Die Verarschten der Immobilienblase in Spanien!

28. Januar 2014

Es ist später schwer zu sagen wann genau der Moment verpasst worden ist, rechtzeitig aus dem Immobilien-Poker auszusteigen, aber 581.441 spanische Immobilienbesitzer werden sich genau diese Frage stellen. Rund zehn Prozent der spanischen Immobilien würden derzeit bei einem Verkauf weniger erlösen, als die offene Hypothek ausweist. Im Schnitt stünden die Gelackmeierten ohne Wohnung oder Haus, jedoch mit Restschulden von durchschnittlich 22.216 Euro da! Das erscheint vielleicht nicht viel, aber wenn man keine Arbeit hat sieht die Sache schon ganz anders aus und es ist obendrein nur die Spitze eines Eisberges! In der Summe fehlten dann bei einem Verkauf dieser Immobilien zum aktuellen Zeitwert ganze 13 Milliarden Euro!

Sowohl die Zahl der betroffenen Immobilien, als auch die verbleibenden Restschulden soll sich in den nächsten Jahren noch erhöhen über 668.940 in 2014 auf 710.386 in 2015. Das wären dann 22% aller Immobilien! Man kennt die Immobilien und die faulen Kredite und die Preise fallen weiter. In 2014 wird mit -8,5% und in 2015 mit weiteren -8% Rückgang bei den Immobilienpreisen gerechnet.

Die Mehrzahl dieser Leute sind von den Banken und Immobilienfirmen wissentlich hereingelegt worden. Man hat ihnen eingeredet, sie könnten „wie alle anderen auch, den schnellen Euro machen“. Viele Spanier haben sich über die ständig steigenden Preise entweder zu für sie relativ großen Objekten „hinauf gehangelt“ oder sie haben die Wertsteigerung „verfrühstückt“, für den Konsum ausgegeben. Das bedingte in beiden Fällen die Objekte nur relativ kurz zu halten und die Wertzuwächse mitzunehmen. Man hat ihnen praktisch bereits unverkäufliche Immobilien zu Mondpreisen angedreht, wissend dass sie die Hypotheken nicht sehr lange würden zahlen können. Die Banker haben sich einfach etwas Zeit gekauft. Die überteuerte Immobilie war erst einmal aus den Büchern und dem stand ein junger Kredit in entsprechender Höhe gegenüber und für den Abschluss des Kaufvertrages und der Hypothek flossen sofort reichlich Provisionen.

Die meisten dieser Betrüger befinden sich völlig unbehelligt auf freiem Fuß! Die Betrogenen werden sich zum Teil noch jahrelang mit ihren Schulden herum schlagen müssen…


EuroVegas und das erste Gebot: Du sollst niemals in Vorleistung gehen!

8. März 2013

Die Eigentümer der 750 Hektar Brachland „La Venta de la Rubia“ bei Alcorcón, südwestlich von Madrid hat die Gier und die Angst gepackt. Die Gier ihr Land zum Höchstpreis an den „superreichen Onkel Adelson aus Amerika“ zu verkaufen und die Angst vorher von der Comunidad de Madrid enteignet zu werden.

Sheldon Adelson kann kein Interesse daran haben, langwierig mit Hinz und Kunz über Phantasiepreise zu verhandeln. Die Comunidad de Madrid ist sein gefügiger Verhandlungs- und Geschäftspartner. Wahrscheinlich gibt es über das procedere des Landkaufes bereits konkrete Absprachen?

Die Eigentümer könnten sich einen Preis von 60 Euro pro Quadratmeter vorstellen. Das würde für Adelson 450 Millionen Euro bedeuten. Wenn die Comunidad de Madrid hingegen die Eigentümer enteignet, sind Entschädigungen von 30 Euro pro Quadratmeter im Gespräch. Irgend jemand, vermutlich Adelson, könnte so die ersten 225 Millionen Euro gespart haben, noch bevor der erste Spatentich getan ist! Wenn Adelson einen höheren Preis als die Entschädigung an die Eigentümer bezahlt, dann könnten sich hier die ersten eine goldene Nase verdienen? Das sind die Momente wo Politik, Spekulanten und Big Business zusammen treffen, an denen die Korruption entsteht, unter der ganz Spanien leidet!

Natürlich wurde hier im Vorfeld spekuliert und es sollen spekulierende Käufer vor der Entscheidung für Alcorcón bis zu 240 Euro pro Quadratmeter bezahlt haben. Hier wird es also zwangsläufig Verlierer geben!

Las Vegas Sands, Adelsons Firma, kündigte den Landkauf als letzten Schritt der ersten Phase an und will dazu sowieso nur höchstens ein Drittel eigenes Geld bei steuern. Das bedeutet, Adelson nimmt höchstens zwei Milliarden eigenes Geld in die Hand. Den Rest sollen spanische Banken finanzieren! Diese halten sich noch vornehm zurück, zumindest offiziell, denn sie haben gerade eine geplatzte Immobilienblase zu verantworten unter der das Land seit Jahren leidet. Bald wird diese Erinnerung Schnee von Gestern sein…

Diese Banken sind gerade mit 40 Milliarden EU-Geldern zum Minimalzins gerettet worden. An dieses international konkurrenzlos günstige Geld kommt der Spielhöllenmagnat sozusagen durch das Zwischenschalten geretteter spanischer Banken. So würden letztlich auch EU-Gelder in Adelsons EuroVegas-Projekt fliessen!

Adelson will aber zunächst auch nur das Land für die erste Bauphase erwerben. Das lässt Raum für weitere Spekulation in den angrenzenden Ländereien in die sich bereits Spekulanten einkaufen, in der Erwartung, dass der Wert dieses Landes stark steigen wird, wenn die erste Bauphase abgeschlossen sein wird und die ersten Spielkasinos in der Einöde stehen.

Aber vielleicht ist Adelson ja auch einfach nur „klamm“, knapp bei Kasse? Seine Firma soll in 2012 bei 11,6 Milliarden Dollar Umsatz Schulden von 10 Milliarden angesammelt haben. Die Geschäfte in den USA, China und Singapur seien von der Krise beeinträchtigt. Jede weitere Beeinträchtigung könne Auswirkungen auf weitere geplante Investitionen haben…

Das erste Gebot dieser Deals lautet „Gehe niemals in Vorleistung!“ Wer wird wohl zuerst wackeln, zucken und umfallen, bei diesem Pokerspiel?

http://www.elconfidencial.com/espana/2013/03/06/adelson-aun-no-sabe-ldquoel-tamano-y-el-alcancerdquo-de-la-primera-fase-de-eurovegas-116290/

http://www.elconfidencial.com/espana/2013/03/08/los-propietarios-del-suelo-se-agrupan-para-intentar-sacar-450-millones-por-eurovegas–116432/


Deutsche kaufen City of London auf, schon wieder falsches timing?

7. Dezember 2012

„…Deutschen Investoren gehörten mittlerweile 1,25 Quadratkilometer Land in der City im Wert von rund 12 Milliarden Pfund (knapp 15 Mrd Euro). Damit stehe Deutschland für knapp ein Drittel des gesamten Auslandsinvestments in die City-Lagen. Selbst die Investoren aus Nahost liegen mit 4,5 Milliarden Pfund (etwa 5,5 Mrd. Euro) Land-Investment deutlich dahinter…“ (Zitat: FAZ)

Gerade noch rechtzeitig vor dem Platzen der Immobilien-Blase in London haben sich die Deutschen zu wahrscheinlich brutal überhöhten Preisen in der City eingekauft. Denen kann man bekanntlich alles andrehen. Das hat sich seit den Lehman-Zertifikaten international herumgesprochen und auf die Germans ist eben Verlass!

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/immobilien/immobilienbesitz-den-deutschen-gehoert-viel-von-london-11985364.html


Darf es ein bisschen mehr sein? Wie Mariano Rajoy 102 Milliarden aus Spanien quetschen will!

3. August 2012
Das Gruselkabinett des "Dr. Mabuse" Mariano Rajoy

Das Gruselkabinett des „Dr. Mabuse“ Mariano Rajoy. Bild: Wikipedia Commons.

Der akute Finanzbedarf Spaniens zwingt den Regierungschef zu abenteuerlichen Kalkulationen und gewagter Finanzakrobatik:

Er will in diesem Jahre 13 Milliarden sparen. Im nächsten Jahr soll es dann bereits das dreifache, also etwa 40 Milliarden sein und in 2014 beinahe das vierfache oder 50 Milliarden. So will er nebenbei in 2014 die Neuverschuldung Spaniens auf 2,8 Prozent des BIP, also unter die „magischen“ drei Prozent, drücken!

Alle seit letzten Dezember von seiner Regierung angekündigten Sparmaßnahmen sind als „alte Bekannte“ in diesen Zahlen ebenfalls wieder enthalten, sodass er letztlich „nur“ die Gesamtsumme von 65 auf 102 Phantastilliarden aufbläht. Ankündigungen zunächst nur…

So bekommt das gebeutelte Spanien nach der Immobilien- und der Kreditblase zu guter letzt also auch noch eine Einsparungsblase. Was soll’s, wenn’s weiter nichts ist? Aber keine Angst, auch diese Blase wird platzen, ganz wie es Blasen so an sich haben…

Ach so, Rajoy will diese Einsparungen mit Leistungskürzungen und Steuererhöhungen erreichen. Auf die armen Spanier kommen in Zeiten der Rezession neue Schweinereien zu. Que pena!

Aber so wie es zur Zeit auf Spaniens Straßen zu geht, besteht immerhin Hoffnung, dass ihn das wütende Volk vorher zum Teufel jagt?

http://www.lavanguardia.com/politica/20120803/54333759243/gobierno-recortes-38-956-millones-2013.html