Katalonien, wo guter Rat teuer ist, also auch etwas kosten darf!

23. September 2013

Ich habe in der Debatte um die katalanische Unabhängigkeit mehrfach darauf hingewiesen, dass die einseitige Schuldzuweisung der Katalanen an Spanien für jedes Übel des täglichen Lebens ein Ablenkungsmanöver ist und dass sich ein unabhängiger Staat Catalunya vom ersten Tag an mit einem alten Übel, möglicherweise dem iberischen Hauptübel, konfrontiert sehen würde, der grassierenden Korruption! Diese benötigt bestimmte Bedingungen.

Da gibt es eine Beratungsfirma spezialisiert auf EDV- und Informatik-Dienstleistungen in Barcelona, die macht unter anderem Geschäfte mit der Generalitat, der autonomen Regierung. Hinter jedem Regierungsangestellten lauert ja bekanntlich ein Heer von Beratern für alle Problemfälle des täglichen Beamtenlebens.

Diese Firma fakturierte von Januar 2005 und September 2009 5,3 Millionen Euro für Beratungsleistungen an die Regierung. Nicht schlecht, eigentlich?

Im Oktober 2009, also einen Monat später, stellte diese Firma einen „neuen Mitarbeiter“ ein. Ein Regierungswechsel war ebenso absehbar wie der spätere Sieg der Koalition CiU, die Katalonien bis heute regiert.

Artur Mas wurde am 27. Dezember 2010 zum Präsidenten der Generalitat de Catalunya gewählt. Jetzt gingen die Umsätze der Beratungsfirma mit der Autonomieregierung geradezu „durch die Decke“! Von den 5,3 Millionen stiegen sie um das 60-fache auf 322 Millionen!

Der „neue Mitarbeiter“ der Beratungsfirma war an diesem durchschlagenden Erfolg wahrscheinlich nicht ganz unbeteiligt? Aber auch neue Vergabeverfahren, bei denen keine transparente, offene Ausschreibung erfolgt, sondern einige Wettbewerber zu Gesprächen geladen werden, über Aufträge deren Komplexität und Volumen den Staatsdienern nicht so detailliert bekannt sind, dass sie korrekt ausgeschrieben werden könnten, werden „besprochen“ und danach frei, offenbar „á gusto“, vergeben.

Es ist sicher nur ein unbedeutender Zufall, dass der „neue Mitarbeiter“ der Beratungsfirma zufällig der Schwager, also die angeheiratete Verwandschaft, des katalanischen Präsidenten Artur Mas ist?

Die Folge solchen Wirtschaftens ist der krass überteuerte Einkauf von gelinde formuliert „suboptimalen“ Dienstleistungen was zu wachsender Verschuldung führt.

Wer beraubt nochmal die Katalanen? Ach so, ja das ist natürlich Madrid…


Die Sorgen der Spanier: Arbeitslosigkeit, Rezession, Korruption, Politik!

6. Juni 2013

In einer Umfrage des CIS im Mai nannten 82 Prozent der befragten Spanier die Arbeitslosigkeit an erster Stelle ihrer Sorgen.

Die in der Rezession dümpelnde Wirtschaft lag mit knapp 35 Prozent auf dem zweiten Platz des Negativ-Rankings.

Es folgten mit 31 Prozent Korruption und Betrug auf Platz drei.

Auf dem vierten Platz kam mit 30 Prozent die politische Klasse, Politiker und Parteien.

42 Prozent erwarteten eine weitere Verschlechterung der Lage binnen eines Jahres.

Über 90 Prozent der Spanier bezeichneten die Lage ihres Landes als schlecht oder sehr schlecht.

Rund zwei Drittel hielten es für unwahrscheinlich oder wenig wahrscheinlich innerhalb eines Jahres Arbeit zu finden.

Nach Alternativen für die Organisation des Landes oder der Staatsform gefragt, waren 31 Prozent dafür alles unverändert so zu lassen wie es heute ist, also einen Staat mit Autonomien.

Einen Zentralstaat ohne Autonomien wünschten sich 23 Prozent.

Gerade mal 14 Prozent wünschten sich mehr Autonomie als dies heute der Fall ist.

52 Prozent der befragten Menschen in Autonomien fühlten sich ebenso als Spanier wie als Angehörige ihrer Autonomie.

Nur als Spanier fühlten sich 15 Prozent.

Ausschließlich als Angehöriger ihrer Autonomie fühlten sich ganze 6 Prozent!

Gell Herr Mas, ganz schön blamabel diese letzte Zahl, nach all dem sezessionistischen Propaganda-tamtam der letzten Monate?


Spanien: Die Gerechtigkeit nimmt ihren Lauf… wirklich?

10. April 2013

Spanien hat Krisen. Es gibt zuerst natürlich die Wirtschaftskrise und als deren Teile die Immobilien-, die Banken-, die Arbeitslosenkrisen. Als ob das nicht schon genug der Krisen wären, kommt eine politische Krise hinzu. Sie wird in Krisen der politischen und juristischen Institutionen, der Parteien und der Verfassung unterteilt. Letztere wird nicht zuletzt durch die katalanische Separatismus-Krise und durch die Krise der Monarchie gebildet.

Miguel A. Aparicio Pérez, Professor für Verfassungsrecht der Universidad de Barcelona, bringt ebenso interessante wie tragische Aspekte zu diesem Thema zu Papier (http://www.lavanguardia.com/opinion/20130407/54370968308/el-juego-sucio-que-se-esconde-tras-el-telon-de-la-crisis.html).

Die Maßnahmen zur Krisenbekämpfung seien der kaum kaschierte radikale Abbau des Sozialstaates durch Entsolidarisierung und Privatisierung.

Dazu käme die grassierende Korruption in Politik und Wirtschaft und deren negativen Einfluss auf die Krisen. Er fragt, ob eine formaljuristisch korrekt aber langsam arbeitende Justiz die korrupten Missstände nicht eher noch stabilisiere? Denn die Politiker unter juristischem Druck beteuern, dass natürlich jeder bis zu seiner Verurteilung in einem Rechtsstaat als unschuldig zu gelten habe und deshalb seine Ämter und Pfründe bis zu einer Anklage oder gar Verurteilung behalten dürfe. Der Teil der Unschuldvermutung ist natürlich wahr, aber in der juristischen Realität von heute geradezu ein Freibrief für ein paar weitere Jahre des korrupten raffens und schaffens! Ein paar Korruptionsverfahren, die sich endlos, manchmal jahrelang dahinziehen, während dessen die Beteiligten als „Unschuldige“ ungerührt als Teil ihres Systems weitermachen können, wirken in der Tat weder abschreckend, noch reinigend sondern eher sogar stabilisierend auf dieses weit verbreitete Korruptionssystem in der spanischen Gesellschaft.

Stark vereinfacht ausgedrückt konstatiert hier ein Fachmann, dass das System der Gewaltenteilung in Spanien nicht funktioniert, so nicht funktionieren kann!

Aber Spanien hat nicht nur innenpolitische Krisen. Das Land hat auch eine EU-Krise. Sie entsteht dadurch, dass die gewählte Regierung des Landes, sich mehr um die Wünsche Brüssels, Berlins und der internationalen Finanzinstitutionen kümmert, als um die Wünsche und Bedürfnisse seiner Bürger. Auch dies ist ein Aspekt, ein Teil der grassierenden Korruption. Ob man dieses Verhalten als Amtsmissbrauch oder als Verrat bezeichnet, das sollen andere entscheiden…


Krise, Geldkuverts, Abhör-Mikros, Korruption: Zerbröselt die spanische Demokratie?

12. März 2013

Zunächst dachte ich, Spanien habe lediglich ein monarchistisches Problem mit einem schwanzgesteuerten Großwild- und Provisionsjäger „im dritten Frühling“ auf dem Thron. Das war ein Irrtum! Den Mann haben Mutter Natur und die Zeit, das heisst seine Gesundheit, inzwischen ganz alleine ruhig gestellt. Es ist viel schlimmer:

Das demokratische System aus politischen Parteien, regionalen und nationalen Regierungen, Institutionen und Gerichten stellt sich inzwischen selbst in Frage. Es scheint wie die Muleta beim Stierkampf. Was wichtig ist, verbirgt sich dahinter.

Dieses „wichtige dahinter“ ist ein dicht-gewebtes Korruptionssystem aus Familienangehörigen, Verwandten, Freunden und Geschäftspartnern, die über ein Geflecht zahlloser Firmen die öffentlichen Mittel des Landes absaugen und in die eigenen Taschen umleiten, vorbei an jeder echten Ausschreibung, Angebots- und Leistungskontrolle, wobei offenbar jeder jeden korrumpiert?

Weil diese korrupte Klasse sich und das Land kennt und niemanden traut, wird das geraubte Geld gerne steuerfrei außer Landes gebracht und in Steuerparadiesen gebunkert. So sind zuweilen ganz erstaunliche Vermögen entstanden. Fragen dazu werden im Allgemeinen nicht gestellt, selbst wenn für jeden ersichtlich, der Lebensstandard nicht dem offiziellen Einkommen entspricht.

Es liegt auf der Hand, dass auf einem Land mit einer solchen politischen Klasse ein schweres Handicap lastet. Alles verteuert sich maßlos. Die Qualität der Leistungen wird gleichzeitig schlechter. Durch die systematische Steuerhinterziehung sind die öffentlichen Kassen leer, Leistungen werden gekürzt oder gestrichen.  Spanien wird durch ein Heer von Schmarotzern geschwächt.

Eine demokratische Opposition, die diesen Namen verdiente, ist nicht vorhanden. Sie hat selbst in ihrer Regierungszeit total abgewirtschaftet. Weil alles auf die Skandale der PP fixiert ist, merkt kaum einer, dass es daneben gerade leise die PSOE zerbröselt…

Beide Parteien haben das Land in die „mierda“ geführt und einer ganzen Generation die Zukunft geraubt. Sie haben aber auch den Glauben und das Vertrauen in die Demokratie selbst stark geschädigt.

Leider ist vorerst kein Ende abzusehen.  Das Schlimmste sei überwunden, dürfte einer der dümmsten Sprüche des traurigen Tropfes sein, der das Land zu führen vorgibt. Er steckt bis über beide Ohren in diesem Sumpf und wirkt manchmal so, als könne er es selbst nicht fassen, noch nicht „zurückgetreten worden“ zu sein.

Er und seine Kumpane sind durch die Korruptionsfälle Gürtel und Bárcenas schwer angeschlagen. Nur Optimisten glauben, dass diese beiden offenbar verbundenen Korruptions-, Betrugs- und Steuerhinterziehungsfälle mehr sind als die Spitzen eines Eisberges, dessen größter Teil noch unter Wasser der Entdeckung harrt.

Sie leugnen alles kategorisch ab. Sie versuchen Zeit zu gewinnen. Sie vertuschen und verzögern. Kompetenzgerangel, genehme Richter, die ganze Palette der Möglichkeiten. Sie stützen sich vorerst gegenseitig, denn fällt einer und packt dann aus, dann dürfte der Teufel los sein in Spanien. Dann ist Revolution angesagt!


Spanien: Wird der Fall Bárcenas zu Tode ermittelt?

7. März 2013

Sind der aktuelle Korruptions-, Schwarzgeld- und Steuerhinterziehungsfall Bárcenas und der bisher größte Korruptions-, Schwarzgeld- und Steuerhinterziehungsfall Gürtel, in dem seit vier Jahren ermittelt wird, miteinander verbunden?

Der Richter Pablo Ruz von der Audiencia Nacional glaubt dies und hat von der im Fall Bárcenas ermittelnden Spezialabteilung der Polizei die Akten angefordert und die weiteren Ermittlungen übernommen. Diese Abteilung für Wirtschafts- und Finanzstraftaten der Polizei darf also offiziell ab sofort nicht mehr weiter ermitteln!

Der Richter Ruz sagt, es gäbe mehrere Verknüpfungspunkte dieser beiden Fälle. Faktisch könnte dieser Schritt jedoch eine Erschwerung, zumindest eine Verschleppung der Ermittlungen bedeuten, den im Fall Gürtel wird immerhin schon seit vier Jahren ermittelt.

Diese Aktion könnte im Hintergrund durch die belastete PP eingefädelt worden sein um sich zumindest unmittelbar aus der Schusslinie zu bringen? Im Verschleppen von Ermittlungen über Jahre hinweg gibt es in der spanischen Politik und Justiz „gewisse Erfahrungen“.

Auf eine solche koordinierte Taktik scheint auch die Reaktion von Parteigranden der PP gegenüber Luis Bárcenas und der Zeitung EL PAÍS hinzuweisen, die jeweils persönlich und als Partei „wegen Rufmord“ verklagt wurden und nicht etwa wegen konkreter Taten. Das hat aus Sicht der Verschleierer den Charme, dass die Richtigkeit von Straftaten überhaupt nicht im Mittelpunkt steht, wie es Kreise um die CiU in Barcelona  im Fall „cafeambllet“ erfolgreich vorgemacht haben.

Diese Methode würde praktisch in letzter Konsequenz die Berichterstattung über konkrete Straftaten und Personen vor einem rechtskräftigen Urteil unmöglich machen und so jeden investigativen Journalismus beenden! Deshalb hat „cafeambllet“ sogar in der Washington Post Aufmerksamkeit erregt.

http://www.prensaescrita.com/adiario.php?codigo=S&pagina=http://www.elpais.com


Katalonien: Milchcafé, schwer verdaulich für die Clique um Artur Mas!

5. März 2013

In Katalonien gibt es eine Zeitschrift mit dem harmlosen Namen Milchcafé (spanisch = Café con leche, auf katalan Cafè amb llet).

Die Chefredakteure Marta Sibina i Camps und Albano Dante Fachin Pozzi recherchierten in Zeiten brutaler Kürzungen dem massiven Geldschwund im Gesundheitsbereich, dem berüchtigt-dunkel-undurchsichtigen Geschäftsgebahren dieser autonomen Einrichtung, nach.  Sie stellten Fragen, produzierten ein Video, nannten darin Namen und stellten es unter dem Titel „Der größte Raub in der Geschichte Kataloniens“ ins Internet. Da verschwanden in Krankenhäusern Millionenbeträge, da wurden hundertausende für Reisen, Spesen und Restaurants verprasst. „Cafèambllet“ nannte Ross und Reiter im Klartext. Das war eindeutig zu viel an Transparenz!

Flugs gab es eine Klage eines betroffenen Beraters aus dem Umfeld von Artur Mas, wie es sie zu Dutzenden bei der Generalitat d’Catalunya gibt. Sie sind nicht demokratisch legitimiert, hochbezahlt, wirken geschäftig im tiefen Schatten und blähen den politischen Bereich unförmig auf. Dieser Mann fühlte sich von dem Video in seiner Ehre, seinem guten Ruf geschädigt.

Mit für katalanische Verhältnisse absolut unüblicher, geradezu „affenartiger Geschwindigkeit“ wurde das Verfahren 158/2012 durchgezogen. Die Redaktion wurde am 23. Oktober 2012 durch die Richterin María Millán Gisbert der Rufschädigung schuldig gesprochen und zu 10.000 Euro Strafe verurteilt.

Inhaltlich wurde jedoch kein einziger im Video genannter Fakt als falsch wiederlegt! Mittlerweile wurden sogar von den namentlich genannten Personen drei angeklagt, zwei verhaftet und gegen einen wird ermittelt. Trotzdem erging ein Urteil als eine „Frage der Ehre“?

Obwohl das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, mussten die Videos am 28. Februar 2013 auf richterlichen Beschluss aus dem Netz genommen werden, was faktisch reine Symbolik sein dürfte?

Die Betreiber von „cafèambllet“  liessen sich jedoch nicht einschüchtern. Sie beschlossen vielmehr in die Offensive zu gehen!

Sie sammeln im Web Geld. Aber nicht in erster Linie um die Strafe zu bezahlen, die durchaus an der Existenz der Zeitung rüttelt, sondern um aus dem Thema des Videos ein Buch zu machen und dieses zu vertreiben.

Der Fall „cafèambllet“ erregte sogar in der Washington Post Aufsehen als ein in den USA unvorstellbarer Verstoss gegen die Presse- und Informationsfreiheit.

Wer sich im Netz etwas auskennt, kann das Video angeblich problemlos finden, da es gespiegelt und von Personen heruntergeladen wurde, die es jetzt jederzeit wieder hochladen können.

http://www.cafeambllet.com/press/?p=17726

Namen und Details in spanischer Sprache:

http://ccaa.elpais.com/ccaa/2012/10/26/catalunya/1351282852_593776.html


Freue Dich Madrid, auf EuroVegas!

4. März 2013

Sheldon Adelsons Las Vegas Sands Corporation hat gegenüber der US-Behörde S.E.C.* eingeräumt, „wahrscheinlich“ Bundesgesetze gebrochen zu haben, durch die Bestechung ausländischer Amtsträger. Keine Angst, wir sprechen über die Vergangenheit. Spanische Amtsträger sind wohl nicht gemeint, die lassen sich bekanntlich nicht bestechen! EuroVegas in Madrid scheint also vorerst völlig sauber…

Gegen Adelsons Spielhöllen-Imperium ermitteln aber nicht nur die S.E.C. sondern auch das US-Justizministerium und das FBI. Freu dich, Madrid!

Das Eingeständnis möglicher Fehler im jüngsten Jahresbericht ist eine Premiere für Las Vegas Sands. Die Firma soll in China über einen Vermittler zweistellige Millionen-Dollar-Beträge aus unklaren Gründen an unbekannte Empfänger bezahlt haben. Gegen Adelsons Zockerfirma wird seit 2010 ermittelt auf Grund einer Selbstanzeige des früheren LVS-Präsidenten in Macao S. C. J., der angab, unter Druck unsaubere Geschäfte mit chinesischen Regierungsvertretern gemacht zu haben. Er warf seiner Ex-Firma weiterhin vor, dem Treiben des organisierten Verbrechens Chinas in den Spielcasinos und Einrichtungen untätig zuzusehen!

Sheldon Adelson begann vor zehn Jahren seine Aktivitäten in China, als die Behörden eine limitierte Zahl von Lizenzen für Macao herausgaben, einem semi-autonomen Archipel in der Mündung des Perlenflusses, das einmal portugiesisch war. Aber wie viele lukrative Geschäfte in China ist auch die Glücksspielbranche von Korruption durchsetzt. Adelson war in der Folge vom Wohlwollen der Chinesen abhängig um Lizenzen und Verträge und natürlich, um Besucher vom Festland in seine Spielhöllen zu bekommen.  2004 eröffnete er sein erstes Kasino, das „Sands Macao“ und 2007 folgte das „Venetian“.

Das boomende China-Geschäft liess seinen Reichtum, der zwischenzeitlich arg Federn lassen musste, wieder derart ansteigen, dass Adelson mit einem von Forbes geschätzten Vermögen von rund 25 Milliarden Dollar zu den reichsten Menschen der Erde zählt.

Adelson neigt dazu sich Einfluss zu kaufen. Mit wechselndem Erfolg. In Israel verhinderte er so vermutlich den völligen Einbruch seines Protegées Netanyahu. In den USA scheiterte er mit dem Versuch Obamas Wiederwahl zu verhindern, obwohl er an insgesamt 8 Republikaner bei Vorwahlen und im Wahlkampf über 60 Millionen Dollar durch sogenannte super PACs verteilt hatte und so zum größten Einzelspender in der politischen Geschichte der USA geworden war.

––––

*(Die S.E.C. wurde durch eine Reihe von Gesetzen während der Zeit der Grossen Depression gegründet und sollte Exzesse von Banken und Wall Street Firmen verhindern. (Das kommt mir doch irgendwie bekannt vor?). Kritiker und Konsumenten-Anwälte werfen ihr Versagen vor, während der Bankenkrise des Jahres 2008. Als sie nach 2008 wirklich einmal ernsthaft die Regeln des Finanzmarktes gestalten wollte, wurde die S.E.C. Vorsitzende Mary L. Shapiro vom eigenen Board überstimmt. Folgerichtig trat sie zu Obamas zweiter Amtszeit nicht mehr für das Amt an, das jetzt von Mary Joe White ausgeübt wird.)

http://www.nytimes.com/2013/03/03/business/in-filing-casino-operator-admits-likely-violation-of-an-antibribery-law.html?_r=0


Spanische Aufklärung: Keine externe Kontenprüfung im Bárcenas Schwarzgeld-, Steuerhinterziehungs- und Korruptionsskandal der Regierungspartei PP!

2. März 2013

„Leider, leider könnten die Bücher der PP nicht extern geprüft werden“, bedauerte die Hauptverantwortliche, die Generalsekretärin der PP Dolores de Cospedal, „und dies nicht etwas aus fehlendem politischen Willen. Nein, dieses Vorhaben sei aus verschiedenen Gründen unmöglich!“

Na, dann sind wir aber beruhigt! Ich Schaf hatte schon geglaubt, die von der PP wollen da was vertuschen!

Die drei berühmtesten Wirtschaftsprüfer KPMG, Price Waterhouse und Deloitte, hätten diese Aufgabe abgelehnt! Sie könnten diese Bücher nicht prüfen, da diese bereits vom staatlichen Tribunal de Cuentas geprüft und für gut befunden worden seien.

Eine erneute Überprüfung würde folglich eher als eine Kontrolle der Arbeit dieses Tribunal des Cuentas wirken und dies sei wirklich das Letzte, was diese privaten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften wollten!

Ausserdem habe das Tribunal de Cuentas bereits am 1. Juli 2011 verfügt, dass öffentliche Organe keine privaten Wirtschaftsprüfer zur Kontrolle ihrer Buchhaltung einsetzen dürften.

So haben alle Beteiligten, ausser dem spanischen Steuerzahler natürlich, einen Vorteil aus der verzwickten Lage gezogen. Die PP und ihre Konten bleiben, sagen wir mal, hübsch semi-transparent! Die staatlichen Prüfer bleiben unangefochten und die Privaten halten sich aus dem ganzen Schlamassel klug heraus…

Und so bleibt es denn vorerst bei den Worten von Dolores de Cospedal, die da behauptet, „die Buchführung der Partido Popular ist einzig(-artig*) und sauber!“

http://www.prensaescrita.com/adiario.php?codigo=S&pagina=http://www.elpais.com

*(Dass diese im wahrsten Sinne des Wortes „doppelte Buchführung“ einzigartig sei, das möchte ich zu gerne annehmen, allein mir fehlt der Glaube!)


Monarchie abschaffen: Spanien braucht politischen Neustart!

17. Februar 2013

Die politische Klasse des Landes wird in einer Umfrage von jedem zweiten befragten Spanier als größtes Problem des Landes gesehen. Sie gilt als hochgradig korrupt und intrigant. Jeder hetzt jedem Detektive auf den Hals um etwas über den Anderen in der Hand zu haben, ihn dadurch in Schach halten zu können.

Überall wo Geld fliesst wird angezapft und gesaugt. Das korrumpiert nicht nur die Entscheidungsträger, sondern macht auch die Qualität der Entscheidungen schlechter und im Ergebnis das Land wirtschaftlich ineffektiver. Motto: Wir nehmen gerne auch die drittbeste Lösung, solange nur genügend Geld fliesst!

In Katalonien sagen 92 Prozent, dass die Korruption zugenommen habe und das größte Problem sei. Jetzt wird hektische Aktivität und Aufklärung der Missstände versprochen.
Da aber so gut wie jeder „Dreck am Stecken“ hat, sollte man keine Wunder erwarten, solange diese politische Klasse im Amt ist. Im Moment decken sich alle gegenseitig, weil die Folgen vollkommen unabsehbar sind, wenn dieses Korruptionskonstrukt einmal ins Wanken gerät?

Aber es braut sich eine revolutionäre Gemengelage zusammen, die nicht mehr weggelogen oder ausgesessen werden kann. Wenn dieses System überleben will, dann muss es Menschenopfer bringen. Dann müssen Köpfe rollen. Es muss ans Eingemachte gehen, oder es wird scheitern.

Dann wird die europäische reaktionäre Rechte der Merkel, Cameron und Rajoy einen drohenden Bürgerkrieg gemeinsam gewaltsam unterdrücken müssen. Die Planungen dafür laufen bekanntlich bereits in Brüssel, bei der EU und der Nato und den beteiligten Hauptstädten.

Man wird sich die wirtschaftliche Lage führender Repräsentanten Spaniens ansehen und die Ursache der wundersamen Geldvermehrung analysieren müssen. Wenn ein von Franco ausgesuchter armer Schlucker aus Estoril, der nicht als der Hellste unter der Sonne gilt und der die meiste Zeit hinter Röcken her war, in seiner Amtszeit laut New York Times zu einem Milliardenvermögen gelangte, dann wird man berechtigte Fragen stellen dürfen?

Wenn ein President de la Generalitat d’Catalunya auf beinahe Lebenszeit ebenfalls „im Nebenjob als Geschäftsmann“ dreistellige Millionenvermögen „verdient“ und seine ganze zahlreiche Sippe Dank seines Zauber-Namens mitversorgt, dann wird man berechtigte Fragen stellen dürfen?

Die beiden stehen nur stellvertretend für viele der politischen und wirtschaftlichen Elite des Landes, indem es eine lächerlich billige Steueramnestie für Steuerhinterzieher gab/gibt, die diesen nachträglich Recht und Freiheit vor Strafverfolgung schenkt und ihnen ihr Schwarzgeld legalisiert. Wie überaus praktisch!

Wenn Spanien einen Neustart, einen Neuanfang  unter den Konservativen versuchen sollte, dann müssten der König des Landes, samt seiner geldgierigen Sippe, der kleine König von Katalonien samt seiner geldgierigen Sippe und der Präsident des Landes mit seinen Bargeldumschlägen gehen, stellvertretend für viele andere kleine und große Blutsauger des Systems.

Einen Systemwechsel aber, weg vom neoliberalen Kapitalismus, werden sie mit allen Mitteln zu verhindern suchen, da sei EUROGENDFOR!


Noch eine Woche: Mas leitet in Katalonien heisse Wahlkampfphase ein…

17. November 2012

Es geht nicht um Korruption, illegale Parteienfinanzierung von CDC und CiU oder gar Politiker-Konten in der Schweiz und Liechtenstein.
Es geht natürlich um Gangnam-Style:

Uns so hatte alles an diesem denkwürdigen 11. September begonnen: