Libanon soll nach 100 Jahren ein laizistischer Staat werden!

Der libanesische Staatspräsident Michel Aoun erwartet das Ende des konfessionellen Regierungssystemes in dem gebeutelten Land und fordert die Änderung der Verfassung hin zu einem laizistischen Staat, wie es das ihm nahestehende Vorbild Frankreich seit seiner Gründung erfolgreich sei!

Aoun hielt Gestern in Beirut eine Rede an die Nation und empfahl den Laizismus als Lösung vieler aktueller Probleme des Libanons.

Alle beteiligten Religionen sollten hierzu einen Kompromiss für eine entsprechende Verfassungsänderung, genau 100 Jahre nach Staatsgründung des Libanons am 1. September 1920 finden, erarbeiten.
Diese Gründung war die Folge einer Aufteilung des nahöstlichen Einflussgebietes zwischen den WW1-Siegern England und Frankreich unter Ausschluss des ehemaligen osmanischen Reiches, der späteren Türkei.

Die aktuelle religiöse Aufsplitterung des Parlamentes zwischen 18(!) verschiedenen Fraktionen war allerdings die Folge des 15-jährigen Bürgerkrieges zwischen 1975 und 1990. Sie war jedoch so kompliziert, daß die Politik im Ergebnis quasi paralysiert wurde.

Heute wird dann – zum zweiten Mal in einem Monat – der französische Staatspräsident Emmanuel Macron in Beirut landen und vermutlich Hilfen und Lösungen im Gepäck haben?

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https://www.lavanguardia.com/internacional/20200831/483219342983/presidente-libano-pais-estado-laico.html

https://taz.de/Regierungsbildung-im-Libanon/!5706563&s=Libanon/

http://www.dailystar.com.lb/News/Lebanon-News/2020/Aug-31/511019-mustapha-adib-lebanons-new-pm-designate.ashx

3 Responses to Libanon soll nach 100 Jahren ein laizistischer Staat werden!

  1. almabu sagt:

    Diesen ausführlichen Beitrag bei SPON, den ich zunächst übersehen habe, will ich hiermit nachreichen:

    https://www.spiegel.de/politik/ausland/libanon-mustapha-adib-koennte-neuer-premier-werden-a-0c08aa91-bed4-4412-9261-059f61434d2b

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  2. almabu sagt:

    Rami Adwan, 44, ist derzeit libanesischer Botschafter in Paris und war ein Studienkollege des franz. Präsidenten Emmanuel Macron an der französischen Elite-Uni ENA.

    Im Gespräch als neuer Regierungschef des Libanon ist aber momentan wohl dessen Botschafter in Deutschland Mustapha Adib-Abdul-Wahed, WEIL er Sunnit sei, (was er bekanntlich sein müsse) und WEIL er schon einem früheren Präsidenten diente, der im Nebenberuf Milliardär war und WEIL der wohl immer noch seine Finger im Spiel hat? Sein Vorgänger war erst seit Anfang des Jahres im Amt, sein Vorvorgänger zufällig auch so ein Milliardär, von denen es im Libanon so einige geben soll?

    Für einen naiven Beobachter von aussen, sieht das aber weder nach Laizismus noch nach Korruptionsfreiheit aus, fürchte ich?

    Alles weiter, wie gehabt?

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  3. almabu sagt:

    Bei seinen Gesprächen mit den politischen Kräften im Libanon soll es auch zu einem kurzen, 8-minütigen Zusammentreffen mit dem Führer des parlamentarischen Blocks der pro-iranischen Hezbolla, Mohammed Raad gekommen sein! Dies ist umso erstaunlicher, als diese Gruppe in den USA, im UK, in Deutschland und natürlich in Israel als Terrororganisation gilt!

    Es ist nicht klar, ob dieses Treffen mit Frankreichs Verbündeten abgestimmt war, oder ob Macron hier pragmatisch entschied? LE FIGARO schrieb dazu, daß dies das erste Treffen eines Französischen Präsidenten mit der Terrororganisation seit deren Gründung 1982 gewesen sei. „Das habe einer internationalen Anerkennung entsprochen“, feierte ein Nahestehender danach das Treffen.

    „Ich arbeite mit Ihnen um den Libanon zu verändern“, soll Macron gesagt haben, „aber beweisen Sie, daß sie Libanese sind! Die Welt weiss, daß sie eine iranische Agenda haben. Man kennt ihre Geschichte sehr gut, kennt ihre persönliche Identität, aber sind sie Libanese, ja oder nein? Wollen Sie den Libanesen helfen, ja oder nein? Vergessen Sie Syrien und den Jemen und konstruieren Sie hier einen neuen Staat, denn dieser wird auch ihren Familien helfen!“

    Später antwortete Macron auf die Frage einer libanesischen Journalistin „ob er Hezbollah-Terroristen akzeptieren könne“ mit der pragmatischen Aussage, daß „die Hezbollah gewählte Abgeordnete im libanesischen Parlament habe, die Teil der politischen Szene des Landes seien, die er deshalb nicht ignorieren könne!“

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    https://www.lefigaro.fr/international/liban-le-pas-de-deux-d-emmanuel-macron-avec-le-hezbollah-20200831?utm_source=CRM&utm_medium=email&utm_campaign=%5B20200901_NL_ACTUALITES%5D&een=c07d50fdca8395233c78eff3b69d0b08&seen=6&m_i=Mf2iW2xCd_jeaU10vTtEcVJ1o5M_n1WzHi4ZQJXXNykJC7Q5uEcG75JAPqMa3%2Bo5Al8XO3490YSbOtBB70NTG2rsPNr%2Buv3yMV

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