Camouflage: Greift auch Frankreichs Rechte FN zur Mogelpackung?

24. November 2014

Marine Le Pen, Präsidentin der Rechtsextremen Front National in Frankreich,  hat am Sonntag laut über eine „Große Allianz der Patrioten“ nachgedacht, die mit anderen Parteien, speziell der von Nicolas Dupont-Aignan, der von De Villiers und der von Jean-Pierre Chevènement, gebildet werden könnte und die eine Änderung des Parteinamens zur Folge haben könnte!

Ja, es gäbe patriotische Parteien in Frankreich, mit denen so etwas denkbar wäre…

Ähnlich wie ein gewisser Artur Mas in Katalonien möchte sich da wohl jemand seiner Altlasten entledigen?

Umfragen hatten zuvor ergeben, daß die FN zwar aus Protest gewählt würde, man aber weder ihr als Partei allgemein, noch Marine Le Pen als Präsidentin speziell, zutrauen würde, Frankreich besser regieren zu können. Sie müsste sich also ein seriöseres Bild verpassen und hauptsächlich auf Kosten der UMP ihre Basis verbreitern um eine echte Chance zu haben, was wir uns nicht wünschen!

http://www.liberation.fr/politiques/2014/11/23/le-pen-evoque-une-grande-alliance-patriote-avec-dupont-aignan-et-chevenement_1149342?xtor=EPR-450206&utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=quot

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PS: Nachdem mehrere französische Banken sich geweigert hatten, der FN einen zweistelligen Millionenkredit zu geben, soll am Ende ein russisches(!) Geldinstitut den Kredit an die Putin-Bewunderin gewährt haben ;-)


Frankreichs: Wird die FN überschätzt? Jeder Zweite hält Le Pen für unfähig!

8. November 2014

Hollandes TV-Interview hat die ablehnende Haltung der großen Mehrheit der Franzosen zu seiner verfehlten Politik natürlich nicht beendet, gar „gedreht“!

In Umfragen werden deshalb seine möglichen Gegenkandidaten durchgespielt und die FN und Marine Le Pen schneiden in diesen Umfragen oft besser ab, als die Politiker der etablierten Parteien.

Aber im Moment dieser Umfragen geht es ja um nichts und man kann dann schon mal seinen Unmut dadurch äußern, indem man radikalen Parteien (völlig unverbindlich) seine Zustimmung gibt.

Nun gibt es eine neue Umfrage von Odaxa für I-télé mit folgendem Ergebnis:

49% glauben, dass Alain Juppé es besser machen würde,
12% glauben, dass Alain Juppé es schlechter machen würde,
39% glauben, dass Alain Juppé es genauso machen würde,
wie Francois Hollande.

38% glauben, dass Sarkozy es besser machen würde,
28% glauben, dass Sarkozy es schlechter machen würde,
33% glauben, dass Sarkozy es genauso machen würde,
wie Francois Hollande.

31% glauben, dass Manuel Valls es besser machen würde,
15% glauben, dass Manuel Valls es schlechter machen würde,
54% glauben, dass Manuel Valls es genauso machen würde,
wie Francois Hollande.

29% glauben, dass Marine Le Pen es besser machen würde,
45% glauben, dass Marine Le Pen  es schlechter machen würde,
26% glauben, dass Marine Le Pen  es genauso machen würde,
wie Francois Hollande.

78% glauben, dass mutige Politiker reformieren könnten.
21% glauben, dass dies durch die Globalisierung unmöglich sei.

Was kann man diesen Zahlen entnehmen?
Die Franzosen setzen auf die Kandidaten der UMP stärker als auf die FN und natürlich auf den der Regierung. Dabei ist die Akzeptanz von Juppé deutlich höher als die Sarkozys.

Auffallend ist die nüchterne Bewertung des Jungstars der PS, des amtierenden Premierministers Manuell Valls. Er wird offenbar für die Hollande-Politik mitverantwortlich gemacht?

Auffallend ist ferner, dass nicht einmal ein Drittel der Befragten (29%) glaubt, dass die hochgejubelte Marine Le Pen es besser machen würde. Fast die Hälfte (45%) glaubt sogar, dass sie es schlechter machen würde als der grottenschlechte Francois Hollande!

Interessant ist, dass zwischen einem Viertel und einem Drittel der Befragten finden, dass es keinen Unterschied mache, wer regiere in Frankreich. Logischerweise ist dieser Prozentsatz bei Manuel Valls, dem Premierminister des Präsidenten Hollande deutlich höher mit 54%. Dieser Wert ist aber bei Marine Le Pen am Niedrigsten (26%) von allen Kandidaten.

Daraus kann man wohl schließen, daß Le Pen zwar polarisiert, aber daß fast jeder Zweite der Befragten sie für unfähig hält Frankreich zu regieren. Dies bedeutet, dass die FN Marine Le Pens keine echte Alternative für den französischen Wähler böte!


Rechtsrutsch? Was ist nur mit den Franzosen los?

5. Oktober 2014

Die Front National hat 2014 zugelegt. Sie hat erstmals zwei Sitze im Senat gewonnen. Dazu ein gutes Dutzend Bürgermeister-Posten und nicht weniger als 24 Europaabgeordnete in Strasbourg.

In einer aktuellen Umfrage findet zwar noch eine Mehrheit von 56% der Befragten Marine Le Pen schlecht (26%) bzw. sehr schlecht (30%), aber ihre Beliebtheit ist in diesem Jahr stark angestiegen. 43% finden sie gut (32%) bzw. sehr gut (11%).

Diese zunehmende Akzeptanz ist besonders verwunderlich, da die Befragten gleichzeitig ihre Eigenschaften durchaus negativ beurteilten:

78% finden sie extrem Rechts
73% finden sie aggressiv
72% finden sie mutig
63% finden sie rassistisch
62% finden sie demagogisch
58% finden sie überzeugend
48% finden sie bürgernah
45% finden sie kompetent
44% empfinden sie als Staatsfrau
43% finden sie ehrlich
40% finden sie sympathisch
38% finden sie visionär

Bedeutet dies, dass diese negativen Eigenschaften inzwischen von den Franzosen akzeptiert werden?

Bei den nächsten Präsidentschaftswahlen 2017 würde Marin Le Pen zwar gegen jeden heute denkbaren Kandidaten den ersten Wahlgang gewinnen, aber letztlich verlieren:

So würde die Wahl der Umfrage zu Folge ausgehen:

Marine Le Pen 46% (35%)* vs. Francois Hollande 50%
Marine Le Pen 37% (—%) vs. Manuel Valls 60%
Marine Le Pen 33% (18%) vs. Nicolas Sarkozy 63%
Marine Le Pen 28% (17%) vs. Alain Juppé 71%
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*(in Klammern ihre Werte vom Mai 2014! Sie hat sich in allen Werten stark verbessert.)
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Selbst der bei den Franzosen extrem unbeliebte Francois Hollande würde, wenn auch knapp, gegen sie gewinnen. Rechte Kandidaten graben ihr hingegen deutlich Stimmen ab.
Das bedeutet, aus heutiger Sicht werden die Franzosen Rechts wählen und selbst der „Rechte Sozialist“ Valls erzielt in diesem Trend das schlechteste Ergebnis! Alain Juppé läge hingegen mit 8% Vorsprung vor Nicolas Sarkozy und gar 43% Vorsprung vor Marine Le Pen an erster Stelle!

Man kann wohl vorsichtig daraus schließen, dass der aktuelle Höhenflug der FN und Marine Le Pens aus der Schwäche und Unbeliebtheit der sozialistischen Regierung resultiert? Praktisch jeder Gegenkandidat der Rechten würde plus-minus zwei Drittel der Stimmen gegen die FN einfahren. Diese Umfragewerte drücken also im Zweifel wohl eher Unzufriedenheit mit der sozialistischen Hollande-Präsidentschaft aus, als echte Zustimmung zur Front National, hoffe ich?


Nicolas Sarkozy, der Schurke den Frankreichs Rechte liebt!

16. März 2014

Je länger die Agonie Frankreiches unter dem Regime der unfähigen „Schlaftablette“ Hollande andauert, desto mehr verklärt sich das Bild der Franzosen, zumindest der politisch-rechten Hälfte der Bevölkerung, des Ex-Präsidenten und Carla Bruni-Begleiters Sarkozy. Vergessen scheinen die endlosen Finanzaffären und Korruptionsskandale in die er verwickelt scheint, aber niemals überführt wurde. Auch dies misslang Hollande trotz Abhörskandal…

Jüngste Umfragen ergaben folgendes Meinungsbild:

Welche Meinung haben Sie von Nicolas Sarkozy?
54% haben eine SCHLECHTE, 45% haben eine GUTE.

Wenn er 2012 wieder gewählt worden wäre, hätte er es dann besser gemacht als Francois Hollande?

55% sagen BESSER, 39% sagen SCHLECHTER.

Welche Persönlichkeit (der bürgerlichen Rechten) würden sie bei den Präsidentschaftswahlen 2017 bevorzugen?

Von den UMP-Sympathisanten (Sarkozys alter Partei) bevorzugten

68% Sarkozy, 21% Juppé und 3% Fillon.

fragt man alle Franzosen, dann ändert sich das Bild

32% Juppé (er gewann 11% von der Linken hinzu!), 28% Sarkozy (er verlor mehr als die Hälfte an Zustimmung!) und 11% Fillon (auch er konnte von der Linken klar hinzugewinnen!).

Nicolas Sarkozy ist damit klar der Mann der bürgerlichen Rechten für die Wahlen 2017. Er wird – falls er antreten sollte, womit aber gerechnet wird – sich im Wahlkampf noch Rechter positionieren, denn seine Stimmen kann er eher bei der rechtsradikalen FN holen als auf der Linken.

Glauben Sie, dass er zu den Präsidentenwahlen 2017 antreten wird?

71% sagen JA, und 27% sagen NEIN!

Unterdessen stieg die Beliebtheit von Francois Hollande um 3 Punkte auf 23% an, den höchsten Wert seit einem halben Jahr und damit sind immer noch mehr als drei Viertel der Franzosen gegen den aktuellen Präsidenten, ein niemals zuvor dagewesener Negativ-Rekord. Er kompensiert dies mit post-kolonialen Militäraktionen in Afrika und mit starken Worten in Syrien und der Ukraine…


Jeder dritte Franzose neigt zu den „Ideen der rechtsradikalen Front national“!

12. Februar 2014

In einer Umfrage von TNS Sofres für LE MONDE, France Info und Canal+ von Heute wird ausserdem deren Vorsitzenden Marine Le Pen ein immer positiveres Image zugeschrieben. 58% der Franzosen glauben demnach, dass Le Pen auch außerhalb ihrer Partei Stimmen holen kann! Ein Drittel der Befragten kann es sich sogar vorstellen, dass die FN mit Marine Le Pen sich an einer künftigen Regierung beteiligen könnte…

Gut einen Monat vor dem ersten Durchgang der Kommunalwahlen in Frankreich, lässt diese Umfrage nicht viel Gutes erwarten?


Frankreich: FN nennt Rückkehr der Geiseln „Wahlkampf-Spektakel“.

1. November 2013

Der Vize-Präsident der rechtsradikalen FN springt seiner wegen ihrer großen Klappe in Bedrängnis geratenen Präsidentin Marine Le Pen bei. Er nennt die Medienberichterstattung über die Rückkehr der französischen Geiseln aus Niger ein „Wahlkampf-Spektakel“.

„Sie, die Geiseln hätten befremdlich ausgesehen“, pflichtete er Le Pen bei, „kein Wunder wenn man sie keine 24 Stunden nach ihrer Befreiung in Niger in Frankreich den Medien vor die Füße kippt?“

Man hätte ihnen nicht die geringste Zeit gelassen, zu sich zu kommen und sich zu „rekonstruieren“. Er meinte wohl, sich äusserlich in gepflegte Franzosen zurück zu verwandeln?

Le Pen hatte zusätzlich spekuliert, dass die mediale Aufbereitung der Ankunft in Frankreich den Preis für das Lösegeld der nächsten Geiseln wohl in die Höhe treiben dürfte?

Das ist eines der Bilder, an denen sich die Diskussion entzündete:

http://www.leparisien.fr/politique/les-ex-otages-d-arlit-confient-qu-ils-ont-tente-de-fuir-pendant-leur-detention-30-10-2013-3272515.php

Haben sie sich zu wenig gefreut wieder in Frankreich zu sein? Haben sie sich nicht geduscht, rasiert, umgezogen und im Flieger mit ein paar Flaschen Schampus gefeiert? Ist ihr „unfranzösisches Verhalten“ gar die Folge einer Gehirnwäsche, des sogenannten Stockholm-Syndroms?

Die FN der Marine Le Pen tut alles, um dem Präsidenten Hollande keinen medialen Erfolg zu gönnen. Es ist bereits der Wahlkampf 2014, der verfrüht begonnen hat!


Islamisierte Geiseln? Marine Le Pens kalkulierter Faux-Pas.

31. Oktober 2013

In einem TV-Interview rätselte sie lang und breit über das Äußere und das Auftreten der vier freigekauften französischen Geiseln Pierre Legrand, Daniel Larribe, Thierry Dol und Marc Féret die vor über drei Jahren aus einer französischen Uran-Mine in Niger entführt worden waren.

Die Männer trugen teilweise „islamisch“ anmutende Bärte und Kleidungsstücke, senkten ihre Häupter, behielten die Hände in den Taschen oder auf dem Rücken, machten ernste Gesichter und vermieden jeden Blickkontakt und schwiegen bei der „öffentlichen Vorführung“  bei ihrer Ankunft in Frankreich durch den glücklosen Präsidenten Hollande, die dieser sich 25 Millionen Euro kosten ließ, wie gemunkelt wird…

Le Pen mag Hollande den „Erfolg“ geneidet haben, aber dieser Schuss ging eindeutig nach hinten los. Ihr Verhalten wurde einmütig kritisiert. Le Pen ruderte zurück und sprach von unglücklichen Formulierungen. Sie sei kein Psychiater. Zuvor hatte sie jedoch über ein mögliches Stockholm-Syndrom, eine Islamisierung der Geiseln spekuliert.

Die Geiseln – soviel ist inzwischen bekannt – sind die meiste Zeit einzeln und streng isoliert untergebracht gewesen. Sie können unter einem Schock an Einflüssen gestanden haben? Sie mögen an ihre im Niger zurückgebliebenen Schicksalsgenossen gedacht haben, denn es sind noch weitere Geiseln vor Ort?  Sie könnten aber auch schlicht und einfach sauer gewesen sein, denn um sie „rauszukaufen“ hätte der französische Staat und auch Hollande persönlich, der nun auch schon 18 (lange!) Monate im Amt ist, nicht mehr als drei Jahre ihres Lebens abwarten müssen?


Ausländer in Frankreich: Blut und Boden!

23. Oktober 2013

Die Einwanderung bleibt das beherrschende Thema der französischen Innenpolitik. Die UMP hat jetzt durch ihren farblosen Präsidenten Jean-François Copé eine generelle neue Einwanderungspolitik gefordert, mit der sie im Prinzip im politischen Spektrum ein Stück weiter nach Rechts, in Richtung FN rückt.

Dabei soll auch das „droit du sol“, das Recht des Bodens geändert werden, das Recht der automatischen französischen Staatsbürgerschaft für in Frankreich geborene Kinder von ausländischen Eltern. Zwar will er es nicht vollständig abschaffen, aber an Konditionen knüpfen. Diese Kinder müssten sich künftig im Alter zwischen acht und achtzehn Jahren mindestens fünf Jahre permanent in Frankreich aufhalten und die Staatsbürgerschaft mit achtzehn aktiv beantragen. So soll die französische Staatsbürgerschaft nicht an Kindern von Eltern verliehen werden, die sich illegal in Frankreich aufhalten. Das würde zum Beispiel die 17-monatige Schwester der inzwischen „weltberühmten“ Leonarda Dibrani betreffen, die in Frankreich geboren worden ist. Auch in Frankreich geborenen Kindern von Ausländern, die sich legal im Land aufhalten, würde nach Copés Vorstellungen die Staatsbürgerschaft nicht mehr automatisch verliehen werden. Sie, bzw. ihre Eltern, müssten diese künftig beantragen. Dies würde nicht nur Vorschriften, Regelungen. Bedingungen, sondern auch Betrug und Bestechung Tür und Tor öffnen, sondern eine der ältesten Errungenschaften Frankreichs, älter noch als die Französische Revolution, abschaffen. Allerdings gibt es natürlich auch die Staatsbürgerschaft auf Basis der Abstammung von zumindest einem französischen Elternteil.  Beide Prinzipien kommen also parallel zur Anwendung.

Nur Frankreich und die klassischen Einwanderungsländer wie praktisch alle amerikanischen Staaten, darunter USA haben meines Wissens(?) diese optimistische Regelung, dass jeder im Lande geborene automatisch die Staatsbürgerschaft bekommt. In der türkischen Mittel- und Oberschicht gab/gibt(?) es geradezu einen „Geburtentourismus“ in die USA. Wenn ein solcher Türke später in Deutschland den US- statt des türkischen Passes ziehen kann, dann verläuft sein Leben in Deutschland „amtsbehördlich“ in gaaanz anderen Bahnen…

Der Französische Premierminister Jean-Marc Ayrault widersprach heute heftig im Parlament, „das ist nicht die Republik! Die UMP wolle das „droit du sol“ durch das „droit du sang“ auswechseln, urteilte der Premier empört.
Das „droit du sang“, das „Recht des Blutes“ entspricht der deutschen Praxis der Staatsbürgerschaft durch Abstammung der Eltern.

Aber auch der französische Innenminister Manuel Valls bereitet von seiner Seite eine Modifizierung des Einwanderungsrechtes für 2014 vor. Obwohl noch keine Einzelheiten bekannt sind, muss man kein Hellseher sein um weitere Verschlechterungen für die Migranten zu erwarten.

2014 ist Wahljahr in Frankreich. Neben der Kommunalwahl steht auch die Europawahl an. Hochzeiten für Demagogen und rechtes Gedankengut…
Die opportunistische alte Sarkozy-UMP droht zwischen der Rechtsextremen FN und den nach Rechts rückenden Sozialisten zerquetscht zu werden. Von der FN kam denn auch sofort der Vorwurf, warum die UMP denn jetzt mit diesem Vorschlag käme, wo sie doch zehn Jahre Zeit gehabt hätte und nichts getan habe.

http://www.leparisien.fr/politique/droit-du-sol-l-ump-a-l-offensive-guaino-propose-une-consultation-23-10-2013-3251897.php

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Das Staasbürgerschaftsrecht ist ein komplexes Thema und ich will hier keine falschen Tatsachen anführen, Wer es genauer wissen will, hier noch eine Info in Französischer Sprache: http://fr.wikipedia.org/wiki/Droit_du_sol


Der Élysée-Palast: Ruhe im Zentrum des Hurrikans?

21. Oktober 2013

François Hollande hat das Kunststück fertig gebracht, buchstäblich alle Parteien, alle politischen und gesellschaftlichen Gruppen Frankreichs gegen sich aufzubringen! Seine vermeintlich großzügige Entscheidung nach Gutsherrenart im Falle der Schülerin Leonarda Dibrani hat einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

Eine interne Untersuchung der Verwaltung hatte die Rechtmäßigkeit der Ausweisung der Familie Dibrani festgestellt, jedoch die ungeschickte Form der Durchführung durch die Polizei gerügt und Schulen und Bildungseinrichtungen künftig unter einen besonderen Schutz, ähnlich dem von Kirchen gestellt. Damit hatte er seinen populären Innenminister Manuel Valls entlastet und dessen Polizei als Tölpel dargestellt. Die wird sich riesig gefreut haben!

Es gab Besprechungen im Élysée-Palast an denen neben Valls, der Bildungsminister Vincent Peillon (wegen der Schüler auf den Straßen von Paris) und zeitweilig auch der Premierminister Ayrault teilnahmen, der eigentlich die Regierung führt, in der Hollande offensichtlich alles selbst machen muss und will! Das war ein alter Vorwurf der Linken gegen seinen Vorgänger Sarkozy. Valls hatte sich nach seiner Rückkehr von den Antillen am Place Beauvau (im Innenministerium) bestätigen lassen, dass alles formal korrekt abgelaufen sei mit der Ausweisung der Dibranis.

Offenbar weil man den Vorfall rein technisch sah, hauptsächlich die Schüler von den Straßen haben wollte, kam man im Élysée auf die unsägliche Idee Leonarda eine Rückkehr OHNE ihre Familie anzubieten?

Jetzt brach der Sturm los! Den einen ging Hollandes „Großzügigkeit“ nicht weit genug, die anderen störte sein „Umfaller“ vor den Schülern und dem Gesetz. Selbst die eigene Sozialistische Partei, PS forderte die Rückkehr ALLER Kinder UND ihrer Mutter, nicht jedoch die des Vaters nach Frankreich. Hollande sprangen eigentlich nur seine Lebengefährtin und seine Ex-Lebensgefährtin bei und, ach ja, sein Innenminister Valls natürlich!

Französische Medien sorgten für zeitnahe Kommentare der Dibranis aus Mitrovica in Nord-Kosovo wo, sich der Vater über die französische Politik, die Behörden und den Präsidenten Hollande vor den Kameras lustig machte!

Diese Tragikkommödie hat womöglich das Zeug die Politik Frankreichs gegen die Roma auszuhebeln? Sie hat andererseits Manuel Valls zum mit Abstand populärsten französischen Politiker gemacht mit Zustimmungsraten von 74% ALLER Franzosen. Sie hat auch den glücklosen, unsicheren Zauderer im Élysée François Hollande zum Gefangenen seines Innenministers gemacht.

Aus heutiger Sicht zumindest werden 2017, bei den nächsten Präsidentschaftswahlen in Frankreich, vermutlich Manuel Valls, PS gegen Nicolás Sarkozy, UMP und Marine Le Pen, FN antreten und die Franzosen werden mit Sicherheit eine Regierung der Rechten bekommen, merde!


Frankreich: Brignoles, Menetekel für 2014?

14. Oktober 2013

„Brignoles ist eine Stadt im französischen Département Var in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Die Stadt hat 16.368 Einwohner…“ (Wikipedia)

Das Städtchen, etwa auf halber Strecke zwischen Marseille und Cannes gelegen, hat bei kommunalen Teilwahlen für Medienecho gesorgt, denn die rechtsextreme Front National der Marine Le Pen wurde zur mit Abstand größte Partei! Ein Debakel für den Rest, besonders für die Sozialisten? Es scheint sich zu bewahrheiten wie kürzlich in einer Umfrage behauptet, dass die Franzosen die FN zunehmend für eine Partei, „wie alle anderen“ und damit für prinzipiell wählbar halten?

Laurent Lopez, Kandidat der FN, errang 53,9% und die ebenfalls rechts der Mitte angesiedelte Vereinigte Volksbewegung UMP, des Ex-Präsidenten Sarkozy bekam für ihre Gegenkandidatin Catherine Delzers 46,1%. Im ersten Wahlgang betrug die Wahlbeteiligung ganze 33,4% also nur ein Drittel, während sich zwei Drittel dem Urnengang verweigerten. Sie stieg im zweiten Wahlgang auf immerhin 47,47%, ein immer noch schlechter Wert!

Die Rechte jubelt in Frankreich und sieht diesen spezifischen Fall als einen Trend für die Kommunal- und Europawahlen im kommenden Jahr! Zumindest „die regierende Linke“ in Frankreich, die Sozialisten des Präsidenten Hollande , dürften ins Grübeln kommen..k