Was Boris Johnson den Briten künftig zumuten will.

Es war im Prinzip von Anfang an klar, daß Johnson den Briten eine neoliberale Wende bringen würde. Er wird die Verhandlungen mit der EU am Ende des Jahres krachen lassen, um so störende EU-Gesetze und -Verordnungen schnell und total beiseite zu räumen. Er wird die City of London jetzt auch ganz offiziell zum Steuerparadies und Zufluchtsort für wohlhabende Europäer machen, die in ihren Ländern keine Steuern zahlen wollen. Dies alles wird aber zunächst die Europäer treffen und weniger die Briten.

Für seine Landsleute hat Boris Johnson aber auch einiges geplant:
Er will die Einwanderung für ALLE, also jede Form von Migration egal ob aus Afrika, Asien oder Europa auf ein neues Punktesystem á la Australien umstellen.

Wer künftig rein will ins UK, der muß:

– ausreichend (wieviel genau?) Englisch sprechen können.

– ausreichend (durch Schul-, Studien-, Berufsabschlüsse) qualifiziert sein.

– ein Jobangebot von mindestens 25.000 Pfund pro Jahr, in Einzelfällen 20.000 Pfund vorweisen können. In vielen Branchen wird derzeit weniger, z.B. um 17.000 Pfund bezahlt, diese Stellen können so künftig „automatisch“ nicht mehr mit Migranten besetzt werden!

Wer u.a. künftig nicht mehr reinkommen soll:

– Europäer, die als Selbständige im UK arbeiten wollen, wie „der polnische Klempner“ oder der „rumänische Maurer“. Das betrifft Hundertausende im UK!

– Geringqualifizierte, zu denen z.B. Kellner, aber auch z.T. Pflegeberufe herunter gestuft werden sollen!

Dies ist nur ein Teil der geplanten Maßnahmen, die derzeit in einem Weissbuch der Regierung Johnson gesammelt werden. Es wird in vielen Branchen und Landesteilen des UK zu akutem Arbeitskräftemangel kommen. Diesen Mangel sollen die Firmen durch Qualifikation von jetzt gering Qualifizierten und durch die Beschäftigung von derzeit „rund 8 Millionen Briten im arbeitsfähigen Alter“ (zu denen allerdings auch Arbeitslose, Kranke, aber auch Schüler und Studenten gehören). Das hört sich wie eine brutale Variante von HARTZ IV an?

Sollte sich diese Absicht der Johnson-Regierung auch nur in Ansätzen realisieren lassen, dann würden wohl makabrer Weise genau die ländlichen Regionen, die sich für den Brexit aussprachen, „zur Belohnung“ besonders getroffen, „bestraft“, werden?

Aber auch das dünn besiedelte, strukturell überaltete Schottland, das seit Jahren einen negativen Bevölkerungssaldo mit weniger Geburten als Todesfällen aufweist und das in Pflege, Landwirtschaft und Fischfang auf Migration angewiesen ist, würde gegen seinen Willen durch den Brexit in erhebliche Probleme gebracht. Das wird den Willen der Schotten in der EU zu bleiben, oder in die EU zurück zu kehren, sicher noch verstärken?

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https://www.theguardian.com/uk-news/2020/feb/19/immigration-firms-will-need-to-train-more-uk-workers-says-priti-patel

https://www.theguardian.com/uk-news/2020/feb/19/uk-immigration-plans-prompt-criticism-and-fresh-calls-for-scottish-visa

 

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