Das Chevaline-Massaker, der perfekte Mord?

25. Februar 2015

Im September 2012, vor zweieinhalb Jahren ging ein Verbrechen, festgemacht am Namen eines kleinen französischen Alpendorfes in den Savoyen, um die Welt. Ein einzelner Irrer soll es gewesen sein, andere Möglichkeiten wurden nur höchst unwillig in Betracht gezogen, aber schließlich immerhin untersucht. Die Europäische Justizeinheit, die zur Aufklärung gebildet wurde, die Sonderkommissionen in Frankreich und England, vermutlich alle inzwischen in aller Ruhe und ohne Ergebnis aufgelöst?

Der letzte Verdächtige Zaid al-Hilli, der Bruder des ermordeten Saad al-Hilli, inzwischen von der britischen Polizei* offiziell rein gewaschen vom Verdacht an dem vierfach-Mord beteiligt gewesen zu sein, klagt nun seinerseits die französische Polizei an:

Die französische Polizei habe den Tatort nicht gesichert, so dass mögliche Spuren von den zahlreichen Rettungsfahrzeugen vernichtet worden seien.

Einer der auffälligen offenen Punkte war das Fehlen der Pässe der Opfer, die schließlich mit Pässen per Fähre über den Ärmelkanal nach Frankreich gekommen seien und sich auch mit Pässen auf dem Camping-Platz angemeldet hätten. Bei den Leichen aber habe man keine Pässe gefunden, so hieß es damals.

Jetzt wurde bekannt, dass der/die vermisste/n Pässe sich in einer Jacke Saad al-Hillis befunden hätten, die seit über zwei Jahren in einem französischen Polizei-Labor läge und anscheinend nie richtig durch- bzw. untersucht worden sei! Ein veritabler Skandal…
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*(Zaid al-Hilli wirft der französischen Polizei Rassismus vor, weil sie ihn immer noch als „interessante Spur“ bezeichne und fordert eine öffentliche Untersuchung!)

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Es gibt auf meinem Blog ca. 20 Artikel zum Thema, über die Suchfunktion zu finden, die aktuell jeweils den bekannten Ermittlungsstand beschrieben. Eine gute Zusammenfassung hat wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Annecy_shootings


Lac d’Annecy-Massaker: Erneut Mann erschossen!

4. Juni 2014

Ein 50-jähriger Ex-Fallschirmjäger, Legionär, Waffen-Narr und Sammler von WW2-Waffen, der im Zusammenhang mit dem ungeklärten Vierfach-Mord von Chevaline im April des vorigen Jahres von der Staatsanwaltschaft in Annecy verhört worden war, wurde gestern Nachmittag in seinem Haus in Ugine, Savoie erschossen aufgefunden.

Die Umstände und ein Abschiedsbrief deuten auf Selbstmord hin. In dem mehrseitigen Schreiben erklärte er unter anderem, dass er sich durch das zweistündige Verhör beschuldigt und gestört gefühlt habe. Der Vorfall habe seine Familie und sein Leben zerstört. Er war mit der Familie des getöteten Radfahrers Sylvain Mollier bekannt. Laut Staatsanwalt Éric Maillaud sei er zwar überhaupt nicht im Zusammenhang mit dem Massaker verdächtig gewesen, jedoch wurde wegen der großen Mengen an Waffen und Munition, die bei ihm gefunden worden waren, wegen illegalem Waffenhandel gegen ihn ermittelt.

http://www.ledauphine.com/haute-savoie/2014/06/03/tuerie-de-chevaline-un-homme-entendu-par-les-enqueteurs-retrouve-mort-a-ugine
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Chronologische Zusammenfassung der Ereignisse:

http://en.wikipedia.org/wiki/Annecy_shootings


Lac d’Annecy Massaker: Keine Beweise gegen Zaid al-Hilli!

15. Januar 2014

Siebzehn Monate nach dem Verbrechen bei Chevaline in Hoch-Savoyen in den französischen Alpen stecken die Ermittlungen in einer Sackgasse. Die Ermittler glauben, dass ein Bruderzwist, ein Streit um das Erbe ihres Vaters und letztlich um Geld das wahrscheinlichste Tatmotiv sei. Nur, sie können dies nicht beweisen! Zaid al-Hilli bleibt deshalb also vorerst vollkommen unbehelligt und auf freiem Fuß.

Die Ermittler legen Wert darauf daß der Franzose Sylvain Mollier, der (anscheinend zufällig?) mit dem Rad zum Tatort kam und dort auch getötet wurde, nichts mit dem eigentlichen Geschehen zu tun hatte, er sei halt schlicht „the wrong man, at the wrong time, at the wrong place“ gewesen…

Der rechtsgesteuerte Luxus-Geländewagen, den Zeugen zur Tatzeit in der Nähe des Tatortes gesehen haben wollen und nach dem noch immer gefahndet wird, tauchte bisher nirgendwo auf. Er war der einzige Hinweis, der sich auf das UK bezog.

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Durch die Nutzung der Suchfunktion in der rechten Seitenleiste können alle Artikel dieses Blogs zu diesem Thema aufgerufen werden. Es sind mittlerweile einige…


UK, Surrey: Festnahme im Lac d’Annecy-Massaker!

24. Juni 2013

Ein 54-jähriger Mann wurde  heute Morgen um 7:30 Uhr Ortszeit im Zusammenhang mit der Ermordung einer britischen Urlauberfamilie in Chevaline, Hoch-Savoyen, vor einem dreiviertel Jahr festgenommen. Ihm wird vorgeworfen Teil einer Verschwörung zur Ermordung der Al Hilli-Familie (und des französischen Radfahrers Sylvain Mollier, als Zufallsopfer) zu sein.

Weitere Einzelheiten sind derzeit noch nicht bekannt.

Vor etwa einer Woche war gemeldet worden, dass verdächtigte Telefonate des Bruders des ermordeten Saad al Hilli nach Rumänien untersucht würden. Ob es einen Zusammenhang zwischen diesen Telefonaten und der Festnahme gibt, oder ob es sich bei dem Festgenommenen gar um den Bruder selbst handelt, das ist derzeit unbekannt.

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NACHTRAG:

Es soll sich bei dem Verhafteten tatsächlich um Saad al Hillis Bruder Zaid handeln. Das Alter und der Vorwurf passen. Er galt bisher lediglich als Zeuge. Nach englischem Recht darf er erst als Verdächtiger, bzw. Beschuldigter zur Tat befragt werden.

Tatmotiv wird vermutlich ein Streit um das Erbe des gemeinsamen Vaters gewesen sein. Es handelt sich um Immobilien in England, Frankreich und Spanien, sowie rund eine Million Euro auf einem Schweizer Konto bei einer Bank in Genf.


Lac d’Annecy-Massaker: Polizei ruft Zeugen auf sich zu melden!

30. April 2013

Das rätselhafte Massaker vom 5. September 2012 nahe des Dörfchens Chevaline in Hoch-Savoyen bleibt vorerst wohl weiter ungeklärt? Die Polizei ruft jetzt die Insassen eines grauen, oder grau wirkenden Allradfahrzeuges, das in der Nähe des Tatortes gesehen worden war, dazu auf sich zu melden. Sie werden nicht unbedingt als Täter gesucht, sondern zunächst eher als mögliche Tatzeugen.

Dieser Aufruf wurde am Montag im Programm „Crimewatch“ der BBC in Großbritannien veröffentlicht, denn das Allradfahrzeug, möglicherweise ein BMW X5, soll mit Rechtssteuerung ausgerüstet gewesen sein, was auf ein englisches Fahrzeug hinweisen würde. Die Gegend um den Lac d’Annecy gilt bei betuchten Briten als ein sehr beliebtes Ferienziel.

Es soll etwa zur Tatzeit diesen abgelegenen Weg vom Combe d’Ire nach Chevaline hinab gefahren sein. Alle bisher bekannten Zeugen waren bergan unterwegs. Der graue Geländewagen müsste ihnen unterwegs praktisch begegnet sein? Er wurde von zwei Zeugen unabhängig voneinander beschrieben.

http://www.bbc.co.uk/programmes/b01s9z4z/profiles/france-shootings


Sieben Monate danach: Eurojust und das Lac d’Annecy Massaker.

31. März 2013

Am 19. und 20. März fand bei EUROJUST in Den Haag eine Tagung über den Ermittlungsstand in der Mordsache Al Hilli und Andere in Chevaline, Haute Savoie, Frankreich statt, die am 5. September 2012 geschehen war.

EUROJUST gab dazu eine Pressemitteilung heraus, die diplomatisch neutral, technisch sauber und brillant die Ermittlungsabläufe und Koordinierung zwischen den Ermittlern aus den beteiligten Ländern Frankreich, UK, Schweden, Spanien und der Schweiz beschrieb. (Italien wird nicht erwähnt, obwohl sich der Tatort nahe an der italienischen Grenze befindet und andernorts seinerzeit über Ermittlungen in Italien berichtet wurde?)

http://eurojust.europa.eu/press/PressReleases/Pages/2013/2013-03-20.aspx

Zur Sache selbst, dem Stand der Ermittlungen im Falle der Al Hillis und Sylvain Molliers, stand darin kein einziges Wort!

Was aber ist der letzte bekannte Stand der Ermittlungen in diesem Rätsel?

In Genf war ein Schweizer festgenommen und wochenlang verhört, dann aber als entlastet wieder freigelassen worden! Man hatte über die am Tatort in Chevaline vorgefundenen leeren Geschosshülsen der 7,65mm Parabellum Munition deren genaue Produktionscharge und in der Folge deren Verbleib bis zu dem Schweizer ermitteln können. Der Vorwurf an ihn lautete zunächst, die Tatwaffe beschafft zu haben.

Seine Freilassung wurde mit fehlerhaften Analysen begründet und der Mann als vollkommen entlastet bezeichnet!

Dann wurde erneut Zaid, der Bruder Saad Al Hillis in Surrey vernommen. Seine Arbeit, bzw. Tätigkeit zum Tatzeitraum wird erneut minutiös untersucht. Auch für die Details des Millionen Erbes der Al Hilli Brüder, bestehend aus Bargeld in einer Genfer Bank und der Immobilie in England, interessieren sich die Ermittler noch immer sehr.

Aber hätte Zaid als Täter, seine beiden Nichten, die ihn kannten und ihn jederzeit hätten identifizieren können, am Leben gelassen? Er hätte auch sofort gewusst, dass die Kleine fehlt und irgendwo im oder am Fahrzeug versteckt sein musste!

Ein merkwürdiges Detail am Rande: RTL-France behauptet als einziges Medium in einer grafischen Tatortskizze, dass Iqbal Al Hilli, die hinter ihm auf der rechten Fahrzeugseite sitzende Ehefrau des Saad Al Hilli, am ganzen Körper keine Schussverletzung aufgewiesen habe? Woran starb sie dann? Sie hatte ja die ganze Zeit ihre kleine Tochter zwischen den Beinen und im Fußraum des BMW platziertem Gepäck versteckt.

Die entscheidende Frage nach dem Tatmotiv bleibt weiter offen!
War es Hass und wenn ja, aus welchem Grund? Familiär, ideologisch, materiell?
War es Angst vor Identifizierung? Wer durfte am Tatort nicht erkannt werden und warum?
War es der durchgeknallte Irre, der Waffennarr aus der Gegend, der am Ende seine Tat doch höchst  erfolgreich durchführte?
Ein ähnlicher Fall in der Schweiz wurde geprüft und als nicht zusammenhängend mit der Untat von Chevaline eingestuft…


Neues vom Lac d’Annecy-Massaker: Radfahrer zuerst beschossen!

21. Oktober 2012

Einem an den LE PARISIEN durchgesickerten ballistischen Untersuchungsbericht zu Folge soll/en der/die Mörder zuerst eine nicht tötliche, fünfschüssige Salve auf dem Radfahrer Sylvain Mollier abgefeuert haben.

Saad Al-Hilli und seine große Tochter Zainab sollen sich zu diesem Zeitpunkt außerhalb des BMWs der Familie befunden haben. Beide wiesen Blutspritzer Molliers an den Beinen und Erdspuren an den Schuhen auf.

Dann seien Al-Hilli und seine Tochter beschossen worden. Dieser habe sich in den Wagen geflüchtet und zu fliehen versucht, sei dabei aber mit der Hinterachse auf einem Erdhaufen aufgesetzt und habe sich festgefahren.

Dann seien die Insassen des BMWs erschossen worden. Dann sei/en der/die Täter zu Mollier zurückgekehrt und hätten diesen mit zwei Kopfschüssen hingerichtet. Molliers Leiche wies sieben Einschüsse (davon zwei in den Kopf) auf, die aus zwei unterschiedlichen Winkeln abgegeben worden seien. Danach sei sein Körper vermutlich durchsucht und neben den BMW Al-Hillis gezogen worden.

Dieser Tatablauf stünde nicht im Widerspruch zu der Theorie, dass sich Al-Hilli und Mollier hier verabredet Treffen wollten, sie untermauert sie sogar eher!

Einige Medien berichten inzwischen, dass der Französische Staatsanwalt gesagt habe, dass sich die Reihenfolge der Tötung nicht sicher nachvollziehen ließe.

Trotzdem werteten die französischen Behörden diesen Tat-Hergang offenbar als Hinweis auf einen hektischen aber unprofessionellen Täter, der somit durchaus ein lokaler Psychopath sein könnte.

Die naheliegende Frage nach der Tatwaffe, dem genauen Kaliber und dem exakten Pistolenmodell blieb jedoch unbeantwortet.  Ein Psychopath als Einzeltäter hätte im Falle der oft kolportierten Luger P 08 eine durchgeladene Waffe und drei volle Ersatzmagazine mit sich führen müssen und während der Tat dreimal nachladen müssen. Er hätte dann aber auch über genügend Munition verfügt um auch das angeschossene Mädchen Zaynab zu erschiessen, die er hingegen zu erschlagen suchte?

http://www.lexpress.fr/actualite/societe/fait-divers/tuerie-de-chevaline-les-enqueteurs-sur-la-piste-d-une-moto_1176073.html

http://www.leparisien.fr/actualite/tuerie-de-chevaline-saad-al-hilli-est-sorti-de-sa-voiture-avant-d-etre-abattu-19-10-2012-2247667.php

http://www.bbc.co.uk/news/uk-20009542

http://www.thedailybeast.com/articles/2012/10/20/french-alps-murder-mystery-s-forensic-breakthrough.html

http://www.france24.com/en/20121020-french-cyclist-may-first-shot-not-last-hilli-mollier-alps-murder-ballistics-test

http://www.independent.co.uk/news/world/europe/french-alps-killings-not-a-professional-hit-say-police-8219523.htm


Lac d’Annecy-Massaker: Nach sechs Wochen nichts als Spekulationen!

15. Oktober 2012

Es ist ziemlich ruhig geworden um diesen rätselhaften Fall. Dies ist womöglich der gemeinsamen Ermittlungskommission geschuldet, die eine wirksame Kontrolle des Informationsflusses erleichtert.

Es kann aber wohl eher darauf zurück geführt werden, dass die Ermittler nach wie vor keine belastbaren Beweise für eine der zahlreichen Hypothesen befunden haben.

So möge man die folgenden „Fakten“ einfach als Info-Splitter verstehen und sich eine eigene Meinung über das Geschehen bilden. Die Reihenfolge, in der sie hier aufgeführt werden, spielt insofern also keine „wertende“ Rolle:

Saad al-Hilli betrieb von seinem Haus in Claygate, Surrey mit 4 Workstation PCs und einem Laptop ausgedehnte antizionistische, antisemitische Aktivitäten in islamistischen Internet-Foren.

In diesem Haus wurde auch eine eine Hochspannungs-Taser-Pistole gefunden.

Es hatte den Anschein, als habe er diesen Camping-Urlaub in Frankreich sehr kurzfristig angetreten, zu einem Zeitpunkt, da seine Töchter bereits wieder in der Schule hätten sein müssen. Ein entsprechender Anruf der Schule wurde auf seinem Handy gefunden.

Kurz vor dem Urlaub hatte er alle Türschlösser seines Hauses auswechseln lassen.

Einen Tag vor der Mordtat in Chevaline besuchte Saad al-Hilli das nur rund 60km entfernte schweizerische Genf, wo er ein Bankkonto* mit einem Millionenbetrag unterhielt. *(Andere sagen, das Konto gehörte seinem verstorbenen Vater und soll Teil des unter den al-Hilli-Brüdern umstrittenen Erbes gewesen sein! Dieser soll ein Millionenvermögen und Grundbesitz in mehreren Ländern der EU und im Irak hinterlassen haben. Trotzdem seien Saad al-Hillis Eltern in England in geradezu ärmlichen Verhältnissen beigesetzt worden?)

Rund  dreissig Minuten vor der Tat machte al Hilli mit einer von den französischen Ermittlern im BMW gefundenen Digitalkamera Urlaubsbilder in einem Nachbardorf, die seine Familie als entspannte, lachende Urlauber vor malerischen Bauernhäusern zeigten.

Auf Grund der Entfernung zum Tatort muss er dann praktisch auf direktem Weg dorthin gefahren sein.

Dies wird als mögliches Anzeichen für ein von Saad al-Hilli geplantes Treffen mit einem Unbekannten gewertet, von dem seine Familie möglicherweise nichts wusste und die ihm dabei praktisch als Tarnung dienen sollte?

Bei diesem Unbekannten könnte es sich auch um den französischen Radfahrer Sylvain Mollier gehandelt haben, der ebenfalls ermordet wurde?

Saad al-Hilli war selbständiger Ingenieur und Informatiker und hatte zumindest familiäre Kontakte in den Irak. Seine politischen Ansichten verbreitete der schiitische Muslim freizügig in entsprechenden Foren. Vielleicht wollte er auch in einem Sektor „dealen“, der Embargos unterliegt und deshalb gute Gewinnspannen versprach?

Sylvain Mollier arbeitete in einem speziellen Sektor von Behältersystemen für Zirkonium. Seine Firma CEZUS, die zu AREVA gehört, hatte vor Jahren mit dem Iran Geschäfte im Umfeld dessen nuklearen Aktivitäten gemacht.

War es wirklich ein Zufall, der diese beiden Männer an diesem abgelegenen Ort zusammenführte? Wenn es kein Zufall war, dann muss der/die Mörder Saad al-Hilli zum Waldparkplatz-Treffpunkt in Chevaline gefolgt sein oder – in Kenntnis des geplanten Treffens – bereits dort auf die Opfer gewartet haben?

Die Polizei notierte den Notruf des Ex-RAF-Briten Brett Martin um 15:48 Uhr, also noch vor 16 Uhr!

Dieser gab aber bei seiner Vernehmung an, am Tatort keine Verbindung gehabt zu haben und deshalb wieder in Richtung Chevaline bergab gefahren zu sein, wo er auf den Franzosen mit seinen beiden Begleiterinnen traf.

Nach mühsamer Verständigung wegen Sprachproblemen und Aufregung seien beide Männer zurück an den Tatort hinauf gegangen. Dann will der Franzose den Notruf getätig haben. Das sei etwa um 16:10 Uhr gewesen.

Diese Zeitdifferenz und die Frage WER den nun die Polizei verständigt hat, sind meines Wissens nie befriedigend erklärt worden, aber vielleicht habe ich das auch nur irgendwo übersehen?

Bei einem grünen Geländewagen, den Zeugen mit hoher Geschwindigkeit in der Nähe gesehen haben, könnte es sich um ein Fahrzeug der Forstbehörde ONF gehandelt haben, sagt die Polizei lakonisch…

Im Prinzip könnte es so gewesen sein, aber es könnte auch vollkommen anders gewesen sein. Die Ermittlungen treten anscheinend auf der Stelle oder man will niemand auf die Füsse treten, bei der französischen Staatsanwaltschaft?

Über einen Monat(!) nach der Tat, hat die französische Polizei eine „grüne Telefonnummer“ unter 0800 002 950 eingerichtet und veröffentlicht, unter der mögliche Zeugen ihre Beobachtungen melden können. Das war wirklich schnell gehandelt!


Lac d’Annecy-Massaker: Gemeinsame Untersuchungskommision, ECE eingerichtet.

21. September 2012

Die Polizeien und Staatsanwaltschaften von Frankreich und Großbritannien richten heute Nachmittag in Annecy, Haute-Savoie, eine gemeinsame Untersuchungskommission ECE ein, die unter der Ägide der europäischen Agentur für juristische Zusammenarbeit EUROJUST arbeitet. Sie wird von den zwei ermittelnden Staatsanwälten in Frankreich geleitet.

Damit sollen 15 Tage nach dem Massaker von Chevaline Schwierigkeiten und Reibereien, die durch unterschiedliche Philosophien und juristische Systeme die Ermittlungen bisher verlangsamt hätten, behoben werden.

Es sei zu einem Schock juristischer Kulturen gekommen, der die Dinge extrem verlangsamt hätte («Il y a un choc de cultures juridiques qui rend les choses extrêmement lentes»), erklärte der französische Generalstaatsanwalt von Annecy, Eric Maillaud.

NACHTRAG:
Der Vorteil dieser gemeinsamen Ermittlungskommission ist, dass es nur EINE Akte gibt, in die ALLE Ergebnisse automatisch einfliessen. Bei Bedarf können dieser Kommission problemlos und schnell  weitere EU-Staaten, aber etwa auch die Schweiz beitreten und haben SOFORTIGEN Zugriff auf den gemeinsamen Ermittlungsstand.

http://www.liberation.fr/societe/2012/09/21/tuerie-de-chevaline-vers-la-creation-d-une-equipe-d-enquete-franco-britannique_847852


Vierjährige überlebt das Lac d’Annecy-Massaker offenbar körperlich unverletzt!

6. September 2012

Das unerklärliche Massaker von Chevaline nimmt eine neue Wendung. Dabei deuten sich Polizeipannen, vielleicht gar ein Skandal an?

Offenbar war die örtliche Polizei, die zuerst am Fundort der Leichen eingetroffen war, angewiesen worden, nichts am Tatort zu verändern oder zu berühren. So seien nicht einmal die Türen des Allrad-BMW geöffnet worden.

Das achtjährige Mädchen, das mit dem Hubschrauber schwerverletzt ins Krankenhaus geflogen und dort mehrfach operiert worden war, sei ebenso wie der offenbar zufällig anwesende Radfahrer, ausserhalb des BMW aufgefunden worden.

Entgegen der ersten Zeitungsmeldungen sei sie noch am Leben, wenn auch in kritischem Zustand. Ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera suchte die Umgebung des Fundortes aus der Luft ab um Spuren weiterer Verletzter oder Toter zu entdecken, ohne Erfolg!

Die Polizei ermittelte, dass es sich bei den Toten um eine englische Familie gehandelt habe, die auf einem nahen Campingplatz Urlaub machte. Dabei hatten sie dort, wie üblich, ihre Papiere hinterlegt. Aus ihnen ging hervor, dass neben Vater, Mutter, Großmutter und der Achtjährigen, ein weiteres, vierjähriges Mädchen zur Familie gehörte.

Erst darauf hin wurde das Wageninnere genauer untersucht und die körperlich unverletzte Vierjährige versteckt unter dem Körper ihrer toten Mutter entdeckt!

Dieses Kind muss also vom Zeitpunkt des Auffindens des Fahrzeuges an rund acht Stunden zwischen seiner toten Familie im Auto gelegen haben, bevor die Polizei sie entdeckte! Unter diesen Umständen wäre es sogar nicht einmal auszuschließen, dass auch nicht alle anderen Personen im Auto sofort tot waren.

Dorfbewohner von Chevaline erzählten den Ermittlern, dass der BMW ungewöhnlich schnell durchs Dorf gerast sei.

Es habe in diesem Sommer eine Reihe von Raubüberfällen auf Touristen in Frankreich gegeben.

http://www.independent.co.uk/news/world/europe/four-killed-in-attack-on-british-car-in-french-alps-beauty-spot-8107092.html