Nissan schließt Fabrik in Barcelona!

15. Mai 2020

Diese Horrormeldung für den leidgeprüften katalanischen Arbeitsmarkt publizierte die japanische Tageszeitung “ NIKKEI“. Sollte sie zutreffend sein, wären in der Provinz Barcelona etwa 3.000 direkte und ca. 20.000 indirekte Arbeitsplätze ab Juli 2020 verloren!

Das Gerücht gärte schon länger, aber jetzt scheint es konkret zu werden? Zu dieser Entscheidung hätten gesamtwirtschaftliche Umstände, die Corona-Krise und der katalanische Separatismus mit seinen hochdemokratischen Strassenblockaden, die jede Logistik zum permanenten Glückspiel machten, gemeinsam ihren Teil beigetragen. NISSAN scheint seine Produktionskapazitzät in Europa um etwa 20% reduzieren zu wollen.

Die spanische und katalanische Politik setzt anscheinend noch auf  die Allianz RENAULT-NISSAN-MITSUBISHI zu der im Juli der Ex-SEAT-Chef Luca de Meo wechselt. Die Beteiligten kennen den Italiener, was aber auch umgekehrt gilt und somit nicht unbedingt von Vorteil ist. Luca de Meo hat das katalanische Separatistenchaos um den Polit-Autisten Quim Torra als Autonomiepräsidenten einer separatistischen Minderheit und die Anarcho-Bürgermeisterin Ada Colau mit ihrer Straßenblockaden-Demokratie und deren Folgen für Logistik und Belegschaften jahrelang hautnah miterlebt…

Die Betriebsgewerkschaften von NISSAN, die mit ihrem unbefristeten Streik den Verbleib von NISSAN in Barcelona erzwingen wollen, (etwa nach der Methode „wir streiken jetzt so lange, bis ihr erkennt, daß Barcelona der ideale Standort für NISSAN ist, und diese Meldung offiziell widerruft?), schreiben in einer Veröffentlichung von Gestern, „daß NISSAN einmal mehr nicht nur über seine Mitarbeiter, sondern auch über die katalanische und spanische Politik lachen würde“!

Nach einer Woche Streik in Montcada i Reixac, einem der 5 Werke in Katalonien, stellte NISSAN aus Mangel an Zulieferteilen die Produktion ein. Zuvor war die Fabrik für sieben (!) Wochen wegen der Corona-Pandemie geschlossen. NISSAN will/muss einen Auftrag zum Bau eines Pick-Ups für MERCEDES erfüllen

Das ist eine fatale Meldung, die natürlich jetzt gerade zur Unzeit kommt, aber die Annahme, daß sich ein Multi, der offenbar intern schon Entscheidungen vorbereitet hat, sich vom spanisch-katalanischen-barcelonesischen Zuständigkeits-Chaos beeinflussen ließe, scheint mir doch sehr weit hergeholt?

Man befürchtet weiterhin, daß andere Automobilhersteller vor Ort diesem Beispiel folgen könnten…

PS: Auch die diversen Gewerkschaften ziehen offenbar nicht an einem Strang?

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https://www.catalunyapress.es/texto-diario/mostrar/1955680/nissan-echara-cierre-factoria-barcelona-segun-medio-japones-nikkei?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=Newsletter%20www.catalunyapress.es


Tötet Covid-19 nun auch spanische Printmedien?

1. Mai 2020

Die Verlagerung in den Medien von Print zu Digital ist ein schon sehr lange andauernder Prozess. Durch die Corona-Pandemie könnte dieser sich nun aber deutlich beschleunigen?

El País, El Mundo, ABC, La Vanguardia, La Razón und El Periódico verzeichneten in der letzten Studie des OJD, einen Absturz im täglichen Verkauf von 13,5%. In der ersten Märzhälfte verkauften sie zusammen etwa 408.000 Exemplare an Kiosken und im Handel. Über die zweite Märzhälfte, mit Beginn des „Hausarrestes“, pardon, der Quarantäne, der spanischen Bevölkerung, liegen keine Zahlen mehr vor. Es wurden also über 63.000 Zeitungen weniger als in der ersten Märzhälfte des Vorjahres „einzeln“ verkauft. Gehört das Bild des Spaniers, der mit der gefalteten Morgenszeitung unter dem Arm seinen Cortado trinken geht, endgültig der Vergangenheit an? Könnte sein!

Es ging den Printmedien zwar vorher schon schlecht, aber Corona könnte der Tropfen sein, der das Fass endgültig zum Überlaufen bringt?

Als erstes Medium hat EL MUNDO nun beschlossen ab sofort und bis zum September auf alle gedruckten Regionalausgaben zu verzichten!
Auch auf den Druck eines Teiles der kulturellen Supplementausgaben wird verzichtet. Teilweise werden sie durch von der EL MUNDO Website herunterladbare PDF-Dateien ersetzt, die man bequem auf seinem mobilefon mit sich herumtragen kann…

Die Zeitschrift ICON gibt es ab sofort nur noch als von der website herunterladbare PDF!

Die konservative ABC gehört zu den immer wenigeren Medien, die noch alle Beilagen drucken. Sie haben sogar „die normale 5%-Provision“ für die Kioskbesitzer um 2,5% erhöht! Ob das den digitalen Trend aufhalten kann?

Die Vereinigung professioneller Presseverkäufer in Madrid (AVPPM) nennt sogar einen Rückgang um etwa 40% bei Printmedien an Kiosken und im Handel. Die besonders gefragten Regionalausgaben seien stets knapp gewesen. Ausserdem sei die Fluktuation der Käufer/Leser zwischen den verschiedenen Printmedien auffällig rückläufig, quasi nicht mehr existent…

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https://www.elconfidencialdigital.com/articulo/medios/mundo-suprime-ediciones-regionales-papel-septiembre/20200430185734144004.html?utm_medium=email&utm_source=Newsletter&utm_campaign=200501&utm_term=El%20Mundo%20suprime%20las%20ediciones%20regionales%20en%20papel%20hasta%20septiembre&&utm_content=email&&


Sánchez: Vier Phasen, Vielzahl von Stufen, regional zur Vor-Pandemie-Normalität zurück?

30. April 2020

Man kann es aktuell in jedem einigermaßen demokratischen Staat erleben. Viele Stimmen reden durcheinander und oft Gegensätzliches, was der richtige Moment, die richtigen Maßnahmen wären, um möglichst schnell (und mit geringsten Opferzahlen?) von der Pandemie zur mehr oder weniger blühenden Wirtschaft zurückzukehren. Aber das demokratische procedere, das Wechselspiel mit gegenseitig akzeptierten Rollen zwischen Regierung und Opposition in demokratischem Rahmen und Wahrung der Gewaltenteilung einer Demokratie, wird in Zeiten von Ausnahmezuständen und Notverordnungen und damit teilweise verlockenden Machterweiterungen der Regierenden recht unterschiedlich ausgeübt in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten.

Je stärker die Wirtschaft wieder ins Spiel kommt, desto stärker die jeweiligen Bemühungen den Motor wieder anzuwerfen und durchzustarten. Es darf vermutet werden, daß Staaten mit einseitig geprägten Wirtschaften hier besonders anfällig und damit risikobereit sein werden. In Deutschland ist das die Automobilindustrie, die schon vor der Corona-Pandemie angeschlagen war und in strukturellen, technischen und Problemen der Glaubwürdigkeit steckte. In Spanien ist diese einseitige Schwäche der Tourismus. Milliarden an Umsätzen und Millionen an Jobs hängen daran.

10% des Bruttoinlandsproduktes von 2020 könnten im ersten Halbjahr verloren gehen, so INE und EUROSTAT übereinstimmend!

Ab Übermorgen, Samstag, den 2. Mai 2020, soll die Quarantäne, das Ausgangsverbot in vier Phasen mit jeweils zahlreichen Schritten und stundenweisem Ausgang kontrolliert reduziert werden, mit stetem Blick auf die Zahlen der Corona-Erkrankten im Land. Es sollen auch nicht ganze Autonomien gemeinsam geregelt werden, sondern regionale Gebiete unterschiedlich behandelt werden. Das könnte u.U. Chaos, Streit, Korruption und vor allem Kompetenzgerangel auslösen, wenn sich die Zentralregierung in interna der Autonomien einmischt, könnte natürlich aber auch funktionieren!

Es sollte einen jedoch auch nicht wundern, wenn wichtigste Zonen des Tourismus, wie die Canaren und die Balearen und einige Festlandsstrände „schwupp-die-wupp!“ Corona-frei sein und dem Tourismus und dessen Industrie zurück gegeben werden?

Von Gomera und Formentera war zu hören. Die wüssten dort noch nicht einmal, wie man Covid-19-Pandemie schreibt…
Auf den Canaren und den Balearen beträgt der Tourismus etwa 35% zum BIP und etwa 35-40% zu den Arbeitsplätzen bei, in Valencia etwa die Hälfte. Madrid und Barcelona, der Städtetourismus allgemein, dürften das Schlusslicht sein, bei den Lockerungen?

Die Regierung Sánchez/Iglesias hat den Ausnahmezustand exzessiv genutzt und Opposition und Bevölkerung weitgehend im Dunkeln gehalten über ihre Pläne und Absichten. Der Opposition, den Medien und damit den Spaniern, wurden gezielt Informationen und Debatten vorenthalten, Fragen regelmäßig nicht beantwortet. Selektierte Medien mussten Fragen schriftlich vorab einreichen um dann auf „sogenannten Pressekonferenzen“ von der zweiten Wahl an Politikern auf der Basis der vorab eingereichten Fragen abgefertigt zu werden. Sánchez selbst machte sich sehr dünn, fast unsichtbar in den letzten beiden Monaten. Die Opposition behandelte er vorsätzlich schroff und provokativ abweisend um nicht etwa einen Grundkonsens oder gar, Gott stehe ihm bei, eine Art von die politischen Lager übergreifenden GroKo zu schaffen, was in diesen Zeiten ja durchaus nahe gelegen hätte?

Heute zum Beispiel fand im Senat eine Versammlung statt, auf der die Zentralregierung Sánchez/Iglesias die Autonomien, also die direkt Betroffenen,  über die Entwicklung und die nächsten Schritte informieren wollte/sollte. Es wäre das erste Mal gewesen, daß seit Beginn der Corona-Pandemie Zentralregierung und Autonomien zu einem öffentlichen, einigermaßen transparenten Meinungsaustausch zum Thema gekommen wären. Aber Sánchez erschien erst gar nicht! Für ihn kam eine seiner zahlreichen Ministerinnen. Aber ALLE sozialistischen Autonomiepräsidenten kamen auch nicht! Die konservative Opposition hatte diese Versammlung durchgesetzt in dem sie die baskische PNV in dieser Frage auf ihre Seite gebracht hatten, die Sozialisten und deren baskische und katalanische Separatisten-Verbündete verweigerten sich schlicht. Parteipolitischer „hickhack“ statt gemeinsamer Verantwortung für Land und Leute und Wirtschaft. Wenn eine unerwünschte Mehrheit eine Versammlung  demokratisch durchsetzt, dann geht man einfach nicht hin! Irgendeinen formalen Grund gibt es immer, die Abwesenheit zu begründen: Es ist der Senat! Es sollte aber das Parlament sein! Wir fahren nach Madrid und dürfen dort aber nur 10 Minuten reden! Es hätte eine Video-Konferenz sein müssen. Ich hatte schon etwas besseres vor?

In der Versammlung begann die Regierung zeitlich unbegrenzt über ihre phantastischen Erfolge zu reden, während die betroffenen Autonomien danach je 10 Minuten sprechen durften!

Der Witz zum Schluss:
Die CAT-SEP’s, die stets und bei jeder Gelegenheit Spanien, Madrid, die Spanier, ihre Politik, Kultur und Sprache beschimpfen und verteufeln „wenn Katalonien unabhängig gewesen wäre, dann hätten wir jetzt nicht so viele Corona-Opfer zu beklagen, ergo, „Madrid ist schuld“, haben jetzt eine große, nationale(!) Tourismus-Kampagne angekündigt, als deren Ziel die verteufelten Spanier in den katalanischen Städten und an den Stränden die vermutlich in diesem Sommer ausbleibenden 29 Mio Engländer und Deutsche ersetzen sollen! Man kann sie schließlich auch viel besser beschimpfen, belästigen, bekämpfen, wenn sie nach CAT kommen…


Diesen Sommer also keine Briten und Deutschen in Spanien?

27. April 2020

EL MUNDO berichtet am 27.04.2020 unter Bezug auf Thomas Barreis, den Tourismusbeauftragten der Bundesregierung (wusste nicht, daß wir so etwas haben?), daß diesen Sommer wohl keine deutschen Touristen in Spanienurlaub kommen könnten. Die Deutschen stellten mit  ca. 11 Mio Touristen (nicht einmal 2/3 der Briten!) die zweitgrößte Gruppe von Touristen nach den Engländern mit unerreichten 18 Mio Urlaubern.

„Es wäre mehr als unwahrscheinlich, daß in diesem Sommer Tourismusreisen nach Spanien, Griechenland oder die Türkei zu Stande kämen“, so Barreis.

Ähnlich verhalte es sich in der Frage der Geschäftsreisen, denen Einreisestopps, Grenz- und Flughafenschließungen entgegen stünden.

Der UK-Botschafter in Madrid, Hugh Elliot, drückte sich vor einigen Tagen ähnlich aus: „Seine Landsleute kämen nach Spanien zurück um Land und Leute zu genießen, aber nicht in den nächsten Monaten!“

EU-Kommissions-Präsidentin von der Leyen verkündete schon vor Wochen in BamS, daß besser niemand jetzt buchen sollte, da man noch nichts konkretes über die Lage im Juli und August sagen könne.

Deutsche und Briten stellen zusammen eine Touristenlawine von etwa 29 Mio Menschen auf die Beine, bereit die Küsten und Strände am Festland und auf den Inseln zu überfluten. Das bedeutet „zigtausende“ Jobs, Einkommen und damit Konsumenten, die Spaniens Wirtschaft fehlen werden. Das Jahr 2020 wird wohl überall recht bitter, aber bei Tourismus- oder auch bei Export-Weltmeistern dürfte es besonders heftig werden?

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https://www.elmundo.es/internacional/2020/04/27/5ea67872fdddff115b8b4601.html

 


Illegale Bootsflüchtlinge zahlen bis zu 5.000€ um Europa nach Afrika zu verlassen!

26. April 2020

Die spanische EL PAÍS brachte am 24. April eine schier unglaubliche Geschichte. Die Pandemie Covid-19 brachte den supranationalen Reiseverkehr zu Wasser, zu Lande und in der Luft praktisch zum Erliegen. Immer mehr Nordafrikaner, die sich aus welchem individuellen Grund auch immer gerade in Europa aufhielten, versuchten nun aus Angst vor dem Virus, aber auch um den Ramadán feiern zu können nach Hause, nach Nordafrika zu (ent-)kommen.

Der erste bekannt gewordene Fall waren ca. 100 Marokkaner, die sich für 5.400 €uro pro Kopf einen der Plätze in zwei Schlauchbooten erkauften, die dann illegal das Mittelmeer überquerten und dabei sowohl spanisches als auch marrokkanisches Recht brachen. Die Preise zur Überfahrt von Nordafrika nach Europa, genauer von Marokko nach Spanien dümpelten mangels Nachfrage zwischen 400 und 1.000 €uro herum!

Diese Tatsachen wurden zuerst von der marokkanischen Presse publiziert und flossen aber auch in ein internes Papier der EU-Kommission ein, zu dem EL PAÍS Zugang gehabt habe!

Die Menschenhändler-Mafia, welche die Bootsflüchtlinge bediene, agiere extrem flexibel auf sich ändernde Umstände, zollte man unfreiwillige Anerkennung. Es gibt auch selbständige Grenzgänger die zur Arbeit im jeweiligen Nachbarland waren, als plötzlich die Grenzen geschlossen wurden. Sie alle versuchen nun „irgendwie, in’s jeweils richtige Land“ zu kommen.

Das marokkanische Parlament beschäftigte sich bereits mit dem Fall dieser illegalen Rückkehrer, die offen als gesundheitliche Bedrohung angesehen werden.

Auch nach Algerien findet eine illegale Rückreisebewegung über’s Mittelmeer statt und dies nicht nur aus Spanien. Wer erwischt wird kommt (zumindest) in Quarantäne, wo und wie auch immer diese vollzogen werden mag?

Noch immer kommen illegale Flüchtlinge von Afrika nach Europa, hier speziell nach Spanien. Es waren von Mitte März bis Mitte April 829 Personen. Zum gleichen Vorjahreszeitraum ein Rückgang von 24%.
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https://elpais.com/espana/2020-04-23/mas-de-5000-euros-por-escapar-de-espana-en-patera.html


Verkommt die EU zum Polit-Chaos-Karussell?

23. April 2020

„…Ein Karussell (frz. carrousel ‚Ringelstechen‘), früher auch Ringelreiten, im süddeutschen Raum Reitschule, in Österreich Ringelspiel und in der Schweiz (mundartlich) Rösslispil, Rössliritti oder Riitschuel genannt, ist ein um eine vertikale Achse drehbares Gestell, durch das Personen auf Sitzen verschiedener Art im Kreis gedreht werden… (Zitat: wikipedia)

So langsam mache ich mir wirklich ernsthaft Sorgen um „die gute, alte EU, wie wir sie kennen“!

Okay, sie agierte zwar wirklich mehr zu Diensten der Wirtschaft, war zumindest Anfangs ein ökonomischer Stabilisator Westeuropas in Zeiten des Kalten Krieges und als solcher nützlicher und wirksamer als die NATO. Sie leistete geradezu Unglaubliches bei der Bewältigung der Folgen des Ersten und des Zweiten Weltkrieges bezüglich der Aussöhnung der europäischen Völker.  Die EU hat ihren wirtschaftlichen Konflikt mit dem russisch besetzten Osteuropa gewonnen, bei der NATO wurde dies zu unser aller Glück bis heute nie ausprobiert! Die Bürger der einzelnen Mitgliedstaaten bekamen zwar Grundrechte als EU-Bürger, aber so wirklich gleichberechtigt waren sie höchstens auf dem Papier (Stichworte: Die polnische Pflegerin, „unsere Polin“, die tschechische Ärztin, der „rumänische Spargelstecher“). Dazu ein Euro, der im primären Interesse Mitteleuropas mit allen Mitteln stabil gehalten wurde und die Südeuropäer systematisch in die Verschuldung trieb, da er ihnen die bewährten Mittel Inflation und Abwertung raubte.

Scheinbare Überschneidungen von nationalen und europäischen Kompetenzen boten den Populisten und Nationalisten, die in den letzten Jahren „ob der bösen EU“ in vielen Ländern wir Pilze aus dem Boden schossen, reichlich populistische Argumente nach dem berühmt-berüchtigten Motto: „Wer ist schuld? Die EU ist schuld!“

Fakt ist, in zahlreichen EU-Mitgliedstaaten wird von Nationalisten und Populisten seit Jahren (leider relativ erfolgreich!) Anti-EU-Politik gemacht. Oft ist dies Mittel zum Zweck, z.B. um eigene Unfähigkeit, Fehler, Korruption und Verantwortung zu kaschieren.

Die Flüchtlingskrise/n, der Brexit und die Corona-Pandemie zeigen uns wie schnell die alten und die ganz-alten Vorurteile von EU-Mitgliedstaaten beiderseits der Grenzen aus den Schubladen gezogen und bedenkenlos unter’s Volk gebracht werden.

Doch machen wir uns nichts vor, eine EU, in deren Mitgliedstaaten Populisten Wahlen mit Anti-EU-Parolen gewinnen können, die ist mittelfristig schlicht nicht überlebensfähig! Auch folgenloser Bruch von geltendem EU-Recht wirkt destruktiv. Wegsehen hilft da nichts!

Aber sogenannte „Rettungskonzepte“ die auf Schuldenvergesellschaftung und Gewinnprivatisierung nach dem beliebten Modell der Bankenrettung von 2007-2010 beruhen, nur diesmal sogar noch auf die global agierende Industrie und den Handel ausgeweitet, die von den zu Millionen arbeitslosen oder kurzarbeitenden abhängig Beschäftigten, „den Malochern“ auch noch bezahlt werden soll, dies hat das Zeug zum gesellschaftlichen Sprengstoff.

Diese gesellschaftliche Frage stellt sich in den einzelnen nationalen Mitgliedstaaten ebenso wie supranational in der ganzen EU als übergeordneter politischer Instanz.
Es gehört nicht allzuviel Phantasie dazu, sich dann irgendwann die Frage zu stellen welche Instanz, welches Gremium wohl am Ehesten überflüssig und verzichtbar wäre?
Wenn das UK auch nur halbwegs glatt den BREXIT, bzw. seine Folgen bewältigen sollte, dann stellte dieser künftig immer eine Alternative für unzufriedene Europäer dar.

Die Digitalisierung unserer Gesellschaften, ja unserer ganzen Welt, würde wohl verwaltungstechnisch zentralistische Lösungen ermöglichen (wie China?), die wir uns lieber nicht näher vorstellen mögen. Andererseits müssen wir auch keine menschlichen, allzumenschlichen Verwaltungsstrukturen haben, gelegentlich auch mit korruptem Beamtentum, die es in der historischen Entwicklung halt brauchte um Staaten zu regieren.  Auch in der Nach-Corona-Pandemie-Betrachtung wird es interessant sein, wie sich zentralistische und föderale Staatstrukturen in der Krise bewährten. Spannende Zeiten halt…

Es wäre darum wohl einmal an der Zeit, genau der richtige Moment gar, auch auf EU-Ebene die Systemfrage zu stellen, an den Beispielen öffentlicher Dienst, Verkehr, Gesundheitssystem und für eine gemeinsame Aktion ALLER EU-Bürger für deren länderübergreifende Interessen zu werben und daß sich diese nicht mit uralten, nationalpopulistischen, z.T. offen faschistoiden Parolen auseinanderdividieren lassen, wie das in der Geschichte so häufig geschah…


Corona-Einsatz der spanischen Armee überzeugte ALLE Autonomien, sogar die Katalanen!

14. April 2020

Im Zuge der Bekämpfungsmaßnahmen der Corona-Krise waren Spezialeinheiten der spanischen Armee in ALLEN Teilen des Landes aktiv.

Die CAT-SEP’s um den „unfähigen Tropf“ Quim Torra, den seit Corona abgetauchten „digitalen Präsidenten“ Carles Puigdemont und deren drittklassigen Autonomie-Ministerriege, taten alles was in ihrer zugegeben eher geringen Kraft lag um die „feindliche Besatzungsarmee“ Spaniens zu stoppen:

Sie wollten sie gar nicht in der Autonomie sehen.

Sie sollte Katalonien von außen blockieren, die Autonomie so „Corona-faktisch“ als unabhängig anerkennen.

Dann, einmal IN der Autonomie befindlich, entdeckten die Armee Zustände in Alten- und Pflegeheimen, die so unsäglich waren, daß die CAT-SEP’s beschlossen VOR der spanischen Armee erst einmal mit eigener Polizei (den Mossos), der Feuerwehr und der Heilsarmee(=Fake!) nach dem Rechten, bzw. den Toten und Verlassenen in den Einrichtungen zu sehen um die Zustände unter der Decke zu halten, sie der medialen Information zu entziehen.

Dann bemängelte man die Notlazarette, „weil die Zeltwände hatten und keine festen Wände“ (und wahrscheinlich keine Beschilderung ausschließlich in katalanischer Sprache=FAKE!)

Letztlich scheiterten die CAT-SEP’s mit ihrem üblichen, sektierisch-korrupten Infantilismus. Die Katalanen bekundeten in der GAD3-Umfrage zwar den niedrigsten Zustimmungswert ALLER Autonomien und Regionen aber mit 86% der Zustimmung sahen 4 von 5 Katalanen den Einsatz „ihrer“ spanischen Armee positiv, 9% hatten keine Meinung und nur 5% bewerteten die Armee als schlecht!

Eine schallendere Ohrfeige für die CAT-SEP’s ist kaum vorstellbar und auch die Zufriedenheit mit der Regierung des Quim Torra dürfte wohl auf einem absoluten Tiefpunkt sein? Drohte der nicht immer mit Neuwahlen? Man hört gar nichts mehr davon…

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https://www.dolcacatalunya.com/2020/04/el-78-de-los-catalanes-estan-encantados-con-la-actuacion-del-ejercito-en-la-crisis-sanitaria/


Mehrheit der Spanier glaubt, daß die Regierung Sánchez/Iglesias lügt, keinen Plan hat und unkoordiniert vor sich hin wurstelt!

13. April 2020

Ein Ereignis wie die Corona-Pandemie sollte eigentlich für jede Regierung Grund sein offen und sachlich zu informieren, um so eine möglichst große Mehrheit der Gesellschaft hinter sich zu bringen und mit allen oppositionellen und nachgeordneten politischen Gliederungen, egal ob Administrationen oder Parteien koordiniert zusammen zu arbeiten. Dies ist nachvollziehbar notwendig um eine möglichst große Zustimmung und damit Unterstützung zu erlangen.

Zweifel und Kritik an der Regierung Sánchez/Iglesias gab es während der ganzen Corona-Krise, aber jetzt hat ABC eine GAD3-Umfrage veröffentlicht, die niederschmetternd für jede denkbare, demokratische Regierung sein müsste:

45% der Befragten halten sie für Kompetent, 55% tun dies nicht!
41% halten sie für intern einig, 59% tun dies nicht!
37% sind mit der administrativ/politischen Koordination zufrieden, 63% sind das nicht!
32% halten sie für voraussichtig, 68% tun dies nicht!

ABER DER ABSOLUTE HAMMER:
29% nur glauben, daß sie die Wahrheit sagt, 71% glauben, daß sie lügt!

In den Oppositionsparteien PP (77%) und Cuidadanos und VOX (89%) mag dies nicht verwundern, aber selbst in der Koalition aus PSOE und Unidos Podemos glauben 46%, also fast die Hälfte, daß „IHRE“ Regierung sie belügt!

61% gegen 32% glauben, daß Sànchez/Iglesias „keinen Plan haben und einfach so vor sich hin wursteln!“ Selbst 37% der regierenden Koalitionsparteien PSOE/UP glauben, daß „IHRE“ Regierung schlicht improvisiert…

Dies sollte eigentlich für jede Regierung der Offenbarungseid sein, nicht so beim „Dream-team“ Sánchez/Iglesias…

Die führen statt dessen medial-propagandistische Ablenkungsschlachten, Sánchez für Eurobonds und Iglesias für ein Grundeinkommen für alle. Wenn dies nicht klappt sind nämlich auf bewährte Art die EU, die Holländer, die Deutschen oder gar der eigene Koalitionspartner schuld, denn… SCHULDZUWEISUNG IST ALLES!

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https://www.abc.es/espana/abci-mayoria-cree-gobierno-miente-improvisa-y-no-coordina-202004130223_noticia.html


Portugals Präsident stellt Hollands verbleiben in der EU in Frage!

12. April 2020

António Costa, der portugiesische Präsident, hat in einem Interview mit der Agentur Lusa, veröffentlicht am Samstag, den 11. April, gesagt, daß die Corona-Krise die künftige Einigkeit der EU auf die Agenda gebracht hätte. Beispielhaft dafür sei die Haltung der Niederlande in der Frage der Bewältigung der finanziellen Folgen der Pandemie!

Costa bezog sich auf die Ablehnung der Euro-Bonds, u.A. durch die Niederlande, damit zugleich unterstellend, daß die Übernahme der Altschulden, entstanden u.A. durch Finanzkrise, Misswirtschaft und Korruption, unabdingbar sei um nach der Corona-Krise wieder zu einer Art von „Normalzustand“ zurück zu finden.

Mehr als eine ökonomische, gar nur finanzielle Frage stelle sich die Frage ob die EU der 27 oder die 19 Euro-Staaten fortbestehen werde, oder ob jemand daraus austreten wollte? Natürlich beziehe er sich auf Holland“, fügte Costa erklärend hinzu!

Persönlich glaube er, weil er ein unverbesserlicher Optimist sei, daß ein Europa der 27 und eine €uro-Gruppe der 19 tatsächlich möglich sei, aber dazu sei die politische Kapazität aller Beteiligten notwendig, sich nicht zu Geiseln der jeweiligen Populismen der einzelnen Staaten zu machen.

Costa erinnerte an das unsolidarische Verhalten der EU-Staaten in der Flüchtlingskrise, wo es mindestens 4 Staaten gegeben habe, auf die man in Europa nicht zählen konnte. Diese Situation wiederhole sich jetzt in der Corona-Krise.

Heute wisse man, daß man in einer Krise dieser Art NICHT mit der Solidarität der 19 €uro-Staaten rechnen könne, denn es gäbe MINDESTENS ein Land der Eurozone („natürlich“ die NL!) daß sich weigere die Tatsachen anzuerkennen, daß eine gemeinsame Währung gemeinsamer Anstrengungen bedürfe! (Schlichte Umkehrung der Ereignisse der letzten Jahre!)

Für den portugiesischen Regierungschef, einem Land mit zu diesem Zeitpunkt 435 Toten und über 15.000 Infizierten mit dem Corona-Virus, sei „eine gemeinsame Antwort auf die Pandemie keine Frage der Solidarität, sondern der Rationalität, weil Solidarität ein Ausdruck sei, den man gebrauche, wenn EIN Land ein Problem habe und man mit diesem (als Unbetroffener) solidarisch sei. In diesem Falle aber seien ALLE betroffen und die Pandemie stelle den gemeinsamen inneren Markt als GANZES in Frage!

Wenn es vor dieser Situation keine Rationalität gäbe um zu verstehen, daß man GEMEINSAM antworten müsse und keinen Mut den Populismen zu widerstehen, dann würde man wie im Wahlkampf agieren und nicht in Verantwortung für die Gesamtheit der Bürger dieser EU und dies bringe einem dann zu der Frage ob man eine gemeinsame Euro-Zone dieser 19 Staaten haben könne oder ob man andere Formen der Organisation im Inneren Europas haben müsse?“

Der Sozialist stellte zudem in Aussicht, daß sich der Europa-Rat (bekanntlich kein Organ der EU und eine ältere Organisation!), aber mit den Urdemokratien Russland und Türkei an Bord, in seiner nächsten Sitzung am 23. April mit diesem Thema beschäftigen könnte, weil innerhalb der EU einige Hauptstädte eine Einigung blockierten! Glaubt er wirklich mit der Hilfe von Russen und Türken zu „seinen geliebten Euro-Bonds“ zu kommen, die EU quasi dazu zwingen zu können?

Ich finde, man muss prinzipiell in alle Richtungen offen sein und die Problematik in ihrer Gesamtheit betrachten um zu einer möglichen Lösung zu kommen, z.B.:

1.) wie war die wirtschaftliche Lage aller EU Staaten seit der letzten Weltwirtschaftskrise?

2.) wie haben sich die EU Staaten danach bis zum Beginn der Corona-Pandemie entwickelt und verändert und warum?

3.) Was sind die bisherigen finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie?

4.) Wie werden sich die EU-Mitgliedsstaaten NACH der Corona-Krise entwickeln und was bedeutet dies für die künftige Finanzierung der EU? Deutschland war/ist extrem Export-lastig, Spanien hängt starkt vom Tourismus ab. Jedes Land muß daher einzeln betrachtet werden.

5.) Bei grundlegenden Verschlechterungen in den Wirtschaften der Netto-Zahler kann nicht automatisch davon ausgegangen werden, daß diese trotzdem weiter zahlen „als sei nichts geschehen“ und wesentliche Empfänger von EU-Geldern weiterhin nationalpopulistisch „ihr eigenes Ding machen können“, ohne daß dies Folgen für ihre Finanzierung durch die EU haben würde?

Ich habe immer befürchtet, daß der BREXIT nur der Anfang, nicht das Ende der Austritte aus der EU sein würde. Zu viele Staaten und Kräfte dieser Welt (natürlich auch außerhalb Europas!) haben kein Interesse an einer starken EU und es existieren überall in den EU-Mitgliedsstaaten Nationalpopulisten, die sich allzu gerne „vor den Karren des Austritts spannen lassen würden“.

Von der gemeinsamen Geschichte, vom gemeinsamen Handel und dessen Bedeutung und von der wirtschaftlichen Basis her wären die Nordsee-Anrainerstaaten vermutlich die wahrscheinlichsten Austrittskandidaten?

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https://www.20minutos.es/noticia/4223742/0/portugal-pone-en-duda-holanda-quiera-seguir-union-europea/


Statistische Momentaufnahme zur Einordnung der Corona-Pandemie möglich?

11. April 2020

Hier werden nur die Todeszahlen eines Monats in Frankreich verglichen. Zur Ansteckungsgefahr und damit zum Risiko einer ungeschützten Bevölkerung wird hier nichts gesagt.

Das französische Institut l‘ Insee (Institut national de la statistique et des études économiques) hat am Freitag, den 10. April Zahlen veröffentlicht, die es erlauben die Sterberaten in Frankreich des März 2020 mit denen des Vorjahres des März 2019 und t.T. mit denen des März 2018 zu vergleichen.

In diesen Zahlen sind die Toten der Corona-Pandemie enthalten. Enthalten sind aber auch alle anderen Todesfälle (z.B. Grippe) in diesem Zeitraum:

Haut-Rhin…………….. +128%
Seine-Saint-Denis… +  62%
Haute-de-Seine……. +  56%
Vosges………………….. +  55%
l’Oise…………………….. +  42%
La Moselle…………….. +  41%

 

In ganz Frankreich starben im März 2020 57.441 Menschen.
In ganz Frankreich starben im März 2019 52.011 Menschen.
Das bedeutet zu 2019 einen Anstieg von    5.430 Menschen.

Während der Grippewelle starben im März 2018 jedoch 58.641 Menschen, das waren nochmals 1.200 Menschen mehr als im Corona-März 2020?

Möglicherweise drückt sich in diesen Zahlen auch ein Erfolg der Abwehr- bzw. Schutzmaßnahmen vor Infektionen aus. Grippe wird von vielen nicht ernst genommen und außerdem kann man sich dagegen impfen lassen, während das Corona-Virus weltweit auf eine ungeschützte Bevölkerung traf. In China und Südkorea soll es zu einer erneuten Covid-19 Welle gekommen sein?

Aus diesen neuen Daten des l’Insee-Institutes kann in drei Regionen auch ein Exzess beim Anstieg der Sterbezahlen älterer Menschen in Alten- und Pflegeheimen gelesen werden:

„En Ile-de-France avec un accroissement en mars 2020 de +72% par rapport à mars 2019 alors que l’augmentation globale des décès est de +39% ; dans le Grand Est (+49% en établissement contre +39% globalement) et dans une moindre mesure dans les Hauts-de-France (+18% contre +11% globalement).“

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https://www.francetvinfo.fr/sante/maladie/coronavirus/carte-coronavirus-six-departements-du-quart-nord-est-ont-connu-un-excedent-de-mortalite-superieur-a-40-en-mars-par-rapport-a-mars-2019_3909021.html#xtor=EPR-51-%5Bcarte-coronavirus-six-departements-du-quart-nord-est-ont-connu-un-excedent-de-mortalite-superieur-a-40-en-mars-par-rapport-a-mars-2019_3909021%5D-20200410-%5Bbouton%5D