14-N. 2012, Barcelona, Impressionen

14. November 2012

Impressionen aus Barcelona.

Erste Demonstranten trudeln ein…

Wie der Tag weiter verlief, und besonders, dass es nicht überall friedlich blieb, das zeigt UHUPARDO:
http://uhupardo.wordpress.com/2012/11/14/generalstreik-live-bilder/

Aus Deutschland gab es ein Solidaritätsständchen von der IG Metall, Frankfurt:

http://vagageneral.ccoo.cat/vagageneral/index.aspx

http://www.ugt.cat/


Generalstreik Spanien: Realität und Wahrnehmung!

30. März 2012

Die Gewerkschaften werten diesen landesweiten Streik also großen Erfolg mit einer Beteiligung von rund 80 Prozent. Die Arbeitgeberseite und die Regierung hingegen sprechen von einer Beteiligung von nur etwa 20 Prozent.

Die Gewerkschaften UGT und CCOO errechneten für die zentrale Kundgebung in Barcelona 800.000 Teilnehmern auf der Passeig de Gràcia zwischen Diagonal und Plaça d’ Catalunya. Die Politik spricht von 80.000 Teilnehmern. EL PAÍS errechnete 275.000 Demonstranten. Der Strom- und Gasverbrauch habe nur 24 Prozent unter einem normalen Arbeitstag gelegen. Was stimmt nun wirklich?

Wie können so krass abweichende Zahlen zustande kommen? Weil es funktioniert! Sie müssen nicht stimmen. Sie werden durch ständige Wiederholungen in den Medien in die Köpfe gedrückt und dadurch entsteht dann die subjektive Wahrheit. Die Einen werden diesen Generalstreik als Erfolg, die Anderen als Flop werten!

Es habe Gewaltausbrüche gegeben. Barcelona brenne, hiess es sogar. Tatsächlich waren Teile des Stadtzentrums blockiert für den Durchgangsverkehr durch brennende Reifen, Paletten und Müllcontainer. In anderen Teilen war es dagegen ruhiger als sonst und in weiteren Teilen ging das Leben fast seinen normalen Gang. Was ist nun wahr, was falsch? Gibt es verschiedene Wahrheiten?

Objektivität ist schon schwierig genug, bei direkter Wahrnehmung von Ereignissen. Bei indirekter Wahrnehmung, durch Medien gefiltert und präsentiert, noch viel schwieriger. Wir selbst konsumieren „News“ ja keineswegs objektiv. Wir selektieren ja schon dadurch, wo und wie und aus welchen Quellen wir uns informieren. Die wenigsten von uns konsumieren zum Beispiel die Medien des politischen Gegners. Vielleicht, weil wir unterbewusst die Bestätigung unserer Meinung suchen?

Zurück zum Generalstreik in Spanien. War er ein Erfolg? Auf jeden Fall! Für wen? Für beide Seiten:

Kurioserweise könnte die Manifestation der Bürger auf der Straße dazu beitragen, den Druck der EU und der unerbittlichenTante Merkel auf das Rajoy-Regime etwas zu mildern! Denn eine Revolution in Spanien wäre das Letzte was die Märkte wollen. Rajoy hat gegenüber Brüssel jetzt eine Entschuldigung.

Die Gewerkschaften haben ein eindrucksvolles Lebenszeichen inszeniert und müssen jetzt den Druck aufrecht erhalten, denn das darf es nicht gewesen sein!
Sie haben – nebenbei gesagt – für alle Arbeitnehmer Europas gestreikt, auch für uns! Wir erleben alle die gleichen frühkapitalistischen Renovationsversuche…

Rajoy und seine Lakaien haben getönt, an ihren „Reformen“, die brutale Einschnitte und Kahlschläge sind, kein Komma zu ändern.

Die Gewerkschaften haben ihm einen ganzen Monat Zeit gegeben, zuviel wie ich meine! Am 1. Mai, dem traditionellen Tag der Arbeit, soll dann bilanziert werden.


Generalstreik in Spanien hat begonnen: In Barcelona brennen die Autoreifen!

29. März 2012

In der Nacht begann der angekündigte Generalstreik gegen die neoliberalen Reformen des (demokratisch gewählten!) Rajoy-Regimes in Spanien mit der Blockade der Großmärkte in den Großstädten des Landes und dem Erliegen des öffentlichen Verkehrs. Es ist der achte Generalstreik, seit der Rückkehr des Landes vom Franco-Faschismus zur Demokratie.

Es sei bisher zu 58 Festnahmen und sechs verletzten Polizisten gekommen.

Rajoy, dem die EU auf den Zehen steht, hat, ebenso wie sein Wirtschaftsminister,  schon angekündigt, dass er seine neoliberalen Sauereien unabhängig vom Streik auf jeden Fall durchziehen will!

Die Großgewerkschaften UGT und CCOO haben eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht in der sie meldeten, dass die Nachtschichten in der Metallindustrie, der Automobilindustrie, der Konstruktion- und Infrastruktur, der Müllabfuhr und dem Bergbau komplett ausgefallen seien. Dazu die Großmärkte, die Häfen und ca, 80-90% der Lebensmittel- und Chemischen Industrie. Zahlreiche regionale TV-Sender haben die Ausstrahlung eingestellt. Sämtliche Automobilfabriken Spaniens streiken. Der Stromverbrauch lag in der Nacht um 20 Prozent niedriger als in einer normalen Arbeitswoche.

Die spanische Regierung behauptet dagegen, das Land funktioniere weitgehend normal, wie an einem ganz normalen Arbeitstag! (Vielleicht will sie damit subtil ausdrücken, in Spanien werde das ganze Jahr gestreikt? Falls dies ihre Absicht war, wird sich das rächen!)

Das (demokratisch gewählte!) Rajoy-Regime steht unter starkem Druck der EU, der Finanzmärkte und des ungewählten Konkursverwalters Italiens, Signore Mario Monti und hat gleichzeitig bei der Andalusien-Wahl am vergangenen Sonntag kräftig vom Wähler auf die Fresse bekommen. Rajoy muss liefern…

http://elpais.com/


Am 29. März Generalstreik in Spanien!

9. März 2012

Die beiden großen spanischen Gewerkschaften CCOO und UGT haben heute Vormittag einstimmig einen Generalstreik am 29. März beschlossen, gegen die sogenannte Reform der Arbeitsgesetzgebung der Regierung Rajoy vom 19. Februar 2012, die sie die rückschrittlichste seit der Demokratie nannten.

Es handelt sich um den sechsten Generalstreik seit der Rückkehr zur Demokratie in Spanien. Die Regierung lehnte diesen erwartungsgemäß ab und forderte die Gewerkschaften statt dessen dazu auf Verantwortung zu zeigen.

Stimmen aus der Regierungspartei PP ätzten, „Man vereinbare einen Streik, um nicht Nichts zu tun!“

Die Weigerung Rajoys die Gewerkschaftsführer  Ignacio Fernández Toxo und Cándido Méndez im Vorfeld überhaupt zu empfangen, hat sicher zur Verhärtung der Lage beigetragen. „Ein Anruf Rajoys genüge sicher nicht, den Streik abzusagen“, hieß es bei den Gewerkschaften, „da müsse er schon etwas handfestes anbieten!“

http://politica.elpais.com/politica/2012/03/08/actualidad/1331242620_561548.html


Generalstreik in Spanien: Nur ein Operettenstreik?

29. September 2010

Der fünfte Generalstreik seit Beginn der Nach-Franco-Demokratie in Spanien scheint sich bisher für beide Seiten, die Regierung und die Gewerkschaften, zufriedenstellend zu entwickeln. Die Einen betonen die Normalität und alles unter Kontrolle zu haben. Die Anderen stellen den Erfolg der Mobilisierung in den Vordergrund. Die Regierung gibt sich konziliant und betont ihre Gesprächsbereitschaft. Arbeitsminister Corbacho lobt die Gewerkschaften für ihren verantwortlichen Umgang mit dem Streik. Die Gewerkschaften fordern die Änderung der einschneidenden „Reformen“ in Spanien. Die Gewerkschaften sehen die Regierung durch deutsche Großbanken unter Druck gesetzt. Man will sich offenbar nicht wirklich weh tun…

Die spanische Regierung betont in allen Stellungnahmen die „Normalität“ im Lande und dass die vereinbarten Mindestleistungen zu 98 Prozent eingehalten würden. Sie behauptet, der Stromverbrauch im Land entspräche einem normalen Samstag und läge höher als beim letzten Generalstreik im Jahre 2002. Sie zeigt Bilder von Auto und Fahrrad fahrenden Menschen und suggeriert damit, dass man ja schließlich nicht auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sei.

Die Gewerkschaften hingegen sehen mehr als zehn Millionen Arbeitnehmer im Streik, dessen Beteiligung in einzelnen Branchen zwischen 70 und 85 Prozent läge. Der Bahnverkehr, der Busverkehr und große Teile des Flugverkehrs (und damit der Tourismus), dazu Stadtreinigung, Müllabfuhr und Transportwesen sowie die Versorgung durch die Großmärkte sei praktisch zum Erliegen gekommen. Industriebetriebe wie z.B. Automobil-Werke seien stillgelegt. In Barcelona wurde zumindest ein Polizei-Fahrzeug in Brand gesetzt. Gelegentlich brannten Abfall-Container, Paletten und Auto-Reifen. In Barcelona wurde von vermummten Linken(?) eine Buchhandlung zerstört, deren Besitzer in diesem Jahr wegen Propagierung von Genozid zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden war. In Barcelona gab es zahlreiche Zerstörungen am öffentlichen Fahrrad-Verleihsystem. All diese Akte von Vandalismus haben natürlich nicht direkt mit dem Streik zu tun. In Katalonien sei es wegen des Streiks wegen bis Mittags zu 15 Verhaftungen gekommen.

Beim Rüstungs- und Luftfahrtunternehmen EADS-CASA in Getafe bei Madrid kam es zu einem Zusammenstoss von Streikenden und der Policía Nacional bei dem es neun Verletzte gab und bei dem ein Polizist mit seiner Pistole und scharfer Munition neun Mal in die Luft geschossen habe. Die Streikenden hätten zum Beweis die ausgeworfenen Geschosshülsen sichergestellt. Im Raum Madrid seien bis Mittags 37 Personen festgenommen und bei 1.500 Personen seien die Personalien festgestellt worden.


Generalstreik: Deutsche Banken bedrohen spanische Gesellschaft!

29. September 2010

In einer gemeinsamen Pressekonferenz von UGT und CC.OO., den beiden großen Gewerkschaften Spaniens, zum Generalstreik sagten Cándido Méndez, UGT, und Ignacio Fernandéz Toxo, CC.OO., dass wenn auch deutsche Banken die spanische Gesellschaft bedrohen würden, die deutschen Arbeitsnehmer jedoch mit den spanischen Kollegen solidarisch seien!

Von der Rolle deutscher Banken beim als „Reformen“ verpackten „Brutal-Spar-Paket“ der spanischen Sozialisten unter José Luis Rodríguez Zapatero hört man hierzulande leider ebenso wenig wie von der Solidarität mit den spanischen Genossen, oder streikt hier schon jemand?