Geisel oder Lobbyist? David Cameron in den Klauen der City of London!

20. Dezember 2011

David Camerons melodramatischer Auftritt bei der EU sollte die Öffentlichkeit darüber hinwegtäuschen, dass er faktisch keine andere Wahl hatte, dass er ein Getriebener der City of London ist und keinesfalls Herr seiner eigenen Entscheidungen!

Ähnlich, der gefährlichen Schieflage der deutschen Wirtschaft durch ihre Exportlastigkeit, hängt im Vereinigten Königreich alles von den Bankern in London ab:

Die City erwirtschaftet mit 30 Milliarden Euro rund zehn Prozent des gesamten Steueraufkommens obwohl ihre Institutionen mit Niedrigsteuern nach London gelockt werden.

Das bedeutet 8,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und 34 Prozent des gesamten Handelsvolumens der Briten.

Dies wird von etwa einer halben Millionen direkt und einer ebensolchen Zahl indirekt Beschäftigter erwirtschaftet.

Täglich werden hier Unsummen an Dollar, Euro und Pfund Sterling bewegt. Was den Euro betrifft, sogar mehr als im gesamten Rest des Euro-Raumes zusammen! Nur Wallstreet, NY, ist größer…

Das einzige Zauberwort das dieser Moloch fürchtet ist das Wort „Regulierung“!

Die Zahlen sind unfassbar: 80 Pozent aller europäischen Hedgefonds sitzen an der Themse. 500 Banken, Versicherungen, Rückversicherungen. Jährlich werden alleine Anwaltsrechnungen für 1,5 Milliarden Euro geschrieben und großzügige Erfolgsboni von über 10 Milliarden Euros ausbezahlt auch wenn die Bank gerade mit Steuermitteln gerettet werden muss!

Nicht zuletzt die Einkünfte von Camerons Konservativer Partei werden zu 25 Prozent von der City of London erbracht. Er agiert also immer auch als zwangsverpflichteter Lobbyist der City…

Trotzdem steckt Cameron in der Klemme! Zwar hat die Regierung seit 2008 rund 1500 Milliarden zur Bankenrettung aufgebracht, trotzdem würgen diese Banken mit sehr restriktiver Kreditvergabe die Konjunktur und die Klein- und Mittelständler des Landes ab!

Auch die extremen Immobilienpreise und die Mieten im Großraum London unter denen alle zu leiden haben, werden nicht zuletzt durch die City verursacht. Was nun Cameron betrifft, könnte man sagen „hier steht er, er kann nicht anders!“

Wie ärgerlich, gefährlich und schädlich wir das Wirken der City of London auch immer bewerten mögen, mit der Forderung zu gravierenden Beschränkungen fordern wir Cameron auch stets zum wirtschaftlichen Selbstmord auf. Kein Wunder also, wenn er dann „den Lauten“ gibt!


Währungskrieg USA/UK gegen EU: Warum wir und nicht die?

17. Dezember 2011

Jetzt fetzen sich schon Briten und Franzosen im Währungskrieg des Pfund- und Dollar-Raumes gegen den Euro. Der britische Vize-Premierminister Nick Clegg, der von Cameron so bitter enttäuschte, forderte Frankreich auf den Ton zu ändern, sich zu mäßigen! Was war geschehen?

Der französische Wirtschaftsminister François Baroin hatte laut und öffentlich darüber nachgedacht, wie es denn sein könne, dass Frankreich von den Ratingagenturen mit Abstufung bedroht werde und das Vereinigte Königreich nicht, obwohl Frankreich weniger Defizit, die gleiche Verschuldung, mehr Wachstum und weniger Inflation als das Inselreich habe, dessen Kreditwürdigkeit sinke?

http://www.abc.es/20111217/internacional/abcp-guerra-nervios-entre-paris-20111217.html

Dies halte er, Baroin, für ungerecht und er könne nicht verstehen warum Paris Konsequenzen angedroht würden, London aber nicht?

Nun, selbst ich kann das verstehen und deshalb werte ich Baroins Frage als scheinheilige Schlitzohrigkeit!

Die Britische Regierung, vertreten durch David Cameron, die sich ja vorige Woche ausser Stande sah, die Änderung der EU-Verträge mitzutragen, hat heute übrigens „angedroht“ an den Verhandlungen über diese Änderungen „technisch“ mitzuarbeiten auch wenn das Vereinigte Königreich nicht mit darüber abstimmen dürfe!

Na Bitte, auch ohne Änderungen mitzutragen, auch ohne britische Zahlungen zur Euro-Rettung an den IWF zu leisten, können die Bedürfnisse der Finanzpiraten der City of London in Vertragsänderungen mit eingearbeitet werden! Wo, ausser in der EU geht so etwas?

http://www.lavanguardia.com/economia/20111216/54242174625/reino-unido-pide-francia-baje-tono-comentarios-economia.html