Katalanischer Separatist, marokkanischer Agent, radikaler Salafist? Ziani Dreifach-Agent oder Störaktion des CNI?

14. Mai 2013

Der 45-jährige Noureddine Ziani lebt seit 1999, das heisst seit 14 Jahren, legal in Spanien. Er übt eine bezahlte Funktion in der Stiftung „Neue Katalanen“ der CDC aus, wohin er auch den Sitz seiner Vereinigung islamischer Kulturzentren in Katalonien, UCCIC verlegte, deren Vorsitzender er ist.

Er ist im Prinzip der lebende Gegenbeweis zur Behauptung der Generalitat diese islamischen Zentren „entpolitisieren“ zu wollen! Sie sollen also nicht entpolitisiert werden, sondern im Sinne der CiU oder zumindest der CDC politisiert werden, das heisst zu katalanischen Sezessionisten werden.

Der spanische Geheimdienst CNI spricht dagegen von seinem anderen Leben Zianis als Spion von solcher Wichtigkeit für Marokko, dass er gelegentlich direkte Anweisungen des Geheimdienstchefs  Yassin Mansouri aus Rabat erhalten haben soll!

Er habe dabei nicht gratis gearbeitet, sondern er sei für seine Tätigkeit vom marokkanischen Geheimdienst DGED entlohnt worden. Ausserdem habe er finanzielle Hilfen des marokkanischen Aussenministeriums erhalten, mit denen er ein ganzes Netz von Mitarbeitern und Vertrauten in allen vier katalanischen Provinzen unterhalten und geführt haben soll.

So sei er u.a. 2010 beim ersten Gipfel der EU mit Marokko im andalusischen Granada mit hunderten marokkanischen Demonstranten aktiv geworden, von denen er einige bezahlt habe.

Der CNI verknüpft Ziani auch mit dem Salafismus, einer extremistischen Strömung des Islam. So habe er Kontakt gehalten mit den radikalen Imanen Abdelhamid Ain el Hayat, in Reus, und mit Mohamed Atlaouil, in Girona und deren Moscheen-Baupläne aktiv und finanziell unterstützt. Dies habe er auch fortgesetzt, als er schon von der Stiftung der CDC bezahlt worden sei.

Dies passt scheinbar nicht zusammen? Der DGED bekämpft offiziell die Salafisten. Hatte Ziani gar den offiziellen Auftrag die Salafistenszene zu unterwandern? In der islamischen Gemeinde Barcelonas waren Ziani und dessen Nähe zum marokkanischen Konsulat wohl bekannt.  Sein kleiner Verein, dessen Vorstand er war, sei von Marokko großzügig finanziell unterstützt worden.

In der marokkanischen Migrantenszene herrsche Unruhe. Es habe dort noch  zahlreiche, teilweise bezahlte Agenten und Informanten des DGED gegeben. Diese seien jetzt beunruhigt und aufgeschreckt.

Interessant wäre in diesem Kontext die Frage, ob die CDC und ihre Stiftung „Neue Katalanen“ nichts ahnend auf Ziani hereingefallen sind, oder ob sie seine „anderen Aktivitäten“ kannten und sich trotzdem seiner Kontakte und Verbindungen bedienen wollten?

https://almabu.wordpress.com/2013/05/13/bond-in-katalonien-ciu-der-geheimdienst-cni-und-andere-spione-internationalisieren-den-sezessionskonflikt/

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1. NACHTRAG:

Noureddine Ziani wurde am Donnerstag, den 16. Mai 2013 von der staatlichen Policía Nacional bei seinem Notar festgenommen, wo er Vollmachten für seine offenbar in Spanien verbleibende Frau unterschrieb, zunächst auf ein Kommissariat in Barcelona und dann zum Flughafen El Prat de Llobregat gebracht, von wo er am Abend mit einem Direktflug nach Rabat(?), Marokko ausgeflogen wurde.
Die Stiftung der CDC “Nous Catalans” scheint kein glückliches Händchen bei der Auswahl ihres Personals zu haben?

2. NACHTRAG:
Über den aktuellen Verbleib Noureddine Zianis herrscht offenbar Verwirrung? Hatte seine Anwältin, Fatima-Zhora Bouhya, gestern Abend noch seinen Abflug von Barcelona verkündet, so sagte heute die Polizei, dass Ziani sich noch immer im Kommissariat in La Verneda, Barcelona befände, wo er die Nacht verbracht habe.

Sein Abflug sei für heute oder Morgen geplant, falls in der regulären Linienmaschine nach Tanger, Marokko noch ein klitzekleines Plätzchen frei sei? Vielleicht kauft ja der marokkanische Geheimdienst heimlich alle freien Plätze in dem Flieger auf um die Überstellung des Superagenten nach Hause zu verhindern?

Seine Anwältin reklamiert weiter, dass sie nicht über seine Festnahme und Ausweisung informiert worden sei und deshalb ihn entlastende Unterlagen nicht habe präsentieren können.