Billigflieger gegroundet! Geht Gretas Traum in Erfüllung? Hunderttausende müssen am Boden bleiben? Tourismus in Südeuropa betroffen.

23. September 2019

Die Thomas Cook-Pleite trifft eine 178 Jahre alte Gruppe mit 21.000 Angestellten und u.a. auch deutsche Billigflieger. Bis zu 600.000 Toruisten müssen jetzt irgendwie nach Hause gebracht werden und die Flugpreise steigen schon an.

Aber nicht alle Betroffenen sind entsetzt! Spekulanten und Hedge Fonds haben bis zu 250 Millionen Dollar gewettet und auf die Pleite von Thomas Cook gesetzt. Sie dürfen jetzt wohl cash machen?

Mit solchen Derivaten wurde dieses Jahr, bei erkennbar nachlassender Konjunktur, schon mehrfach großes Geld durch Wetten gemacht und es nimmt anscheinend kein Ende mit der Zockerei?

Aber, was die Einen wegen der absehbaren Einsparung bei der Luftverschmutzung freut, das besorgt die Anderen, die Tourismusländer, bei denen eine der Haupteinnahmequellen tangiert ist.
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https://www.bloomberg.com/news/articles/2019-09-23/thomas-cook-collapse-sets-up-250-million-hedge-fund-windfall?utm_medium=social&utm_content=asia&cmpid%3D=socialflow-twitter-asia&utm_source=twitter&utm_campaign=socialflow-organic


„Böse“ Niederlande attackieren französische Firma Air France-KLM „hinterhältig“!

27. Februar 2019

Vor 15 Jahren hatten sich Air France und KLM zu einer französischen Firma mit Sitz in Paris zusammengeschlossen. In den darauffolgenden Jahren hatte Frankreich, Dank 14,3% Staatsbeteiligung, beim neuen Unternehmen „das Zepter geführt“. Es gab zunehmende Spannungen und interne Krisen.

Diesen Dienstag gab die Niederländische Regierung bekannt auf dem Kapitalmarkt 12,68% des Gesellschaftskapitals eingekauft zu haben und mit Frankreich und dessen 14,3% gleichziehen zu wollen!

Damit sind Spannungen zwischen den beiden Regierungen quasi automatisch programmiert. Die Aktion wird in Frankreich als aggresiver Akt gewertet. Immerhin ist eine französische Traditionsfirma, mit französischem Kapital und dem französischen Staat als Haupteigner betroffen, keck und kühn von den Niederländern herausgefordert!

Frankreich ist empört:

Ce mercredi, la riposte était beaucoup plus forte. Bercy a notamment dénoncé une „opération inamicale et une forme de duplicité de l’Etat hollandais“.

Der Börsenkurs ist heute, einen Tag nach der Bekanntgabe des niederländischen Einstiegs bei Air France-KLM um über 12 % gefallen.

Bercy dénonce une „forme de duplicité“ de l’Etat hollandais

Das Unternehmen wird von Franzosen dominiert, obwohl die niederländische KLM in 2018 über 80% des Ergebnisses beisteuerte.

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https://www.latribune.fr/entreprises-finance/services/transport-logistique/air-france-klm-dans-le-chaos-apres-le-coup-de-force-de-l-etat-hollandais-808902.html#xtor=EPR-2-%5Bl-actu-du-jour%5D-20190227


SEAT ärgert die CAT-SEP’s, die bekommen vom Spanischen Verfassungsgericht Recht, was sie wohl noch mehr ärgert?

24. September 2018

Die größte Firma in der spanischen Autonomie Katalonien dürfte wohl SEAT sein, das bekanntlich Teil des VOLKSWAGEN-Konzern ist?

Deren neuestes SUV-Modell „Tarraco“ benannt nach der römischen Stadt Tarraco, heute als Tarragona in Katalonien liegend, versteht die katalanische Sprache nicht, mehr noch, hält sie gar nur für einen schnöden „Dialekt“! (separatistische Schnappatmung ein!)

Die Betriebsanleitung des Fahrzeuges – sowohl gedruckt als auch im Netz – liegt bisher nur in der Sprache „des feindlichen Nachbarn Spanien“ vor, dem Castellano! Aber auch die interaktiven Systeme verstehen nur spanisch!

Versteht sich, daß die Verteidiger des Katalanentums und seiner Sprache SEAT schon zu Jahresbeginn verklagt haben. Katalanisch sei eine offizielle Sprache in Spanien! Okay, aranesisch auch! Bisher hat das zwar nichts genutzt! SEAT bietet pro Land nur eine, die am meisten genutzte Sprache an!

Der SEAT Tarraco ist sowieso eine Art automobile Mogelpackung, denn er wurde zwar bei SEAT in Martorell bei Barcelona designed und entwickelt, er wird aber bei „der Mutter in Wolfsburg“ gebaut, ist also ein echter VOLKSWAGEN. Das sollte für seine Verkaufszahlen eigentlich kein Nachteil sein?

Aber jüngst hat „das böse, feindliche“ Spanische Verfassungsgericht den „in Spanien stets unterdrückten“ CAT-SEP’s Recht gegeben und SEAT dazu verdonnert ALLE Betriebsanleitungen ALLER Modelle und ALLE auf Sprache basierenden interaktiven Systeme gefälligst auch in Katalanisch zur Verfügung zu stellen, aber dalli, dalli! (Separatistische Schnappatmung aus!) Na, ihr CAT-SEP’s, „Spanien unterdrückt euch“, die alte Leier wie immer?
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https://www.elconfidencialdigital.com/articulo/dinero/tarraco-hablara-catalan-porque-seat-considera-dialecto/20180922172301116150.html


Wie Spaniens Wirtschaft auf Pedro Sánchez reagiert: IBEX 35 fiel um 2,29% oder 11,169 Milliarden €uro!

11. September 2018

Als „Sánchez-84“ am 31. Mai (Tag des Weltuntergangs!) gegen Rajoy per Misstrauensantrag putschte fiel der IBEX 35 in den folgenden 100 Tagen von 487,697 Milliarden auf 476,510 Milliarden €uro und wurde so zum schlechtesten europäischen Index des Jahres! Insgesamt ist der Wert des IBEX 35 in diesem Jahr um -7,7% gefallen, mehr als Frankfurt (-7,21%) und Mailand (-6,43%).
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http://www.elmundo.es/economia/macroeconomia/2018/09/11/5b96be39e5fdea710c8b457d.html

https://www.abc.es/economia/abci-espana-entra-lleno-desaceleracion-economia-global-201809110255_noticia.html


61,1% der Spanier arbeiten unfreiwillig mit Zeitverträgen, sind statistisch „Unterbeschäftigte“!

9. Juni 2018

EUROSTAT sagt, daß nur in drei EU-Staaten dieser Prozentsatz „der zwangsweise Unterbeschäftigten“ höher sei als in Spanien und zwar in Griechenland (70,2%), Zypern (67,4%) und in Italien (62,5%)! Das ist die EU-Südschiene, OHNE Portugal. Dieser letzte Umstand wäre zu überprüfen?

Diese Jobs können automatisch als Armuts-Jobs bezeichnet werden, denn von der Bezahlung kann man schwerlich leben.

Dazu kommt jetzt auch noch ein Rückschlag der EU-Justiz, der ein Urteil kassierte, dass sie selbst vor eineinhalb Jahren fällten. Damals sprachen sie Teilzeit- und Vollzeitkräften die gleichen 20 Tage pro Jahr der Betriebszugehörigkeit als Abfindung zu, wenn ein Vertrag gekündigt wurde. Jetzt bekommen Teilzeitkräfte nur den ihrer Arbeitszeit entsprechenden Anteil als Abfindung. Wenn ein Unternehmen es also schafft Mitarbeiter vor ihrer Entlassung auf Teilzeit zu setzen, kann es damit zusätzlich die Abfindung halbieren, „echt toll!“

Es sollte unter „diesen Umständen“ nicht wirklich überraschen, wenn „dieser EU“ nicht mehr spontan „die Herzen zufliegen“?

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https://elpais.com/economia/2018/06/08/actualidad/1528485440_524152.html

https://elpais.com/economia/2018/06/05/actualidad/1528186413_441313.html


Fast die Hälfte der arbeitenden Spanier bekommt weniger als 1.100 €uro Netto pro Monat!

9. Juni 2018

Diese Aussage stammt von der Gewerkschaft UGT und basiert auf Zahlen der Jahre 2015 und 2016. Aktuellere lägen angeblich noch nicht vor:

12,5% bekamen sogar weniger als den Mindestlohn von 9.172,80 €uro pro Jahr.

33,15% der Arbeitnehmer lagen in der Gruppe zwischen einem und zwei Mindestlöhnen, oder bis zu 18.345,60 €uro pro Jahr bei 14 Zahlungen.

Addiert man diese beiden Prozentsätze, dann bekommen 45,7% der Arbeitnehmer, etwa die Hälfte der 15,3 Millionen angestellten Beschäftigten in Spanien, im Durchschnitt etwas weniger als 1.100 €uro Netto pro Monat. Aber auch das ist letztlich theoretische Statistik-Scheisse, denn jeder Einzelne bekommt sein ganz konkretes Elendsgehalt und nicht einen, wie auch immer gearteten, Durchschnitt!

Die Gewerkschaft führte im Vorjahr die Kampagne „Ponte a mil!“ („Nimm’ tausend“, oder auch „geh‘ auf tausend“!) für ein allgemeines Brutto-Mindestgehalt von 1.000 €uro im Monat! Die oben genannte Hälfte hat etwa das doppelte Mindest-Brutto-Gehalt von 18.345,60 €uro, was Netto zu den besagten knapp 1.100 €uro bei 14 Zahlungen im Jahr führt.

Wer die Mieten, Lebenshaltungskosten und Preissteigerungsraten in Spaniens Ballungsräumen kennt, weiss daß mit 1.100 €uro keine großen Sprünge gemacht werden können, zudem es eine wachsende Zahl von befristeten Arbeitsverträgen gibt, die teilweise nur auf eine Woche begrenzt sind und folglich keinerlei Sicherheit und soziale Abfederung bieten.

Derzeit laufen zwischen den Gewerkschaften UGT und CCOO Verhandlungen für eine gemeinsame Vorgehensweise gegen die Arbeitnehmerorganisationen CEOE und CEPYME zur Umsetzung eines allgemeinen Mindestlohnes von 1.000 €uro Brutto im Monat. Aber diese gemeinsamen Tarifverträge der beiden größten Gewerkschaften beträfen nur Einen(!) von Drei Arbeitnehmern, nur ein Drittel(!), nur jeden Dritten(!), ein absolutes ARMUTSZEUGNIS für die spanischen Gewerkschaften.

Vor einem halben Jahr, im Dezember 2017 und damals noch in der Opposition, machte sich die PSOE des Pedro Sánchez für ein allgemeines Mindestgehalt von 1.000 €uro Brutto stark. Jetzt kann sie beweisen, wie ernst sie das damals meinte…

Wenn PP-Rajoy gebetsmühlenartig von seinem (rein statistischen!) Erfolg bei der Senkung der Arbeitslosenzahlen seit der Wirtschaftskrise von 2008 faselte, dann vergaß er stets zu erwähnen, daß diese Zahlen-Reduktion mit einer kollosalen Verschlechterung der Lage á la „weniger Gehalt und weniger Sicherheit, aber wenigstens nicht arbeitslos“ der arbeitenden Menschen einher ging!

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https://www.20minutos.es/noticia/3363613/0/salario-minimo-smi-mil-euros-mes-convenio-mitad-trabajadores-mileuristas-sindicatos/


Spaniens Wirtschaft wächst, zu Lasten der Spanier, die weniger verdienen!

29. Mai 2018

Nach der Wirtschaftskrise von 2008 hat Mariano Rajoy Jahr für Jahr den stetig wachsenden Erfolg der Erholung der spanischen Wirtschaft durch seine PP-Regierung feiern lassen, wofür genau?

Wenn man sich alleine die Beschäftigtenzahlen herauspickt, dann hat die Arbeitslosigkeit tatsächlich abgenommen. Aber die Qualität der Arbeit bezüglich Sicherheit und Entlohnung ist gesunken.

Schauen wir also mal anders herum auf die Zahlen:

Das häufigste Gehalt, nicht zu verwechseln mit dem Durchschnittsgehalt, lag bei 16.498 €uro pro Jahr in 2015.

In 2016 hatte dieses häufigste Gehalt um einen €uro auf 16.497 €uro pro Jahr abgenommen! Noch genauer, es handelt sich um einen Monatslohn von 1.178 €uro der 14 Mal pro Jahr gezahlt werden sollte, was in der Summe die besagten 16.498 €uros ausmacht. Netto leben die meisten Spanier von etwa 933 €uro im Monat!

Zu Beginn der Wirtschaftskrise gab es einmal eine Aktivistengruppe der Mileuristas, der 1.000 €uro-Menschen,  die heftig dagegen protestierten „nur“ tausend €uro zu verdienen! Lang, lang ist’s her…

In Deutschland läge ein solches Einkommen etwa auf der Armutsgrenze!

Das sollte aber nicht überraschen, denn ein Teil der Maßnahmen gegen die Wirtschaftskrise lag darin, die Löhne und Gehälter zu senken um die Gewinne zu steigern. Hat geklappt, Rajoy hat erfolgreich „geschrödert“!

Die Lebenshaltungskosten  in Madrid oder Barcelona liegen aber deutlich über deutschem Niveau, besonders die Mieten.

Das Durchschnittsgehalt der Spanier liegt aber bei 23.156 €uro. Es ist um ein Fünftel Prozent (0,2%!) gestiegen, hurra!

Frauen scheinen weiterhin dazu verdammt zu sein 20-25% weniger als die Männer zu verdienen?

Das mittlere Gehalt, wie ich finde ein unzulässiger theoretischer Wert in dieser Darstellung, denn er vermittelt nicht die sich öffnende Schere der spanischen Löhne und Gehälter, also eine Art der statistischen Onanie, der sank auf 19.433 €uro pro Jahr.

Das Durchschnittsgehalt, also die Mitte beider Schneiden der sich öffnenden Schere, das stieg von 23.106 auf 23.156 €uro pro Jahr.

Auf einen einfachen, verständlichen  Nenner gebracht: Neueinstellungen erfolgen zu niedrigeren Gehältern und schlechteren Konditionen, hauptsächlich als befristete Zeitverträge. Beim qualifizierten Stammpersonal steigen die Löhne deutlich stärker als im Gesamtdurchschnitt. Daraus entsteht ein „geschöntes Durchschnittsbild“, das die Realität verzerrt. Man kann als Individuum konkret entweder gerade so / relativ gut / oder sehr gut von seinem Gehalt leben oder relativ schlecht / oder sehr schlecht.

Die Gewinne der Unternehmen sind seit der Krise um 36 Milliarden €uro gestiegen, weil man an Löhnen und Gehältern gekürzt hat.

Es bräuchte konstante Lohnsteigerungen von 3% pro Jahr bei den niedrigen Einkommen um auf das Verhältnis zwischen Löhnen und Gewinnen von 2007 zu kommen.

Die Bank von Spanien hat Gestern mit ihren Zahlen diesen Trend bestätigt:

12,5% der Spanier, jeder Achte, liegt unter dem Mindestlohn von 9.172 €uro pro Jahr. 72% aller Arbeitnehmer bekommen weniger als 2.000 €uro pro Monat (in 14 Zahlungen  = 28.000 €uro pro Jahr).

Das soziale Konfliktpotential in Spanien wächst also und kann und wird von Separatisten, Nationalisten und Demagogen genutzt für ihre jeweiligen Zwecke, ein Pulverfass!

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https://www.20minutos.es/noticia/3353162/0/encuesta-estructura-salarial-2018-ine/