„Arbeitskampf“ in Pariser-Polizei-HQ: Funktionär tötet 4 Kollegen mit Messer, wird dann erschossen!

3. Oktober 2019

Das Polizeihauptquartier von Paris, im Vierten Bezirk, auf der I’île de la Cité in der Seine gelegen, wurde heute Mittag gegen 13 Uhr zum Schauplatz eines Verbrechens, das ein Licht auf die Verhältnisse bei der französischen Polizei wirft. Sie haben dieses Jahr eine extrem hohe Selbstmordrate (ich schrieb darüber), bedingt durch Stress, durch Millionen unbezahlter Überstunden, durch Ausnahmezustand, ein Jahr Gelbwesten-Demo-Samstage gegen die eigene Bevölkerung, aber auch Ereignisse wie den G7 in Biarritz, die Großbrände der benachbarten Kathedrale Notre Dame, der Chemiefabrik  LUBRIZOL in Rouen und anderen Anlässen.

Das Gelände wurde weiträumig abgesperrt. Die Station „Cité“ der Metrolinie 4 wurde gesperrt. Von Chaos und Panik im Gebäude war die Rede.

Heute Nachmittag sollen die „Unrühmlichen Drei“ Präsident Macron, Premier Philippe und Innenminister Castaner den Tatort aus Solidarität mit der Polizei aufsuchen. Dabei dürften es hauptsächlich genau diese drei Politiker sein, die für die Zustände bei der französischen Polizei die Verantwortung tragen? In ganz Frankreich hatten verschieden Polizeigewerkschaften bereits Demos geplant und veranstaltet, wegen der unerträglichen Zustände und nun dies! Gestern hatte z.B. die Polizeigewerkschaft https://www.facebook.com/SyndicatFrancePolice/ mit 27.000 Polizisten demonstriert! Der Job des Innenministers Castaner dürfte ernsthaft wackeln, allerdings tut er dies nicht zum ersten Mal und bisher hielten die Drei solidarisch zusammen…

Der Täter , er soll ein 45-jähriger Informatiker sein, geboren in Fort-de-France, der Hauptstadt von Martinique, auf den Französischen Antillen, der seit 20 Jahren in dieser Funktion arbeitete, hatte in seinem Büro in der ersten Etage anscheinend „Meinungsverschiedenheiten“ mit seinem Vorgesetzten, den er darauf hin erstach und seinen Amoklauf, dann in zwei anderen Büros dieser Etage fortsetzte? Dann rannte er die Treppe hinunter und stach dabei auf zwei Polizei-Kolleginnen ein, wobei er die eine Frau tötlich, die andere Frau lebensgefährlich verletzte. Im Innenhof begegnete er dann dem sechsten Polizisten, der ihn schließlich mit einer Salve aus seiner MP tötete. Harpon hat demnach also drei Männer und eine Frau getötet und eine weitere Frau schwer verletzt. Diese soll nach einer Operation inzwischen aber außer Lebensgefahr sein.

Wenn dies alles so zutrifft, wovon zur Zeit auszugehen ist, dann reiht sich dieses Attentat in eine ganze Reihe ähnlicher Fälle in Europa, bei denen radikalisierte Islamisten mit Messern Menschen abschlachten. Besonders London, Paris und Brüssel taten sich hier negativ hervor…
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https://www.francetvinfo.fr/faits-divers/police/direct-attaque-couteau-homme-arme-paris-policier-prefecture-police-parquet-blesse-cite_3642867.html#xtor=EPR-51-%5Bparis-l-agresseur-au-couteau-est-un-fonctionnaire-de-la-prefecture-de-police_3642867%5D-20191003-%5Bbouton%5D

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NACHTRAG: 04.10.2019

Der LE FIGARO schreibt am 04.10.2019 Neues über den Attentäter vom Polizei-Hauptquartier in Paris:
Demnach soll dieser Mikaël Harpon hörbehindert, fast taub gewesen sein. Er wohnte in Gonesse, Val-d’Oise, in einer Gegend in der zahlreiche Polizeikollegen wohnen, die ihn kannten. Diese werden im Artikel teils namentlich genannt. Harpon soll in der Nacht vor dem Anschlag zwischen 03-04 Uhr Morgens zweimal laut „Allah Akbar“ gerufen haben. Er sei vor über 18 Monaten zum Islam übergetreten, habe daraus kein Geheimnis gemacht, sondern habe in eine „djellaba“ („dieses Nachthemd?“) gekleidet häufig die Moschee in Fauconnière à Gonesse besucht. Bei der Polizei hat man diese Enwicklung anscheinend nicht wahrgenommen?
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http://www.lefigaro.fr/actualite-france/info-le-figaro-selon-un-temoignage-le-tueur-de-la-prefecture-de-police-aurait-crie-allah-akbar-la-nuit-precedente-20191004


Großbrand in Chemiefabrik LUBRIZOL in Rouen entwickelt sich zum Skandal!

1. Oktober 2019

Die Bevölkerung ist wegen der Vergiftung der ganzen Gegend, also von Luft, Landschaft, Immobilien, Mensch und Tier sehr besorgt. Viele Menschen tragen Atemschutzmasken in der Öffentlichkeit.

Die Regierung versucht den Skandal herunter zu spielen und antwortet mit einer Untersuchung der Ursachen des Brandes. LUBRIZOL sei der größte und wichtigste Industrieunfall in Frankreich seit AZF in Toulouse im Jahre 2001.

Die Behandlung dieses Dramas, das unsere Heimat Rouen erleidet ist skandalös und erniedrigend, so der National-Sekretär der französischen Grünen EELV, David Cormand. Alle Nicht-Regierungsparteien fordern Transparenz, Aufklärung von Emmanuel Macron.

Das hilft den Betroffenen zwar erst einmal nicht, aber immerhin…

Der Präfekt von Normandie und Seine-Maritime, Monsieur Durand sagte lakonisch und durchaus zweideutig „unsere Luftqualität in Rouen bewegt sich im normalen Bereich“.

Kein Wort zur möglicherweise großflächigen Vergiftung von Land und Leuten mit Giften, Kohlenwasserstoffen, Ölen, Chemikalien und Microfasern!

Kein Wort auch zu den Brandursachen in einem Chemieunternehmen, „das perfekt auf dem Stand der Technik und der gesetzlichen Vorschriften gewesen sei“.

Während vor Ort also die Sorgen und Ängste der Bevölkerung beschwichtigt werden, haben mindestens 5 Bürger „Anzeige gegen Unbekannt“ gestellt um wenigstens zu versuchen auf dem Weg über die Justiz die Verantwortlichen ersichtlich zu machen.

Fünf Tage nach dem Großfeuer wurden am Montag, den 30. September die insgesamt 237 Schulen und ähnliche Einrichtungen für Kinder wieder eröffnet.

PS: Während also doch „alles schwer in Ordnung war bei“ LUBRIZOL in Rouen, Normandie, dürfen in der Umgebung keine Agrarprodukte aus Freilandanbau mehr zum menschlichen Verzehr in Verkehr gebracht werden, man kann ja nie wissen. Die Landwirtschaftskammer forderte vorsorglich bereits Schadensersatz für die betroffenen Agronomen. Auch die unverzügliche Einrichtung einer parlamentarischen Untersuchungskommission wird verlangt.
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https://www.francetvinfo.fr/faits-divers/incendie/incendie-d-un-site-seveso-a-rouen/incendie-de-l-usine-lubrizol-de-rouen-ce-que-l-on-sait-et-ce-que-l-on-ignore-encore-trois-jours-apres-le-sinistre_3636263.html#xtor=EPR-51-%5Bincendie-de-l-usine-lubrizol-de-rouen-ce-que-l-on-sait-et-ce-que-l-on-ignore-encore-trois-jours-apres-le-sinistre_3637097%5D-20190929-%5Btitre%5D


Endgültige Schließung von Fessenheim (Haut-Rhin) erneut angekündigt!

30. September 2019

Die Schließung der beiden ältesten AKW-Blöcke, die seit 1977, dem Geburtsjahr des amtierenden Präsidenten Emmanuel Macron in Frankreich in Betrieb sind, war von Ex-Präsident François Hollande zu Ende 2016 angekündigt worden.

Doch immer kam etwas dazwischen, zu sehr liebten die Franzosen ihr strahlendes Schätzchen, das im Ernstfall Südbaden, die Nordwestschweiz und das Elsaß unbewohnbar machen würde und dies auch heute noch jeden einzelnen Tag seines Betriebes.

Da der Standort in einem Gebiet tektonischer Aktivitäten liegt, müsste ein die ultimative Katastrophe auslösender Fehler nicht einmal direkt aus dem technischen Bereich kommen, ein paar simple Erdbebenstöße würden genügen…

Die EDF kündigte nun heute, 30. September 2019 in einem Kommunikee an, daß die allerletzte definitive Schließung des ersten der beiden Reaktoren zum 22. Februar 2020 und die des zweiten Reaktors zum 30. Juni 2020 erfolgen soll, darauf ihr

GANZ, GANZ GROSSES EHRENWORT, VERSPROCHEN!

Damit würde die Schließung, so sie denn diesmal wirklich erfolgt, sogar etwa einen Monat früher als beim letzten Versprechen von Februar 2019 realisiert werden!

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https://www.francetvinfo.fr/societe/nucleaire/la-centrale-nucleaire-de-fessenheim-sera-definitivement-arretee-en-juin-2020-annonce-edf_3638181.html#xtor=EPR-51-%5Bla-centrale-nucleaire-de-fessenheim-sera-definitivement-arretee-en-juin-2020-annonce-edf_3638181%5D-20190930-%5Bbouton%5D

https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Fessenheim


Gelbwesten demonstrieren heute zum 45. Mal in Frankreich!

21. September 2019

In Paris sind 7.500 Sicherheitskräfte zusammengezogen worden. In der französischen Hauptstadt wird es langsam eng, denn es wird gleichzeitig auch gegen die Rentenreform und für das Klima demonstriert. Zahlreiche Metro-Stationen sind heute geschlossen. Die Polizei meldete bis 14 Uhr 106 Festnahmen. Darüber hinaus gab es 174 Verwarnungen für Menschen, die sich in Zonen versammelten, für die ein Versammlungsverbot ausgesprochen worden war. Viele öffentlichen Gebäude, Denkmäler und Museen sind vorbeugend geschlossen. Mitte November werden sich zum ersten Mal die Demos der Gelbwesten jähren. Präsident Macron hat zwar breite Diskussionen über alle Institutionen hinweg angestoßen, viele konkrete Verbesserungen bezüglich der ursprünglichen Anliegen der Gelbwesten sind mir so „ad hoc“ jedoch nicht erinnerlich? Gab es etwa keine?

Nachtrag, ca. 16 Uhr:
Die Organisationen Greenpeace und Jugend für das Klima haben zum Verlassen der Demo aufgerufen, weil friedliche Demonstranten und ihre Familien den Aggression des Schwarzen Blockes und der Polizei ausgesetzt seien, die eifrig Tränengas einsetze!

Auch wird gemeldet, daß mehrere Geschäfte zerstört worden seien. Die Klima-Demo sei angeblich keine 500m vom Ausgangspunkt gestoppt worden. Es seien Barrikaden in Brand gesetzt worden. Schwarze Rauchwolken in einem sonst sonnigen Paris.

Die Polizei bezifferte den den gewalttätigen Schwarzen Block innerhalb der Klima-Demo auf etwa 1.000(!) Personen!

Es gibt aber auch entgegengesetzte Meldungen, daß man gemeinsam demonstrieren solle. Es scheint ein gewisses „Medien- und Kommunikations-Chaos“ zu herrschen im Moment?


Von 42% auf 28%! Jean-Luc Mélenchons Beliebtheit bei den Franzosen im Freien Fall!

20. September 2019

73% der Franzosen empfinden ihn als agressiv, 72% als unsympathisch und 71% als unehrlich seit die Bilder seines unsagbaren Auftritts bei der Durchsuchung seiner Parteizentrale per Facebook um die Welt gingen!

In seiner eigenene Partei LFI ist es aber genau umgekehrt. Hier empfinden ihn 92% als kompetent, 89% als ehrlich und 87% gar als symphatisch, als einen positiven Anführer, der natürlich im Recht ist, dem Übles geschieht von dem bösen, bösen Macron-Staat, gegen den man sich natürlich wehren muß, fast so wie die Gelbwesten halt. Wieder eine neue Politik-Sekte mit pseudoreligiösem Charakter, Argumenten und Bildern nicht mehr zugänglich?

Knapp 2/3 der Befragten sehen die Untersuchungen gegen LFI aber NICHT als eine politisch gesteuerte Aktion, zumal Untersuchungen dieser Art nicht ungewöhnlich sind und zuvor auch in Mitte-Rechts und Rechten Parteien stattfanden und keine dieser anderen Parteien teilt mehrheitlich diese Ansicht einer „Politischen Aktion“.

Trotzdem stellt sich mir aus Aussenstehender und Nicht-Franzose die Frage, wie man sich beim Betrachten dieser Bilder fühlen muß, beim AUSFLIPPEN, beim Kontrollverlust eines Mannes, der um das Amt eines französischen Staatspräsidenten kandidierte, für eine Linke(!) Partei, hier aus geringem Anlaß vollkommen die Nerven verliert und der einen kleinen Polizisten provozierend ins Gesicht schreit, daß ER der Staat, die Republik sei!
Dieser Polizist behielt in dem Geschrei und Getmümmel jedoch die Nerven, ließ sich nicht provozieren, versäumt höchstens Mélenchon seinerseits darauf hinzuweisen, daß ER, der Polizist GENAUSO sehr die Republik sei, wie der Abgeordnete und zwar kein bißchen weniger als der Herr Abgeordnete.

Man darf wohl voraussetzen, daß Mélenchon die Strukturen von Polizei und Justiz in Frankreich sehr genau kennt und deshalb wissen müsste, an WEN er sich mit seinem Protest zu richten hätte? An den kleinsten Polizisten im Ablauf dieser Aktion, quasi an einen Befehle empfangenden „Türsteher“ jedoch ganz sicher nicht!

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https://www.francetvinfo.fr/politique/melenchon/jean-luc-melenchon-en-chute-libre-dans-les-sondages-pres-des-trois-quarts-des-francais-ont-une-mauvaise-opinion-de-lui_3623425.html


Ist Jean-Luc Mélenchon wirklich die Französische Republik?

19. September 2019

Der Führer der französischen Linken von “La France insoumise“ (LFI) musste im Oktober 2018 eine Durchsuchung seiner Parteizentrale erdulden. Ermittelt wurde wegen der Kosten seiner Wahlkampagne im Wahlkampf 2017, die nach oben gedeckelt sind und anscheinend gelegentlich mehr oder weniger kunstvoll überschritten werden. Dabei ist er in „unguter Gesellschaft“, denn das passierte einem leibhaftigen Ex-Präsidenten Sarkozy auch schon mal.

Davon unabhängig wurden auch die Beschäftigungsverhältnisse der Angestellten der Europaparlamentarier von LFI untersucht, denn diese dürfen nur auf der EU-Gehaltsliste stehen, wenn sie tatsächlich ihre Arbeit vor Ort in Brüssel leisten und nicht in Paris oder sonst irgendwo in Frankreich. Darüber könnte Marine Le Pen ihm mehr erzählen, wenn er mit der Rechten sprechen würde.

Es gab also an diesem Dienstag, den 16. Oktober 2018 so gegen 10:30 Uhr, zwei parallele Untersuchungen am Sitz der LFI.

Anscheinend waren diese als große Polizeiaktionen inszeniert worden, auch die Presse war vor Ort, zumindest Kameraleute des Magazins „Quotidien“ filmten das Spektakel.

Ankommenden Abgeordneten wurde von der Polizei schon der Zugang zum Treppenhaus verwehrt. Erst auf das Argument hin, wieso man den Repräsentanten Frankreichs den Zugang zu Treppen verweigere, die nicht Gegenstand der Durchsuchung seien, wurden sie schließlich von der Polizei hinauf, aber nicht in die Räume der Parteizentrale hinein gelassen. Sie sollten also nicht Zeugen der Untersuchung sein können.

Anfangs ging alles noch friedlich und höflich zu, die Atmosphäre heizte sich aber mit andauerndem Wortwechsel zwischen Polizei und Politikern zunehmend auf. Später schob man sich gegenseitig die Schuld zu und der Parteisprecher Manuel Bompard sprach gegenüber von Le Monde sogar von Polizeigewalt!

Um 11Uhr erschien dann Jean-Luc Mélenchon vor Ort. Er kam von einer mehrstündigen Durchsuchung seiner Wohnung und war sichtlich in Rage. Er rief seine Anhänger, bzw. Parteimitglieder dazu auf die Parteizentrale zu verteidigen:

„Auf, gehen wir rein! Das ist nicht die Justiz! Das ist nicht die Polizei, all das hier! Das ist ein politischer Coup! Sie befolgen Befehle die unmoralisch und ilegal sind! Los, macht mir diese Tür auf! Man wird sehen, ob man mich daran hindern kann, meine Räume zu betreten! Wir sind keine Banditen! In wessen Namen verbieten sie mir meine Räume zu betreten? Ich bin Parlamentarier und sie sind nicht Benalla(*) Sie sind Polizisten der Republik!

DIE REPUBLIK, DAS BIN ICH!

Die aufgeladene Szene mit dem ausflippenden Jean-Luc Mélenchon gibt es als Film bei Twitter, der die hautnahe Bedrängung des ruhigen Polizisten in Zivil zeigt, dessen Versuch, Mélenchon zurückzuschieben von diesem mit „Sie berühren mich nicht!“ beantwortet wurde. Dann versuchten Mélenchons Leute die Tür aufzubrechen, bis sie eine offene Nebentür entdeckten und auf diesem Wege in die Parteizentrale gelangten.

Dort ging es heftig weiter. Polizei und Justiz-Beamte wurden angeschrien, bedrängt, zu Boden gestoßen, beleidigt und „gedutzt“! Immer wieder wurde auf die eigene Bedeutung hingewiesen.

Die Folgen dieser Aktion:
Der Ex-Präsidentschaftskandidat Jean-Luc Mélenchon, der 2017 gegen Emmanuel Macron die französische Präsidentschaftswahl verloren hatte, muss sich heute und Morgen in Bobigny vor Gericht verantworten. Ihm und fünf anderen Abgeordneten der LFI, darunter Alexis Corbière, Bastien Lachaud und Manuel Bompard, wird Bedrängung, Nötigung eines Magistrates, Rebellion und Provokation vorgeworfen.

Jean-Luc Mélenchon nennt diesen Prozess „Macron-Justiz“!
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*Die Affaire Benalla, handelt von einem „gefühlten Polizisten“, besser einem privaten Sicherheitsberater aus dem engsten Umfeld des Präsidenten Macron, der sich in verschiedener Weise und vollkommen außerhalb der offiziellen Strukturen Rechte und Kompetenzen anmaßte und sich folglich Vergehen schuldig machte. Alexandre Benalla verprügelte, als Polizist verkleidet und von der anwesenden Polizei akzeptiert, am 1. Mai Demonstranten, er trug ilegal, ohne Waffenschein, eine nicht registrierte Waffe in der Umgebung des Präsidenten, stellte so ein Sicherheitsrisiko für den Präsidenten dar und er bediente sich noch nach seinem Ausscheiden diverser Diplomatenpässe für private Reisen und Aktivitäten in Afrika…

https://www.n-tv.de/politik/War-Leibwaechter-eine-Bedrohung-fuer-Macron-article20866718.html

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http://www.lefigaro.fr/politique/le-scan/perquisitions-a-lfi-le-proces-de-jean-luc-melenchon-s-ouvre-ce-jeudi-20190919?utm_source=CRM&utm_medium=email&utm_campaign=%5B20190919_NL_ACTUALITES%5D&mediego_euid=%5B3207158%5D&een=c07d50fdca8395233c78eff3b69d0b08&seen=6&m_i=_ybR6Q8lqjAwNGrZOzHhmdcmy5KB9dwLpK06kNv882iGQfcc14PyoLQFr12iuikwjQO3%2BMU18S1OjvJD_il8UbpzlvBWEuaZ_7

 


Was geschah mit Steve?

31. Juli 2019

In Nantes (Loire-Atlantique) fand im Juni das jährliche Musikfestival statt. Zunächst war alles wie immer, laute Musik, die ganze Nacht. In einem Industriehafen an der Loire war der Bär los. Um vier Uhr Morgens griff die Polizei ein um die Party zu beenden. Es kam zu Zusammenstössen, bei denen Teilnehmer UND Polizisten verletzt wurden. Die Polizei setzte Hunde, Tränengas und Gummigeschosse ein. Es gab teilweise Panik. Ein gutes Dutzend Gäste sprangen in Panik in die Loire. 14 konnten gerettet werden. Einer nicht. Er konnte nicht schwimmen. Ab diesem Zeitpunkt fehlte von einem Teilnehmer, dem 24-jährigen Steve Maia Caniço, für 39 Tage jede Spur. Vorgestern wurde sein toter Körper im Wasser gefunden und identifiziert.

Aber in diesen 39 Tagen seiner Unauffindbarkeit geschah etwas in der Gesellschaft in Nantes und in Frankreich. Sie begann Fragen zu stellen „Où est Steve?“ Warum bekam man von der Polizei, der Kommune, der Präfektur keine Auskunft über seinen Verbleib? Die Fragen der Öffentlichkeit, der Zivilgesellschaft wurden dringlicher und irgendwann gerieten der Innenminister Castaner und der Premierminister Philippe unter Druck und wurden zunehmend nervöser. Die Menschen wollten Antworten darauf, WAS in jener Nacht genau geschah, WER, WAS, zu verantworten hatte und vor allem WARUM eine Ewigkeit von am Ende 39 Tagen darüber weitgehend geschwiegen wurde…

Am Ende gab es sogar eine hochoffizielle Untersuchung, die allerdings kein Schuldeingeständnis bedeutete, oh‘ nein! Man könne keinen Zusammenhang zwischen dem Polizeieinsatz und dem Verschwinden des Monsieur Steve Maia Caniço eirkennen, werden aber weiter ermitteln…

Die Bürgermeisterin von Nantes, Johanna Rolland, stellte fest: „Nach fünf Wochen der Untersuchung ist die IGPN nicht in der Lage zu sagen, was in jener Nacht vom 21. auf den 22. Juni am Kai Wilson in Nantes geschah. Das ist zumindest besorgniserregend und beunruhigend.“ Wo sie Recht hat, hat sie Recht…

Castaner und Philippe, Macrons Minister für’s Grobe, geraten seit Monaten immer mehr unter Druck. Seien es die Gelbwesten, die Polizisten-Selbstmorde. Sie scheinen zumindest ihren Laden nicht im Griff zu haben?

Für Maître Cécile de Oliveira, die Anwältin von Steves Familie, handelt es sich schlicht um eine Staatsaffaire…