UK: Hunger, öffentliche Gesundheitsgefahr!

4. Dezember 2013

Hunger sei nach Meinung von Experten zur Gefahr für die öffentliche Gesundheit im UK geworden und die Regierung verschleiere bewusst, wie weit Sparpolitik und Leistungskürzungen im Wohlfahrtsektor zu diesem Problem beitrügen.

In einem öffentlichen Brief an das Britische Medizin Journal, BMJ forderte eine Gruppe von Ärzten, Wissenschaftlern und Akademikern aus dem Gesundheitsbereich, dass die Wirkung von Regierungsmaßnahmen auf die Verfügbarkeit von Nahrung für gefährdete Personen sofort untersucht werden müsse!

Der Anstieg von Personen die Notfall-Ernährung benötigten, der Rückgang der durchschnittlich verzehrten Kalorien in britischen Familien und die Verdoppelung der Fälle von Unterernährung, die in britischen Krankenhäusern diagnostiziert würden, wiesen alle Anzeichen eines öffentlichen Gesundheits-Notstandes auf.

Die Regierung bestreitet dies vehement und hält gleichzeitig die Veröffentlichung von Untersuchungsergebnissen zu diesem Thema zurück, weil sie offenbar doch unangenehme Fragen fürchtet? Der entsprechende Report müsse noch geprüft und überarbeitet werden, so heisst es…

Von den rund 350.000 Menschen die in diesem Jahr Gratis-Nahrung von Tafeln  (Foodbanks) beziehen, sind ein Drittel Kinder, über 100.000 Kinder mitten im eigentlich reichen Westeuropa! Da Mangel- und Fehlernährung von Kindern oft lebenlange gesundheitliche Folgen nach sich zieht, ist dies vollkommen inakzeptabel!

Die Labour-Schattenministerin für Gesundheit, Luciana Berger nennt diesen Umstand einen nationalen Skandal der im UK des 21. Jahrhunderts, der siebtreichsten Nation der Erde, nicht geschehen dürfe.

Eine von 50.000 Personen unterzeichnete Petition verlangt, dass das Thema Armut, der Nahrungsmittelmangel und seine Ursachen, vom Parlament thematisiert wird.


UK: Die Zahl der Food Bank User hat sich in einem Jahr verdreifacht!

16. Oktober 2013

Der Trussel Trust, des UK’s größter Betreiber von (fast 400!) Food Banks, von Ausgabestellen für von Wohlfahrtsorganisationen zur Verfügung gestelltes Gratis-Essen für Bedürftige, habe zwischen April und September 2013 im UK doppelt soviel Essen zur Verfügung gestellt, wie in des entsprechenden sechs Monaten des Vorjahres 2012 geschah. Das war die gute Nachricht!

Die schlechte Nachricht ist, dass der Zuspruch in diesen sechs Monaten sich von 113.264 auf 355.985 Bedürftige verdreifacht hat. Für jeden Einzelnen gab es im Schnitt also ein Drittel weniger als im Vorjahr.

Die zynische Nachricht:
Unter den Bedürftigen sollen 120.000 Kinder sein. Die brauchen ja schließlich nicht so viel, oder?

Keine pure Nostalgie:
Das Rote Kreuz will in diesem Winter erstmals in der Nachkriegszeit Lebensmittelhilfen in Großbritannien verteilen.

Bravo, David Cameron:
Das sei die direkte, messbare Folge von Verschlechterungen in Unterstützungsleistungen, neuen Steuern und Lohnabschlüssen unterhalb der Inflationsrate sowie der exorbitanten Erhöhungen bei den Energiepreisen.

Kein Geld für Luxus:
Bedürftige brächten Essen das erwärmt werden müsse zurück, weil sie sich den benötigten elektrischen Strom dafür nicht leisten könnten!

„Etwas sehr ernstes geschehe den Menschen am Boden der Gesellschaft, das nicht in den offiziellen Zahlen ausgedrückt werde“, sagte der ehemalige Labour-Minister Frank Field, „ wenn Sie mir dies vor zehn Jahren erzählt hätten, so hätte ich Ihnen nicht geglaubt!“ Er habe David Cameron vor 14 Monaten erstmals zu diesem Thema gefragt und warte immer noch auf eine Antwort. Der Premier glaube wohl, sich irgendwie durch die nächsten Wahlen mogeln zu können?

Chris Mould vom Trussel Trust:
„Das Niveau der Lebensmittelarmut, des Hungers im UK ist skandalös und inakzeptabel. Als Nation müssen wir akzeptieren, dass hier etwas schief läuft und wir müssen etwas tun, dass der Hunger in Großbritannien nicht weiter zunimmt!“

Chris Johnes, Oxfam’s Direktor für das Armuts-Programm im UK:
„Es ist komlett inakzeptabel, dass in der siebtreichsten Nation auf diesem Planeten, sich die Zahl derer die Lebensmittelhilfe benötigen verdreifacht hat!“

Sprecher der Regierung bezweifeln den Zusammenhang zwischen den Kürzungen im Wohlfahrtsbereich und der Zunahme der Hungernden: „Dafür gäbe es keine belastbaren Beweise“, und „an den Zuständen trage sowieso die Labour-Vorgänger-Regierung Schuld!“

http://www.independent.co.uk/news/uk/home-news/hungrier-than-ever-britains-use-of-food-banks-triples-8882340.html


Katalonien: Hunger in Barcelona wächst!

16. September 2011

In Katalonien habe sich die Zahl der Hungernden auf 1,5 Millionen verdreifacht! Auch in der hippen, jungen Mode- und Designerstadt Barcelona hat sich der Hunger weiter verbreitet, schreibt 20minutos.

Laut Aussage der Stiftung Fundación Banc dels Aliments de Barcelona seien allein zwischen dem 1. und 12. August 153 Tonnen Lebensmittel an 45.000 Barcelonesen ausgegeben worden, was einer durchschnittlichen Tagesmenge von etwa 280g pro Person entspräche! Unpassender Weise hat die EU-Kommission entsprechende Hilfsfonds um 75% gekürzt! Der Zuwachs der Hundernden sei vor allem durch Arbeitslosigkeit in der unteren Mittelschicht verursacht worden.

Eine von der Stiftung durchgeführte Untersuchung ergab weiter, dass es besonders bei den gesunden Basislebensmitteln, die zur als besonders gesund gerühmten Mediteran-Kost gehören, in den vergangenen sechs Jahren einen signifikativen Rückgang und eine Verschiebung zu mehr fettreichem Junk-Food gegeben habe.


Globale Hungersnot im Anmarsch?

25. September 2010

Steht die Welt unmittelbar vor einer globalen Nahrungsmittelkrise?

Der GUARDIAN berichtet unter Bezug auf eine ausserordentliche Sitzung der FAO in Rom, dass eine Spekulationsblase auf Nahrungsmittelpreise entstanden sei, die zum Teil auf natürliche Ursachen wie Missernten und Brandkatastrophen (wie in Russland), zum anderen Teil auf Spekulation von Hedge-Fonds und großen Banken zurückzuführen sei.

Jährliche Preissteigerungen bei Getreide und Reis von über fünfzehn Prozent und mehr können von den ärmsten Menschen und Ländern nicht verkraftet werden.