Was die Amis können, können die Franzosen schon lange!

4. Juli 2013

Frankreichs Regierung verfügt durch ihren Auslandsgeheimdienst DGSE über ein illegales* Spionagesystem, das dem PRISM der NSA nahezu vollständig entspricht.

Die eigentlich nur für die Auslandsaufklärung zuständige  DGSE erfasst die Kommunikationsdaten (angeblich nicht den Inhalt!) eines jeden ans Netz angeschlossenen Computers, jedes Telefons, ob Mobil oder Festnetz, jede e-mail, jedes Fax, jede SMS, in Frankreich und International. Sender, Empfänger, Ort und Zeitdauer werden identifiziert und aufgezeichnet. Natürlich wird alles bei google, facebook & Co. ebenfalls komplett aufgezeichnet.

Dadurch können Kontakte, Zellen, Beziehungsgeflechte abgebildet und dokumentiert werden. Mit zwanzig Abhörstationen verteilt über das gesamte französische Territorium inklusive der Übersee-Gebiete, hört La Grande Nation ihre Bürger ab! Einer Grafik von LE MONDE zu Folge sollen auch Spionagesatelliten zum System gehören und Unterwasser-Glasfaser-Kabel angezapft werden.

Auf die so gewonnenen Daten können insgesamt sieben französische Polizei-, Zoll-, Sicherheits- und Geheimdienstbehörden zugreifen. Ob man auch etwas an die Amis abgibt? Das sagen sie nicht, aber das haben die doch bestimmt gar nicht nötig?

1.) Preisfrage: Warum tun die das?
1.) Antwort: Wegen des Kampfes gegen den Terrorismus, natürlich!

2.) Preisfrage: Welches europäische Land lässt als nächstes die Hosen runter?
2.) Antwort: D_ _ T_ _ H _ _ N _ !

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*(man spricht von einer „virtuellen“ Genehmigung!)


Wessen Mann war, wem diente Mohamed Merah wozu?

28. März 2012

Yves Bonnet, in den 80er Jahren Ex-Direktor der französischen Gegenspionage DST, die heute in der DCRI aufgegangen ist, schrieb gestern in der  La Dépêche du Midi, dass Mohamed Mehra in der DCRI einen festen Ansprechpartner gehabt hätte. Er hätte nicht als Islamist, sondern eher als Informant, als Spitzel gegolten.

Merah habe sich bei einem Treffen mit zwei Agenten der DCRI im November 2011, die sich für seine Reisen nach Afghanistan und dem Mittleren Osten interessierten, extrem kooperativ verhalten. Das sagt der amtierende Chef der DCRI, Bernard Squarcini in der LE MONDE.
Er habe sogar aus Pakistan angerufen, gesagt dass er nicht im Lande sei und einen neuen Termin vereinbart.

Identifiziert und von der RAID in seiner Wohnung umstellt, habe Merah darum gebeten, mit dem regionalen Vertreter der DCRI für Toulouse, einer Frau mit arabischen Wurzeln, sprechen zu dürfen, zu der er – laut Squarcini – eine Vertrauensbeziehung unterhielt!

Der simple Umstand, dass ein Ex-Sträfling ohne finanzielle Mittel sich touristische Reisen nach Afghanistan, Pakistan, Ägypten, die Türkei, Syrien und Israel (mit bekanntlich sehr strengen Einreisekontrollen!) erlauben konnte, ohne den geringsten Verdacht zu erregen, wirft Fragen auf!

Die italienische Zeitung IL FOGLIO versicherte, Merah sei unter dem Schutz der französischen Auslandsspionage DGSE nach Israel gereist, was seine problemlose Einreise und die kryptische israelische Antwort darauf erklären würde.

Squarcini streitet alles ab: „Merah war kein Vertrauter des DCRI und keines anderen französischen oder ausländischen* Dienstes!“ Im NOUVEL OBSERVATEUR sagt dazu der ehemalige französische Innenminister Daniel Vaillant lakonisch: „Wenn es anders wäre, würde der DCRI es niemals zugeben. Merah kann es nicht mehr bestätigen. Aber es ist eine plausible Hypothese!

Man könnte nun zwar argumentieren, dass da alte Männer ihren Namen nochmals in der Zeitung lesen wollen, aber die Kompetenz und der Sachverstand ist diesen ehemaligen Fachleuten wohl kaum abzusprechen?

Zum Thema Mohamed Merah, seiner illustren Vergangenheit, seinem Timing passend zum Wahlkampf und seinen erstaunlichen Killerqualitäten dürfte das letzte Wort noch nicht gesprochen sein…

http://www.lavanguardia.com/internacional/20120328/54278201499/exjefe-contraespionaje-frances-merah-confidente.html

*(Wie kann Squarcini ausländische Dienste explizit ausschließen, eine Freud’sche Fehlleistung?