dazu eine Anfrage an das türkische Parlament gerichtet:

In der Parlamentsanfrage werden konkrete Fragen an Erdoğan  gerichtet zu  Zeitpunkten, Orten, Namen, Beträgen und Abläufen und geplanten Finanzierungsmodellen.

Faik Öztrak, Stellvertretender CHP-Vorsitzender, nannte den Premierminister Recep Tayyip Erdoğan, das gegenwärtig größte Hindernis für die Stabilität der Türkei und forderte ihn zum Rücktritt auf!

Erdoğan habe die Fähigkeit das Land zu regieren verloren und verbringe seine Zeit damit die Spuren seiner Korruptions- und Bestechungsaffären zu vertuschen und Ermittlungen zu verhindern!

Unterstellt man einmal, die Aufnahmen seien echt, dann muss jemand der technisch und organisatorisch dazu in der Lage war, die Spitzen der türkischen Politik und Wirtschaft abgehört und sich dabei relativ sicher gefühlt haben?
War es der eigene, waren es ausländische Dienste, war es am Ende gar die Lufthansa? Wir wissen es nicht…

http://www.todayszaman.com/news-338212-chp-directs-parliamentary-inquiry-to-erdogan-into-bribery-in-sabah-atv-sale.html
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*Wenn in naher Zukunft alle Polizisten, Richter und Staatsanwälte der Türkei einmal rundum versetzt worden sind und wieder in ihren ursprünglichen Ämtern sitzen, dann können die Ermittlungen vielleicht ja wieder aufgenommen werden?