„Tut nicht weh!“ Europas Separatisten lügen sich Ergebnis des schottischen Referendums schön.

19. September 2014

Von überall her aus Europa sind Separatisten nach Schottland geflogen um am möglichen „Magic Moment“ live teil zu haben. Sie wurden bitter enttäuscht und klagen nun teilweise über die Feigheit der Schotten, welche die wirtschaftliche Sicherheit der Freiheit vorgezogen hätten.

Nach dem ersten Reflex der Enttäuschung beteuern sie aber unisono, dass Schottland mit der Lage in ihren Ländern und ihren Plänen aber auch überhaupt gar nichts zu tun habe! Warum nur sind die bloß alle nach Schottland geflogen, alles Whisky-Freunde vermutlich?

Den Vogel abgeschossen hat wie üblich der Katalane Artur Mas. Er sieht seine Separatisten gar gestärkt, weil sie dabei zugesehen hätten, wie in einem EU-Staat eine Volksabstimmung zugelassen worden sei! Mas hat im Prinzip wohl nur noch sieben Wochen in seinem Amt vor sich  und steht vor der Wahl von den eigenen Leuten zum Teufel gejagt zu werden oder von der Zentralregierung abgesetzt und im schlimmsten Fall eingesperrt zu werden wegen Landesverrats. Seine Landsleute sehen dies in den Online-Foren-Kommentaren wesentlich kritischer, aber Mas scheint ohnehin die Orientierung verloren zu haben?


Heute wurde der 18. September 2014 als Datum für schottisches Unabhängigkeits-Referendum verkündet!

21. März 2013

Heute verkündete der schottische Premierminister Alex Salmond im schottischen Parlament in Holyrood, Edinburgh den 18. September 2014 als Datum  für das im Herbst 2014 geplante Unabhängigkeitsreferendum Schottlands.

Seit dem 30. Januar 2013 ist die dem Referendum zu Grunde liegende Frage bekannt. Sie sollte zunächst lauten „Sind Sie damit einverstanden, dass Schottland ein unabhängiges Land sein sollte?“

Weil diese Fragestellung zur Zustimmung verleiten würde und somit nicht die gebotene Neutralität aufwies, musste sie geändert werden in „Sollte Schottland ein unabhängiges Land sein?“

Vergangene Woche begannen die schottischen Abgeordneten mit einer Gesetzesänderung um das Mindestwahlalter auf 16 Jahre zu senken, wie es zwischen Alex Salmond und David Cameron vereinbart worden war.

An dem schicksalhaften Referendum dürfen übrigens, wie bei einer ganz normalen Kommunalwahl, neben allen Einwohnern Schottlands, auch Engländer, Iren, Commonwalth-Bewohner und EU-Bürger teilnehmen, die ihren Wohnsitz in Schottland haben, jedoch nicht US-Bürger, Chinesen und Türken und was sonst nicht zum Commonwealth oder zur EU gehört…

Insgesamt rund 4 Millionen Wahlberechtigte werden erwartet. In Umfragen bekennt sich nur ein Drittel zur Unabhängigkeit, zwei Drittel wollen im Vereinigten Königreich verbleiben. Salmond hat noch gut eineinhalb Jahre sie für die Unabhängigkeit zu gewinnen. Seine Kritiker werfen ihm vor, zwei Jahre für die Verkündung dieses Datums gebraucht zu haben, während in dringenden Fragen politisch Stillstand geherrscht hätte. Diese „Pause“ würde jetzt wohl noch eineinhalb weitere Jahre andauern?


UK / Schottland: Unabhängigkeitsreferendum, Modell für Spanien / Katalonien?

10. Oktober 2012

Wie es scheint, steht eine Einigung zwischen London und Edinburgh über das Procedere des Referendums unmittelbar bevor. So soll sie aussehen:

Schottland erkennt an, dass die legale Kompetenz über ein Referendum alleine bei London liegt. London autorisiert Edinburgh das Referendum durchzuführen.

Beide Seiten einigten sich auf 2014 als Termin für das Referendum.

Es soll aus einer einzigen Frage bestehen, die mit Ja oder Nein zu beantworten ist.

Offen ist noch das Mindestalter für die Teilnahme*, die Schottland bei 16 und England bei 18 Jahren sieht.

Schottland plant, organisiert und führt das Referendum durch. Es legt das genaue Datum in 2014 und den genauen Wortlaut der Frage fest, über die abgestimmt werden soll. Schottland entscheidet auch, ob Schotten, die im Ausland leben wie z.B. der Promi Sean Connery, am Referendum teilnehmen können.

Alles, was nach einem Votum für schottische Unabhängigkeit zu klären wäre, muss danach mit London ausgehandelt werden und das dürfte ziemlich viel sein. An der konkreten Durchführung bzw. ihren Konditionen, könnte das Vorhaben natürlich auch später noch scheitern.

Am meisten sorgen jedoch die Umfragen für Gelassenheit bei der britischen Regierung. Die Zustimmung zur Unabhängigkeit ist deutlich rückläufig! Sie ist seit Jahresbeginn von 38 auf 28 Prozent gefallen! 53 Prozent der Schotten erklären in Umfragen, dass Schottland Teil von Großbritannien bleiben solle. Das waren früher nur 44 Prozent. Also heisst es in Downing Street entspannt, „abwarten und Tee trinken!“

http://internacional.elpais.com/internacional/2012/10/10/actualidad/1349865063_398838.html

Nachtrag, 11.10.12:
Die SNP des Alex Salmond hat sich durchgesetzt! Das Mindestwahlalter zur Ausübung des aktiven Wahlrechtes beim Referendum wurde auf 16 Jahre herabgesetzt.