Heute vor 5 Jahren starb Alberto Nisman in Buenos Aires.

18. Januar 2020

Der Bundesanwalt, der den Anschlag auf das jüdische Zentrum AMIA in Buenos Aires im Jahre 1994 aufklären sollte, bei dem es 85 Tote gab, hatte u.a. der Präsidentin Christina Kirchner und ihrem Kanzler Héctor Timerman öffentlich Vertuschung vorgeworfen. Vier Tage später war Nisman tot. Er wurde in seinem Badezimmer tot aufgefunden. Er starb durch einen Kopfschuss aus einer Kleinkaliberpistole, die ihm ein enger Mitarbeiter am Vortag auf Nismans Wunsch hin gebracht hatte, da er „sich unsicher fühlte“.

Regierung und Geheimdienste waren vor der zuständigen Staatsanwältin am Tatort und der Staatssekretär für nationale Sicherheit Sergio Berni telefonierte vom Tatort fünfmal mit Christina Kirchner und insgesamt 31-mal an diesem Tag, bevor Nismans Tod bekannt wurde!

Beim Fall AMIA waren aber auch die USA, Israel und der tatverdächtige Iran, bzw. die Hisbollah beteiligt und intervenierten in unterschiedlicher Weise. Man muss sich vor Augen führen, daß die Tat 21 Jahre her war, als Nisman starb. Allein dieser Umstand ist ein Skandal. Heute ermittelt der Staasanwalt Eduardo Taiano, sowohl im Fall AMIA als auch im Fall Nisman, mit nur acht Personen (8!) die mit schlecht bezahlten jeweils 6-monatigen Zeitverträgen beschäftigt sind…

Christina Kirchner wurde noch im gleichen Jahr 2015 von Mauricio Macri im Präsidentenamt abgelöst. In seiner vierjährigen Amtszeit hatten weder der Fall AMIA noch der Fall Nisman Priorität. Heute regiert in Argentinien Alberto Fernández und Christina Kirchner ist seine Vize-Präsidentin! Er scheint die offene, nicht abgeschlossene Ermittlungsakte zu kennen, denn er bewertet sie und möchte die Fälle vom Tisch haben? Ist das nicht Einmischung in die Justiz?
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https://de.wikipedia.org/wiki/Alberto_Nisman
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Seit dem 1. Januar gibt es bei Netflix eine sechsteilige Doku zum Fall Nisman.
In der ZDF Mediathek ist die Doku auch wählbar:
https://www.zdf.de/dokumentation/nisman-tod-eines-staatsanwalts
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https://www.elmundo.es/internacional/2020/01/18/5e1cb26e21efa07e438b4637.html


Wagt sich der echte Saudi-Kronprinz zum G20 nach Argentinien oder kommt ein Doppelgänger in Prinzenrolle zum Handshake mit Trump?

27. November 2018

Der GUARDIAN berichtet, daß der argentinischen Justiz eine Strafanzeige gegen den Saudi vorläge, ausgestellt von Menschenrechtsorganisationen wegen dessen Rolle im Krieg mit Jemen aber auch wegen der Ermordung des saudischen Journalisten Kashoggi im Konsulat in Istanbul.

Das argentinische Recht erlaube, übrigens ebenso wie das spanische Recht, Anklagen und Prozesse in globalen Belangen zu führen. Spanien hatte zum Beispiel im UK einen Auslieferungsantrag für den chilenischen Diktator Augusto Pinochet gestellt, was Belgien und die Schweiz dann auch taten und was in der Folge zu einem zweijährigen Hausarrest von Pinochet in London führte, während dessen heftige diplomatische Verwicklungen auf allen Ebenen tobten, im Streit wer den Ex-Diktator vor Gericht stellen dürfe.

Theoretisch zumindest könnte Argentinien also an diesem Freitag den zum G20 fest erwarteten Saudischen Kronprinzen festnehmen und vor Gericht stellen. Da Trump ihn aber im Gegensatz zu seinen eigenen Geheimdiensten offenbar für unschuldig hält, werden sich die Argentinier dies wohl nicht trauen?

Den Wettbewerb um den ersten öffentlichen Handshake mit einem möglichen Mörder hat Trump sowieso verloren, denn der spanische Ex-König Juan Carlos war schneller, ätsch, Trump! Trump könnte höchstens spielverderberisch twittern, daß dies ja kein offizieller Anlaß wie ein G20 war, sondern nur ein blödes Autorennen…

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https://www.theguardian.com/world/2018/nov/27/argentina-prosecutors-considering-charges-against-mohammed-bin-salman-at-g20


Geheimplan: Wie Präsident Rajoy seinen renitenten Angestellten Artur Mas entsorgen will!

11. August 2015

47 Tage vor den vorgezogenen katalanischen Autonomiewahlen, die vom amoklaufenden Autonomiepräsidenten Artur Mas phantasievoll zu einer plebiszitären Abstimmung über die Sezession der Autonomie Katalonien von Spanien umgedeutet worden sind, läuft langsam der geheime Gegenplan von Madrid gegen die CAT-SEP’s an.

Oriol Junqueras von ERC wurde ruhig gestellt, indem man ihm lebenslänglich den Bürgermeister-Posten von Sant Vicenc dels Horts, einem idyllischen Industrie-Vorort von Barcelona am Llobregat, versprochen hat, sowie auch weiterhin regelmäßige, drollige Auftritte in TV3. Das war die leichtere Übung für Mariano Rajoy.

Bei Artur Mas liegen die Dinge etwas komplizierter. Als notorischer Deliquent der alten Pujol-Schule hat er neben dem üblichen CiU-Erwerbssinn auch einen ausgeprägten Riecher für Gefahr und die Fähigkeit – wie ein Octopus die Farbe – seine politische Richtung hakenschlagend zu wechseln und sich opportun auf die jeweilige Seite der vermutlichen Sieger zu schlagen.

Für Artur Mas musste Spaniens Präsident Mariano Rajoy sich also etwas Besonderes einfallen lassen und das hat er auch getan! Der Plan sieht vor Mas mit seinen eigenen Mitteln und Strategien zu schlagen, dabei seine bekannten Schwächen nutzend:

Am Wahltag des 27-S, genau nach Schließung der Wahllokale, aber noch vor der Verkündung erster Hochrechnungen, wird Mariano Rajoy zeitgleich auf allen spanischen TV-Kanälen (außer TV3!) vor die Kameras treten und folgende News in die Mikros nuscheln:

Die eben abgelaufene Wahl sei keinesfalls eine stinknormale Autonomiewahl der Katalanen gewesen, sondern von ihm, Mariano Rajoy in Absprache mit dem Argentinier(!) Papst Franziskus* zur Wahl des neuen Papstes umgewidmet worden! Bekanntlich dürften Demokraten, die sich etwas ganz, ganz toll wünschten, die entsprechenden Kompetenzen einfach aneignen und dann drauflos wählen. Über 50 Millionen Spanier wünschten sich Artur Mas lieber als Papst in Rom als als Zampano in Barcelona!

Der Kontakt zum Papst sei über die ebenfalls aus Argentinien stammende scheinbare CAT-SEP-Kampfnonne Lucía Caram hergestellt worden, die Zugang zum engsten Umfeld von Artur Mas hatte!

Die Regierung Kataloniens war für Artur Mas erkennbar eine Nummer zu groß. Im Vatikan mit seinen wenigen Einwohnern wird er künftig also wohl geringeren Schaden anrichten? Zugleich kann er sich dann hingebungsvoll seiner heimlichen Liebe, den Geld- und Bankgeschäften der Vatikan-Bank widmen, anstatt seine Kontoauszügen aus den popelig-schnöden Steuerparadiesen Andorra und Liechtenstein zu sammeln..

Artur, „du hast die Haare schön“, Mas würde also den Petersdom zu seiner „Masía Arturo“ (Mas, Artur) machen und als erste Amtshandlung eine vorhandene Altlast, seinen Vor-Vorgänger Benedikt unter Hausarrest stellen. Danach würde er seinen politischen Ziehvater und Förderer Jordi Pujol direkt und unter Umgehung des Seligen-Status Heilig sprechen und diesen Status erstmals in der Geschichte der Katholischen Kirche erblich machen! Über Pujol stünden in der Hierarchie dann nur noch Gott.. und Marta Ferrusola, seine (Pujols!) leibhaftige Gattin!

Alle wären dann zufrieden – so sieht es Rajoys Geheimplan zumindest vor – fast alle, denn in Barcelona sinnt eine ehrgeizige CAT-SEP-Gefährtin des Artur Mas nach dessen neuem Amt und Einfluss, die EX-ANC-Präsidentin Carmé Forcadell, die meint, dass es an der Zeit sei, eine Päpstin nach Rom zu schicken, dort das Latein durch seine Vulgärform Catalá zu ersetzen und sich jeden Sonntag auf dem Carmé-Platz vor der Mas Forcadell tolle Massenveranstaltungen rein zu ziehen…

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* Papst Franziskus, der alte Schwerenöter, hatte sich bei deren letztem Besuch heftigst in „seine“ argentinische Präsidentin, die „lustige Witwe“ Cristina Fernández de Kirchner verknallt und nach einigen engen Tangos beschlossen, seine letzten Lebensjahre mit ihr zusammen lieber in „guter Luft“ (Buenos Aires) zu verbringen als im schwülen Rom. Er war mit Marianos Plan sofort einverstanden!