Ausnahmezustand verbietet „Semana Santa“ in Spanien!

17. März 2020

Die Semana Santa, die „Heilige Woche“, in Deutschland schnöde die Karwoche genannt, ist eine ritualisierte Massenbewegung in der Millionen Spanier ihre Familien und damit ihre Wurzeln besuchen, überall im Land. Technisch betrachtet eine verkehrtechnische Herausforderung mit immer neuen Superlativen des Verkehrsaufkommens und damit zwangsläufig verbunden, mit hohen Unfalls-, Verletzungs- und Todesraten.

Dies dürfte in diesem Jahr 2020 total anders werden, denn der Ausnahmezustand wegen der Coronavirus Pandemie „Covid-19“ verbietet schlichtwegs dieses soziale Massenphänomen! Millionen Spanier werden sich NICHT mit Eltern, Geschwistern, Familien und Freunden treffen können und dies in einem Land, wo Familie und Freunde einen ganz besonderen, lebenslangen Stellenwert besitzen…

Ein paar Zahlen zu diesem Phänomen: Im letzten Jahr 2019 bewegten sich in der Semana Santa 15 Millionen Spanier in Pkw’s auf den Straßen, 6 Millionen in Bussen, 5 Millionen in Flugzeugen und 3 Millionen in Zügen. Sie wollten rituell Familie und Freunde besuchen. Das ist für 2020 vollkommen abgesagt!

Zwar haben die traditionell daran beteiligten religiösen Zentren in Andalusien wie Sevilla, Málaga o Murcia ohnehin bereits alle religiösen Veranstaltungen abgesagt, aber es ist, das heisst es war, auch zugleich immer ein Ausnahmezustand an Feiern, dessen Preis an Staus und Unfällen und Todesfällen (27 Tote in 2019!) auch stets akzeptiert wurde ohne die Aktion in Frage zu stellen. Dies wird in 2020 anders sein…


Das Jahrhundert der Entsolidarisierung?

18. Januar 2020

Die neo-nationale Manipulation von EU-Staaten, sowohl durch Aussenstehende, als auch durch Insider, auf der Grundlage historischer und geographischer Konstellationen und „Feindbilder“ ist erschreckend, denn wir haben anscheinend nichts dazu gelernt?

Ich hätte diese Entwicklung vor 20 Jahren, zur Jahrtausendwende Silvester auf dem Jahnplatz in Bielefeld, nicht für möglich gehalten. Ich erwartete vielmehr das Jahrtausend der Frau und in diesem Punkt hat es tatsächlich Fortschritte gegeben.

Wir erleben Entsolidarisierung auf allen Ebenen, egal ob diese nun als Nationalismus, Separatismus oder Privatisierung gemeinnützig relevanter Organisationen und Einrichtungen auftreten.

Was heute zählt sind sektierische Glaubenssätze bar jeder Faktenlage, für die Akteure zwar die bequemste Form der Politik, die jedoch zwangsläufig zur absoluten Kompromissunfähigkeit führen und so Gesellschaften von innen heraus zerstören..


Gelbwesten demonstrieren heute zum 45. Mal in Frankreich!

21. September 2019

In Paris sind 7.500 Sicherheitskräfte zusammengezogen worden. In der französischen Hauptstadt wird es langsam eng, denn es wird gleichzeitig auch gegen die Rentenreform und für das Klima demonstriert. Zahlreiche Metro-Stationen sind heute geschlossen. Die Polizei meldete bis 14 Uhr 106 Festnahmen. Darüber hinaus gab es 174 Verwarnungen für Menschen, die sich in Zonen versammelten, für die ein Versammlungsverbot ausgesprochen worden war. Viele öffentlichen Gebäude, Denkmäler und Museen sind vorbeugend geschlossen. Mitte November werden sich zum ersten Mal die Demos der Gelbwesten jähren. Präsident Macron hat zwar breite Diskussionen über alle Institutionen hinweg angestoßen, viele konkrete Verbesserungen bezüglich der ursprünglichen Anliegen der Gelbwesten sind mir so „ad hoc“ jedoch nicht erinnerlich? Gab es etwa keine?

Nachtrag, ca. 16 Uhr:
Die Organisationen Greenpeace und Jugend für das Klima haben zum Verlassen der Demo aufgerufen, weil friedliche Demonstranten und ihre Familien den Aggression des Schwarzen Blockes und der Polizei ausgesetzt seien, die eifrig Tränengas einsetze!

Auch wird gemeldet, daß mehrere Geschäfte zerstört worden seien. Die Klima-Demo sei angeblich keine 500m vom Ausgangspunkt gestoppt worden. Es seien Barrikaden in Brand gesetzt worden. Schwarze Rauchwolken in einem sonst sonnigen Paris.

Die Polizei bezifferte den den gewalttätigen Schwarzen Block innerhalb der Klima-Demo auf etwa 1.000(!) Personen!

Es gibt aber auch entgegengesetzte Meldungen, daß man gemeinsam demonstrieren solle. Es scheint ein gewisses „Medien- und Kommunikations-Chaos“ zu herrschen im Moment?


England und Wales haben höchste Gefangenenquote in Westeuropa!

14. März 2017

Die Häftlingsquote von 148,3 Gefängnisinsassen pro 100.000 Bewohnern sei fast dreimal so hoch wie in den Niederlanden! In der Summe sind das relativ stabile 86.000 Inhaftierte! Passt nicht so ganz zur berühmten britischen Toleranz? Das steht in der neuen SPACE-Studie*

im Vergleich:

137,9 Häftlinge pro 100.000 Einwohnern in Spanien
098,3 Häftlinge pro 100.000 Einwohnern in Frankreich
086,4 Häftlinge pro 100.000 Einwohnern in Italien
077,4 Häftlinge pro 100.000 Einwohnern in Deutschland, bei Erdogans Nazis!

Eine der möglichen Erklärungen für diese im Vergleich zu Deutschland fast doppelt so hohe Zahl von Häftlingen könnte in der mit 10 Jahren jüngsten Strafmündigkeit in Europa liegen, zusammen mit Nordirland und der Schweiz, wo sie ebenfalls bei zehn Jahren Lebensalter liege?

Während hier bei uns einige im Wissen, daß ihnen unter 14 Jahren keine Gefahr droht richtig sorglos Gas geben, werden sie in besagten Ländern eingesperrt. Aber wollen wir das wirklich auch, ich denke nicht?

England und Wales haben mit 7.439 (rund 10%) auch die größte Anzahl an Lebenslänglichen in Europa.

Im Vergleich:
1.883 Lebenslängliche in Deutschland
1.611 Lebenslängliche in Italien
1.804 Lebenslängliche in Russland (weniger als DEU? Putin hat bestimmt die Zahlen gefaked?)

Der Durchschnitt an Gefangenen in ganz Europa lag 2015 bei 134,7 Gefangenen pro 100.000 Einwohner und ist zum Vorjahr 2014 um 7% zurück gegangen.

Die stärksten Rückgänge verzeichneten um
-18% Griechenland(!)
-10% Kroatien
-11% Dänemark
-9,7% Nordirland
-9,5% Niederlande

Die größten Zunahmen an Gefängnisinsassen gab es mit
20,5% Georgien
12% Mazedonien
11% Türkei
11% Tschechien

Trotz des generellen Rückganges der Häftlingszahlen sind in 15 von 45 untersuchten Staaten, also in einem Drittel die Gefängnisse überfüllt!

Häufigster Grund für eine Gefängnisstrafe in Europa sei mit 18,7%, grob gesagt in knapp jedem Fünften Fall, der Drogenmissbrauch!

Die häufigsten Strafen liegen zwischen 1-3 Jahren Haftstrafe.

*Diese Studie SPACE wurde im Auftrag des Europa-Rates von der Universität Lausanne in der Schweiz erstellt: http://wp.unil.ch/space

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https://www.theguardian.com/society/2017/mar/14/england-and-wales-has-highest-imprisonment-rate-in-western-europe


Proteste in der Türkei: Vergewaltigung kann man nicht legalisieren!

20. November 2016

Am kommenden Dienstag soll in der Türkei ein Gesetz verabschiedet werden, dem zu Folge Vergewaltiger von Minderjährigen von ihren Haftstrafen begnadigt werden sollen, wenn sie das Opfer heiraten!

Die AKP rechnet selbst mit etwas dreitausend betroffenen Familien! In den meisten Fällen kamen diese Vergewaltigungen von Minderjährigen erst ans Tageslicht, wenn das Opfer zur Entbindung in ein Krankenhaus kam. Erst danach wurden die Behörden tätig, die Täter zu Haftstrafen verurteilt. Die Ärzte sind zur Meldung verpflichtet, wenn eine Minderjährige entbindet. Aber so wird argumentiert, dies ließe die junge Mutter mit ihrem Kind in einer verletzlichen Situation zurück. In einigen ländlichen Gebieten werden Ehen sowieso ab einem Brautalter von 15 Jahren praktiziert. In vielen Fällen erfolgt nur eine religiöse Zeremonie und kein offizieller Eintrag ins Zivilregister.

Die AKP versucht also den „Macho-Pragmatismus“ gesetzlich zu verankern, daß wenn die minderjährige, vergewaltigte Mutter vom Täter geheiratet würde, so schließlich für Mutter und Kind „gesorgt sei“ und der Staat fein aus der Sache raus wäre. Dazu müsse der Vergewaltiger aber aus dem Gefängnis entlassen werden „um sich so überhaupt erst um seine Familie kümmern zu können“!

Frauenbewegungen laufen in zahlreichen Städten Sturm gegen diese Pläne.  Teile der AKP treten sowieso aktiv für Absenkung des Heiratsalters ein, die Religion erlaube die Verheiratung von 13-jährigen (wahrscheinlich auch gegen deren Willen und ohne der späteren „Gatten“ vorher zu kennen?).

Wenn wir in Bälde wegen Erdogans Säuberungen in der Türkei eventuell verstärkt mit türkischen Asylsuchenden in Deutschland rechnen müssen, wie werden sich unsere Behörden dann verhalten, wenn ein Asylant mit minderjähriger Ehefrau einreist oder eine solche per Familienzusammenführung nachholen möchte?
Wird sie einfach augenzwinkernd ein paar Jahre älter gemacht und alles ist gut?
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http://www.lavanguardia.com/internacional/20161120/411995551497/turquia-ley-violadores-menores-matrimonio-victima.html


Wegen eines Furzes: Streit bis auf’s Blut!

15. März 2016

Zwei Familienclans in Torrent, País Valenciana, im Stadtteil Xenillet sassen am Sonntagnacht zusammen.

Einer der Jugendlichen furzte, einer des anderen Clans furzte zurück. Man begann heftig zu diskutieren.

Eine Frau des einen Clans mischte sich in die Diskussion ein und begann sich mit einer anderen Frau zu prügeln.

Der Streit wurde immer heftiger. Es kam zu einem Schusswechsel.

Es gab 4 Verletzte, zwei davon (Vater und Sohn) durch Schüsse. Der Vater liegt im Besorgnis erregendem Zustand auf der Intensivstation.

50 Polizisten waren im Einsatz die streitenden Clans zu trennen.
Alles wegen eines blöden Furzes….

Und die Moral von der Geschicht‘:
Auf jeden Furz reagiert man nicht!

 


Macht Liebe, keine Überstunden!

10. März 2016

500.000 / 224.000 gingen nach Schätzung der Gewerkschaften / der Polizei in 144 Städten (in 176 Städten, wenn man die Eisenbahnerstreiks dazu rechnet) in Frankreich gegen die geplante Verschlechterung der Arbeitsgesetze durch das in der Öffentlichkeit nach der zuständigen Ministerin benannte „loi El Khomri“ der Regierung Valls des Präsidenten Hollande mit diesem einprägsam-lustvoll-verlockenden Motto auf die Straßen!

Ob in Rennes, in Toulouse, in Lille oder Paris (100.000 / 30.000!), es folgten auffällig viel Schüler und Studenten diesem Aufruf der Gewerkschaften und Jugendorganisationen, der in Zeiten einer „linken“ Regierung eine Seltenheit darstellt. Für nächsten Donnerstag, den 17. März wird erneut zu Demos, diesmal an den Universitäten, aufgerufen. Alles sei über Facebook organisiert worden. In Toulouse sind 10.000 auf die Straßen gegangen unter dem Motto „Sozialisten, wütend gegen den rechten Flügel der PS, der die soziale Krise auslöste!“

Aber auch die vom extrem unpopulären Präsidenten Hollande geplante Aberkennung der französischen Staatsbürgerschaft für Doppelstaatler, die wegen Terrorismus verurteilt worden seien, erregt weiterhin die Gemüter. „Es gäbe künftig zwei Klassen von Franzosen, dieses Gesetz sei unmoralisch und würde Parias in der französischen Gesellschaft erzeugen!“

Es wurden Plakate getragen mit dem Slogan „PS – Keine Zukunft!“

Dem Sozialisten Hollande wurde bestätigt, schlimmer als der neoliberale Sarkozy zu sein!