Ein trauriger Tag für Europa!

9. Dezember 2011

Es ist sicher der Anfang vom Ende der nach dem Krieg angestrebten Europäischen Union. Schluss mit den politischen Mogeleien, die sich im Laufe der Jahre in den Prozess eingeschlichen haben um grundsätzliche, ungelöste Fragen zu verkleistern. Davis Camerons Drohung und Haltung ist aus britischer Sicht zwar verständlich, zeigt aber auch wo die Grenzen dessen liegen, was mit Europa zu machen ist. Auch hier ist Klarheit letztlich das kleinere Übel!

Die europäischen Institutionen der 27 für die 17+ blockieren zu wollen ist aber schon ein schönes Stück Frechheit! Wenn es denn dazu kommen sollte, könnte andererseits der EU-Wasserkopf um Barolo, van Rompuy und die unsägliche Lady Ashton nach Hause geschickt werden. Die hier von Cameron gebotene Chance der Verkleinerung und personellen Veränderung der EU-Institutionen sollte man dann auf jeden Fall nutzen, finde ich?

Es wäre aber ein Trugschluss anzunehmen, Cameron würde dann Ruhe geben. Er hat ja angekündigt mit seiner Londoner City weiterhin uneingeschränkt im europäischen Finanzmarkt fischen zu wollen. Es wird wohl nicht lange dauern, dann fischen die Briten auch wieder echte Fische vorbei an europäischen Fesseln?

Um ihren traditionellen Einfluss auf europäische Geschicke nicht zu verlieren, werden die Briten auch weiterhin versuchen, ausser Schweden und Ungarn, auch weitere Länder aus den 17+ herauszubrechen. Sie spielen das Spiel der Bankster in London und New York.

Den verschuldeten Südblock aus der Rest-EU herauszubrechen, also Portugal, Spanien, Italien und Griechenland und diesen vielleicht auf Dollar-Währungs-Basis als britische Version der Mittelmeerunion dem deutsch-französischen „Kaputt-Spar-Europa“ entgegen zu setzen, und diesen Ländern damit eine neue Lebensperspektive zu geben, die zumindest scheinbar über die von Schuldensklaven hinausgeht, das könnte der nächste Schritt sein:

Die Rest-EU der 17+ eingrenzen, von ihren Schuldnern und Märkten abschneiden, das würde wohl dann der nächste logische Schritt sein?

Die Schwäche von Merkozys EU ist, dass sich sich völlig Bankenkonform verhält und ihren Bürgern nichts als Blut, Schweiss und Tränen anbietet ohne damit verhindern zu können, dass schon Morgen die angelsächsischen „Finanzfischer“ erneut ihre Netze auswerfen in Rumpfeuroland. Keinerlei Vision eines gemeinsamen Zieles, nichts!

Merkozy verpassen hier die Chance bei den Bevölkerungen für ihr Modell zu werben und zu punkten, wogegen die Briten „very easily“ die Europaverdrossenheit der Bevölkerungen nutzen und instrumentalisieren können. Vielleicht erleben wir ja bald einen aus London gesteuerten „Europäischen Frühling“ auf dem Kontinent?