Demo verkehrt: Im Frankreich des Ausnahmezustandes demonstrieren Vermummte gegen die Regierung. Ihnen passiert nichts, sie sind von der Polizei!

24. Oktober 2016

Seit vier Nächten demonstriert eine wachsende Zahl von Beamten der Nationalpolizei in französischen Städten wegen ihrer Arbeitsbedingungen, wegen der wachsenden Gewalt gegen die Polizei und ihre Ausrüstung und.. ja, auch wegen der nicht angemessenen Bezahlung für ihre schwieriger gewordenen Dienste für das Land unter den Bedingungen des von Präsident Hollande nach den Anschlägen von Paris ausgerufenen Ausnahmezustand!

Die Demos begannen in Paris und der Funke sprang schnell über auf andere Städte. Heute Abend wird zum Beispiel in Paris auf den Champs Elysées, in Bobigny, Évry, Melun, Bordeaux, Tarbes, Toulouse, Marseille, Nizza, Carcassone und Montpellier demonstriert gegen die angeblich sozialistische Regierung des Premierministers Manuel Valls unter dem angeblich sozialistischen Präsidenten Francois Hollande.

Alle Parteien äußern in den Medien wortreich und ausnahmslos ihr Verständnis für die Anliegen der Nationalpolizei, ohne ihnen jedoch Mut oder gar konkrete Versprechungen zu machen, der reinste rhetorische Eiertanz…

Die Polizisten sind zum Teil vermummt, maskiert, aber die Medien halten sich bei ihren TV-Berichten oder Interviews „freiwillig“ peinlich genau daran, nur die Brust der Demonstranten, oder die Glatze des Hinterkopfs zu zeigen, oder im Verbeimarsch ihre Gesichter zu verpixeln. Soviel Rücksicht wie die Staatsgewalt dürfen andere Vermummte auch in Frankreich normalerweise nicht erwarten.

Das erste Opfer wird wohl der Generaldirektor der Nationalpolizei Jean-Marc Falcone werden, der es nicht schaffte, die Anliegen seiner Untergebenen „intern“ mit der Regierung zu regeln und der jetzt angesichts der Demos den Anschein verbreitet seinen Laden nicht im Griff zu haben. Mal sehen, wann er zurücktritt?