JPMorgan: Zwei, drei, vier oder neun Milliarden Dollar Verlust? Wen juckt das schon?

29. Juni 2012

Der leibhaftige Bankster-Gott Jamie Dimon, der mit den Präsidentenmanschettenknöpfen, ist die Gelassenheit in Person: Nur Scheibchenweise rückte er die Verluste seiner Londoner Zockerabteilung heraus. Gleich zweimal stand er vor verschiedenen Kammern der US-Regierung ohne den ihn befragenden Politikern allzuviel Antworten und Aufklärung zu geben, denn Antworten sind schädlich für`s Geschäft!

Zwei, drei verzockte Milliarden räumte er nuschelnd ein und wies stolz darauf hin, dass seine Bank im Ersten Quartal schließlich trotzdem Gewinne gemacht habe!

Er war immer strikt gegen jede staatliche Reglementierung des Bankensektors und die öffentlich zur Schau getragene Unkenntnis der Politiker von der Materie schien ihm dabei sogar recht zu geben?

Dimon genoss seinen Auftritt und wurde überwiegend ehrfürchtig behandelt und teils geradezu bejubelt von Senatoren, die zum großen Teil Spenden seiner Bank erhalten hatten. Die Jungs aus der Politik standen sozusagen mit einem Fuß auf Dimons Payroll!

Nun berichtet die NYT am 28.06.2012 mit Bezug auf Insider-Quellen darüber, dass die voraussichtlichen Verluste weit größer werden könnten als dies bisher von JPMorgan eingeräumt worden ist:

http://dealbook.nytimes.com/2012/06/28/jpmorgan-trading-loss-may-reach-9-billion/?hp

Auch habe sich die Bank schneller als erwartet, von über der Hälfte der Verlustbringer getrennt. Interne Modellrechnungen sollen den möglichen Gesamtverlust auf bis zu 9 Milliarden, also das dreifache der ursprünglich genannten Zahlen beziffern!

Technisch habe die betreffende Abteilung wie ein Hedge Fund innerhalb der Bank operiert und dies mit staatlichen Versicherungsgeldern.

„…Banksters and Members of Congress have been downplaying JP Morgan Chase’s sudden loss of $2 billion, and arguing that the loss doesn’t mean Wall Street needs more regulations. But now, the New York Times is reporting that the $2 billion dollar bet gone bad might actually turn be a $9 billion bad bet. It’s now come out that internal models at the bank project losses as high as $9 billion over the bungled trade. Right about now, Congress should be kicking itself for not pressing JP Morgan Chase CEO Jamie Dimon harder over what exactly went wrong at the bank. Instead – since Dimon has paid off most Members of the House and Senate Financial Committees – our lawmakers kissed his butt. Let’s not make the same mistakes twice – time to regulate Wall Street and turn banking into a safe and boring business once again…“ (Zitat aus „On the news with Thom Hartman“)

http://truth-out.org/news/item/10057-on-the-news-with-thom-hartmann-banksters-and-members-of-congress-are-downplaying-jp-morgan-chases-sudden-loss-of-$2-billion-and-more


Schmierenkomödie: Anhörung von JPMorgan Chase CEO Jamie Dimon vor Bankenkomittee des US-Senates eine Farce!

20. Juni 2012

Die Senatoren begegneten Dimon, der einbestellt worden war um seine plötzlichen Milliardenverluste zu erklären, mit geradezu unterwürfiger Schleimigkeit und offenbarten erschreckende Ahnungslosigkeit über die Materie. Es handelte sich wohlgemerkt um das Bankenkomittee! Aufgeregt wie kichernde, pubertierende Schulmädchen die ihrem Teenie-Idol einmal persönlich begegnen durften (Sorry, Girls!) rutschten die US-Senatoren auf ihren Stühlen herum…

Es könnte allerdings auch damit zu tun haben, dass JPMorgan Chase einer der größten Lobbyisten in Washington ist und so mancher, wenn nicht gar die meisten der vor Dimon sitzenden Senatoren mit persönlichen Wahlkampfspenden der Bank beehrt worden sein könnten?
Ein Schuft, der Böses dabei denkt…

Näheres bei trouthout.org (in Englisch):

http://truth-out.org/news/item/9876-the-jpmorgan-derivatives-propping-up-us-debt-why-the-senate-wont-touch-jamie-dimon

Lediglich Sen. Jeff Merkley aus Oregon fand einmal den richtigen Ton und erinnerte Dimon daran, dass er es sei, der hier angehört werde und gefälligst die ihm gestellten Fragen zu beantworten habe. Damon stiess nämlich bei seinen Befragern auf großes Verständnis wenn er Fragen nicht beantworten wollte.

Matt Taibbi dazu in Taibblog, bei Rolling Stone, ausführlich in Englisch:

http://www.rollingstone.com/politics/blogs/taibblog/senators-grovel-embarrass-themselves-at-dimon-hearing-20120615

Jim Willie schreibt bei marketoracle (in Englisch), dass die jüngesten Milliardenverluste bei JPMorgan Chase weniger mit der Eurokrise zu tun hätten, wie es behauptet wurde, sondern mit den notorischen Niedrigzinsen der FED in den USA. Er geht sogar weiter und beschreibt die Eurokrise quasi als zwingende Folge der Fehlentwicklungen in den USA:

http://www.marketoracle.co.uk/Article34819.html

Rob Kirby schreibt bei goldseek.com , dass bereits George W. Bush mit einer Anordnung vom 5. Mai 2006 es seinem damaligen Geheimdienstleiter John Negroponte erlaubt hatte, die grössten Bank- und Finanzinstitute der USA zu objekten der nationalen Sicherheit zu erklären und damit von der üblichen Publizitätspflicht zu befreien, die Investoren als gegeben voraussetzen. Es war also erklärter Wille der US-Regierung, die reale finanzielle Situation der Finanzbranche und der USA zu verschleiern! Das geht bis zur doppelten Buchhaltung, die interne für die Bankster und die externe für Idioten wie mich:

„…The memo Bush signed on May 5, which was published seven days later in the Federal Register, had the unrevealing title „Assignment of Function Relating to Granting of Authority for Issuance of Certain Directives: Memorandum for the Director of National Intelligence.“ In the document, Bush addressed Negroponte, saying: „I hereby assign to you the function of the President under section 13(b)(3)(A) of the Securities Exchange Act of 1934, as amended….
…A trip to the statute books showed that the amended version of the 1934 act states that „with respect to matters concerning the national security of the United States,“ the President or the head of an Executive Branch agency may exempt companies from certain critical legal obligations. These obligations include keeping accurate „books, records, and accounts“ and maintaining „a system of internal accounting controls sufficient“ to ensure the propriety of financial transactions and the preparation of financial statements in compliance with „generally accepted accounting principles.“ (Zitat: goldseek.com)

Hier der volle Beitrag in Englisch:
http://news.goldseek.com/GoldSeek/1339766400.php

Die Folgerung aus diesen Zeilen kann eigentlich nur lauten, dass ein Euro-Crash von den USA (und London) zwingend gewünscht und aktiv herbeigeführt wird um von dem Schlamassel im US-Finanzsystem abzulenken! Der G20 war in diesem Kontext nur eine Show fürs TV…


JP Morgan Chase steckt tief in der Scheisse!

17. Mai 2012

Binnen einer einzigen Woche sei der Zockerverlust von zwei auf nun über drei Milliarden angestiegen. Bankchef Jamie Dimon hatte dies in seiner Tel-Ko vorige Woche bereits als Möglichkeit angekündigt. Nun ist der Fall also eingetreten!

Weitere Verluste sind zu erwarten, denn nun kannibalisieren die Konkurrenten die Bank mit Gegenwetten. Durch die Entlassung des Franzosen Bruno Iksil, des „Wals von London“, als erklärter Hauptschuldiger an dem Schlamassel ist JP Morgan Chase allerdings auch das Insiderwissen verloren gegangen.

Mindestens zwei Anleger haben bereits Klage gegen die Bank eingereicht! Sie fühlen sich von Jamie Dimon und Douglas Braunstein, dem Finanzchef verarscht. Die Beiden hätten die Risiken dieses Geschäftes schöngeredet…

Nach Bekanntwerden der Fehlspekulationen war der Börsenwert der bank binnen zweier Tage um 18,8 Milliarden US-Dollar gesunken, einfach so, „puff“!

Trotz des Drei-Milliarden-Verlustes scheinen die Geschäfte von JP Morgan Chase nicht total schlecht zu laufen, denn es wird trotzdem ein Milliardengewinn als Quartalsergebnis für das zweite Quartal 2012 erwartet. Na denn…

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/jp-morgan-geraet-tiefer-in-den-schlamassel_1.16933326.html


Warum Bankenrettung notwendig ist: Zwei Milliarden Miese im Quartal und sie zocken weiter!

11. Mai 2012

Das größte Wall-Street-Institut, JP MORGAN CHASE vermeldet laut der NZZ von Heute einen Zockerverlust von zwei Milliarden US-Dollar allein im zweiten Quartal diesen Jahres. Es könnte aber auch noch eine Milliarde mehr werden.

Bankchef Jamie Dimon habe am Donnerstag Abend in einer Telefonkonferenz gestanden, dass es „viele Fehler, Schlampereien und Fehlentscheidungen gegeben hätte!“

In einer Pflicht-Meldung an die US-Börsenaufsicht SEC beichtete die Bank, „das Chief Investment Office habe signifikante Mark-to-Market-Verluste im Synthetic-Credit-Portfolio gemacht.“

Ach so, na dann verstehen wird das ja! Es war vermutlich alternativloses und verantwortungsvolles Handeln der Beteiligten, das mit hohen Boni belohnt werden muss?

Auf, auf, zur nächsten Bankenrettung Frau Merkel und mischen Sie sich gefälligst nicht in deren Geschäfte ein, davon verstehen Sie nämlich nichts! Einfach nur die Kohle rüberschieben und die Schnauze halten!

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/jp-morgan-chase_1.16847842.html?nl=Top-News+am+Morgen

„Le dirigeant de JPMorgan a admis avoir découvert ces problèmes de gestion suite à un article du Wall Street Journal début avril décrivant l’étonnement de la City de Londres face aux positions très risquées et massives d’un trader français de JPMorgan, Bruno Michel Iksil, dans les CDS. Ce dernier était surnommé la «baleine de Londres». „ (Zitat: LE FIGARO)

Demnach könnte ein französischer Händler von JP MORGAN CHASE, mit Namen Bruno Michel Iksil, der den Spitznamen „Wal von London“ trägt, den Schaden angerichtet haben?