Militante katalanische Aktivisten machen vor der Guardia Civil nicht halt!

1. Februar 2012

Für die meisten älteren Katalanen dürfte die Guardia Civil ein Symbol ihrer Unterdrückung durch Franco und die spanische Zentralregierung sein. Der Gebrauch der katalanischen Sprache in der Öffentlichkeit war verboten und im offiziellen Kontakt mit staatlichen Organen oder eben auch mit der Guardia Civil undenkbar!
Noch heute wirken ihre mit Mauern, Stacheldraht, Wachtürmen und Scheinwerfern gesicherte Wohnkasernen wie Gefängnisse, wie Fremdkörper in Barcelona.

Diese demütigende, kollektive Erinnerung eignet sich hervorragend für eine geplante Provokation durch heldenhafte katalanische Aktivisten, die dabei jedoch keinerlei persönliches Risiko eingehen, wie es noch ihre Väter taten, oder zum Beispiel auch der ewige Jordi Pujol.

Aufgeregte Abgeordnete  der ERC und Solidaritat erschienen mit rund  zwanzig Unterstützern (unangemeldet!) am Sitz der Delegation der spanischen Regierung in Barcelona und verlangten mit der Delegierten María de los Llanos de Luna zu sprechen. Als ihnen der Einlass verwehrt wurde, hinterließen bei der Registratur einen Antrag auf einen Termin.

Ihr Anliegen war zum Einen, die Delegierte der Regierung sollte Ihnen erklären, warum Autofahrer „Schwierigkeiten“ bekämen, die sich ein „CAT“ für Katalonien auf die Autonummer klebten!

Zum Anderen  wollten sie über die Anzeige eines jungen Anwaltes sprechen, der die Polizisten der (nationalen!) Guardia Civil am Flughafen von Barcelona, El Prat de Llobregat, auf katalanisch* angesprochen und deswegen „Schwierigkeiten“ bekommen habe!

Die Delegation der Regierung beschränkte sich auf die Antwort, dass die Guardia Civil den Vorfall untersuche.

http://www.lavanguardia.com/politica/20120130/54246689102/erc-si-protestan-ante-delegacion-por-agresion-linguistica-el-prat.html

*(was der Anwalt auf katalanisch zu den Polizisten sagte, das wird interessanterweise nicht erwähnt!)


Spanienkrise: Erster Afrikaner überklettert Grenzzaun in Ceuta um rauszukommen!

3. Februar 2011

Die Tageszeitung EL MUNDO aus Madrid berichtet über einen ungewöhnlichen, beinahe kuriosen Grenzzwischenfall. Er ereignete sich vergangene Sonntagnacht in der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika. Am acht Kilometer langen, streng gesicherten Grenzzaun zu Marokko wurde Alarm ausgelöst. Die herbeieilende Guardia Civil traf auf den Schwarzafrikaner Omar Cuick aus Mali, der den verdutzten Beamten versicherte, dass er nicht rein nach Spanien, sondern raus aus Spanien wolle! Nachdem er sich vier Jahre lang illegal in Ceuta aufgehalten habe und es ihm in dieser Zeit nicht gelungen sei auf das spanische Festland überzusetzen, habe er jetzt die „Schnauze voll“ und wolle nach Mali zurückkehren!

El inmigrante dijo a los agentes que estaba cansado de esperar para viajar a la península, que no tenía ninguna perspectiva de futuro en Ceuta y que prefería regresar a su lugar de origen. Además, advirtió de que volvería a intentar, por este medio o por cualquier otro, volver a su país.

Wir wollen doch sehr hoffen, dass dieser Vorfall kein düsteres Krisensymbol für Spanien darstellt?