Klare Prioritäten für Draghi: Zuerst wird Merkel, dann Italien gerettet!

25. Juni 2013

Italien braucht nach der Bundestagswahl EU-Rettungsgelder! Vermutlich innerhalb der nächsten sechs Monate wird Italien Rettungsgelder der EU benötigen schreiben britische Medien. Das wird dann aber nach der Bundestagswahl sein, das kümmert Frau Merkel deshalb heute noch nicht.

Es ist aber äusserst praktisch in diesem Zusammenhang, dass die Euro-Zone und die EZB kürzlich Mittel und Wege zur direkten Bankenfinanzierung gefunden haben.

Die Gesamtlage Italiens habe sich im letzten Quartal nicht verbessert, ganz im Gegenteil. 160 Großunternehmen befänden sich derzeit unter einer speziellen Krisenverwaltung. Falls es keine billigeren Gelder und einen Aufschwung gäbe, sei ein Hilferuf an die EU unvermeidlich. Man vergleicht den Ernst der Lage gar mit 1992, als das Land trotz schärfster Sparmaßnahmen aus dem gemeinsamen Wechselkurs-Mechanismus geflogen sei.

Italiens 2.100 Milliarden Euro Schulden seien nach den USA und Japan die drittgrößten der Welt. Nachdem die US-FED letzte Woche laut spekulierte, die Menge des billigen Dollars im Finanzmarkt zu reduzieren, stiegen die Zinsen in Italien sofort an.

Die EZB müsste sehr aggressive Schritte unternehmen um dem drohenden Liquiditätsengpass zu begegnen. Glücklicherweise sitzt mit Signore Draghi ein Italiener an den Schaltstellen der EZB, der sein Land garantiert nicht vor die Hunde gehen lassen wird, ohne vorher alles, aber auch alles, versucht zu haben, was in seinen trickreichen Möglichkeiten liegt.

Der Auslöser für eine neue Euro-Krise könne in einer Rettung Sloweniens oder in Schwierigkeiten Argentiniens liegen, dessen Wirtschaft eng mit der italienischen verbunden ist. Auch das EU-Neumitglied Kroatien wird wohl sofort nach Hilfsgeldern rufen?

Die italienische Wirtschaftsleistung läge um 25% unter ihrem Höhepunkt des vergangenen Jahrzehnts. Die verfügbaren Einkommen seien um 9% geschrumpft und der Immobilienmarkt sei auf den Stand von 1985 zurückgefallen.

Bei der Krise 1992 konnte durch starke Abwertungen die Wettbewerbsfähigkeit Italiens wieder hergestellt werden. Dies ist für ein Mitglieder der Euro-Zone nicht möglich. So könne es bis zu zehn Jahren dauern, bis Italien diese Krise überwunden habe.

So wird die beliebteste Bundeskanzlerin aller Zeiten ihre 25 Milliarden teure Wahlversprechen einfach wegen höherer Gewalt  kassieren können, denn sie hat sie klugerweise ja unter Finanzierungsvorbehalt gestellt und nach der Italienrettung wird garantiert kein finanzieller Spielraum mehr vorhanden sein um Wahlgeschenke zu realisieren. Pech gehabt, ihr Deutschen!


Merkels Anspruch und Unfähigkeit Europa zu führen.

24. März 2013

Die Polit-Taktik der Kanzlerin des Abwartens, des sich nicht Festlegens und Aussitzens ist schon in Deutschland fatal. Noch schlimmer verhält es sich in der EU, die so in jeder Frage von Wichtigkeit das Bild eines Hühner- oder gar Sauhaufens vermittelt und sowohl intern als auch extern zunehmend weniger Ernst genommen wird.  Merkel hat die politische EU zu einer Polit-Nutte der Beliebigkeit gemacht, indem sie alles ihrer jeweils situationsbedingten innenpolitischen Zweckmäßigkeit unterordnet und den sie charakterisierenden Opportunismus zum Leidmotiv ihres Handelns macht.

Ihr Mantra von der angeblich notwendigen Sparsamkeit macht ganze Länder und Generationen kaputt. Kein Problem für Merkel, solange es deutschen Banken und der Exportindustrie, gerne auch dem Waffenexport, nutzt? Berlusconi hatte in einem einzigen Punkt recht: Der Euro wäre ohne die Beteiligung Deutschlands in sich wesentlich ausgeglichener.

Anstatt über einen Nord- oder Südeuro nachzudenken, sollte man Merkel-Deutschland wegen erwiesenem Mangel an Empathie für die leidenden Peripherieländer aus dem Euro ausschließen. Dann müsste Merkel sich nicht mehr unaufgefordert für die Gemeinschaftswährung verantwortlich fühlen und nicht ungefragt ihre Ratschläge verkünden. Ihre Banker müssten sich dann andere lohnende Anlageziele suchen, aus denen sie regelmäßig gerettet werden müssen.

Führung für die EU könnte und sollte in diesem Moment eigentlich nur von Frankreich kommen, wenn da nicht… dieser verzagte Holländer, der Pinguin, an der Regierung wäre.

Es kann jedenfalls nicht sein und ist zumindest ein unhaltbarer Zustand, dass im Prinzip der EZB-Mario, der Draghi zum Herrscher Europas geworden ist, nur weil die Politik ein Totalausfall ist, zumindest bis zur Bundestagswahl im September diesen Jahres.

Es ist zudem nicht völlig auszuschließen, dass Merkels untrügliches, opportunistisches Gespür für die Stimmung in ihrer Partei sie bis zur Wahl noch auf einen Europa-kritischen Kurs bringen wird

Ich will nicht so weit gehen, trotz dieser Missstände nach „dem starken Mann“ zu rufen für die EU, obwohl man den Herrn Erdoğan vielleicht davon überzeugen könnte, wenn man ihn schön bitten täte und wenn seine Türken schon nicht..?


Deutschlands beliebteste Politikerin: Ende der Narrenfreiheit für Merkel in Sicht?

6. September 2012

Draghis neuester Wurf eines Schulden-perpeto-mobile in der EU, das permanenten und grenzenlosen Geldfluss in die klamme Euro-Südschiene verspricht, müsste eigentlich wie eine Ohrfeige bei Merkel einschlagen.

Tut er aber nicht! Merkel ist derzeit tiefer abgetaucht als ein deutsches U-Boot mit Davidstern vor der iranischen Küste. Was Draghis EZB beschloss, schrumpfte das Bild von der mächtigsten Frau der Welt schneller auf Normalmaß als die das später wortkarg und nichtssagend vor Kameras korrigieren konnte.

Beschlossen wurde die unbegrenzte künftige Finanzierung der Schulden der Euro-Südschiene mit variablen Begleitkonditionen die viel kreativen Spielraum für Gestaltung lassen. Rajoy bastelt schon an einem sanften Rettungskonzept für sein Spanien. Monti wird seine Italiener auch möglichst sanft behandeln wollen, zumindest falls er wiedergewählt werden möchte!

Uns Deutschen hat Draghi damit Inflation und ein höheres Ausfallrisiko verordnet, denn die EZB, für die der deutsche Steuerzahler geradestehen muss, hat zugunsten privater Investoren, sprich Banken, ihren Status eines bevorzugten Gläubigers aufgegeben. Allein dies wird uns eine Menge Geld kosten…
Diese Politik wird die Geldvermögen der Deutschen, ihre Ersparnisse, wie Eis in der Sonne abschmelzen lassen. Zusammen mit der angekündigten Armutsrente kommen herausfordernde Zeiten auf uns Deutsche zu.

Wo sind die „Mundheroen“ Merkel und Schäuble und Kauder denn jetzt?

Schäuble kommt als Zwetschgehex’ ins Fasnachtsmuseum und Merkel kriegt ein fürstliches Gnadenbrot auf europäischer Ebene und Kauder darf sich den Schweizer Fluglärm über Süddeutschland für den Rest seines Lebens anhören.
Er hat ihn sich schließlich selber eingebrockt…


Demokratie tschüss! Draghi entmündigt die Länder zu Gunsten der Banker.

6. September 2012

Der heute beschlossene Mechanismus „Geld-in-unbegrenzter-Höhe-gegen-Mitsprache-der-EZB-und-des-IWF“ legt künftig bis dato unabhängige EU-Staaten zu Lasten ihrer demokratischen Parlamente an die Kandarre der Banker.

Er tut dies nicht nur innerhalb Europas, sondern gibt den USA über den IWF einen starken Ansatzhebel auf die Politik der EU Einfluss von aussen zu nehmen.

Das Geld fließt also zunächst in vollen Strömen und darauf kam es hauptsächlich an. Es werden sich dann gewiss Mittel und Wege finden, sich im Bedarfsfall allzu strenger Kontrolle zu entziehen wenn dies opportun erscheint?

Es ist jedenfalls sichergestellt, dass London und New York auch künftig bei der inneren Gestaltung des Euro via IWF ein Wörtchen mitreden.

Als kleines Sahnehäubchen für die Finanzmärkte gibt die EZB zudem künftig ihren Status als bevorrechtigter Gläubiger auf, was ihre Kredite für den Steuerzahler riskanter machen wird und für die Banken sicherer. Toll, wirklich toll! Das ist ein weiterer Schritt auf dem Weg vom Europa der Bürger zum Europa der Banker.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/ezb-ratssitzung-ezb-will-ohne-limit-staatsanleihen-kaufen-11880988.html