Freiheit durch Recht oder Unfreiheit durch Rechtlosigkeit?

12. Februar 2019

Das Katalonien-Spektakel beschäftigt zumindest die Medien, wenn nicht gar Teile Europas, nun schon seit bald 10 Jahren. Anfangs kaum wahr genommen, hat sich die Lage seit der einseitigen, nur gefühlten, nur symbolischen Unabhängigkeitserklärung des Carles Puigdemont vom Oktober 2017 langsam zugespitzt bis zum heutigen Prozessbeginn gegen die mutmaßlichen CAT-SEP-Putschisten.

Es beginnt wie immer: Man redet aneinander vorbei, verlangt das jeweilige Maximum, macht keinerlei Konzessionen und beschuldigt bei der darauf folgenden automatischen Kommunikations-Blockade die andere Seite ein „Fascho“, ein Faschist zu sein. (Gähn!)

Wenn man den Konflikt einmal „technisch-neutral“ betrachtet, dann geht es um nicht existierende Kommunikation, um Gut-oder-Böse-, bzw. Schwarz-oder Weiss-Schemata und um die Berichterstattung durch die Medien. Nur wer ordentlich Krawall macht, über den wird berichtet, ist es nicht so?

Beide Seiten wissen dies natürlich und legen folglich noch „einen drauf“! Die Beteiligten des Konfliktes sind deshalb stets X+1, das heisst die jeweiligen Beteiligten, plus die Medien, ihre eigene fianziellen oder politisch-strategischen Interessen verfolgend.

Aber es gibt noch weitere Beteiligten, nennen wir sie, wie im Straßenverkehr bei Unfällen, „die Gaffer“! Sensationsgeil, wie Theaterzuschauer halt, kurz wie WIR!

Wenn eine solche humanitäre Vollkatastrophe und gescheiterte Existenz, wie ein gewisser Carles Puigdemont, es schafft immer wieder vor den Medien aufzutreten, dann folgt er seinem Trieb, er kann nichts dafür. Er ist schlicht Instinkt gesteuert. Wenn die Medien sich jedesmal erneut darauf stürzen, obwohl der Mann seit Jahren keinen klaren politischen Satz mehr geäußert hat, wenn er dies überhaupt jemals getan hat, dann sind schlicht die Medien in der Verantwortung, einverstanden?

Es gibt Gesetze und Regeln für menschliches Zusammenleben. Paradoxerweise bedeutet diese Einschränkung durch Gesetze und Regeln die relative Freiheit für die Gesamtheit! Das kann man sehr schön im Straßenverkehr* erleben. Er funktioniert einigermaßen, weil sich der weitaus größte Teil der Verkehrsteilnehmer an die einschränkenden Gesetze und Verkehrsregeln hält. Ein paar Asoziale suchen ihren persönlichen Vorteil durch Bruch dieser Regeln. Keine Panik, diesen sozialen Abschaum gibt es immer, ist so!

Doch zurück zu unserem katalanischen Separatismus-Problem. Wenn ich das System globaler Gesetze und Regeln verlasse, wenn ich mir meine eigenen Regeln ausdenke, die selbstverständlich nur für mich gelten sollen, wenn ich mir phantasievolle, weltweit einzigartige Rechte ausdenke und deren Umsetzung verlange, dann habe ich meine eigene Wahrheit kreiert, mir meine eigene Sekte geschaffen! Das ist der status quo!

Wenn ich das, was ich als demokratisches Recht für mich einfordere, bei den anderen 192 Staaten dieser Erde nicht nachweisen kann und trotzdem als Grundrecht bezeichne, dann handelt es sich schlicht um Glaubensfragen. Gibt es da nicht in Barcelona diesen hoch subventionierten Kasper, der die gesamte Weltgeschichte Katalonien freundlich umschreibt, nach dem Motto, die wichtigsten Menschen der Geschichte, alles Katalanen?

Ein solches Denken, in völligem Fehlen von Unrechtsbewusstsein, hat etwas von einer Sekte und als eine solche ist/kann sie kein Verhandlungspartner/sein, da ständig auf „Alles. oder Nichts“ beharrend! Da ist der politische Verhandlungsspielraum gleich Null!

Gehen wir doch einmal, nur so zum Spaß, auf den Kern des heutigen Problems zurück: Eine hochkriminelle Familie und ein überschaubarer Clan anderer Familien zocken in Katalonien schon seit Francos-Zeiten ab. Der war übrigens bei denen gar nicht so unbeliebt, wie heute immer behauptet wird. Aber es gab im Barcelona eine Abzockerbande, die Oasis genannt wurde. Die wurden 2008 von der Weltwirtschaftskrise überrascht und da ein neoliberaler Typ namens Arturo regierte, wurden extreme Kürzungen im Sozialbereich exekutiert. Die entstehenden Proteste wurden gegen Madrid umgeleitet und das war’s! Mit der Scheisse beschäftigen wir uns nun seit 10 Jahren…

Nach den Jahrzehnten des „no-molthonorablen Präsidenten Hügel“ oder so ähnlich? mit der wohlhabenden Großfamilie im Schlepptau, muss man konstatieren, daß der heutige katalanische Separatismus italienisch-faschistische und deutsch-nationalsozialistische und vor allem rassistische Ursprünge hat, gemischt mit etwas Großbürger-Anarchismus.

Aktuell geht es vor allem um Bilder und deren Interpretation und um natürlich um die erforderliche Schnelligkeit. Der Polit-Autist Mariano Rajoy mag persönlich ein redlicher Mann sein, aber er hat regelmäßig „den Zug verpasst“, was das Agieren betraf und musste deshalb den Ereignissen passiv hinterher hinken. Es waren Separatisten die am schnellsten Bilder und – noch wichtiger – deren Interpretation lieferten, egal wie schwachsinnig die auch war und diese Pseudo-Fakten gingen dann exklusiv um die Welt. Korrekturen, Tage später, wen interessierten die noch?

Es dürfte spannend werden, ob es dem Obersten Gericht in Madrid gelingt Sachlichkeit, Fakten und Gesetze ins Spiel zu bringen, wo die mediale Öffentlichkeit nach Sensationen, Bildern und Fakes lechzt, wie ein Süchtiger nach dem nächsten „Schuss“…

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*(Es ist offenbar immer eine Pressemeldung wert, wenn z.B. im grenznahem Schweizer Kanton Thurgau ein deutscher Autofahrer statt der erlaubten 110 km/h mit 250 km/h unterwegs ist und nun möglichen vier Jahren Haft entgegen sieht. Hingegen hat ein Staatsstreich in Spanien nach Ansicht der CAT-SEP’s gefälligst mit Freispruch und Haftentschädigung zu enden, claro?)