Lac d’Annecy Massaker: Keine Beweise gegen Zaid al-Hilli!

15. Januar 2014

Siebzehn Monate nach dem Verbrechen bei Chevaline in Hoch-Savoyen in den französischen Alpen stecken die Ermittlungen in einer Sackgasse. Die Ermittler glauben, dass ein Bruderzwist, ein Streit um das Erbe ihres Vaters und letztlich um Geld das wahrscheinlichste Tatmotiv sei. Nur, sie können dies nicht beweisen! Zaid al-Hilli bleibt deshalb also vorerst vollkommen unbehelligt und auf freiem Fuß.

Die Ermittler legen Wert darauf daß der Franzose Sylvain Mollier, der (anscheinend zufällig?) mit dem Rad zum Tatort kam und dort auch getötet wurde, nichts mit dem eigentlichen Geschehen zu tun hatte, er sei halt schlicht „the wrong man, at the wrong time, at the wrong place“ gewesen…

Der rechtsgesteuerte Luxus-Geländewagen, den Zeugen zur Tatzeit in der Nähe des Tatortes gesehen haben wollen und nach dem noch immer gefahndet wird, tauchte bisher nirgendwo auf. Er war der einzige Hinweis, der sich auf das UK bezog.

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Lac d’Annecy-Massaker: Polizei ruft Zeugen auf sich zu melden!

30. April 2013

Das rätselhafte Massaker vom 5. September 2012 nahe des Dörfchens Chevaline in Hoch-Savoyen bleibt vorerst wohl weiter ungeklärt? Die Polizei ruft jetzt die Insassen eines grauen, oder grau wirkenden Allradfahrzeuges, das in der Nähe des Tatortes gesehen worden war, dazu auf sich zu melden. Sie werden nicht unbedingt als Täter gesucht, sondern zunächst eher als mögliche Tatzeugen.

Dieser Aufruf wurde am Montag im Programm „Crimewatch“ der BBC in Großbritannien veröffentlicht, denn das Allradfahrzeug, möglicherweise ein BMW X5, soll mit Rechtssteuerung ausgerüstet gewesen sein, was auf ein englisches Fahrzeug hinweisen würde. Die Gegend um den Lac d’Annecy gilt bei betuchten Briten als ein sehr beliebtes Ferienziel.

Es soll etwa zur Tatzeit diesen abgelegenen Weg vom Combe d’Ire nach Chevaline hinab gefahren sein. Alle bisher bekannten Zeugen waren bergan unterwegs. Der graue Geländewagen müsste ihnen unterwegs praktisch begegnet sein? Er wurde von zwei Zeugen unabhängig voneinander beschrieben.

http://www.bbc.co.uk/programmes/b01s9z4z/profiles/france-shootings


Sieben Monate danach: Eurojust und das Lac d’Annecy Massaker.

31. März 2013

Am 19. und 20. März fand bei EUROJUST in Den Haag eine Tagung über den Ermittlungsstand in der Mordsache Al Hilli und Andere in Chevaline, Haute Savoie, Frankreich statt, die am 5. September 2012 geschehen war.

EUROJUST gab dazu eine Pressemitteilung heraus, die diplomatisch neutral, technisch sauber und brillant die Ermittlungsabläufe und Koordinierung zwischen den Ermittlern aus den beteiligten Ländern Frankreich, UK, Schweden, Spanien und der Schweiz beschrieb. (Italien wird nicht erwähnt, obwohl sich der Tatort nahe an der italienischen Grenze befindet und andernorts seinerzeit über Ermittlungen in Italien berichtet wurde?)

http://eurojust.europa.eu/press/PressReleases/Pages/2013/2013-03-20.aspx

Zur Sache selbst, dem Stand der Ermittlungen im Falle der Al Hillis und Sylvain Molliers, stand darin kein einziges Wort!

Was aber ist der letzte bekannte Stand der Ermittlungen in diesem Rätsel?

In Genf war ein Schweizer festgenommen und wochenlang verhört, dann aber als entlastet wieder freigelassen worden! Man hatte über die am Tatort in Chevaline vorgefundenen leeren Geschosshülsen der 7,65mm Parabellum Munition deren genaue Produktionscharge und in der Folge deren Verbleib bis zu dem Schweizer ermitteln können. Der Vorwurf an ihn lautete zunächst, die Tatwaffe beschafft zu haben.

Seine Freilassung wurde mit fehlerhaften Analysen begründet und der Mann als vollkommen entlastet bezeichnet!

Dann wurde erneut Zaid, der Bruder Saad Al Hillis in Surrey vernommen. Seine Arbeit, bzw. Tätigkeit zum Tatzeitraum wird erneut minutiös untersucht. Auch für die Details des Millionen Erbes der Al Hilli Brüder, bestehend aus Bargeld in einer Genfer Bank und der Immobilie in England, interessieren sich die Ermittler noch immer sehr.

Aber hätte Zaid als Täter, seine beiden Nichten, die ihn kannten und ihn jederzeit hätten identifizieren können, am Leben gelassen? Er hätte auch sofort gewusst, dass die Kleine fehlt und irgendwo im oder am Fahrzeug versteckt sein musste!

Ein merkwürdiges Detail am Rande: RTL-France behauptet als einziges Medium in einer grafischen Tatortskizze, dass Iqbal Al Hilli, die hinter ihm auf der rechten Fahrzeugseite sitzende Ehefrau des Saad Al Hilli, am ganzen Körper keine Schussverletzung aufgewiesen habe? Woran starb sie dann? Sie hatte ja die ganze Zeit ihre kleine Tochter zwischen den Beinen und im Fußraum des BMW platziertem Gepäck versteckt.

Die entscheidende Frage nach dem Tatmotiv bleibt weiter offen!
War es Hass und wenn ja, aus welchem Grund? Familiär, ideologisch, materiell?
War es Angst vor Identifizierung? Wer durfte am Tatort nicht erkannt werden und warum?
War es der durchgeknallte Irre, der Waffennarr aus der Gegend, der am Ende seine Tat doch höchst  erfolgreich durchführte?
Ein ähnlicher Fall in der Schweiz wurde geprüft und als nicht zusammenhängend mit der Untat von Chevaline eingestuft…


Lac d’Annecy-Massaker: Was die irakische Verwandtschaft glaubt.

2. Januar 2013

Eine der ungeklärten Spuren dieses Verbrechens führt in den Irak. In der Irak der Vergangenheit, das Land seines Vaters und in den Irak der Gegenwart, das Land das Saad al Hilli 2003 selbst besuchte, angeblich um Immobilien der Familien zurück zu erlangen. Das Land wo er sich damals aber nur eine blutige Nase holte…

In der vergangenen Woche reisten Reportes des The Sunday Telegraph in das Zweistromland. Sie erwarteten, die französische Hypothese klären zu können, dass al Hillis Vater im Auftrage Saddam Husseins in Europa Gelder des Regimes wusch, gegen das allerlei Wirtschaftssanktionen bestanden.

Hussain al-Hilli, 59, ein in Baghdad lebender Cousin von Saad al Hilli, berichtete den Reportern über Facebook-Chats, die beide zwischen Surrey und Baghdad gelegentlich geführt hätten.

Saad al Hilli habe über irgend etwas besorgt gewirkt.  Er  habe gesagt, dass er sich nicht gut fühlte und dass er in den Irak zurückkehren wolle um dort zu leben.

Er glaube nicht, dass es Probleme um Grundbesitz im Irak gegeben habe, den Saad al Hilli in 2003, nach dem Sturz Saddams, unangekündigt besucht habe.

Er glaube auch nicht, dass es einen Streit der Brüder al Hilli um das Erbe des Vaters gegeben habe, denn der in England lebende Bruder sei der Sanfte und Saad al Hilli eher das Rauhbein gewesen.

Die Version des irakischen Zweiges der al Hilli Familie lautet in ungefähr so:

Saad habe für ein Projekt gearbeitet, dass über den Rüstungs-Multi EADS, European Aeronautic Defence and Space, Verträge mit Russland, China und dem Britischen Außenministerium gehabt habe.

Der genaue Inhalt seiner Arbeit sei nicht bekannt und keiner seiner Kollegen habe einen Kommentar zum Schicksal al Hillis und seiner Familie abgegeben, nicht einmal auf einer Facebook-Seite, die extra zu seinem Gedenken eingerichtet worden war.

Nach dieser Hypothese war Saad al Hilli ein Schiitischer Muslim, militant Anti-Israelisch und ein starker Unterstützer des Iran und der Hizbollah im Libanon. Er könnte in Besitz von geheimer Technologie gelangt sein, die den Feinden Israels von Nutzen sein konnte.

„Wir haben uns Online über Politik unterhalten und ich war überrascht, wie radikal er war. Er war ein starker Unterstützer Palästinas, der Hizbollah und des Irans“, meinte sein Cousin.

Er habe zwar keine Beweise für seine Theorie, aber wenn Saad al Hilli mit seiner geheimen Technologie „zwischen die Fronten“ geraten sei, dann könnte dies fatale Konsequenzen für ihn gehabt haben.

Hussain hält den Mossad der Tat für fähig, wenn es darum ginge jemanden auszuschalten der Teheran helfen wollte. Aber auch die iranische oder palästinensische Seite käme dafür in Frage, wenn sie sich betrogen fühlte, oder auch nur um die Spuren eines Deals zu verwischen.

Er habe alle Facebook-Chats mit Saad al Hilli gesichert* und würde sie den Behörden zur Verfügung stellen, bisher habe sich aber niemand bei ihm gemeldet.

In einem befreiten, demokratischen Irak, in dem die Mordrate etwa bei hundert pro Woche liegt, würde sich wegen 4 Toten im 3000 Meilen entfernten Frankreich wohl keiner ein Bein ausreissen, meinte er lakonisch.

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/middleeast/iraq/9762604/Alps-murder-Truth-about-Saad-al-Hillisfamily-feud.html

http://www.boomantribune.com/story/2012/12/24/11346/542

*(Vermutlich brauchen Ermittler nicht in den Irak zu reisen um an Facebook-Dateien zu gelangen?)


Lac d’Annecy-Massaker: Gemeinsame Untersuchungskommision, ECE eingerichtet.

21. September 2012

Die Polizeien und Staatsanwaltschaften von Frankreich und Großbritannien richten heute Nachmittag in Annecy, Haute-Savoie, eine gemeinsame Untersuchungskommission ECE ein, die unter der Ägide der europäischen Agentur für juristische Zusammenarbeit EUROJUST arbeitet. Sie wird von den zwei ermittelnden Staatsanwälten in Frankreich geleitet.

Damit sollen 15 Tage nach dem Massaker von Chevaline Schwierigkeiten und Reibereien, die durch unterschiedliche Philosophien und juristische Systeme die Ermittlungen bisher verlangsamt hätten, behoben werden.

Es sei zu einem Schock juristischer Kulturen gekommen, der die Dinge extrem verlangsamt hätte («Il y a un choc de cultures juridiques qui rend les choses extrêmement lentes»), erklärte der französische Generalstaatsanwalt von Annecy, Eric Maillaud.

NACHTRAG:
Der Vorteil dieser gemeinsamen Ermittlungskommission ist, dass es nur EINE Akte gibt, in die ALLE Ergebnisse automatisch einfliessen. Bei Bedarf können dieser Kommission problemlos und schnell  weitere EU-Staaten, aber etwa auch die Schweiz beitreten und haben SOFORTIGEN Zugriff auf den gemeinsamen Ermittlungsstand.

http://www.liberation.fr/societe/2012/09/21/tuerie-de-chevaline-vers-la-creation-d-une-equipe-d-enquete-franco-britannique_847852


Vierjährige überlebt das Lac d’Annecy-Massaker offenbar körperlich unverletzt!

6. September 2012

Das unerklärliche Massaker von Chevaline nimmt eine neue Wendung. Dabei deuten sich Polizeipannen, vielleicht gar ein Skandal an?

Offenbar war die örtliche Polizei, die zuerst am Fundort der Leichen eingetroffen war, angewiesen worden, nichts am Tatort zu verändern oder zu berühren. So seien nicht einmal die Türen des Allrad-BMW geöffnet worden.

Das achtjährige Mädchen, das mit dem Hubschrauber schwerverletzt ins Krankenhaus geflogen und dort mehrfach operiert worden war, sei ebenso wie der offenbar zufällig anwesende Radfahrer, ausserhalb des BMW aufgefunden worden.

Entgegen der ersten Zeitungsmeldungen sei sie noch am Leben, wenn auch in kritischem Zustand. Ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera suchte die Umgebung des Fundortes aus der Luft ab um Spuren weiterer Verletzter oder Toter zu entdecken, ohne Erfolg!

Die Polizei ermittelte, dass es sich bei den Toten um eine englische Familie gehandelt habe, die auf einem nahen Campingplatz Urlaub machte. Dabei hatten sie dort, wie üblich, ihre Papiere hinterlegt. Aus ihnen ging hervor, dass neben Vater, Mutter, Großmutter und der Achtjährigen, ein weiteres, vierjähriges Mädchen zur Familie gehörte.

Erst darauf hin wurde das Wageninnere genauer untersucht und die körperlich unverletzte Vierjährige versteckt unter dem Körper ihrer toten Mutter entdeckt!

Dieses Kind muss also vom Zeitpunkt des Auffindens des Fahrzeuges an rund acht Stunden zwischen seiner toten Familie im Auto gelegen haben, bevor die Polizei sie entdeckte! Unter diesen Umständen wäre es sogar nicht einmal auszuschließen, dass auch nicht alle anderen Personen im Auto sofort tot waren.

Dorfbewohner von Chevaline erzählten den Ermittlern, dass der BMW ungewöhnlich schnell durchs Dorf gerast sei.

Es habe in diesem Sommer eine Reihe von Raubüberfällen auf Touristen in Frankreich gegeben.

http://www.independent.co.uk/news/world/europe/four-killed-in-attack-on-british-car-in-french-alps-beauty-spot-8107092.html