Spanische Gewerkschaften werfen VW die Ausschlachtung der Marke SEAT vor!

17. Mai 2020

Das musste ja irgendwann kommen! Die beiden konkurierenden spanischen Gewerkschaften UGT und Comisiones Obreras, (CC.OO)* schlagen nach Jahren des nationalkatalanistischen Straßenterrors mit „urdemokratischen Blockaden“ von, vor allem wichtigen supranationalen Landverbindungen, sei es auf der Straße oder der Bahn, mit all den damit verbundenen Problemen bei Unterbrechung der Liefersicherheit von Komponenten des Automobilbaues oder der schlichten Unpünktlichkeit des Personals wegen blockierter Straßen, Alaaarm!

Wenn die konzerninternen Vergleiche dazu führten, daß künftige Modelle NICHT bei SEAT produziert werden, so liege natürlich böse Absicht in Wolfsburg vor, den katalanischen Hightec-Konzern SEAT wie eine Salami aufzuschneiden und „Scheibe-für-Scheibe“ zu schwächen!

SEAT hat im April 80% weniger Autos verkauft, „fast doppelt so viel weniger“ wie der VOLKSWAGEN-Konzern insgesamt, der einen Rückgang des Verkaufs im April von 45% verzeichnen musste. Im ganzen bisherigen Jahr 2020 sind die Verkäufe bei SEAT um 31% gesunken.

Aber die Marke SEAT durfte sich nicht weltweit weiter ausbreiten, speziell in China und Lateinamerika, und nun sei sogar davon die Rede, den gesamten Vertrieb aus SEAT auszulagern und an VAESA, die spanische Filiale von VW anzugliedern?

Fünf Monate nach dem Abgang von Luca de Meo sei sein Vorstandsposten bei SEAT noch immer unbesetzt! SEAT solle zu einem nackten Produktionsbetrieb heruntergefahren werden, so fürchten die Gewerkschafter!
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PS: In dem neuen Buch von Antonio Robles, „Equidistantes exquisitos“ (Ediciones Hildy), werden die UGT und die CC.OO schlicht als „notwendige Komplizen des Nationalismus“ (ab)qualifiziert!

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https://www.lavanguardia.com/economia/20200516/481164152619/seat-volkswagen-sindicatos-disputas.html


12 EU-Staaten verlangen Spezial-Plan für Auto-Industrie von der EU!

17. Mai 2020

Der Vorstoß dieses Dutzends EU-Staaten für die Einrichtung eines speziellen Hilfsinstrumentes für die diversen Auto-Industrien im Wiederaufbau-Plan der EU-Kommission, der am 27. Mai vorgestellt werden soll, wird von den Auto-Nationen Frankreich und Deutschland nicht unterstützt!

Diesen Spezial-Plan fordern neben Spanien, Bulgarien, Tschechische Republik, Ungarn, Italien, Lettland, Malta, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakien und Slowenien.

Die erinnern die EU daran, daß die Auto-Industrie eine zentrale, strategische Aktivität der europäischen Wirtschaft sei, die 7% des EU-Brutto-Inlandsproduktes, 6% der EU-Arbeitsplätze, 12% der EU-Exporte, 84,4 Milliarden €uro Gewinne und 57,4 Milliarden €uro Investitionen pro Jahr bedeute, was 28% der gesamten Investition der EU für Entwicklung entspräche!

Trotz, oder wegen, der noch höheren Bedeutung der Auto-Industrie für Frankreich und Deutschland haben diese beiden Nationalstaaten der EU die Initiative „des Auto-Dutzends“ nicht mitgetragen, nicht signiert…

Bis Heute seien in der EU 2,3 Millionen Fahrzeuge aller Kategorien weniger produziert worden und zwar (in absteigender Reihenfolge!):
-605.722 in Deutschland,
-451.883 in Spanien,
-277.127 in Frankreich,
-238.644 im UK
-159.336 in Italien,
-151.598 in der Tschechischen Republik,
-114.632 in Slowakien.

Diese Initiative hat in Verbindung mit den Nachrichten/Gerüchten über die Rückholung von Produktionskapazitäten und damit Arbeitsplätzen nach Frankreich und wohl auch nach Deutschland, den Anschein, als soll diese von den betroffenen Staaten mittels/durch die EU-Kommission verhindert werden. Da tut sich offenbar ein neuer, schwerwiegender, innerer Konflikt entlang nationaler Grenzen in der EU auf, die deren inneren Zustand weiter belasten und damit schwächen wird, fürchte ich? Es sieht nicht gut aus…

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https://www.elperiodico.com/es/motor/20200515/doce-paises-de-la-ue-entre-ellos-espana-reclaman-un-plan-especial-para-la-automocion-7963126


Franz. Regierung an Autoindustrie: Wer Staatshilfe will, der soll Produktion ins Land zurückholen!

17. Mai 2020

In Spanien und anderen europäischen Staaten, in denen französische Automobilkonzerne Standorte, egal ob Produktion oder eigene Zulieferer, haben, da wird man dies nicht gerne hören. Dies dürfte z.T. wohl auch für Deutschland gelten bezüglich OPEL?

Wie wohl in allen Staaten mit Autoindustrie bettelt diese auch in Frankreich in diesen Tagen um Milliardenhilfen „wegen Corona“. Die Gesamtlage des globalen Automobilmarktes, des Wettbewerbs, die Konjunkturlage in den diversen Kontinenten und deren Staaten, all dies trug natürlich zur aktuellen Krisenlage bei, der Corona in den letzten drei, vier Monaten im negativen Sinne die Krone (=la corona) aufsetzte.

Überall gibt es deshalb momentan flehende (oder gar drohende?) Bitten globaler Multis um Millardenhilfen an Staaten, d.h. am Ende an deren Steuerzahler. Sie verlangen nicht rückzahlbare Milliarden, Lohnzuschüsse, Kaufprämien und Steuererleichterungen, am Besten gleich alles zusammen, aber der betreffende Staat möge sich natürlich aus den Geschäften heraushalten, von denen er sowieso nichts verstünde…

Die französische Regierung, vertreten durch den Finanzminister Bruno Le Maire, hat nun am vergangenen Montag in einem Radio-Interview angekündigt, daß er Anfang September Gespräche über finanzielle Hilfen mit der französischen Autoindustrie führen werde, bei dem er sie u.A. zu ihrem Beitrag zur Rückholung von Produktionskapazitäten und damit Arbeitsplätzen nach Frankreich befragen werde!
An einen 5 Milliarden-Kredit für RENAULT (an dem der französische Staat einen 15%-Anteil hält!)  würde bereits gearbeitet.

Das bedeutet eine klare Kampfansage an die reinen Absahner, die nur rituell Finanzhilfen fordern. Frankreich will dafür eine Gegenleistung und die ginge stets zu Lasten anderer EU-Staaten oder auch von Nicht-EU-Staaten z. B. in Nordafrika.
Das Automobil-lastige Deutschland wird genau hinhören, nicht nur wegen des Wettbewerbers Frankreich sondern auch wegen der Produktionen von OPEL.

Aber auch Spanien wäre betroffen. RENAULT hat zwei Standorte in Spanien in Palencia und Valladolid und einen weiteren in Sevilla. Die andere große französische Automobilgruppe PSA ist größter Auto-Produzent Spaniens aus deren Werken in Vigo, Madrid und Zaragoza im Jahr 2019 fast eine Million Autos rollten!

Aber auch Produktionsverlagerungen der RENAULT-Modelle KADJAR und CAPTUR aus Spanien zu NISSAN im UK sind im Gespräch. RENAULT wollte dazu nicht Stellung nehmen. Aber die NISSAN-Werke im UK sind ihrerseits wegen des BREXIT gefährdet, weil sie jetzt außerhalb der EU liegen und deren Produkte entsprechend besteuert werden müssten…

Was dem Einen seine südosteuropäischen „Erdbeer- und Spargelsklaven“ und dem Anderen seine südosteuropäischen „Schlachthofsklaven“ sind, das sind der Autoindustrie ihre Produktions-, Montage- und Teilefertigungen in Billigländern, unserem Gesundheitssystem die Mittel und Osteuropäischen Ärzte und Pflegekräfte, bis hin zur privaten „Polin“ für die Pflege von Opa und/oder Oma zu Hause…

Die aus Kosten- und Strategiegründen global gestreute Wirtschaft wird derzeit neu sortiert und Corona wird dabei eher der Auslöser als die Ursache dieses Prozesses sein. Exportweltmeister mit zumindest relativ akzeptablen Löhnen im Stammland, subventioniert durch Billigzulieferungen aus Niedriglohnländern und bedroht durch Absatzmärkte, die von einem rothaarigen Clown (mit deutschen Wurzeln!) per Twitter gesperrt werden können, werden sich davon nicht fern halten können. Sie werden besonders und auf mehreren Ebenen betroffen sein. Dies wird global soziale Spannungen auslösen, besonders aber in der EU der Nationalstaaten, die dadurch weiter gefährdet werden wird.

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https://www.abc.es/motor/economia/abci-francia-pide-fabricantes-coches-retornen-produccion-francia-cambio-ayudas-202005141803_noticia.html
https://www.abc.es/motor/economia/abci-renault-kadjar-y-captur-podrian-abandonar-espana-para-hacerse-reino-unido-segun-financial-times-202005142249_noticia.html#vca=mod-lo-mas-p4&vmc=leido&vso=motor&vli=noticia.foto.motor&vtm_loMas=si


Nissan schließt Fabrik in Barcelona!

15. Mai 2020

Diese Horrormeldung für den leidgeprüften katalanischen Arbeitsmarkt publizierte die japanische Tageszeitung “ NIKKEI“. Sollte sie zutreffend sein, wären in der Provinz Barcelona etwa 3.000 direkte und ca. 20.000 indirekte Arbeitsplätze ab Juli 2020 verloren!

Das Gerücht gärte schon länger, aber jetzt scheint es konkret zu werden? Zu dieser Entscheidung hätten gesamtwirtschaftliche Umstände, die Corona-Krise und der katalanische Separatismus mit seinen hochdemokratischen Strassenblockaden, die jede Logistik zum permanenten Glückspiel machten, gemeinsam ihren Teil beigetragen. NISSAN scheint seine Produktionskapazitzät in Europa um etwa 20% reduzieren zu wollen.

Die spanische und katalanische Politik setzt anscheinend noch auf  die Allianz RENAULT-NISSAN-MITSUBISHI zu der im Juli der Ex-SEAT-Chef Luca de Meo wechselt. Die Beteiligten kennen den Italiener, was aber auch umgekehrt gilt und somit nicht unbedingt von Vorteil ist. Luca de Meo hat das katalanische Separatistenchaos um den Polit-Autisten Quim Torra als Autonomiepräsidenten einer separatistischen Minderheit und die Anarcho-Bürgermeisterin Ada Colau mit ihrer Straßenblockaden-Demokratie und deren Folgen für Logistik und Belegschaften jahrelang hautnah miterlebt…

Die Betriebsgewerkschaften von NISSAN, die mit ihrem unbefristeten Streik den Verbleib von NISSAN in Barcelona erzwingen wollen, (etwa nach der Methode „wir streiken jetzt so lange, bis ihr erkennt, daß Barcelona der ideale Standort für NISSAN ist, und diese Meldung offiziell widerruft?), schreiben in einer Veröffentlichung von Gestern, „daß NISSAN einmal mehr nicht nur über seine Mitarbeiter, sondern auch über die katalanische und spanische Politik lachen würde“!

Nach einer Woche Streik in Montcada i Reixac, einem der 5 Werke in Katalonien, stellte NISSAN aus Mangel an Zulieferteilen die Produktion ein. Zuvor war die Fabrik für sieben (!) Wochen wegen der Corona-Pandemie geschlossen. NISSAN will/muss einen Auftrag zum Bau eines Pick-Ups für MERCEDES erfüllen

Das ist eine fatale Meldung, die natürlich jetzt gerade zur Unzeit kommt, aber die Annahme, daß sich ein Multi, der offenbar intern schon Entscheidungen vorbereitet hat, sich vom spanisch-katalanischen-barcelonesischen Zuständigkeits-Chaos beeinflussen ließe, scheint mir doch sehr weit hergeholt?

Man befürchtet weiterhin, daß andere Automobilhersteller vor Ort diesem Beispiel folgen könnten…

PS: Auch die diversen Gewerkschaften ziehen offenbar nicht an einem Strang?

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https://www.catalunyapress.es/texto-diario/mostrar/1955680/nissan-echara-cierre-factoria-barcelona-segun-medio-japones-nikkei?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=Newsletter%20www.catalunyapress.es


Tötet Covid-19 nun auch spanische Printmedien?

1. Mai 2020

Die Verlagerung in den Medien von Print zu Digital ist ein schon sehr lange andauernder Prozess. Durch die Corona-Pandemie könnte dieser sich nun aber deutlich beschleunigen?

El País, El Mundo, ABC, La Vanguardia, La Razón und El Periódico verzeichneten in der letzten Studie des OJD, einen Absturz im täglichen Verkauf von 13,5%. In der ersten Märzhälfte verkauften sie zusammen etwa 408.000 Exemplare an Kiosken und im Handel. Über die zweite Märzhälfte, mit Beginn des „Hausarrestes“, pardon, der Quarantäne, der spanischen Bevölkerung, liegen keine Zahlen mehr vor. Es wurden also über 63.000 Zeitungen weniger als in der ersten Märzhälfte des Vorjahres „einzeln“ verkauft. Gehört das Bild des Spaniers, der mit der gefalteten Morgenszeitung unter dem Arm seinen Cortado trinken geht, endgültig der Vergangenheit an? Könnte sein!

Es ging den Printmedien zwar vorher schon schlecht, aber Corona könnte der Tropfen sein, der das Fass endgültig zum Überlaufen bringt?

Als erstes Medium hat EL MUNDO nun beschlossen ab sofort und bis zum September auf alle gedruckten Regionalausgaben zu verzichten!
Auch auf den Druck eines Teiles der kulturellen Supplementausgaben wird verzichtet. Teilweise werden sie durch von der EL MUNDO Website herunterladbare PDF-Dateien ersetzt, die man bequem auf seinem mobilefon mit sich herumtragen kann…

Die Zeitschrift ICON gibt es ab sofort nur noch als von der website herunterladbare PDF!

Die konservative ABC gehört zu den immer wenigeren Medien, die noch alle Beilagen drucken. Sie haben sogar „die normale 5%-Provision“ für die Kioskbesitzer um 2,5% erhöht! Ob das den digitalen Trend aufhalten kann?

Die Vereinigung professioneller Presseverkäufer in Madrid (AVPPM) nennt sogar einen Rückgang um etwa 40% bei Printmedien an Kiosken und im Handel. Die besonders gefragten Regionalausgaben seien stets knapp gewesen. Ausserdem sei die Fluktuation der Käufer/Leser zwischen den verschiedenen Printmedien auffällig rückläufig, quasi nicht mehr existent…

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https://www.elconfidencialdigital.com/articulo/medios/mundo-suprime-ediciones-regionales-papel-septiembre/20200430185734144004.html?utm_medium=email&utm_source=Newsletter&utm_campaign=200501&utm_term=El%20Mundo%20suprime%20las%20ediciones%20regionales%20en%20papel%20hasta%20septiembre&&utm_content=email&&


Sánchez: Vier Phasen, Vielzahl von Stufen, regional zur Vor-Pandemie-Normalität zurück?

30. April 2020

Man kann es aktuell in jedem einigermaßen demokratischen Staat erleben. Viele Stimmen reden durcheinander und oft Gegensätzliches, was der richtige Moment, die richtigen Maßnahmen wären, um möglichst schnell (und mit geringsten Opferzahlen?) von der Pandemie zur mehr oder weniger blühenden Wirtschaft zurückzukehren. Aber das demokratische procedere, das Wechselspiel mit gegenseitig akzeptierten Rollen zwischen Regierung und Opposition in demokratischem Rahmen und Wahrung der Gewaltenteilung einer Demokratie, wird in Zeiten von Ausnahmezuständen und Notverordnungen und damit teilweise verlockenden Machterweiterungen der Regierenden recht unterschiedlich ausgeübt in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten.

Je stärker die Wirtschaft wieder ins Spiel kommt, desto stärker die jeweiligen Bemühungen den Motor wieder anzuwerfen und durchzustarten. Es darf vermutet werden, daß Staaten mit einseitig geprägten Wirtschaften hier besonders anfällig und damit risikobereit sein werden. In Deutschland ist das die Automobilindustrie, die schon vor der Corona-Pandemie angeschlagen war und in strukturellen, technischen und Problemen der Glaubwürdigkeit steckte. In Spanien ist diese einseitige Schwäche der Tourismus. Milliarden an Umsätzen und Millionen an Jobs hängen daran.

10% des Bruttoinlandsproduktes von 2020 könnten im ersten Halbjahr verloren gehen, so INE und EUROSTAT übereinstimmend!

Ab Übermorgen, Samstag, den 2. Mai 2020, soll die Quarantäne, das Ausgangsverbot in vier Phasen mit jeweils zahlreichen Schritten und stundenweisem Ausgang kontrolliert reduziert werden, mit stetem Blick auf die Zahlen der Corona-Erkrankten im Land. Es sollen auch nicht ganze Autonomien gemeinsam geregelt werden, sondern regionale Gebiete unterschiedlich behandelt werden. Das könnte u.U. Chaos, Streit, Korruption und vor allem Kompetenzgerangel auslösen, wenn sich die Zentralregierung in interna der Autonomien einmischt, könnte natürlich aber auch funktionieren!

Es sollte einen jedoch auch nicht wundern, wenn wichtigste Zonen des Tourismus, wie die Canaren und die Balearen und einige Festlandsstrände „schwupp-die-wupp!“ Corona-frei sein und dem Tourismus und dessen Industrie zurück gegeben werden?

Von Gomera und Formentera war zu hören. Die wüssten dort noch nicht einmal, wie man Covid-19-Pandemie schreibt…
Auf den Canaren und den Balearen beträgt der Tourismus etwa 35% zum BIP und etwa 35-40% zu den Arbeitsplätzen bei, in Valencia etwa die Hälfte. Madrid und Barcelona, der Städtetourismus allgemein, dürften das Schlusslicht sein, bei den Lockerungen?

Die Regierung Sánchez/Iglesias hat den Ausnahmezustand exzessiv genutzt und Opposition und Bevölkerung weitgehend im Dunkeln gehalten über ihre Pläne und Absichten. Der Opposition, den Medien und damit den Spaniern, wurden gezielt Informationen und Debatten vorenthalten, Fragen regelmäßig nicht beantwortet. Selektierte Medien mussten Fragen schriftlich vorab einreichen um dann auf „sogenannten Pressekonferenzen“ von der zweiten Wahl an Politikern auf der Basis der vorab eingereichten Fragen abgefertigt zu werden. Sánchez selbst machte sich sehr dünn, fast unsichtbar in den letzten beiden Monaten. Die Opposition behandelte er vorsätzlich schroff und provokativ abweisend um nicht etwa einen Grundkonsens oder gar, Gott stehe ihm bei, eine Art von die politischen Lager übergreifenden GroKo zu schaffen, was in diesen Zeiten ja durchaus nahe gelegen hätte?

Heute zum Beispiel fand im Senat eine Versammlung statt, auf der die Zentralregierung Sánchez/Iglesias die Autonomien, also die direkt Betroffenen,  über die Entwicklung und die nächsten Schritte informieren wollte/sollte. Es wäre das erste Mal gewesen, daß seit Beginn der Corona-Pandemie Zentralregierung und Autonomien zu einem öffentlichen, einigermaßen transparenten Meinungsaustausch zum Thema gekommen wären. Aber Sánchez erschien erst gar nicht! Für ihn kam eine seiner zahlreichen Ministerinnen. Aber ALLE sozialistischen Autonomiepräsidenten kamen auch nicht! Die konservative Opposition hatte diese Versammlung durchgesetzt in dem sie die baskische PNV in dieser Frage auf ihre Seite gebracht hatten, die Sozialisten und deren baskische und katalanische Separatisten-Verbündete verweigerten sich schlicht. Parteipolitischer „hickhack“ statt gemeinsamer Verantwortung für Land und Leute und Wirtschaft. Wenn eine unerwünschte Mehrheit eine Versammlung  demokratisch durchsetzt, dann geht man einfach nicht hin! Irgendeinen formalen Grund gibt es immer, die Abwesenheit zu begründen: Es ist der Senat! Es sollte aber das Parlament sein! Wir fahren nach Madrid und dürfen dort aber nur 10 Minuten reden! Es hätte eine Video-Konferenz sein müssen. Ich hatte schon etwas besseres vor?

In der Versammlung begann die Regierung zeitlich unbegrenzt über ihre phantastischen Erfolge zu reden, während die betroffenen Autonomien danach je 10 Minuten sprechen durften!

Der Witz zum Schluss:
Die CAT-SEP’s, die stets und bei jeder Gelegenheit Spanien, Madrid, die Spanier, ihre Politik, Kultur und Sprache beschimpfen und verteufeln „wenn Katalonien unabhängig gewesen wäre, dann hätten wir jetzt nicht so viele Corona-Opfer zu beklagen, ergo, „Madrid ist schuld“, haben jetzt eine große, nationale(!) Tourismus-Kampagne angekündigt, als deren Ziel die verteufelten Spanier in den katalanischen Städten und an den Stränden die vermutlich in diesem Sommer ausbleibenden 29 Mio Engländer und Deutsche ersetzen sollen! Man kann sie schließlich auch viel besser beschimpfen, belästigen, bekämpfen, wenn sie nach CAT kommen…


Diesen Sommer also keine Briten und Deutschen in Spanien?

27. April 2020

EL MUNDO berichtet am 27.04.2020 unter Bezug auf Thomas Barreis, den Tourismusbeauftragten der Bundesregierung (wusste nicht, daß wir so etwas haben?), daß diesen Sommer wohl keine deutschen Touristen in Spanienurlaub kommen könnten. Die Deutschen stellten mit  ca. 11 Mio Touristen (nicht einmal 2/3 der Briten!) die zweitgrößte Gruppe von Touristen nach den Engländern mit unerreichten 18 Mio Urlaubern.

„Es wäre mehr als unwahrscheinlich, daß in diesem Sommer Tourismusreisen nach Spanien, Griechenland oder die Türkei zu Stande kämen“, so Barreis.

Ähnlich verhalte es sich in der Frage der Geschäftsreisen, denen Einreisestopps, Grenz- und Flughafenschließungen entgegen stünden.

Der UK-Botschafter in Madrid, Hugh Elliot, drückte sich vor einigen Tagen ähnlich aus: „Seine Landsleute kämen nach Spanien zurück um Land und Leute zu genießen, aber nicht in den nächsten Monaten!“

EU-Kommissions-Präsidentin von der Leyen verkündete schon vor Wochen in BamS, daß besser niemand jetzt buchen sollte, da man noch nichts konkretes über die Lage im Juli und August sagen könne.

Deutsche und Briten stellen zusammen eine Touristenlawine von etwa 29 Mio Menschen auf die Beine, bereit die Küsten und Strände am Festland und auf den Inseln zu überfluten. Das bedeutet „zigtausende“ Jobs, Einkommen und damit Konsumenten, die Spaniens Wirtschaft fehlen werden. Das Jahr 2020 wird wohl überall recht bitter, aber bei Tourismus- oder auch bei Export-Weltmeistern dürfte es besonders heftig werden?

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https://www.elmundo.es/internacional/2020/04/27/5ea67872fdddff115b8b4601.html