„Caudillo Franco“ Geheimwaffe im Wahlkampf von Pedro Sánchez?

11. Oktober 2019

Spanien scheint entweder KEINE ECHTEN PROBLEME zu haben, oder aber KEINE ECHTEN LÖSUNGEN für seine existierenden Probleme? Diesen Eindruck beschleicht den Beobachter des anlaufenden Wahlkampfes für die Nationalwahlen am 10. November (10-N).

So fühlen sich „die Einen“ unterdrückt in einer der international anerkannten komplettesten Demokratien dieser Welt. „Andere“ suchen ihr Heil in einem Scheinwahlkampf gegen das Skelett ihres vor 44 Jahren verstorbenen Ex-Dikators.

Hat man dieses aber ausgebuddelt, also besiegt, dann kann man damit über die Dörfer ziehen und Wahlkampf machen. Die realen Probleme tangiert man damit zwar nicht, aber eine „gefakete“ Doktorarbeit erfüllt schließlich auch ihren Zweck bis auf den heutigen Tag, wozu also etwas ändern?

Jetzt muss für das Gerippe die maximale Aufmerksamkeit  garantiert werden. Deshalb darf es erst NACH der Verkündung des Urteils gegen die katalanischen Separatisten (vermutlich am kommenden Montag, den 14.10.) und den erwarteten Reaktionen ihrer CAT-SEP-Sekte das Licht des Tages erblicken.

Warten wir es (genervt) ab…


Ein Monat vor den Nationalwahlen in Spanien, nichts Neues!

10. Oktober 2019

Die Unfähigkeit zur Koalitionsbildung sowohl im eigenen, als auch im gegnerischen politischen Lager, sowie eine weitere Zersplitterung dieser Lager durch zwei zusätzlich zur Wahl antretenden Parteien, lassen einem Betrachter von Außen derzeit nur wenig Hoffnung auf eine funktionsfähige Regierung im November, die dann dazu in der Lage sein könnte einen eigenen Haushalt durch den Kongress zu bringen?

Die Stärke der beiden großen politischen Lager Links und Rechts ändert sich in der Summe kaum, Verschiebungen finden innerhalb der Lager statt. Im Lager der Linken wird „Unidos Podemos“ von einer neuen Anarcho-Partei „Más País“ schmarotzt.

Im Lager der CAT-SEP’s unterteilen sich die quasi-fixen Stimmen künftig neben ERC und JxC noch in die der CUP, eine Art von Anarcho-Blagen reicher Eltern.

Im Lager der Rechten holt sich die PP einen wesentlichen Teil der Stimmen von den C’s zurück, die sie in den letzten Jahren genau an diese (und an die Rechts-Außen VOX) verloren hatte.

Ich will hier jetzt bewusst nicht mit fiktiven Zahlen langweilen, aber das momentane Umfrageergebnis bestätigt die Konstanz der beiden großen Regierungsparteien PSOE und PP und der CAT-SEPS. Verschiebungen gibt es allenthalben innerhalb der politischen Blöcke. Daraus folgt:

1. Es muss zwingend eine Koalitionsregierung gebildet werden, will man nicht als Minderheitsregierung geduldet, jedes Detail höchstbietend im Kongress „einkaufen“.

2. Die einzige Möglichkeit einer (relativ stabilen) Zwei-Parteien-Regierung wäre eine GroKo!

3. Die Rolle des „Zünglein an der Waage“, die Pujol und seine CiU jahrzehntelang sehr einträglich in Madrid gespielt haben, ist durch die Radikalität und gleichzeitige innere Zerstrittenheit der CAT-SEP’s so nicht mehr denkbar.

4. Andere Koalitionen würden entweder a) Lagerübergreifend sein, b) nur sehr knapp über die absolute Mehrheit von 176 Stimmen gehen und c) aus mindestens 4-5 Parteien gebildet werden müssen.

FAZIT: Die derzeitige Ausgangsposition bei gleichzeitiger Koalitionsunfreundlichkeit der spanischen Parteien, machen leider nur sehr wenig Hoffnung, daß es in Spanien im November zur Bildung einer stabilen Regierung kommen können wird. Da hilft es dann auch nicht mehr, kurz vor der Wahl als ultimativer Wahlkampf-Gag sozusagen, vergammelte Diktatorenknochen auszubuddeln…

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https://www.elperiodico.com/es/politica/20191005/encuesta-elecciones-generales-2019-espana-7668120?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=elPeriodico-ed07h


„Arbeitskampf“ in Pariser-Polizei-HQ: Funktionär tötet 4 Kollegen mit Messer, wird dann erschossen!

3. Oktober 2019

Das Polizeihauptquartier von Paris, im Vierten Bezirk, auf der I’île de la Cité in der Seine gelegen, wurde heute Mittag gegen 13 Uhr zum Schauplatz eines Verbrechens, das ein Licht auf die Verhältnisse bei der französischen Polizei wirft. Sie haben dieses Jahr eine extrem hohe Selbstmordrate (ich schrieb darüber), bedingt durch Stress, durch Millionen unbezahlter Überstunden, durch Ausnahmezustand, ein Jahr Gelbwesten-Demo-Samstage gegen die eigene Bevölkerung, aber auch Ereignisse wie den G7 in Biarritz, die Großbrände der benachbarten Kathedrale Notre Dame, der Chemiefabrik  LUBRIZOL in Rouen und anderen Anlässen.

Das Gelände wurde weiträumig abgesperrt. Die Station „Cité“ der Metrolinie 4 wurde gesperrt. Von Chaos und Panik im Gebäude war die Rede.

Heute Nachmittag sollen die „Unrühmlichen Drei“ Präsident Macron, Premier Philippe und Innenminister Castaner den Tatort aus Solidarität mit der Polizei aufsuchen. Dabei dürften es hauptsächlich genau diese drei Politiker sein, die für die Zustände bei der französischen Polizei die Verantwortung tragen? In ganz Frankreich hatten verschieden Polizeigewerkschaften bereits Demos geplant und veranstaltet, wegen der unerträglichen Zustände und nun dies! Gestern hatte z.B. die Polizeigewerkschaft https://www.facebook.com/SyndicatFrancePolice/ mit 27.000 Polizisten demonstriert! Der Job des Innenministers Castaner dürfte ernsthaft wackeln, allerdings tut er dies nicht zum ersten Mal und bisher hielten die Drei solidarisch zusammen…

Der Täter , er soll ein 45-jähriger Informatiker sein, geboren in Fort-de-France, der Hauptstadt von Martinique, auf den Französischen Antillen, der seit 20 Jahren in dieser Funktion arbeitete, hatte in seinem Büro in der ersten Etage anscheinend „Meinungsverschiedenheiten“ mit seinem Vorgesetzten, den er darauf hin erstach und seinen Amoklauf, dann in zwei anderen Büros dieser Etage fortsetzte? Dann rannte er die Treppe hinunter und stach dabei auf zwei Polizei-Kolleginnen ein, wobei er die eine Frau tötlich, die andere Frau lebensgefährlich verletzte. Im Innenhof begegnete er dann dem sechsten Polizisten, der ihn schließlich mit einer Salve aus seiner MP tötete. Harpon hat demnach also drei Männer und eine Frau getötet und eine weitere Frau schwer verletzt. Diese soll nach einer Operation inzwischen aber außer Lebensgefahr sein.

Wenn dies alles so zutrifft, wovon zur Zeit auszugehen ist, dann reiht sich dieses Attentat in eine ganze Reihe ähnlicher Fälle in Europa, bei denen radikalisierte Islamisten mit Messern Menschen abschlachten. Besonders London, Paris und Brüssel taten sich hier negativ hervor…
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https://www.francetvinfo.fr/faits-divers/police/direct-attaque-couteau-homme-arme-paris-policier-prefecture-police-parquet-blesse-cite_3642867.html#xtor=EPR-51-%5Bparis-l-agresseur-au-couteau-est-un-fonctionnaire-de-la-prefecture-de-police_3642867%5D-20191003-%5Bbouton%5D

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NACHTRAG: 04.10.2019

Der LE FIGARO schreibt am 04.10.2019 Neues über den Attentäter vom Polizei-Hauptquartier in Paris:
Demnach soll dieser Mikaël Harpon hörbehindert, fast taub gewesen sein. Er wohnte in Gonesse, Val-d’Oise, in einer Gegend in der zahlreiche Polizeikollegen wohnen, die ihn kannten. Diese werden im Artikel teils namentlich genannt. Harpon soll in der Nacht vor dem Anschlag zwischen 03-04 Uhr Morgens zweimal laut „Allah Akbar“ gerufen haben. Er sei vor über 18 Monaten zum Islam übergetreten, habe daraus kein Geheimnis gemacht, sondern habe in eine „djellaba“ („dieses Nachthemd?“) gekleidet häufig die Moschee in Fauconnière à Gonesse besucht. Bei der Polizei hat man diese Enwicklung anscheinend nicht wahrgenommen?
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http://www.lefigaro.fr/actualite-france/info-le-figaro-selon-un-temoignage-le-tueur-de-la-prefecture-de-police-aurait-crie-allah-akbar-la-nuit-precedente-20191004


Endgültige Schließung von Fessenheim (Haut-Rhin) erneut angekündigt!

30. September 2019

Die Schließung der beiden ältesten AKW-Blöcke, die seit 1977, dem Geburtsjahr des amtierenden Präsidenten Emmanuel Macron in Frankreich in Betrieb sind, war von Ex-Präsident François Hollande zu Ende 2016 angekündigt worden.

Doch immer kam etwas dazwischen, zu sehr liebten die Franzosen ihr strahlendes Schätzchen, das im Ernstfall Südbaden, die Nordwestschweiz und das Elsaß unbewohnbar machen würde und dies auch heute noch jeden einzelnen Tag seines Betriebes.

Da der Standort in einem Gebiet tektonischer Aktivitäten liegt, müsste ein die ultimative Katastrophe auslösender Fehler nicht einmal direkt aus dem technischen Bereich kommen, ein paar simple Erdbebenstöße würden genügen…

Die EDF kündigte nun heute, 30. September 2019 in einem Kommunikee an, daß die allerletzte definitive Schließung des ersten der beiden Reaktoren zum 22. Februar 2020 und die des zweiten Reaktors zum 30. Juni 2020 erfolgen soll, darauf ihr

GANZ, GANZ GROSSES EHRENWORT, VERSPROCHEN!

Damit würde die Schließung, so sie denn diesmal wirklich erfolgt, sogar etwa einen Monat früher als beim letzten Versprechen von Februar 2019 realisiert werden!

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https://www.francetvinfo.fr/societe/nucleaire/la-centrale-nucleaire-de-fessenheim-sera-definitivement-arretee-en-juin-2020-annonce-edf_3638181.html#xtor=EPR-51-%5Bla-centrale-nucleaire-de-fessenheim-sera-definitivement-arretee-en-juin-2020-annonce-edf_3638181%5D-20190930-%5Bbouton%5D

https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Fessenheim


Können Francos morsche Knochen für Pedro Sánchez die Wahl gewinnen?

24. September 2019

Er, Pedro Sánchez,  scheint dies zumindest zu glauben? Sonst würde er wohl kaum „diese Umbettung“ von einem seit 44 Jahren faulenden Diktatoren-Skelett zu einem politischen Hauptthema machen, á la „seht her, was ich alles kann, NUR ich habe Franco besiegt!“

Hat Spanien eigentlich keine echten Probleme? Was ist z.B. mit Sánchez’s Doktorarbeit? Okay, sorry, auch nicht das allerwichtigste Thema, weil es hier ja auch nur um die Glaubwürdigkeit des PSOE-Kandidaten für das Amt des Spanischen Ministerpräsidenten geht und Hand auf’s Herz, wer hält Pedro Sánchez schon für glaubwürdig?

Vorher will er noch mit ein paar angekündigten Geldgeschenken des Wählers Gunst gewinnen, nach dem Motto „Wer will nochmal, wer hat noch nicht?“

Man muss sich das mal vorstellen: Pedro Sánchez hat seit seinem erfolgreichen Misstrauensvotum gegen Mariano Rajoy zwar Wahlen „gewonnen“, war aber vollkommen unfähig irgend etwas positives daraus zu machen, keine Mehrheit, keine Regierung, keinen eigenen Haushalt! Ja, der „Sozialist“ arbeitet mit dem konservativen Haushalt seines bösen PP-Vorgängers im Präsidentenamt Mariano Rajoy…

Jetzt wird er also wohl mit den Franco-Knochen durch Spanien ziehen und (gegen Eintrittsgelder, PSOE-Spenden vielleicht?) die schaudernden Spanier auf ihren „GröDaZ“* schauen lassen in einem Sarg mit Glasdeckel. Gibt es gar Pläne, das Franco-Skelett um Mitternacht per elektromechanischer Installation in die Senkrechte zu hieven und ihn für den Fall der Sánchez-Nichtwahl wie einen Vampir aus dem Sarg wiedererstehen zu lassen? Wir wissen es zwar nicht, doch diesem Pedro Sánchez ist ALLES zuzutrauen!

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*(GröDaZ = Größter Diktator aller Zeiten!)
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https://www.elmundo.es/espana/2019/09/25/5d8ac430fc6c833b2c8b4681.html


Gelbwesten demonstrieren heute zum 45. Mal in Frankreich!

21. September 2019

In Paris sind 7.500 Sicherheitskräfte zusammengezogen worden. In der französischen Hauptstadt wird es langsam eng, denn es wird gleichzeitig auch gegen die Rentenreform und für das Klima demonstriert. Zahlreiche Metro-Stationen sind heute geschlossen. Die Polizei meldete bis 14 Uhr 106 Festnahmen. Darüber hinaus gab es 174 Verwarnungen für Menschen, die sich in Zonen versammelten, für die ein Versammlungsverbot ausgesprochen worden war. Viele öffentlichen Gebäude, Denkmäler und Museen sind vorbeugend geschlossen. Mitte November werden sich zum ersten Mal die Demos der Gelbwesten jähren. Präsident Macron hat zwar breite Diskussionen über alle Institutionen hinweg angestoßen, viele konkrete Verbesserungen bezüglich der ursprünglichen Anliegen der Gelbwesten sind mir so „ad hoc“ jedoch nicht erinnerlich? Gab es etwa keine?

Nachtrag, ca. 16 Uhr:
Die Organisationen Greenpeace und Jugend für das Klima haben zum Verlassen der Demo aufgerufen, weil friedliche Demonstranten und ihre Familien den Aggression des Schwarzen Blockes und der Polizei ausgesetzt seien, die eifrig Tränengas einsetze!

Auch wird gemeldet, daß mehrere Geschäfte zerstört worden seien. Die Klima-Demo sei angeblich keine 500m vom Ausgangspunkt gestoppt worden. Es seien Barrikaden in Brand gesetzt worden. Schwarze Rauchwolken in einem sonst sonnigen Paris.

Die Polizei bezifferte den den gewalttätigen Schwarzen Block innerhalb der Klima-Demo auf etwa 1.000(!) Personen!

Es gibt aber auch entgegengesetzte Meldungen, daß man gemeinsam demonstrieren solle. Es scheint ein gewisses „Medien- und Kommunikations-Chaos“ zu herrschen im Moment?


Das Land von Morgen?

21. September 2019

Heute findet im historischen Kloster Poblet bei Tarragona ein vor einigen Tagen angekündigtes Treffen statt, daß katalanischen Separatisten eine Zuflucht aus ihrem Sackgassen-Dilemma bieten könnte, wenn sie denn auf ihre Einseitigkeit des Handelns, die Unilateralität, zu verzichten bereit wären.

Diese Plattform „El País de Demà“ vereint SOWOHL kritische CAT-SEP’s ALS AUCH andere Formationen, die gegen einseitiges Handeln der Katalanen sind.

Es ist von etwa hundert Teilnehmern die Rede. Darunter befinden sich einige bekannte CAT-SEP’s aus der zweiten Reihe der Separatisten.

Sie wollen sich austauschen, Handlungsmöglichkeiten erruieren, aber NEIN, AUF GAR KEINEN FALL, eine weitere Partei gründen, so ist zu hören…

Ausgangspunkt der Diskussion soll das gemeinsame Ziel sein, nämlich ‚Un país de progreso económico y social‘ also „ein Land des ökonomischen und sozialen Fortschritts“!

Es geht um vier Hauptkriterien

– Ökonomie
– Soziales
– Werte
– Politik

und deren Verbindung und Ausgestaltung und zum politischen Modell, diese Ziele zu erreichen. Ausgeschlossen sei dabei nur die einseitige Aktion des katalanischen Separatismus. Damit soll die fatale Dynamik des „Prozesses“ und die damit automatisch verbunden Konfliktsituation mit der spanischen Zentralregierung überwunden werden.

Es solle versucht werden, einen Konsens in der gespaltenen katalanischen Gesellschaft zu finden, wie kurzfristig die Beziehung zu Madrid gestaltet werden solle. Eine mittel- oder langfristige Unabhängigkeit Kataloniens wolle man damit nicht ausschließen! Kurzfristig wolle man nach Mitteln und Wegen suchen, wie der Staat zum Wohlstand Kataloniens beitragen könnte und diese steuerlichen und/oder investitionellen Maßnahmen dann möglichst schnell umzusetzen!

Kurz: Aus Madrid fließendes Geld soll den Katalanen aus der separatistischen Sackgasse heraushelfen. (Das könnte durchaus funktionieren…)
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