Der Zeitfaktor: Wie Argentinien die Falkland-Inseln trotzdem kriegt!

14. September 2012

Es ist wieder ruhiger geworden um die Falklands, oder Las Malvinas, nachdem der Jahrestag der Invasion 1982 friedlich verstrichen ist.

Da schaffen die Zahlen eines Zensus neue Unruhe auf den Inseln. Die Bevölkerung ist seit der letzten Umfrage 2006 nicht gewachsen, aber stark gealtert. Wenn man die britischen Militärs und Zivilangestellten und deren Familien abzieht leben gerade 2.563 Falkländer auf dem Archipel. Der Anteil der über 65-jährigen ist seit 2006 um 14 Prozent gewachsen.

Positiv: Die Arbeitslosenquote beträgt 1 Prozent. Das Einkommen der Insulaner ist etwa dreimal so hoch wie das der Südamerikaner auf dem Kontinent.

Negativ: 20 Prozent der Falkländer benötigen mehr als einen Job. Größter Arbeitgeber ist mit 28 Prozent die Regierung. Die prosperierende Offshore Öl- und Gasindustrie beschäftigt hingegen nur 26 Insulaner, da denen meist die benötigte Qualifikation fehlt.

Diese Zahlen zeigen, dass die Falklands als Gesellschaft ein britisches Kunstprodukt sind, eine camouflierte Kolonie lautet der argentinische Vorwurf, die ohne London wahrscheinlich nicht lebensfähig wäre.

Die Falkländer wollen auch weiterhin gerne unter sich bleiben und leisten sich deshalb eine sehr restriktive Immigrationspolitik. Weniger als ein Drittel sieht sich als Briten, knapp 60 Prozent verstehen sich als Falkländer und die fehlenden zehn Prozent fühlen sich als… nein, nicht doch etwa als Argentinier?

Einbürgerung kann nur beantragen, wer mehr als sieben Jahre auf den Inseln gelebt und gearbeitet hat. Dies auf der Basis von wiederholten Zeitverträgen. Nur vierzig (40!) Einbürgerungsanträge sind pro Jahr erlaubt, von denen nicht alle angenommen werden.

Nur 70 Prozent oder 1.973 der Zivilisten auf der Insel sind Falkländer. Weitere 4,3 Prozent oder 121 haben eine permanente Aufenthaltsgenehmigung die Voraussetzung für den Einbürgerungsantrag ist.

Obwohl den Verantwortlichen die bevölkerungspolitisch kritische Situation klar ist, lähmt die Angst vor dem Einsickern von Argentiniern die Offiziellen. Aber auch am Willen der Briten, die Inselgruppe im Südatlantik ernsthaft zu entwickeln, wird inzwischen gezweifelt.

Es gibt viele Pläne die Inseln zu entwickeln, aber keine verfügbaren arbeitenden Menschen diese Pläne zu realisieren.

70 Prozent der Menschen leben in der Inselhauptstadt Stanley, der Rest ist weit verstreut auf abgelegenen Farmen, zu denen oft nicht einmal Straßen führen, was Kleinflugzeuge und Boote zu normalen Verkehrsmitteln macht.

Wenn nur ein Bruchteil der Erlöse aus der Förderung der Offshore-Energie-Ressourcen auf der Insel landete, dann könnten die paar Falkländer reicher als Saudi-Arabische Ölscheichs werden, falls sie so alt werden, dies zu erleben…

http://www.guardian.co.uk/uk/2012/sep/13/falkland-islands-census-british-identity


Dicke Luft am Silberfluss: Nix Buenos Aires am Rio de la Plata!

17. April 2012

Wird die EU einen basisdemokratischen Regime-Change in Argentinien wagen?

Unbequem waren die Argentinier immer: Ob sie nun dem NATO-Partner United Kingdom die Falkland-Inseln abnehmen wollten, die sie Malvinas nennen, oder ob sie einfach bei ihrer letzten(?) Schuldenkrise dem IMF eine lange Nase drehten und die Zahlungen einstellten, oder ob sie nach dem letzten Weltkrieg deutschen Kriegsverbrechern eine relativ sichere und ungestörte Zukunft boten, sie waren immer berechenbar unberechenbar!

Nun hat Sra. Presidenta de Kirchner erneut zugeschlagen und YPF, die argentinische Tochterfirma der spanischen Energiefirma REPSOL verstaatlicht, wegen erwiesener Unfähigkeit! REPSOL hatte die Firma YPF in der letzten Krise zum Schnäppchenpreis erworben und Versprechungen und Ankündigungen anscheinend keine Taten folgen lassen?

Argentinien musste statt dessen Energie einführen und dafür stetig mehr bezahlen!

Seit einem nicht genau definierten Zeitpunkt, es heisst zumindest seit Februar 2012, seien die beiden Regierungen hinter den Kulissen im Gespräch über eine Lösung dieser Angelegenheit gewesen. Nun hat Sra. de Kirchner zugeschlagen. Sie wollte wohl nicht länger warten?

Spanien hat den Fall sofort der EU vorgelegt und die zeigte sich verstimmt! So springt man nicht mit einem EU-Mitglied um, auch wenn es diesem gerade ziemlich schlecht geht…

Eine rechtliche Handhabe gegen Argentinien hat die EU zwar nicht, sie sitzt aber wirtschaftlich am längeren Hebel. Es wäre wohl kein Wunder, wenn Europas Arbeitslose schon bald auf ihr argentinisches Rindersteak verzichten müssten, wegen eines EU-Boykotts?

Es wäre auch kein Wunder wenn Spanien die zahlreichen Argentinier auf seinem Territorium noch etwas kritischer behandelt, als es dies ohnehin schon tut? Allerdings können nicht wenige von ihnen bei Bedarf zusätzlich einen Italienischen Pass zücken, wie die Oma den Knoblauch vor dem Vampir!

In den neokolonialen Zeiten der Regime-Changes in unbotmäßigen Ländern, könnte es aber auch den Versuch geben, die argentinische Regierung von außen zu destabilisieren und basisdemokratische Veränderungen, hin zu einer EU-freundlicheren Politik geben. Bis dahin könnten wir ja schon mal den Tango boykottieren?

NACHTRAG:
Die Entwicklung dieses Konfliktes, der anscheinend schon ein Jahr vor sich hin schwelt, hier in spanischer Sprache:
http://www.lavanguardia.com/economia/20120416/54284842132/cronologia-conflicto-entre-argentina-y-repsol-ypf.html


Werden die Falklands mit Hilfe der USA unabhängig vom UK und Cameron?

3. April 2012

Heute, am 30. Jahrestag des Falkland-Krieges, wird wieder von beiden damals beteiligten Seiten mit dem Säbel gerasselt und wieder aus denselben Gründen wie damals. David Cameron könnte es zum größten Flop der Nachkriegszeit in UK bringen und mit dem Krieg meine ich natürlich den WW2! Der argentinischen Präsidentin Christina Fernández de Kirchner steht das Wasser des Rio de la Plata auch schon symbolisch bis zum Halse. Beide stecken in einem Umfragetief und in noch viel tieferen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Da bietet sich irrationales Kriegsgetrommel natürlich an. Das funktioniert schließlich in den allermeisten Fällen!

Ein paar gravierende Unterschiede gibt es diesmal aber schon: Die UN hat beide Seiten zu Gesprächen über die Falkland Islands / Las Islas Malvinas aufgerufen. Und – vielleicht noch viel wichtiger – die USA haben sich nicht bedingungslos hinter das UK gestellt sondern sich der UN-Forderung angeschlossen.

Cameron tönt herum, nur die Falkländer könnten über ihre Zukunft entscheiden! Da hat er zwar recht, aber die könnten durchaus anders entscheiden als der kleine David sich das so vorstellt! Wegen des ausserordentlichen Fischreichtum und großer ihrer Ausbeutung harrenden Offshore-Energieressourcen wären die Falklands eine potentiell sehr reiche Inselgruppe mit nur wenig Einwohnern. Sie könnten die Ölscheichs des Südatlantiks werden.

Die Briten brauchen sie eigentlich nur solange, wie ihre Sicherheit durch Argentinien bedroht ist. Käme es also hier zu einer Einigung auf dem Verhandlungswege, dann tschüss Tommies!

Eventuell könnten aber auch die USA bei unabhängigen Falklands für Großbritannien einspringen, denn die Inselgruppe ist von strategischer Bedeutung für die Kontrolle der Antarktis. Es wäre im Lauf der Geschichte nicht die erste Kolonie, die die USA den Briten abgenommen hätten…

https://almabu.wordpress.com/2012/03/02/telenovela-uk-argentina-jetzt-wochentlich-the-falklands-vs-las-malvinas/

https://almabu.wordpress.com/2012/02/15/briten-drehen-die-spannungs-spirale-um-die-malvinasfalkland-inseln-hoch/

https://almabu.wordpress.com/2012/02/11/argentinien-bringt-den-streit-um-die-malvinas-vor-den-weltsicherheitsrat/

https://almabu.wordpress.com/2012/02/01/1982-2012-dreissig-jahre-spater-falkland-krieg-reloaded/

https://almabu.wordpress.com/2012/01/22/uk-cameron-prinz-william-soll-die-falklands-retten/

https://almabu.wordpress.com/2012/01/21/gibraltar-und-falkland-zweifrontenkrieg-fur-cameron/


Gibraltar und Falkland! Zweifrontenkrieg für Cameron?

21. Januar 2012

Der latente Dauerzwist um die Islas Malvinas oder Falkland Islands zwischen Argentinien und dem UK flackert wieder auf. Cameron wirft den Argentiniern Kolonialismus vor, da die Falkländer lieber britisch bleiben wollten. Die Argentinier sehen das wie immer genau umgekehrt! Immerhin ist diesmal die Solidarität der Lateinamerikanischen Staaten größer, denn sie haben beschlossen alle Häfen Südamerikas für Schiffe unter Falkland-Flagge zu sperren.

Cameron kündigte an die Verteidigungsfähigkeit der Inseln zu überprüfen, zu stärken und zu gewährleisten.

Vor diesem Hintergrund machte der neue spanische ‚Spitzendiplomat‘, Außenminister García-Margallo, eine neue, eine zweite Front auf, indem er dem konservativen britischen Europa-Abgeordneten Charles Tannock, der ihm zu seinem Ministerposten gratulierte, ein keckes „¡Gibraltar español!“ entgegnete.

Steht David Cameron also womöglich ein Zweifrontenkrieg bevor? Wir werden sehen! Das war es auch, was Charles Tannock dem spanischen Minister gelassen antwortete.


http://www.20minutos.es/noticia/1280709/0/garcia-margallo/saluda-eurodiputado-britanico/gibraltar-espanol/