Proteste in der Türkei: Vergewaltigung kann man nicht legalisieren!

20. November 2016

Am kommenden Dienstag soll in der Türkei ein Gesetz verabschiedet werden, dem zu Folge Vergewaltiger von Minderjährigen von ihren Haftstrafen begnadigt werden sollen, wenn sie das Opfer heiraten!

Die AKP rechnet selbst mit etwas dreitausend betroffenen Familien! In den meisten Fällen kamen diese Vergewaltigungen von Minderjährigen erst ans Tageslicht, wenn das Opfer zur Entbindung in ein Krankenhaus kam. Erst danach wurden die Behörden tätig, die Täter zu Haftstrafen verurteilt. Die Ärzte sind zur Meldung verpflichtet, wenn eine Minderjährige entbindet. Aber so wird argumentiert, dies ließe die junge Mutter mit ihrem Kind in einer verletzlichen Situation zurück. In einigen ländlichen Gebieten werden Ehen sowieso ab einem Brautalter von 15 Jahren praktiziert. In vielen Fällen erfolgt nur eine religiöse Zeremonie und kein offizieller Eintrag ins Zivilregister.

Die AKP versucht also den „Macho-Pragmatismus“ gesetzlich zu verankern, daß wenn die minderjährige, vergewaltigte Mutter vom Täter geheiratet würde, so schließlich für Mutter und Kind „gesorgt sei“ und der Staat fein aus der Sache raus wäre. Dazu müsse der Vergewaltiger aber aus dem Gefängnis entlassen werden „um sich so überhaupt erst um seine Familie kümmern zu können“!

Frauenbewegungen laufen in zahlreichen Städten Sturm gegen diese Pläne.  Teile der AKP treten sowieso aktiv für Absenkung des Heiratsalters ein, die Religion erlaube die Verheiratung von 13-jährigen (wahrscheinlich auch gegen deren Willen und ohne der späteren „Gatten“ vorher zu kennen?).

Wenn wir in Bälde wegen Erdogans Säuberungen in der Türkei eventuell verstärkt mit türkischen Asylsuchenden in Deutschland rechnen müssen, wie werden sich unsere Behörden dann verhalten, wenn ein Asylant mit minderjähriger Ehefrau einreist oder eine solche per Familienzusammenführung nachholen möchte?
Wird sie einfach augenzwinkernd ein paar Jahre älter gemacht und alles ist gut?
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http://www.lavanguardia.com/internacional/20161120/411995551497/turquia-ley-violadores-menores-matrimonio-victima.html


Bekommt Jan Böhmermann bald eine eigene Satire-Sendung mit Erdogan im türkischen TV?

16. April 2016

Das folgende haltlose Gerücht ist so naheliegend, daß ich mich wundere nicht selbst darauf gekommen zu sein.

Es gibt derzeit ein deutsch-türkisches Dauerthema, das Schmähgedicht des Jan Böhmermann über Erdogan.

Was reizt die Öffentlichkeit so daran, warum reden alle darüber und was bedeutet dies für die Protagonisten?

Die Bekanntheitsgrade von Böhmermann und Erdogan sind wahnsinnig gestiegen. Kannte vorher kaum ein Deutscher den Türkendiktator, oder verwechselte ihn gar mit Clark Gable, so liegt Erdogans Bekanntheitsgrad bei Deutschen nach letzten Umfragen jetzt bei 123%. Bei Böhmermann verhält es sich ganz genau so: Ein deutscher Medien-Cäsar, nennen wir ihn hier kurz MD, bekennt öffentlich noch KEINE seiner Sendungen gesehen zu haben und kennt trotzdem den Namen Böhmermann, könnte ihn wohl sogar schreiben?

Jetzt sorgen entweder das Böhmermann-, oder das Erdogan-Marketing, wahrscheinlich aber beide, in koordinierter Form für Honorar steigernde Verknappung. Das ZDF ziert sich hinter den Kulissen bei Ablösepreisverhandlungen ihres Star-Comedians wie eine Jungfer mit dem türkischen Erdogan-TV.

Der Plan ist die Effizienzsteigerung der Zeit des Türkendiktators Erdogan, der sich derzeit mit 1.800(Weltrekord!) Beleidigungsklagen wegen Majestätsbeleidigung gegen türkische Bürger einzeln vor Gerichten streitet. Ein Wahnsinnsaufwand, Erdogan kommt praktisch zu nichts Anderem mehr!

Böhmermann wurde von Erdogans Marketing- und Medienberatern als geeignet befunden, Erdogan einmal wöchentlich zur besten Sendezeit auf das Übelste beleidigen zu dürfen und zwar in der Urform des deutschen Komikers, der des Hofnarren!

Dann tritt (Überraschung!) Erdogan live in der Sendung auf. Kopfschüttelnd, mit dem Zeigefinger drohend, gleich selbst zur Tat schreitend, den Frevel vor laufenden Kameras zu ahnden!

Die Berater erwarten eine wahnnsinnige Sehbeteiligung der Türken, eine weit über hundert Prozent liegende Zustimmungsrate zu ihrem Präsidenten und Freudenkundgebungen auf den Straßen wenn der den Frevler bestraft, die nur mit Wasserwerfern wieder unter Kontrolle zu bringen sein werden.

Leider kann Böhmermann dabei nicht hingerichtet werden, denn die Sendung ist als Fortsetzung angelegt, der Mann wird als Sidekick von Erdogan dringend gebraucht!

Von anfänglichen Überlegungen, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel als Kommentatorin (und Kampfrichterin (5,7 – 5,9 – 6,0 wie beim Kunsteis-Lauf) in die Sendung einzubauen ist man abgerückt. Zu gering war ihr Bekanntheitsgrad in der Türkei und „zu unlustig“ ihre Mimik.

Es tritt also im ersten Akt einer auf, der sich ‚was traut, was viele vielleicht heimlich auch gerne mal täten? Die Zuschauer sind hin und her gerissen zwischen Bewunderung des Frevlers und der Vorfreude über sein sogleich folgende Bestrafung.

Im zweiten Akt kommt die alles überragende Vaterfigur Erdogan ins Spiel und benennt das Vergehen und beginnt mit der Bestrafung. Böhmermann kriecht und windet sich unter Qualen. Die Autorität des Staates wird wieder hergestellt.

Die Bürger sind froh nicht in der Haut des Übeltäters zu stecken und schlauer als dieser zu sein, denn dieses Ergebnis war natürlich absolut vorhersehbar, wie der Auftritt und das Übersehen des Krokodils bei Kasperle!

Die Moral von der Geschicht‘, Diktator Erdogan beleidigt man nicht!


Jordaniens bemerkenswerte „religiöse Toleranz“!

22. Dezember 2015

Das kleine Königreich Jordanien gilt als Hort der Stabilität und Toleranz im arabischen Teil des Nahen Ostens und selbst unser Bundespastor Gauck „kriegte sich jüngst kaum ein“ bei seinem Staatsbesuch.

Wirklich alles super? Schau’n wir mal:
Wenn ein Mann der rund 180.000 jordanischen Christen sich schnell und günstig scheiden lassen will, dann konvertiert er am Besten zum Islam.

Das hat für ihn folgende erfreuliche Konsequenzen:
Nach Artikel 172 des Zivil-Gesetzes  bekommt ein muslimischer Mann automatisch die Vormundschaft, das Sorgerecht für alle Kinder* über 7 Jahre. Kinder unter sieben Jahren kann der Mann spätestens dann „einfordern“, wenn sie dieses Alter erreicht haben. 95% der Jordanier sind Muslime – wen wundert’s – auch dank dieser Sitten und Gebräuche!

Die Frau bekommt entsprechend keinen/wenig Unterhalt.
Der Mann kann sofort erneut heiraten. Der Christin bleibt dieser Weg verwehrt, es sei denn, sie konvertiert ebenfalls zum Islam oder von Römisch-Katholisch zur Griechisch-Orthodoxen Variante des Christentums, die mit etwas Hin und Her auch eine Scheidung ermöglicht.
Der Grund für diese Ungleichbehandlung ist eine fehlende Gleichheit durch ein identisches Zivilrecht für alle und statt dessen unterschiedliche religiöse Rechte diverser Religionen.

Die Christin und ihre christlich gebliebenen Kinder, also die unter sieben Jahren, können ihren jetzt muslimischen Ex-Gatten auch nicht beerben. Aber in der Praxis können anscheinend auch Kinder die jünger als 7 Jahre alt sind, vom muslimischen Vater eingefordert werden?

Die Christin kann den ganzen Schlamassel „easy“ umgehen, wenn sie ebenfalls konvertiert.

Ob Bundespastor Gauck das alles wusste, als er Jordanien mit seinem Besuch beehrte? Wir wissen es nicht!
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http://www.al-monitor.com/pulse/originals/2015/12/jordan-law-christians-convert-muslims-women-divorce.html?utm_source=Al-Monitor+Newsletter+%5BEnglish%5D&utm_campaign=2a4ea05342-December_22_2015&utm_medium=email&utm_term=0_28264b27a0-2a4ea05342-102306473


Wird’s dem IS in Syrien zu heiss, dann geht er halt nach Libyen?

18. November 2015

Weicht der IS unter dem Druck des Bombardements von Russen, Franzosen und der USA(?) demnächst nach Libyen aus?

Das glaubt zumindest der libysche „Außenminister“ Mohamed Dayri. Seine Regierung verfüge über glaubwürdige  Infos, wonach der IS von seinen neu rekrutierten Kämpern verlange sich nach Libyen zu orientieren und nicht mehr nach Syrien zu reisen!

La Libye, nouvelle base de Daech ? «Je crains que la Libye ne devienne dans un avenir proche le prochain sanctuaire de Daech», avertit le ministre libyen des Affaires étrangères, Mohamed Dayri, dont le gouvernement est reconnu par la communauté internationale.. (LE PARISIEN).

Sollte diese Info zutreffend sein, dann dürfte man diese Entwicklung in Syrien, dem Iran, dem Irak, der Türkei, bei der NATO* und in Israel mit einer gewissen Erleichterung sehen?
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*Im Libyen-Krieg haben die nahen NATO-Staaten Portugal, Spanien, Frankreich und Italien wie Flugzeugträger für die Bomber fungiert.


Paris, Manuel Valls : «Wir leben schon lange mit dieser terroristischen Bedrohung!»

16. November 2015

Der Premierminister erklärte in einem langen TV-Interview bei RTL, daß es kein „Null-Risiko“ gäbe. Das klingt fast nach einer Entlastung seiner Regierung und Person von der Verantwortung für die Zustände in Frankreich?

Man müsse sich auf „neue Antworten“ einstellen und er erklärt gleichzeitig die Streichung demokratischer Grundrechte und Freiheiten der Franzosen während des UN-Klima-Gipfels und der Welt-Klima-Konferenz COP21 von Ende November bis Mitte Dezember in Paris.

So sollen alle geplanten und genehmigten Demonstrationen nachträglich verboten und Konzerte und Kulturveranstaltungen abgesagt werden! Darüber gäbe es ein großes Einverständnis der Veranstalter und der Franzosen. Gestern hatte er noch Stolz von Paris als Welt-Hauptstadt gesprochen, heute plant er offenbar eine Welt-Haupstadt der Angst und des Ausnahmezustandes?

Dann kommt die ganz große Angst-Mache: Das Land müsse sich in den kommenden Tagen und Wochen auf neue Anschläge einstellen. «Wir wissen, daß sie Anschläge planen, nicht nur in Frankreich, sondern auch in anderen Ländern Europas. Das Kommuniqué des IS von Samstag zeige mögliche Bedrohungen auf. Er möchte zwar keine Angst machen, aber es gäbe auch kein Null-Risiko!

In Bezug auf die Attentate kündigte er eine Initative im Ministerrat zur Schließung radikaler Moscheen UND Vereine an!
Man müsse, DAS SAGE ER SEIT MONATEN, alle Ausländer ausweisen, die sich ungebührlich benehmen, gegen unsere Werte polemisieren, gegen die Republik agieren. Dies sei ein Kampf der Werte und der Zivilisationen!
In der letzten Nacht hätten über unter den Bedingungen des Ausnahmezustandes 150 Durchsuchungen stattgefunden, darunter ungefähr 30 im Großraum Paris alleine. Es hätte Verhaftungen und Waffen- und Sprengstoff-Funde gegeben, darunter Kriegswaffen wie Sturmgewehre und Granat- oder Raketenwerfer.

Valls beglückwünschte sich selbst zum Luftschlag der französischen Luftwaffe gegen die IS-Hochburg Raqqa, wo mit einem Dutzend aus Jordanien und den Arabischen Emiraten gestarteten Kampfflugzeugen 20(!) Bomben abgeworfen worden seien und dabei eine Kommando-Zentrale und ein Ausbildungslager des IS zerstört worden seien. (lefigaro.fr)
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http://www.lefigaro.fr/politique/le-scan/citations/2015/11/16/25002-20151116ARTFIG00083-valls-nous-allons-vivre-longtemps-avec-cette-menace-terroriste.php


Allen Toussaint: Tod in Madrid!

11. November 2015

Nach seinem Konzert im Teatro Lara in Madrid an diesem Montag Abend erlitt der 77-jährige US-Musiker Allen Toussaint im Hotel einen Herzinfarkt, dem er wenig später in der Klinik „Hospital Fundación Jiménez Díaz“ erlag. Während des eineinhalbstündigen Konzertes wirkte er munter und lebhaft und an dessen Ende mischte er sich unter die Zuschauer, mit denen er sich unterhielt.

Der Pianist, Sänger, Komponist und Arrangeur aus New Orleans galt als einer der Meister des Rhythm & Blues, dessen Stücke auch von den Stones, Bo Diddeley, The Who und Elvis Costello gespielt wurden.

Vor zehn Jahren verlor er beim Hurrican Katherina sein Haus und Studio in New Orleans, der Stadt, der er eine wunderbare Wiedergeburt konstatierte.

Im Jahr 1998 wurde er in die Rock & Roll Hall Of Fame aufgenommen und 2013 verlieh ihm Obama die Ehrenmedaille der Kunst.
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http://www.abc.es/cultura/musica/abci-ultimo-concierto-allen-toussaint-4604790915001-20151110120000_video.html


RAJOY IST WERT LOS!

26. Juni 2015

Nachdem er angekündigt hatte, wenige Monate vor den nationalen Wahlen im September seine Regierung nicht mehr ändern zu wollen, hat Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy Brey genau dies getan: Er tauschte den wohl unstrittig schwächsten Minister seines Teams aus, den vierten Wechsel dieser Legislaturperiode!

Ein Befreiungsschlag, auch nur ein Zeichen des Aufbruchs, sähe wohl anders aus?

José Ignacio Wert, mit 65 im besten Rentenalter, war Rajoys „Weihnachtsgeschenk“ des Jahres 2011 an die Spanier. Er stand umstritten und ziemlich erfolglos an der Spitze des Ministeriums für Bildung, Kultur und Sport. Er wird für immer mit dem Namen des heftig umstrittenen Gesetzes LOMCE (Ley Orgánica para la Mejora de la Calidad Educativa) verbunden bleiben in der Erinnerung der Spanier…

Zu den persönlichen Höhepunkten seiner Amtszeit gehörte eine Beziehung zu seiner zehn Jahre jüngeren Sekretärin und „Rechten Hand“, die nun auf wundersame Weise einen Job als Vizedirektorin einer internationalen Bildungsinstitution in Paris bekam. Die wird er nun im Juli als Rentner heiraten, seinen Lebensmittelpunkt nach Paris verlagern und seine Frau zum Arbeiten schicken! Das kulturelle Madrid, ganz Spanien atmet auf…

Wert wurde nun durch den Staatssekretär für EU-Angelegenheiten, Iñigo Mendez de Vigo, ersetzt.
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